Während Instagram bei all jenen, die es nicht regelmäßig nutzen, immer noch als Plattform verschrien ist, auf der es nur darum geht, Bilder vom eigenen Essen zu posten, hat sich der populäre Dienst zu einem durchaus interessanten Vernetzungstool für (junge) Lehrer entwickelt. Hier einige Beschreibungen und Wahrnehmungen. 

Zum Nachdenken über Instagram bin ich gekommen, weil der Geschichtslehrer Christoph Pallaske fragte, ob seine Bildungsplattform Segu-Geschichte, eine Plattform für offenen Geschichtsunterricht, auf Instagram vetreten sein müsste. Und ob es eine Anleitung gebe.

Ich bin sowohl als Einzelperson als auch mit meinem Podcast und einem Schulaccount auf Instagram präsent. Ich nutze es nicht so häufig wie Twitter, aber mache auch über den Kanal auf neue Blogartikel aufmerksam. Scherzhaft sage ich hier und da, dass Instagram dasselbe wie Twitter ist, nur das man sich dort verbal eher mit Watte bewirft. Das ist aber nur teilweise richtig.

Nicht nur Selbstdarstellung

Obwohl Instagram zunächst einmal über Fotos funktioniert, ist das Netzwerk mehr als bloße Selbstdarstellung. Die Fotos fungieren gerade bei Lehrern zwar als eine Art überregionaler Arbeitsnachweis, aber sie dienen oftmals viel mehr als tatsächliche Artikelbilder.

Ein Blog ohne Blog

Denn anders als bei der Zeichenbeschränkung von Twitter kann man auf Instagram nicht nur viele Zeichen, sondern ganze Artikel schreiben. Und dies wird auch getan. Einige „Bildunterschriften“ sind mitunter so lang, dass man von Blogs sprechen müsste – ohne Blog. Die Beiträge Schwanken zwischen privaten Anekdoten und professionellen Berichten.

Im Vergleich zu Twitter werden dabei einige Unterschiede ersichtlich:

  • In der Tat ist der Umgang sehr viel wertschätzender (das Lob scheint in die DNA der Plattform geschrieben zu sein)
  • Bildung und deren Erwerb wird teilweise geradezu zelebriert. Es erscheint, dass dadurch, dass die Studienmaterialien fotografiert werden, das Studfieren selbst aufgewertet wird
  • die Vernetzung findet oftmals über Hinweise der „Story“ statt, die sehr rege genutzt wird
  • es entstehen Gespräche, die ich bisher noch nicht als hierarchisch oder persönlich beleidigend erfahren habe

Wenn man Instagram nicht als Fotoarchiv, sondern als Vernetzungstool nutzt, kommt einem aber auch vieles bekannt vor. Man „markiert“ seine Inahlte über Hashtags, markiert Orte und vernetzt sich mit den Menschen, von denen man Inspiration erfahren kann.

Ästhetik

Dennoch bleibt der ästhetische Wert von Belang. Will man sich vernetzen, bedeutet das ja oftmals, dass man nicht nur interessanten Menschen folgt, sondern selbst zu einem folgenswerten Account beiträgt. Dies funktioniert natürlich zunächst einmal über interessante Fotos.

Ich präsentiere meine Inhalte oftmals über die App Adobe Spark, glaube aber, dass authentische Inhalte für die Teilnehmer wichtiger sind als deren Aufbereitung (Instagram-Accounts siehe Seitenleiste des Blogs).

Für die Präsentation von Inhalten wie Blogs oder Plattformen könnte jedoch eine kurze Anmerkung über den zu erwartenden Inhalt wichtig sein.

Zielgruppe

Wenn man von Vernetzung spricht, findet die Beziehung über eine gleiche Ebene statt. Bei der Plattform Segu-Geschichte geht es aber um mehr, nämlich darum, dass potenziell interessierte überhaupt mitbekommen, dass sie existiert. Und das ist in der Tat ein gewichtiger Grund, Instagram beizutreten. Denn: Hier sind die Menschen.

Und sonst?

Was bei Instagram für diejenigen, die es oft nutzen und auf einen externen Inhalt hinweisen, nervig ist, ist die Tatsache, dass Links nur in der Bio (also der Selbstbeschreibung) funktionieren. Deshalb hat sich bei vielen Bloggern eine dementsprechende Praxis ausgebildet: Man weist auf den „Link in der Bio“ und wechselt in der Bio den Artikel. Da mir dies auf die Dauer zu viel Zeit in Anspruch nimmt, lasse ich den Hauptlink zum Blog und sage in der Beschreibung lediglich, dass es auf der Startseite des Blogs ist. Auf diese Weise bekommen es die Menschen direkt zu sehen. Später müssen sie den Inhalt dann suchen.

Jedoch ist das nichts, was jemand tut. Denn bei Instagram geht es genau wie auf Twitter um Aktualität. Nach einem ersten Vorstoß ist nach zwei Tagen Schluss mit Besuchern.

Insgesamt ist Instagram also durchaus eine Alternative zu Twitter, vor allem für diejenigen, die gleichzeitig nach Inspiration Ausschau halten und wertschätzenden Umgang mögen. Ob man neben einem Twitteraccount noch einen Instagram-Account bleibt, ist schwierig zu beanworten.

Hier noch das Posting, in dem ich die Frage nach Instagram den Followern stelle. Wär interessiert ist, kann dort ggf. selbst lesen, was die Nutzer sagen.

 

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