Viele Lehrpersonen stellen sich gerade die Frage, wie sie in Zeiten der Schulschließungen und der Coronakrise ihren Unterricht gestalten sollen. Hier sind 10 Empfehlungen. 

1. Beginne langsam, aber beginne

Auch wenn du bisher noch nichts mit dem Digitalen zu tun hattest, heißt das nicht, dass du nicht beginnen könntest. Setze dich nicht unter Druck. Beginne langsam, vielleicht mit einem Etherpad, dass du per Link als Mail versendest. Steigere dich nach und nach. Hauptsache, du traust dir den ersten Schritt zu.

2. Vernetze dich

Über Twitter gibt es hunderte Lehrerinnen und Lehrer, die schon länger dabei sind. Von deren Expertise kann jeder profitieren, indem er einfach nachfragt. Am Anfang ist es unübersichtlich und kann überfordernd wirken. Gib dir ein paar Tage. Ab dann wirst du sehen, wie schnell du von dem gesammelten Erfahrungsschatz profitieren kannst. Und wie schnell du Menschen findest, die in derselben Situation sind wie du. Dort duzt man sich übrigens, deshalb mache ich das hier auch.

3. Überlege dir eine Struktur

Wichtiger als jedes Tool ist zu überlegen, welche Struktur du für deinen Unterricht vorsiehst. Das gilt für die Art und Weise, wie die Schüler*innen Aufgaben bekommen. Das gilt für die Zeit, in der sie sie zurückgeben sollen. Und das gilt für die Wege, wie beides erreicht werden kann. Denke daran: Digitaler Fernunterricht ist kein Präsenzunterricht. Er benötigt andere Umsetzungsformen. Das gilt auch für Abstimmungen mit den Kollegen.

4. Überlege eine Form

Wenn du keine Struktur überlegt hast, wirst du schnell merken, dass es schwierig ist, die Übersicht zu behalten. Das beginnt bei den Betreffzeilen der Mails und der Benennung der Datei. Überlege dir vorher, wie du das gerne haben möchtest. So behält du die Übersicht.

5. Experimentiere

Alles, was du auch von jenen Empfehlungen anwendest, muss sich deiner Arbeitsweise anpassen. Beim Präsenzunterricht haben die meisten von uns ein System. Das müssen wir digital erst erarbeiten. Experimentiere, verwerfe, überlege erneut. Auf diese Weise kommst du nach und nach zu deinem ganz eigenen System.

6. Bleib geduldig

Bleib aber geduldig. Mit dir selbst und mit allen anderen. Die Situation ist für die meisten von uns eine Überforderung. Diese können wir nicht besser lösen, wenn wir gegenseitigen Druck ausüben. Am Anfang ist es wahrscheinlich, dass vieles noch nicht so läuft, wie man sich das gedacht hat. Das ist okay. Gib dir und den anderen Zeit zum Anpassen.

7. Stelle Verbindlichkeit her

Poche dennoch auf Verbindlichkeit. Der „normale“ Unterricht stellt diese schon durch die Zeit und den Ort her, zu der und an dem sich alle treffen. Das ist nun nicht mehr der Fall. Deshalb sollte die Kommunikation deutlich machen, inwiefern Regeln und Abgabetermine eingehalten werden.

8. Sei empathisch

Verbindlichkeit bedeutet aber keine ständige Sozialkontrolle. Sei empathisch und versuche alle zu ermutigen, Rückfragen zu stellen und sich gegenseitig zu helfen. Genau jetzt ist die Zeit für ganz viel Kommunikation und Kollaboration. Sieh es nicht als nerviges Nebenprodukt, sondern als essentiellen Bestandteil der Digitalität, die auch außerhalb von Unterricht aus diesen zwischenmenschlichen Kontakten besteht.

9. Berücksichtige die Rahmenbedingungen

Nicht jeder hat die gleichen technischen, sozialen oder persönlichen Voraussetzungen. Das soll keine Entschuldigung sein, aber es muss berücksichtigt werden. Nicht alle können zur selben Zeit das selbe machen – das wäre der Situation auch nicht angemessen. Eltern sind gerade in der schwierigen Lage, noch mehr zu koordinieren als sonst und ihre Kinder dennoch zu beaufsichtigen. Dazu kommen Herausforderungen bei der Arbeit. Kurz: Die Rahmenbedingungen müssen bei allen Überlegungen eine Rolle spielen.

10. Begreife die Krise als Chance

Dennoch es bleibt es dabei: Wir können nichts anderes tun als entweder zu resignieren oder zu gestalten. Und die Gestaltung dieser Neuartigen Situation ist sicherlich deutlich produktiver. Nimm die Krise als Chance, neue Wege zu gehen, neue Strukturen aufzubauen, neue Werkzeuge kennenzulernen und mit neuen Menschen ins Gespräch zu kommen. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass wir nach der Krise mehr Möglichkeiten für Austausch, Lernen und Lehrern haben als davor!

Bleibt gesund!

Tipp: Die Seite Ich-Lerne-Online bietet einen umfassenden Einstieg in die Online-Lehre.

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