In meinem nächsten Workshop geht es im weitesten Sinne um Social-Media-Marketing. Die Konvertierung ist in diesem Fall kein Produkt, sondern eine politische Unterstützung einer Gewerkschaft. Vor dem Hintergrund der letzten Workshops, habe ich eine wichtige neue Folie in die Keynote aufgenommen, die ich kurz begründen möchte. 

Background

In meinen letzten Workshops zu Apps und Lernplattformen für Lehrerinnen und Lehrer hatte ich das interessante Erlebnis, dass der komplett gleiche Workshop komplett anders funktionierte. Im ersten Fall war es eine sehr anstrengende Angelegenheit mit viel Diskussionen, zähem Erklären und vielem Hin und Her. Der Workshop nach der Mittagspause war frisch, offen und wurde sehr gut bewertet. Was war geschehen? Der große Unterschied war, dass in dem nicht wirklich gelingen wollenden Workshop eine Kollegin saß, die, wenn nicht sehr kritisch allen digitalen Möglichkeiten gegenüber, so doch die Attitüde hatte, überzeugt werden zu wollen. Mit Mehrwert, mit genialen Möglichkeiten, mit kurzen Thesen.

Das geht nicht.

Nachdem ich einen Artikel verfasst hatte, in dem ich argumentiere, dass man jene notorischen Neinsager überzeugen müsste, die sich der Digitalisierung immer noch erfolgreich erwehren, schrieb Philippe Wampfler in den Kommentar:

Die Diskussion mit Anna bringt nichts. Sie soll weitermachen wie bisher.
Irgendwann wird sie aber in Elterngesprächen, Diskussionen mit der Schulleitung und im Umgang mit Klassen merken, dass ihre Haltung nicht mehr alternativlos ist. Dass neuer Unterricht gedacht worden – nur nicht von ihr. Dass andere Lehrpersonen sich vernetzt haben, über das Schulhaus hinaus, und so Ideen für ihren neuen Unterricht gewonnen haben.
(…)  Vielleicht wächst dann ihre Bereitschaft, sich zu vernetzen. Vielleicht aber auch nicht. Aber überzeugt werden muss sie meiner Meinung nach nicht.

Diesen Gedanken übernehme ich vollständig – zumindest, was meine Aufgabe angeht, Workshops zu leiten. Wenn man mich einlädt, kann ich Möglichkeiten präsentieren, wie sich Einzelpersonen oder Unternehmen, Gewerkschaften oder Parteien, digital positionieren können, welche weiteren Schritte sie unternehmen können und was sie tun können, um in einer Welt, in der unfassbar viele Entscheidungen digital getroffen werden, Fuß zu fassen.

Überzeugen kann ich sie nicht.

Man könnte sogar sagen: Dass überhaupt noch jemand überzeugt werden muss, dass zumindest das grundlegende Verständnis digitaler Kommunikation, digitaler Vernetzung und digitalen Arbeitens von extrem hoher Bedeutung ist, ist fast schon komisch. Wenn es nicht so traurig wäre.

Denn diejenigen, die nicht überzeugt werden müssen, haben sich schon auf den Weg gemacht. Unternehmen genauso wie Gruppierungen. Und ob diese die Mitteilungen in die Welt entlassen, die wir alle für gut und richtig halten, kann stark bezweifelt werden.

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