Auf diesem Blog habe ich schon einen Beitrag zum Thema “Pädagogischer Tag” geschrieben, in dem einige Impulse beschrieben worden sind, die ich immer noch für wichtig und vor allem gültig halte. Einen weiteren Punkt möchte ich an dieser Stelle nochmals besonders betonen: Die Einbindung des Kollegiums. 

Drei Thesen

Lasst mich zunächst drei Thesen in den Raum stellen, die sich auf die Ausgangsvoraussetzungen beziehen:

1. Die Digitalisierung an Schulen steht und fällt mit dem Kollegium

2. Der pädagogische Tag ist einer der Höhepunkte der Beschäftigung mit Digitalisierung, nicht der Beginn

3. Aus diesem Grund müssen pädagogische Tag weit im Voraus und mit einem Team geplant werden

An dieser Stelle möchte ich auf diese Punkte genauer eingehen, um denjenigen, die einen solchen pädagogischen Tag durchführen sollen, Fehler zu ersparen. Zunächst aber dazu, wie man es nicht macht.

Der pädagogische Tag als Feuerwerk

Ich bekomme immer wieder Anfragen zu pädagogischen Tagen, in der es eine Keynote geben soll. Der Tag selbst ist dann vielleicht zwei Wochen später. Oder einen Monat. Das ist zu spät. Absolute Grundlage für die Einladung eines Referenten ist sowieso, dass man eine gemeinsame Auffassung davon hat, in welche Richtung sich die Schule bewegen soll. Nach dieser Vorstellung sucht man dann die Referenten aus.

Viel wichtiger ist aber eben das Kollegium.

Das Kollegium

Die Digitalisierung verändert alles, oder anders: Sie hat das Zeug alles zu verändern. Denn Konflikte im Kollegium entstehen auch deshalb, weil es unbestätigte Vorannahmen gibt, auf deren Grundlage dann argumentiert wird. Also etwas so etwas wie: “Wenn ich meinen Unterricht digitalisiere, wird nichts besser.” Oder etwa: “Bisher haben wir das auch nicht gebraucht.” Das mag ja alles stimmen, ist aber eine Argument auf falschen Grundannahmen, die an dieser Stelle nicht ausgeführt werden können (man kann aber hier nachlesen).

Natürlich dient ein gut geplanter pädagogischer Tag auch der Überzeugungsarbeit, aber viel wichtiger sind aus meiner Sicht jene Kollegen, die schon davor an Bord sind.

Beginn und Höhepunkt

Dazu ein flapsiges Beispiel, das ich immer mal wieder bei pädagogischen Tagen gebe. Es ist etwas völlig anderes, ob ein bekannter Referent oder ein absoluter Experte an die Schulen kommt, spricht und zeigt, wie etwas geht oder ob es “die liebe Ulrike aus Franz” ist. Warum?

Beim ersten kann man sich sehr einfach hinter die Argumentation zurückziehen: “Ja, das war ja alles super, aber der hat halt auch die Erfahrung.” Das bedeutet nicht, dass gute Referenten nicht auch wichtig sind, motivieren können oder zeigen, was alles möglich ist.

Es bedeutet aber, dass schon Monate vor dem pädagogischen Tag willige und offene Kollegen ins Boot genommen werden müssen. Die müssen dann aber noch keine Workshops geben, das ist auch für viele erstmal eine Hürde. Aber wenn sie etwas ausprobieren und dann am pädagogischen Tag zeigen können, nimmt das dem gesamten Tag die Hürde. Wenn man den Tag dann noch offen und schön gestaltet und dafür sorgt, dass eine Barcamp-Stimmung aufkommt, dann hat man viel erreicht. Und damit ist der pädagogische Tag dann aber ein Höhepunkt (und ja, dennoch der Beginn einer intensiveren Beschäftigung).

Zeit

Das alles zeigt, wie viel im Voraus geplant werden muss. Die Fragen müssen lauten: Wer macht was wann? Beispiel: Wir haben nun Mai. Aus meiner Sicht müsste ein pädagogischer Tag für ein Kollegium mit relativ wenig Expertise nun geplant werden im Hinblick auf Kollegen, die im September ausprobieren und dann im Februar beim pädagogischen Tag dabei sein können. Planung also etwa ein Jahr im Voraus!

Fazit

Nun kann sicherlich jemand die Erfahrung haben, dass es auch schneller geht. Das mag sein, unbenommen. Meiner Erfahrung nach ist aber die Herausforderung, möglichst viele in einem sehr langen Prozess mitzunehmen, ganz grundlegend. Nicht nur, aber eben auch für pädagogische Tage.

Ich freue mich wie immer über Anmerkungen, Ergänzungen und weiterführende Kommentare.

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