Wenn man die Nachrichtenlage anschaut, muss man sagen: Es sieht nicht gut aus, was die Infektionslage angeht. Dementsprechend werden allerorten Vorkehrungen getroffen, ob es sich nun um die vielbeschworenen Konzepte, Webinare oder pädagogische Tage handelt. Aus einer verschwommenen Idee ist nun etwas geworden, das auch in der produktiven Weiterentwicklung durch andere durchaus Potenzial zur Weiterentwicklung hat. Willkommen zur Selbstlernrallye. 

Ein Gedanke und eine Praxiserfahrung

Wer nichts zu den didaktischen Überlegungen erfahren möchte, sondern die Rallye direkt starten möchte, kann dies tun, indem er oder sie direkt zur Überschrift „Rallye starten“ geht. An dieser Stelle aber einige Einordnungen und didaktische Überlegungen.

Schon vor einigen Monaten hatte ich einen sehr vagen Gedanken: Inwiefern lassen sich digitale Plattformen und Tools eigentlich produktiv miteinander kombinieren? Darüber dachte ich vor allem deshalb immer wieder nach, weil Lehrende, die mit dem digitalen in Berührung kommen, dazu neigen, das Digitale quasi analog zu nutzen. Will sagen: Anstelle Padlets als multimediales Arbeitsblatt einzusetzen, fragen sie danach, wie man Arbeitsblätter in Padlets hochladen kann (das ist per se nichts „Schlimmes“, aber konterkariert natürlich das eigentliche Potenzial).

Die produktive Verbindung zwischen Plattformen und Tools lässt dieses Potenzial wachsen. Das war der erste Gedanke. Aber wie kann man dies augenfällig werden lassen? Meine Praxiserfahrung war es nun, dass in Webinaren die Teilnehmenden gerne auch selbst etwas tun wollen. Kein Wunder: Stundenlang nur zuzuhören ist ermüdend. Deshalb wurden die aktiven Teile meiner Webinare immer wertgeschätzt. Daneben wurde es meistens goutiert, dass es dabei nicht nur um den Inhalt, sondern auch um den didaktischen Rahmen ging. Konkret: Wenn die Teilnehmen mit einem Tool gearbeitet hatten, konnte ich das Arbeiten selbst, das Gelingen, aber auch das Misslingen zusammen mit den Teilnehmenden auswerten. Beide Gedanken kombiniert führten zu der Idee, die sich nun – endlich muss man sagen – materialisiert hat.

Was ist eine Selbstlernrallye?

Eine Selbstlernrallye kann man sich ein wenig wie die digitale Variante eines Stationenlernens vorstellen, das von überall funktioniert. In unserem konkret Fall ist das Ganze quasi eine Meta-Rallye, weil der Inhalt der Rallye das Thema „Digitales Fernlernen“ hat. Damit lernt man quasi (zumindest ist das meine Hoffnung) mit den Plattformen über die Plattformen.

Das muss aber nicht so sein. Mit einer solchen Rallye, die als geschlossener Kreis funktioniert, könnte man auch verschiedene Inhalte erarbeiten lassen, die von den Plattformen unabhängig sind. So könnte man die Potenziale jeder Plattform bestmöglich ausnutzen und für den Lernenden fruchtbar machen.

Und was ist mit bestehenden LMS?

Immer mehr Schulen haben – und das ist begrüßenswert – LMS, also Lernmanagementsysteme. Wenn ich aber Itslearning, Moodle oder Mebis habe, braucht es dann überhaupt eine solche Rallye? Da kann man unterschiedlicher Auffassung sein: Geschlossene Systeme verbinden ihren Hauptvorteil mit ihrem Hauptnachteil: Sie sind geschlossen. Will sagen: Natürlich könnte man das Video direkt einbinden, das Feedback einfordern etc.

Eine Rallye, wie man sie hier unternehmen kann, könnte aber auch wie eine Art Fahrtraining gesehen werden. Man schickt die Schüler*innen also geleitet (aber dennoch mit offenen Möglichkeiten in die verschiedensten Richtungen) also wie ein Fahrlehrer in die Welt hinaus, wo sie andere Systeme probieren und Inhalte erarbeiten können, bevor sie dann wieder zurück auf den Übungsplatz kommen.

So viel zur Theorie. Falls jemand die Rallye bis zum Ende durchführt (ich greife vor: Es sind 7 Stationen), dann wird an dessen Ende möglicherweise eine Rückmeldung stehen, die zeigen wird, ob andere das Potenzial auch sehen.

Für alle, die eher nicht partizipieren wollen, bietet die Rallye aber auch „einfach“ nur einen Erstkontakt mit verschiedenen Tools. Insofern kann die Rallye (sei es bei ihrem direkten Beginn oder als Blogbeitrag) gerne geteilt werden.

Rallye starten

Wenn die ersten Überlegungen gelesen worden sind oder du direkt loslegen willst, hier nur einige Überlegungen dazu, was passiert. Über den folgenden Link startest du die Rallye.

Du hast grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Zum einen kannst du alles, was in der Rallye zu finden ist, nachlesen und dich so weiterbilden. Zum anderen kannst du, wenn du selbst schon erfahren bist, auch die Rallye direkt durchmachen und nur dort stoppen, wo du etwas Neues findest. In dem Fall geht es überall direkt auf „Weiter geht’s“. 

Wenn alles gut läuft, hören wir später voneinander. Viel Spaß und Erfolg!

4 KOMMENTARE

  1. Sehr schöne Idee, das auch hier so zu verpacken! Am besten überzeugt man dann auch zuerst die Schule, damit der umfangreichere Padlet-Zugang nicht von einem privat bezahlt wird. Am besten gleich in Verbindung mit z.B. wordwall.net, wobei das eher „nur“ wieder Drillaufgaben erzeugt.

    • Danke! Klasse! Stimmt schon mit der Schule, aber ein Teufelskreis, weil meistens Leute nur von etwas überzeugt werden können, was sie selbst kennen. Vielleicht ist das ein Teil dieser Überzeugungsarbeit…

  2. Danke für die gelungene Selbstlernrally! Auch für mich als „leicht“ Fortgeschritten konnte ich noch was mitnehmen. Insbesondere bezüglich Padlet.
    Eine Frage zu Padlet: Geht eine Verlinkung zu Lernplattformen wie Iserv, wenn sich die SuS auch anmelden müssen? Will ungern meine Arbeitsblätter dort hochladen. (Ja, ich kenn deinen Beitrag zur Zerstörung der Arbeitsblätter 😉 )

    • Ich arbeite damit zwar nicht, aber ich denke nicht, dass das problematisch ist, denn im Endeffekt reicht ja ein Link und schon bist du „draußen“. Sollte also kein Problem sein. Danke für deine Rückmeldung!

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