Die erste Version dieses Artikels datiert vom 23.3. 2020. Seitdem ist fast ein Monat vergangen. Anbei werden hier die wichtigsten Informationen, neue Artikel und Tutorials von diesem Blog gesammelt. Ich freue mich weiterhin über konstruktive Rückmeldungen. Anbei der Artikel, der, so hoffe ich, für einige sowohl Grundlage als auch Anregung sein kann. 

Weiterhin sind jene Schulen im Vorteil, die von den jeweiligen Regierungspräsidien offiziell abgesegneten Cloud-Systeme haben: Mebis in Bayern oder Microsoft-Teams in anderen Bundesländern bieten zahlreiche Möglichkeiten, Schüler mit Material, Informationen und Aufgaben zu versorgen. Die Frage, was mit den anderen ist, habe ich in der ersten Version dieses Artikels mit dem Verweis auf Videos beantwortet. Diese bleiben erhalten, kommen aber erst in einem späteren Bereich des Artikels zum Tragen. Am Ende des Artikels gibt es weiterführende Literatur. Die einzelnen Hauptüberschriften der „Übersicht über die Themen“ können direkt angeklickt werden.

Übersicht über die Themen

Einleitung

  • niedrigschwelliger Einstieg

Struktur und Prozess

  • Aufgabenstellung
  • Einsammeln
  • Zeitliche Abläufe

Haltung

  • Gelassene Zugewandtheit

Videos

  • 5 Videos zum Thema

Tools

  • Erklärung zu einigen Tools aus dem Video

Weiterführende Links

  • Unvollständige Linkliste

Einleitung

Seit nunmehr fast 10 Jahren bin ich auf Twitter unterwegs. Unter verschiedenen Hashtags (bisher zum Beispiel das #twitterlehrerzimmer, nun auch #unterrichtdigital oder #udigital20) diskutieren dort Lehrer*innen über zeitgemäßes Lernen. Dadurch, dass diese Gespräche online immer tiefer in die Materie gingen, wurde die Kluft zu Lehrer*innen, die sich bisher weniger mit der Digitalisierung beschäftigt haben, immer größer.

Aus diesem Grund war es immer mein Anliegen, die Kolleginnen und Kollegen so gut es geht mitzunehmen, zumal dann, wenn die Ausgangsvoraussetzungen nicht so gut sind, wie sie sein könnten. Denn eines wird im Zuge dieser Krise klar: Politisch gibt es massive Versäumnisse, was digitale Infrastruktur, Lehrerfortbildung und Implementierung von digitalen Prozessen angeht.

Diese Versäumnisse lassen sich nicht innerhalb weniger Wochen oder gar Tage nachholen. Dennoch bietet sich nun die Möglichkeit – ja der Zwang -, über digitale Unterrichtsversorgung nachzudenken. Dieser Artikel versteht sich als Beitrag, einige grundlegende Gedanken dazu mit einem pragmatischen Ansatz zu verbinden. Die Leitfrage lautet: Wie können Lehrerinnen und Lehrer auch ohne breit implementierte Cloudsysteme weiterhin Unterricht gewährleisten?

Struktur und Prozess

Bevor es um einzelne Plattformen und Tools geht, gilt es, die Grundfrage zu klären: Wie kann der Unterricht als digitaler Prozess gesteuert werden. Es gilt mehrere Bereiche zu berücksichtigen, die an dieser Stelle kurz erläutert werden.

  1. Aufgabenstellung

Grundsätzlich gilt es darüber nachzudenken, wie man Aufgabenstellungen verteilt und wie man diese dann wieder einsammelt. Natürlich sind hierbei Messengersysteme extrem hilfreich. Grundsätzlich reicht es aber schon, wenn man die Mailadressen der Schüler*innen oder sogar nur eines Schülers hat. Denn dieser könnte im Notfall den Link weiterleiten. Grundsätzlich gibt es gerade viele Angebote zu Messengern, die ihr Angebot kostenlos zur Verfügung stellen: Der Schulmanager, Schul.Cloud und Schoolfox sind hier zu nennen. Diese Messenger-Systeme sind DSGVO-konform. Dass es sich dabei dennoch um grundsätzlich privatwirtschaftliche Angebote handelt, sollte jeder im Hinterkopf behalten.

Über Messengersysteme lassen sich sowohl Links erstellen, als auch Aufgaben im Audioformat ausgeben. Mit letzterem experimentiere ich gerade. Sobald sich hier eine erwähnenswerte Erfahrung ergibt, wird sie hier integriert.

2. Abgabe

Wenn eine Aufgabe gestellt worden ist, ist eine weitere Frage, wie diese eingesammelt werden kann. Grundsätzlich wären zwar hier auch die beiden Wege möglich, die schon bei der Ausgabe angesprochen sind; allerdings ergibt sich dadurch ein Problem der Übersicht. Aus diesem Grund kommen hier die Cloudsysteme ins Spiel. Grundsätzlich ist eine datenschutzkonforme Lösung schwierig, nachträglich zu implementieren. Da es aber Schulen gibt, die mit Google arbeiten dürfen, hier zumindest die Erwähnung, wie ein solches Vorgehen aussehen könnte: Die Aufgabenstellung wird in der Mail/ dem Messenger gegeben. Die Schüler*innen bekommen einen Link zum Hochladen, der direkt in das Dokument führt, das zuvor von den Lehrkraft definiert worden ist.

Achtung: Extrem hilfreich ist es, den Schüler*innen ein obligatorisches System der Benennung der Datei zu erläutern, damit die Übersicht gewährleistet ist. Folgendes System nutze ich. Den Schülern wird ein Stichwort für die Aufgabe genannt, dann erfolgt die Benennung folgendermaßen: Stichwort_Name_Datum. Auf diese Weise sind auch die Ordner übersichtlich. 

Eine Alternative, die auch in einem der folgenden Videos beleuchtet wird, ist die digitale Pinnwand Padlet. Hiermit kann alles in einer Pinnwand erledigt werden. Die Struktur ist also: Aufgabenstellung in einem Post der Leinwand, Abgabe der Hausaufgabe als Post im Padlet. Somit ist diese Form der Strukturierung auch dann möglich, wenn es keine datenschutzkonforme Cloud gibt. Zum Schutz der Daten der Schüler*innen sei angemerkt, dass man zumindest pseudonymisierte Kürzel vergeben kann.

3. Zeitliche Abläufe

Es gibt grundsätzlich verschiedene Arten, wie Schulen die zeitlichen Abläufe planen. Während es Schulen gibt, die sich an den Stundenplan halten, gibt es auch solche, die alle Abläufe neu planen. Grundsätzlich sollte man sich darüber Gedanken machen, ob das Beibehalten einer Struktur, die auf Präsenz ausgelegt ist, der Situation gerecht wird. Zumal viele Eltern in einer schwierigen Situation sind, gerade wenn sie selbst noch arbeiten müssen.

Grundsätzlich bietet es sich an, einen Dreischritt als System anzubieten:

  • Ausgabe und Festlegung der Zeit
  • Besprechungszeitrum vor Abgabe
  • Abgabezeitpunkt

Das bedeutet, dass man mit Schüler*innen einen Termin ausmacht, bei dem man beispielsweise mittels einer digitalen Konferenz bespricht, wo die Probleme lagen, bevor es zur Abgabe kommt. So geht man dem möglichen Problem aus dem Weg, dass Schwierigkeiten erst besprochen werden, wenn bereits eine neue Aufgabe gestellt wird.

Grundsätzlich plädiere ich für Verbindlichkeit bei gleichzeitiger Gelassenheit. Das bedeutet zum einen, dass es Terminvereinbarungen geben muss. Zum anderen bedeutet das aber, dass die Haltung der Situation angemessen sein muss.

Haltung

Bei allen wichtigen Aspekten rund um die Unterrichtsversorgung sollte nicht vergessen werden, dass wir alle uns in einer Situation befinden, die nicht nur technische Herausforderungen bedeutet, sondern auch für viele viele Menschen, darunter vor allem die Jüngsten, eine psychische Belastung ist.

Schon im „normalen“ digitalen Unterricht ist es so, dass der Umgang mit digitaler Technik Geduld von allen Beteiligten fordert. Um Enttäuschungen vorzubeugen, die im schlechtesten Fall in der „Erkenntnis“ nach der Krise kulminieren, dass das Digitale grundsätzlich nicht funktioniert, ist es wichtig, eine Haltung der gelassenen Zugewandtheit, die ja schon im Präsenzunterricht wichtig für das soziale Miteinander ist, auch in der digitalen Interaktion walten zu lassen: Wenn jemand es nicht schafft, die technische Hürde zu meistern, dann braucht es also die Geduld, Hilfestellungen zu geben. Oder Hilfe zur Selbsthilfe zu implementieren. Denn Schüler*innen können Schülern oft besser helfen als die Lehrperson.

Sowohl die hier angedeuteten Prozesse als auch die Haltung sollten im besten Fall mit Kolleginnen und Kollegen besprochen werden, so dass die Schüler*innen sich darauf verlassen können, dass alle am selben Strang ziehen. Dies zeigt einmal mehr, dass auch und gerade diese digitale Form der Unterrichtsversorgung Teil der Schulentwicklung ist – auch nach der Krise.

Wenn diese Dinge geklärt sind, können die nun folgenden Tutorials und Erläuterungen zu Tools die digitale Unterrichtsversorgung gewährleisten.

Videos

Die im Video benannten Tools werden in dem Bereich „Tools“ besprochen. Für eine bessere Übersicht ist nur das erste Video visualisiert. Die weiteren Videos werden unter Verweis auf ihren Inhalt direkt im Titel verlinkt.

1. Teil: Twitter, Etherpad, Padlet, Hack.md, Telera.ph

2. Teil: Learning-Apps, Google Docs, Learning Snacks

3. Teil: Messenger, Erklärfilm-Setup, Blogs erstellen

4. Teil: Rechtschreibung online trainieren

5. Teil: Unterricht strukturieren mit Padlet

6. Teil: Audiofeedback mit dem iPad 

7. Teil: Digitaler Fernunterricht mit Mentimeter 

Tools

Etherpads

Etherpads sind kollaborative Dokumente, die man von überall bearbeiten kann. Man vergibt einen Namen und jeder, der den Namen hat, kann nun von überall aus in dem Dokument arbeiten. Eine tolle Hilfe auch im Präsenzunterricht.

Hier geht es zu einem Artikel zum Etherpad. 

Padlet

Padlets sind digitale Leinwände, mit denen man sowohl kollaborativ arbeiten als auch Inhalte strukturieren oder sich gegenseitig kommentieren kann. So kann eine Lehrperson ein Etherpad erstellen und über einen Post die Aufgabe stellen. Die Schüler posten dann ihre Antworten, die von jedem einzelnen eingesehen werden kann.

Hier geht es zu einem Artikel zum Padlet

Telegra.ph

Telegraph ist eine Instant-Blogging-Seite. Hier können Schüler*innen Texte in einer sehr einfachen, niedrigschwelligen Weise präsentieren und anderen zur Verfügung stellen.

Hier geht es zu einem Artikel zu telegra.ph 

Hackmd.io

Hackmd.io ist eine weitere Möglichkeit, kollaborativ zu arbeiten. Neben einfacher Textarbeit können die Texte hier auch verändert werden. Es können Links gesetzt und Bilder eingefügt werden.

Hier geht es zu hackmd.io

Canva 

Canva ist eine Plattform, mit der man mittels Vorlagen Präsentationen erstellen kann. Auf diese Weise könnten Schüler*innen beispielsweise etwas erstellen und dann über Padlet miteinander teilen.

Fazit

Auch wenn die Situation einer Schulschließung sicherlich nichts Wünschenswertes ist, bietet es für Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, digital mit Schülerinnen und Schülern zu arbeiten. Somit bietet sich diese Krise auch als Chance an, digitalen Unterricht nun als eine Art Graswurzelbewegung zu gestalten, aus dem die Energie erwachsen muss, Forderungen nach datenschutzrechtlichen unbedenklichen, funktionierenden Systemen zu artikulieren. Nach der Krise, aber vielleicht auch schon währenddessen.

Momentan gibt es ein nicht mehr zu überblickendes Angebot an Linklisten und Empfehlungen. Aus diesem Grund wird an dieser Stelle nur eine kleine Übersicht gegeben. Weitere Impulse und Anregungen gibt es von mir auf Twitter oder auf Instagram.

Artikel auf diesem Blog

Blogparade zu Artikeln rund ums Thema 

Artikel zum neuen Twitterchat 

Artikel zu neuem Forum 

Artikel zum Konferenztool Zoom/ Artikel zum Konferenztool Jitsi 

Artikel auf anderen Blogs

Die Seite Ich-Lerne-Online bietet einen umfassenden Einstieg in die Online-Lehre.

Beat Döbeli Honegger hat eine umfassende Sammlung zum Thema angelegt, die ständig erweitert wird.

Andreas Kalt hat eine sehr ausführliche Liste zu digitalen Werkzeugen erstellt, die man nutzen kann, um aus der Ferne zu unterrichten.

In einem weiteren sehr empfehlenswerten Artikel von Hauke Pölert, werden 12 Apps an vier Phasen des Unterrichts orientiert. 

Tim Ka. hat in einem Padlet sehr viele verschiedene Tools und Apps gesammelt, die für diesen Fall auch sehr sinnvoll sein können.

15 KOMMENTARE

  1. Hier gibt es heiße Diskussionen über die Zulässigkeit der Nutzung der verschiedenen digitalen Tools. Kann man die genannten alle bedenkenlos für die Schule nutzen?

    • Das ist und bleibt ein Problem: Ein Vertreter der KMK sagte, dass eine Art Ampelsystem nicht möglich ist, solange nicht klar ist, inwiefern die Tools durch Updates veränderte Bedingungen haben. Von daher: Im engsten Sinne kann man nur jene Tools nutzen, die in Deutschland ihre Server haben. Zumpad gehört dazu. Generell alles von ZUM. Alles, was amerikanisch ist, ist für den deutschen Datenschutz verdächtig. Das ist dann eine Frage der Entscheidung darüber, was wichtiger ist: Bedenken oder Unterrichtsversorgung.

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