Noch während ich auf Twitter auf Antworten darauf wartete, wie andere Lehrer*innen ihre Mikrofortbildungen planen, habe ich selbst überlegt, wie ich meine Struktur verbessern kann. Als einer von zwei Multimediaberater*innen der Schule gebe ich Fortbildungen im Bereich digitale Medien. Das Problem war und ist oft, dass man sehr schwer einen Termin für mehrere Leute findet. Da möchte ich nun ändern – indem der Prozess geändert wird. 

Update: Wie viele andere Schulen auch sind Präsenzveranstaltungen schwierig, das gilt auch für Fortbildungen. Diese sind aber gerade essentiell, um tatsächlichen digitalen Fernunterricht zu ermöglichen Aus diesem Grund wurde das System, wie es hier kurz skizziert wurde, ausgeweitet und mithilfe digitaler Plattformen weitergeführt. Wie das Ganze funktioniert, dazu mehr in diesem Artikel. Zunächst zu der Grundlage:

Eine Notiz

Das Ganze ist eine Notiz, weil es zum einen nur ein kleiner Impuls ist und ich es zum anderen erst ausprobieren muss. Das System geht folgendermaßen.

  1. Die Kollegen, die etwas suchen und die, die etwas bieten wollen, schreiben dies auf einen Zettel. Diejenigen, die sowieso eine entsprechende Funktion haben, werden direkt angefragt.
  2. Diejenigen, die etwas suchen oder etwas anbieten, werden persönlich angesprochen. Und es wird ein Termin gemacht für eine 1-zu1-Beratung.
  3. Der Beratungstermin wird öffentlich gemacht, so dass andere dazu kommen können. 

In der Tat ist das ein sehr hoher Personenschlüssel. Aber bevor es zu schwer wird, dass viele zusammenkommen, und sich nichts tut, ist es doch besser, wenn nach und nach und individuell fortgebildet werden kann.

Die einfachen Materialien kann man hier herunterladen. 

Veränderungen in der Krisenzeit

Zusammen mit dem MEP-Team (Medienentwicklungsplan) haben wir eine digitale Ergänzung dieser ersten kurzen Grundlage vorgenommen. Diese bezieht sich auf die Fortbildungsarten, die Gesuche und die Durchführung.

Fortbildungen

Anstelle von dem, was Fortbildungen oftmals sind, gibt es nun vier Formen der Fortbildung, die wir bisher ausprobiert haben.

a) Talk

Eine traditionelle Fortbildung mit vorbereiteten Folien und einem Speaker, der über unsere Videoplattform Jitsi seinen Bildschirm teil, etwas vorstellt und sich später Fragen stellt.

b) Mitmach-Talk

Der Mitmach-Talk funktioniert auch über einen geteilten Bildschirm, nur dass die Teilnehmerinnen direkt ausprobieren können. Das ging beispielsweise bei Mentimeter und Padlet sehr gut.

Persönliche empfinde ich es sogar am besten, wenn gar nichts vorbereitet ist, sondern man quasi währenddessen zusammen überlegt, da man so die Teilnehmenden direkt in den Prozess involviert und meistens allen klar wird, dass alles gar nicht so schwer ist, wie sie gedacht hatten.

c) Impuls-Austausch

Beim Impuls-Austausch finden sich zwei oder mehr Kolleg*innen zusammen, die sich über ihre Ideen austauschen. Man kann ihnen quasi dabei über die Schulter gucken, zuhören und auch weitere Ideen zum besten geben. Das Ganze ist informeller und gerade deshalb spannend und motivierend.

d) Flipped-Classroom-Variante

Die Flipped-Classroom-Variante haben wir bisher noch nicht ausprobiert. Sie bietet sich als Austausch-Format an. In diesem Fall schauen die Teilnehmenden zuvor ein Video oder lesen einen Text, über das oder den sie sich dann im Anschluss austauschen können.

Planung

Die gesamte Planung läuft über ein Padlet.

Der Ausschnitt, der hier zu sehen ist, ist aber nur ein Teil des Ganzen. Weitere Spalten sind:

„An diesen Tools hätte ich Interesse“

„Ich möchte einen Austausch anbieten“

„Ich möchte einen Mitmach-Talk anbieten“

„Ich möchte einen Talk anbieten“

„Tutorials zu bisherigen Fortbildungen“

„Leseempfehlungen“

Damit wird dieses Padlet tatsächlich zu einem multimedialen, digitalen schwarzen Brett, was jedem offen steht. In einer weiteren Variante wird dies für die Eltern zur Verfügung gestellt.

Durchführung

Im Messenger der Kollegien und Kollegen wird eine Fortbildung angekündigt, sobald jemand sicher ist, dass er oder sie ein Thema präsentieren möchte. Es kommen so viele wie wollen. Bisher sind wir zwischen 10 und 15 Leuten, die sich abwechseln – was ich für eine tolle Sache halte.

Fazit und Ausblick

Immer wichtiger erscheinen mir Möglichkeiten des Mitmachens, der Partizipation und des kollegialen Austausches, der ja gerade nicht in der Präsenz stattfinden kann. Es geht weniger darum, dass einige wenig alles zeigen, sondern im besten Falle ist es ein Prozess der Ermöglichung, der beinhaltet, dass so viele wie möglich mit ins Boot kommen können.

Es bleibt weiterhin eine spannende Entwicklung.

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