Ich werde immer wieder angeschrieben und gefragt, ob ich eine Art Regelliste für Videokonferenzen kenne. Da dies bisher nicht der Fall gewesen ist, habe ich unter Mithilfe des Netzwerks folgende Liste erstellt.

Hier kann man die Liste (ohne organisatorische Tipps) als PDF oder Word-Datei herunterladen.

UPDATE: Die Regelung gibt es nun auch als wunderbare Grafik von Pascal Schiebenes am Ende des Artikels!

Organisation

Bevor die Schüler*innen eine Liste zur Verfügung gestellt bekommen, muss klar sein, dass alle diese bekommen und verstanden haben. Zudem sollte die heikle Frage geklärt werden, ob überhaupt alle Schüler*innen die technische und räumliche Möglichkeit haben, an einer Videokonferenz teilzunehmen.

Solche Fragen können (und sollten) unter Umständen mit dem Klassenlehrer oder der Schulleitung abgeklärt werden. Dies gilt genauso für datenschutzrechtlich unbedenkliche Tools. Grundsätzlich ist es vorstellbar, dass das Regelwerk genauso wie bei Klassenregeln gemeinsam während der Konferenz erarbeitet wird. Da dies jedoch mit einigen Herausforderungen verbunden ist (beispielsweise der Frage danach, wie während der Konferenz die Vorschläge und Ergebnisse festgehalten werden), ist auch ein zuvor bestehendes Regelwerk eine gute Idee.

Vor den Konferenzen sollten die Lehrer*innen auf jeden Fall darüber im Klaren sein, was genau sie in einer solchen Konferenz eigentlich tun wollen. Dies gilt genauso für die gesamte Struktur von Unterricht, der unter den Bedingungen des Digitalen anders verläuft als Präsenzunterricht.

Das heißt also vor allem: Aufgaben klären und evtl. vorstrukturieren, evtl. Links vorbereiten, mit denen weitergearbeitet werden soll. Eine Ergänzung aus den Kommentaren ist das Etablieren eines Rituals am Anfang der Session.

Zuletzt ist zu klären, ob die Kameras generell an oder aus sein sollten.

Regeln für unsere Videokonferenzen

Liebe Schülerinnen und Schüler. Wie ihr wisst, werden wir in nächster Zeit immer mal wieder zusammen Videokonferenzen durchführen. Damit das klappt, ist es wichtig, dass wir alle uns an bestimmte Regeln halten, damit wir alle so gut es geht von den Videokonferenzen profitieren können.

Vorbereitung

  1. Bereitet euer Handy/ euren Computer auf die Konferenz vor. Dies kann bedeuten, dass ihr eine App herunterladet oder euch über einen Web-Browser (z.B. Google Chrome oder Firefox) einloggen müsst.
  2. Falls die Teilnahme nicht sofort funktioniert, überprüft, ob es mit einem anderen Browser geht. Diese können meist einfach aus dem Internet geladen werden.
  3. Geht an einen Ort, in der eure Privatsphäre gewahrt bleibt. Achtet dabei auf gute Lichtverhältnisse, falls die Kamera an sein soll (Lichtquelle nicht hinter euch).
  4. Sprecht mit den anderen ab, dass ihr eine Videokonferenz macht, damit keiner ins Bild geht, der das nicht will und keine Unruhe herrscht.
  5. Setzt euch am besten an einen Ort, an dem ihr für einige Zeit gemütlich sitzen könnt.
  6. Bereitet etwas zu schreiben vor, falls ihr euch Informationen merken müsst.

Durchführung

  1. Loggt euch in die Konferenz ein, sobald ihr einen Zugangslink bekommen habt.
  2. Checkt, ob man euch hören und/ oder sehen kann.
  3. Orientiert euch in dem Programm. Schaut, wo man den Ton und das Bild an und aus machen kann.
  4. Bleibt so lange ruhig, bis ihr hört, wie nun vorgegangen wird. Schaltet am besten das Mikrofon zunächst auf Stumm.
  5. Teilt nur euren Bildschirm oder andere Seiten nur, wenn dies verlangt wird.
  6. Stellt eure Fragen zunächst am besten im Chatfenster. So wird vermieden, dass alle gleichzeitig reden.
  7. Traut euch aber zu reden, wenn ihr etwas gefragt werdet. Es ist zunächst etwas komisch, aber man gewöhnt sich nach und nach daran.

WICHTIG: Nehmt keinen Ton und kein Audio auf! Dies kann zu großen rechtlichen Problemen führen! Behandelt andere mit Respekt!

Nach der Konferenz

  1. Denkt daran, das Programm wieder zu schließen.
  2. Überprüft Notizen und mögliche Aufgaben.
  3. Überlegt, ob alles gut gelaufen ist und was möglicherweise verbessert werden kann.

Viel Spaß bei der digitalen Konferenz!

12 KOMMENTARE

  1. – zuerst alle Micros auf mute?
    – als Lehrkraft: einige Fragen vorher ansagen/schreiben & Vorbereitung ermöglichen
    – vielleicht als Ritual/Beginn einen Satz/jeder zeigt seine Lieblingstasse o.ä. um alle mal zu begrüßen?

  2. Hi Bob,

    Gute Sache.
    Ein wenig Feedback von mir, der den halben Arbeitstag in Calls verbringt:
    Zu 1. Typos merkst selber (und ich halte sie so schlecht aus…)
    Zu 3. Meinst Du: „einen Ort, an dem Ihr wisst, dass es in Ordnung ist, wenn ihn die anderen Teilnehmer sehen“ ?
    Zu Durchführung: Vielleicht noch eine Regel: Stelle Dein Mikro stumm, wenn Du nichts zu sagen hast. So ist der Ton für alle besser / weniger Störgeräusche.
    Zu 6. ganze Frage tippen ist ggf. aufwändig, wir machen auch einfach ein x als Wortmeldung, dann Wort erteilt von Moderator*in. Klappt für uns gut in einem Info-Call mit > 300 Leuten.

    Tapfer bleiben!
    Robert

  3. Ich habe meinen SchülerInnen empfohlen, Kopfhörer zu benutzen, das vermindert die Rückkopplung über die Lautsprecher. 🙂

  4. Bei mir hat sich gezeigt, dass es auch wichtig sein kann, einen Ort mit guter WLAN-Verbindung auszusuchen. Gerade mit Smartphones. Es ist nervig, wenn die Videokonferenz ruckelt, nur weil ich zu weit weg vom Router o.ä. bin.

  5. Hallo Bob,

    vielen Dank für die gute Übersicht.

    Bei WICHTIG: Nehmt keinen Ton und kein Audio auf!

    Ist das nicht doppelt? Meinst du „Nehmt kein Video und Audio auf!“?

    Gruß, Robert

  6. Die Regeln sind sehr hilfreich! Noch ein Gedanke aus meinem Netzwerk: Vor allem Kollegen aus den Klassen 1-6 fühlen sich durch Eltern, die neben ihren Kindern sitzen, ziemlich bedrängt, zumal diese auch manchmal in den Unterricht eingreifen. So eine richtig zündende Idee für das Problem habe ich noch nicht, ich habe aber vorgeschlagen, eine Regel zu vereinbaren, die besagt: Nur du nimmst an der Lerneinheit teil. Wenn dazu etwas mit den Eltern zu besprechen ist, kannst du das anschließend tun.

    • Schöne Ergänzung, ja. Das sollte man aber vielleicht den Eltern kommunizieren, denn das betrifft die Schüler*innen ja nur am Rande. Liebe Grüße

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