Zuerst die gute Nachricht: Wenn man als Referendarin oder Referendar soweit ist, dass es dem Fachleiter um Gelenkstellen geht, bedeutet das, dass man schon auf einem guten Fundament steht. Gelenkstellen selbst sind aber gar nicht so einfach. Sie bezeichnen die Schritte, die zwischen den einzelnen Phasen im Unterricht stehen. Eine kurze Anmerkung. 

Unterricht planen können

Schema von Stefan Quandt (@mufflkuchen), Artikel: Unterricht planen

Zunächst einmal ist es selbstverständlich wichtig, dass man wissen muss, wie man Unterricht plant. Denn nur wenn man in der Lage ist, den Unterricht von der Mitte nach außen zu planen und so dafür sorgt, dass alle Teile funktional aufeinander aufbauen, kann man beginnen, sich mit Gelenkstellen zu befassen.

Gute und schlechte Gelenkstellen

Was aber unterscheidet gute und weniger gute Gelenkstellen voneinander? Gute Gelenkstellen sind inhaltlich in den Unterricht integriert. Sie sind also – um es wieder einmal zu sagen – funktional. Konkret: Wenn ich von meinem Einstieg auf die Erarbeitungsphase überleiten möchte – eine sehr typische Gelenkstelle – kann ich das tun, indem ich sage:

„So, und nun guckt mal auf diese Seite im Buch.“

Das ist isoliert. Weder wissen die Schülerinnen und Schüler, was das, was gerade gemacht wurde, nun mit dem Buch zu tun hat, noch, warum sie es eigentlich machen sollten. Die Gelenkstelle ist also wenig funktional. Versuchen wir es (natürlich eher vage, da hier kein Thema vorliegt) mit einer funktionalen Gelenkstelle.

„Der hier zu sehende Mechanismus kann sehr detailliert beschrieben werden. In dem Text auf Seite 27 sieht man, wie das, was wir hier gesehen haben, verschriftlicht wird.“

Die Gelenkstelle ist eingebunden. Sie verbindet den Einstieg mit der Erarbeitungsphase. Wie schon erwähnt, ist das Beispiel dadurch, dass wir kein Thema vorliegen haben, etwas schematisch. Schauen wir uns an dieser Stelle noch einige weitere Beispiele an, die gute und weniger gute Gelenkstellen zeigen.

Weniger gut Gut
Hier ist der Text (Text wird ausgeteilt) Mit dieser Problematik beschäftigt sich auch der Autor folgender Zeilen (Text wird ausgeteilt)
Als nächstes machen wir nun das Das, was nun folgt, thematisiert genau diesen Konflikt/ dieses Thema, diese Fragestellung
So, Hausaufgabe ist… (Tafelanschrieb) Zuhause ist es dann eure Aufgabe, die heute erarbeitete Erkenntnis weiter zu beleuchten, indem ihr… (Tafelanschrieb)
Macht eine Gruppenarbeit dazu Überlegt nun in Gruppen von drei bis vier Schülern, inwiefern dieses Thema auch bei anderen…
Gut. Öffnet das Buch auf der nächsten Seite Auf der nächsten Seite sehr ihr, dass diese Perspektive nicht die einzige ist, die man auf das Thema haben Jann

 

Es sollte klar geworden sein, dass es sich bei funktionierenden Gelenkstellen um die Verbalisierung einer thematischen Verbindung zwischen den Unterrichtsschritten geht. Diese muss man als Referendarin oder Referendar zunächst ein wenig üben. Aber nach und nach geschieht auch das automatisch.

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Artikel ein wenig helfen und freue mich wie immer über Rückmeldungen, Feedback oder Kommentare.

1 KOMMENTAR

  1. Sinnvolle Übergänge sollten eigentlich natürlich sein. In den meisten Fällen plane ich die gar nicht bewusst ein, sondern leite von mir aus über („z.B. was könnten wir tun, um diese Leitfrage zu beantworten“?). Warum sollte man nach einem intensiven Unterrichtseinstieg auf einmal sagen „Öffnet S. 30 und macht Nr. 2!“?. Das erscheint mir doch ein sehr mechanisches Verständnis von Unterricht zu sein.

    Ein kleines Problem ist manchmal die Zeit. Gerade wenn am Ende der Stunde kaum noch Zeit ist, sage ich manchmal „So, um das Ganze zu vertiefen, bearbeitet S. XY…“). Da muss man sich bewusst Zeit zu nehmen, die Hausaufgabe nicht nur „anzuklatschen“, sondern sinnvoll einzuleiten.

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