Schon vor einer ganzen Zeit schrieb ich darüber, wie man Wortwolken in den Unterricht integrieren kann. In der 10. Klasse arbeiteten wir mit Wortwolken, um zu problemorientierten Fragen zu gelangen. Da sich dies auch für andere Fächer anbietet, möchte ich dies kurz skizzieren.

Die Idee war einfach: Die Assoziationen der Schüler zu einem Thema und das, was die Internetrecherche anbieten, unterscheiden sich grundsätzlich. Das ist plausibel, da im Netz vornehmlich das zu einem Thema steht, was gerade relevant ist (oder durch diverse Faktoren als relevant eingestuft wird).

Als Einstiegsstunde in das Thema „Europa“ ließ ich also die Schüler ihre Assoziatonen zu Europa in ein Etherpad schreiben. So konnten alle (gleichzeitig) etwas beitragen und die Liste konnte sofort in ein entsprechendes Wortwolken-Tool eingefügt werden. Die Visualisierung der Wortwolke sorgt dafür, dass die wichtigsten Begriffe groß erscheinen. In diesem Fall (abstrahiert): Möglichkeiten und Chancen.

In der Recherche sollten die Schüler das „skimmen“ (also überfliegen), was ihnen als erstes ins Auge sprang. Dazu sollten sie die mit den Begriffen dann weitersuchen, gleich einer Lawine. Die Ergebnisse wurden erneut in eine Wortwolke eingegeben.

Das Unterschied der beiden „Wolken“ war deutlich. Aus diesen Unterschieden sollten die Schüler nun Fragen fromulieren. Es zeigte sich, dass die Frage danach, warum der Begriff Europa so unterschiedlich bewertet wird, sehr prominent war. Die kognitive Dissonanz zwischen den unterschiedlichen Ergebnissen führte so zu einer Leitfrage, die im weiteren Verlauf der Einheit immer wieder thematisiert werden wird.

Dies hätte auch ohne die Wortwolken durchgeführt werden können. Aber gerade die Möglichkeit, das alle partizipieren konnten und die daraus entstehende Visualisierung verdeutlichen die Problematik der unterschiedlichen Wahrnehmungen und Intentionen sehr gut.

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