Foto: Thomas Clemens

Obwohl es im Referendariat und auch in den Anfangsjahren als junger Lehrer sehr viel gibt, auf das man achten, das man kennenlernen und mit dem man umgehen lernen muss (zumal in Zeiten von „Zeitgemäßem Lernen“), bleibt das Kerngeschäft von Lehrerinnen und Lehrern klar: Guten Unterricht halten. An dieser Stelle wird erklärt, wie man eine oder zwei Unterrichtsstunden erstellt, so dass sie in sich stimmig sind und einen roten Faden haben. Wer die aktuellen News zum Referendariat beziehen möchte, kann das über den neuen Newsletter tun. 

Update: Tipps für das Online-Unterrichten 

Wenn du besser lernst, indem du Videos schaust, kann ich dir den Online-Kurs „Das Einmaleins des Referendariats“ empfehlen, der so aufgebaut ist, dass nach und nach Verständnis für die wichtigsten Aspekte und Felder des Referendariats aufgebaut werden.

Auf Lehrermarktplatz finden sich nun kostenlose leere Stoffverteilungspläne zum Herunterladen (für alle Bundesländer).

UPDATE: Ein wirksames Planungswerkzeug: Die Lernschleife

Wen interessiert, wie der Entwurf einer Lehrprobe aussieht, kann eine sehr gut bewertete Lehrprobe im Fach Deutsch  oder im Fach Englisch Unterstufe oder Oberstufe Lehrermarktplatz herunterladen. 

Wegweiser

Dieser Beitrag ist Teil des Buches „Wegweiser Referendariat“, in dem alle wichtigen Blogartikel zum Referendariat vollständig überarbeitet, erweitert und angepasst in einem handlichen Buch auf 200 Seiten gesammelt sind.

Der Lehrer und Schulleiter Jan-Martin Klinge urteilt über das Buch: „Es ist ganz einfach: Wenn Sie dieses Buch lesen, werden Sie ein besserer Lehrer“.

Wegweiser Referendariat: Texte, Themen und Strukturen für das Referendariat
  • Blume, Bob (Autor)
  • 199 Seiten - 22.04.2020 (Veröffentlichungsdatum) - Independently published (Herausgeber)

Anmerkung

Wie immer zunächst eine Relativierung: Der Autor dieser Zeilen schreibt seit nun mehr sechs Jahren zu Themen wie Unterricht und Schule und hat auch Unterrichtsmodelle für Verlage geschrieben (siehe Einblendung des neuen Buches für Referendare unter diesem Absatz). Dennoch bleibt es wichtig, dass man, gerade als Referendar, dessen Note von einer gelungenen Stunde abhängt, seine Fachleiter befragt, wie sie die Sachverhalte sehen. Der Grund, warum dieser Artikel entsteht, ist relativ einfach: Die Besucherzahlen auf dem Blog zeigen, dass die Texte es oftmals schaffen, in einer relativ einfachen Sprache den Kern der Themen zu umreißen. Das ist schön. Es ist zu hoffen, dass es auch bei diesem Artikel wieder gelingt.

Um dem Text eine offizielle Note zu verleihen, habe ich verschiedene Fach- und Seminarleiter zu ihren Meinungen befragt. Diese Anmerkungen finden sich an den jeweils geeigneten Stellen im Text wieder. Sie sind namentlich erwähnt und man kann sie auf Twitter ansprechen.

Mittlerweile ist dieser Artikel zu einem etwas verkürzten Kapitel meines Buches zum Refererendariat geworden, das man über Amazon erwerben kann.

Hier könnt ihr schauen, wie Unterrichtsplanung konkret aussieht:

Statt einem Vorwort: Anmerkung von zwei Seminarleitern

Monika Heusinger, Teilabordnung für Fachdidaktik an die Uni Saarbrücken, Lehrauftrag für Mediendidaktik an der TU Kaiserslautern und Fachleiterin  in der erweiterten Seminarleitung des Studienseminars Saarbrücken, die diesen Artikel vor der Veröffentlichung gelesen hat, merkte einige wichtige Punkte an, die ich hier vorab teilen möchte. Informationen zum Fachseminar Spanisch gibt es hier (die Informationen sind auch für andere Fächer durchaus empfehlenswert).

Zuerst müssen äußere Faktoren wie die Lerngruppe, Rahmenbedingungen usw analysiert werden.

Was Heusinger und im Kommentar auch Ines Bieler hier ansprechen, ist wichtig und wird in dem Artikel bewusst ausgeklammert, damit der Artikel selbst nicht den Rahmen eines noch lesbaren Artikels sprengt.

Dennoch: Das hier auch als Beispiel angegebene System funktioniert nur, wenn man zuvor weiß, mit dem man es wann und wie zu tun hat (Ist es eine heterogene oder leistungsstarke Klasse, eine kleine Lerngruppe, werden Schüler inkludiert etc.). Diese Faktoren werden bewusst ausgespart, um den Artikel nicht zu umfassend werden zu lassen, sind aber wichtiger Teil der Planung.

Björn Nölte, ehemaliger Hauptseminarleiter am Studienseminar Potsdam und nun Schulleitung (Oberstufenkoordination) der Voltaireschule Potsdam:

Viele gute Gedanken. Statt strikter Reihenfolge geht es später um sinnvolle Zusammenhänge zwischen Inhalt, Methoden, Medien und Zielen unter dem Blickwinkel der Lernvoraussetzungen.

Nolte spricht hier einen wichtigen Punkt an, der später auch noch deutlich wird. Hat man es einmal geschafft, Unterricht als Struktur zu verstehen, kann man sich von der hier dargebotenen Reihenfolge auch wieder verabschieden. Sie hilft also zunächst wie eine Art Stützrad. Fortgeschrittene können hier weitere Impulse für die Planung von Unterricht finden.

Marc Hennekes, Lehrer, Lehrbeauftragter, Lehrwerksautor und Lehrerausbilder gibt noch einen entscheidenden Tipp:

Der Perspektivwechsel, weg von „Was mache ich?“ und hin zu „Was tun die Schüler?“ ist einer der ersten und wichtigsten Schritte hin zu einem erfolgreichen Lehrer.

Da sowohl in der Lehrproben als auch im regulären Unterricht die Schülerzentrierung mittlerweile den Status eines Axioms hat, sollte man dies im Kopf behalten.

Worum es in diesem Artikel nicht geht

Bevor es zum eigentlichen Thema des Artikels kommt, erscheint wichtig, darüber zu schreiben, worum es in dem Artikel nicht geht. Schauen wir zunächst auf das Schaubild des Medienexperten Philippe Wampfler (der auch in diesem Artikel zu Wort kommt), der nach den Begriffen des Realschullehrers Dejan Mihajlović „Zeitgemäßen Unterricht“ definiert.

Diese Liste hat vieles, das ausgeführt (hier der Artikel) sehr sinnvoll ist. Dennoch geht es in diesem Artikel nicht um ein Lernen, dass soweit selbstbestimmt ist, dass es Ort und Zeit ignoriert. Mit anderen Worten: Es geht um den Lernraum „Klasse“ und eine zuvor bestimmte Zeit, in der man seinen Unterricht plant.

Aus diesem Grund geht es hier auch nicht um Projektunterricht. Dieser ist, bewusst und didaktisch gerahmt eingesetzt, sehr fruchtbar für die Erarbeitung von individuellen Themen. Die Lehrperson rückt aus dem Rampenlicht und fungiert als Lernbegleiter. Dennoch: Das Kapitel Projektunterricht ist eines für sich.

Zuletzt: Die im letzten Podcast erwähnten didaktischen Theorien – vom Lernpfad bis zu den zehn Merkmalen guten Unterrichts – zeigen, dass Unterricht selbst nie für sich stehen kann. Eine Einbindung in ein persönliches Verhältnis, einen vorbereiteten Raum, institutionelle Sicherheit und vieles mehr ist immer die Voraussetzung dafür, dass Unterricht gut gelingen kann. Wenn ich beispielsweise den besten Unterricht jemals vorbereitet habe, aber mich die Klasse nicht leiden kann oder wir im Kellerraum lernen müssten, wäre der Unterricht ganz schnell egal.

Was bedeutet das? Das bedeutet, dass Unterrichten immer mehr ist als Unterricht (auch in Bezug auf ganze Einheiten oder deren Analyse). Der Unterricht selbst bleibt jedoch der Kern – zumindest aus didaktisch-methodischer Sicht.

Eine Unterrichtsstunde planen: Von innen nach außen

Die Darstellung „von innen nach außen“ steht im Grunde für: Tiefenstruktur vor Oberflächenstruktur. Häufig erlebe ich vor allem in Unterrichtsbesprechungen, dass die Referendare überwiegend die Oberflächenstruktur im Blick haben. Mit Tiefenstruktur ist der kognitive Lernprozess gemeint. Was KONKRET ist der Lerngegenstand? Was ist die Essenz der Stunde? Was nehmen die SuS mit nach Hause? Ich helfe in der Beratung gerne mit folgendem (idealisierten) Bild: Was erzählt der S zu Hause beim Mittagessen, was er heute gelernt hat? (Jan Vedder, Pädagogik-Seminarleiter am Studienseminar Wunstorf (GHR))

Das hier besprochene Unterrichtsmodell ist eine Entwicklung von mir und wird sich – zumindest in dieser Form – in keinem Didaktik-Buch finden (wobei ich nicht ausschließen möchte, dass andere Modelle ähnlich aussehen).

Die Zielsetzung ist einfach: Ein Modell und dazu passende Ausführungen, die Referendaren und jungen Lehrern ermöglicht, Unterricht besser planen zu können.

Der Fachleiter, Medienexperte und Dozent Philippe Wampfler meint dazu:

Vor allem für Referendarinnen und Referendare, die nicht wissen, wo sie beginnen sollen, ist dieses Vorgehen das richtige.

Zwei Elemente von Unterricht werden oftmals falsch angegangen. Zum einen die Reihenfolge der Planung und zum anderen die funktionale Einbettung der verschiedenen Teile. Was genau zweiteres bedeutet, wird im weiteren Verlauf erklärt.

Schema von Stefan Quandt (@mufflkuchen)

Wie man es nicht macht

Vor allem Referendarinnen und Referendare zeigen in Facebook-Gruppen oft schon durch ihre Fragen, wie man Unterricht nicht vorbereitet. Dies ist keinesfalls eine Anklage. Wie soll man es auch wissen, wenn man einfach ins kalte Wasser geschmissen wird? Dennoch: Was sich zeigt, ist, dass viele denken, dass es reicht, einen Teil zu haben (so zum Beispiel den Einstieg oder ein Arbeitsblatt) und alles andere darauf aufzubauen.

Das kann mal zufälliger Weise gelingen. Das Problem ist aber ein größeres. Dadurch verlernt man (oder lernt gar nicht erst richtig), wie man Unterricht so erstellt, dass jeder einzelne Teil auf den anderen aufbaut. Das geht nicht, wenn man den dritten Schritt vor den ersten setzt.

Die richtigen Schritte

Gelingender Unterricht entsteht von innen nach außen. Wenn man dies nicht nur beherzigt, sondern auch nach und nach so lernt, dass man gar nicht mehr darüber nachdenken muss, wird man sowohl im Referendariat als auch hinterher als Lehrer viel weniger Zeit damit verschwenden, nach Material oder Methoden zu suchen.

Schauen wir zunächst auf das komplex wirkende Modell. Am wichtigsten sind zunächst die Pfeile von innen nach außen und dann die Pfeile von außen nach innen. Einfach gesagt: Wenn ich den Unterricht von innen nach außen plane (was bedeutet, dass beispielsweise der Einstieg erst am Schluss kommt), entsteht erst gar nicht die Gefahr, einen Einstieg zu erstellen, der mit dem Rest der Stunde nichts zu tun hat (was sehr oft passiert).

Also eins nach dem anderen:

Schritt 1: Gegenstand/ Lernziel/ Kompetenz definieren

Am Anfang war das Wort. Die Bildungspläne der jeweiligen Länder sind nicht nur eine langweilige Aufzählung dessen, was man nicht braucht, sondern eine produktive Unterstützung bei der Erstellung von Unterricht. Hier wird definiert, was Schülerinnen und Schüler kennen, wissen, machen können sollten. Und das für jedes einzelne Fach. Unterricht beginnt genau damit. Alles andere ist zunächst egal. Wenn ich also herausfinde, dass Schülerinnen und Schüler eine bestimmte Kompetenz erlangen sollen, nennen wir diese, damit es nicht zu abstrakt wird erkennen, dann weiß ich, worauf meine Stunde aufbaut. Was die Schülerinnen und Schüler erkennen sollen, ist dabei erstmal zweitrangig (es könnte sich um einen biologischen, gesellschaftlichen, politischen, mathematischen oder physikalischen Zusammenhang handeln).

Erst wenn ich den Unterrichtsgegenstand definiert habe und diesen in die Kompetenzen einteile, die die Schülerinnen und Schüler erlangen sollen, sollte ich den zweiten Schritt gehen. Durch das föderale Bildungssystem ist bei der hier angewendeten Fachsprache Vorsicht geboten. Das Prinzip bleibt dasselbe.

Kai Wörner, Seminarrektor Geschichte RS am Europakanal Erlangen II, Autor bei und Autor beim  ergänzt dazu:

Die Grundfrage ist immer: Was soll der Schüler  nach der Stunde wissen? Welche Kompetenzen soll er erworben haben.

Konkretes Beispiel: Normalerweise besteht eine Stunde aus mehr als einer einzelnen Kompetenz. Aber tun wir so, dass es nur um eine einzige Kompetenz gehen würde. Bleiben wir beim Erkennen. Schülerinnen und Schüler sollen im Fach Geschichte erkennen, dass die Neandertaler miteinander kommuniziert haben. Das Lernziel ist es also, dass sie aus der Stunde gehen und genau dies erkannt haben.

Schritt 2: Material auswählen

Nun, da man weiß, welcher Gegenstand den Kern des Unterrichts ausmacht (Achtung: Gegenstand meint keinen konkret greifbaren Gegenstand, sondern das Hauptelement, also das Bündel der Kompetenzen mit einer Hauptkompetenz), kann man sich überlegen, welches Material benötigt wird, genau diesen Gegenstand zu verdeutlichen. Aber (nochmal) Achtung: Wir sind immer noch im Kern der Stunde, also in der Phase, in der die Schülerinnen und Schüler arbeiten und der Lehrer im besten Fall nur herumgeht oder sich völlig aus dem Geschehen nimmt.

Gehen wir weiter von unserem konkreten Beispiel aus: Wir brauchen also Material, das die Schüler zur Erkenntnis führt, dass die Neandertaler miteinander kommuniziert haben. Ton und Videoaufnahmen bieten sich nicht an (es gibt zwar Dokumentationen, aber die sind zunächst schwierig). Also kommen wir auf die Idee: Wir lesen Teile wissenschaftlicher Arbeiten über die Neandertaler. Aber wie lesen wir?

Eine weitere Anmerkung von Monika Heusinger:

Material, das als Gegenstand in der Stunde dient und das zur Anwendung dient, müssen getrennt werden.

Diese Anmerkung von Heusinger verdeutlicht, dass Material aber nicht nur Material ist. Ein Bild kann beispielsweise als Impuls dienen (um in ein Thema zu kommen), kann aber auch der eigentlich Gegenstand der Betrachtung sein (zum Beispiel bei einer methodisch genauen Bildanalyse).

Des Weiteren sagt Heusinger ganz richtig, dass es dazu kommen kann, dass man das Material nicht selbst wählt, sondern dass es vorgegeben ist. Dann würde sich der Verlauf ändern (dennoch würde ich die Planung weiterhin von innen nach außen gestalten, nur dass das Material als feste Säule feststünde).

Wörner fügt an:

Wichtig für die Auswahl ist zusätzlich, was die Schülerinnen und Schüler am Thema interessieren könnte.

Schritt 3: Methode auswählen

Nun, da wir wissen, welche Kompetenz und welches Lernziel (Erkennen) wir haben und welches Material (vereinfachte Texte), können wir uns überlegen, welche Sozialform und welche Methode sich anbietet. Wollen wir die Schülerinnen und Schüler miteinander sprechen lassen? Sollen sie die Texte einzeln lesen? Sich vorlesen? Brauchen wir ein Gruppenpuzzle?

All diese Fragen können wir nun aber anhand unserer Struktur beantworten. Wenn wir nur einen einzigen Text haben, der für die Erkenntnis sorgt, wäre ein Gruppenpuzzle unsinnig. Da wir die Schülerinnen und Schüler aber auch nicht überlasten wollen, können wir diesen Text in zwei Teile aufteilen und der einen Hälfte der Klasse den einen, der andere den anderen geben. Sie sollen in Einzelarbeit den Text lesen und dann besprechen, was sie nicht verstanden haben.

Dann sollen sie aufstehen und zur anderen Hälfte gehen. Sie sollen später in der Lage sein, genau zu referieren, was die anderen zu sagen haben.

An diesem Punkt bieten sich zahlreiche andere Methoden an; dennoch ist eine so einfache Art des Austausches gut, um zu verstehen, worum es geht.

Schritt 4: Den Einstieg auswählen

Wir wissen also eigentlich schon das meiste, was in unserer fiktiven Stunde passiert. Nun können wir zum Einstieg kommen. Wir wissen, was die Erkenntnis sein soll. Ein Einstieg, der wunderbar zum Fach Geschichte und seiner Problemorientierung passt, wäre: Die Schülerinnen und Schüler sollen ganz kurz vorspielen, wie sie sich die Neandertaler vorstellen (Achtung: hier spielt die Klassensituation mit herein. Das geht nur in Klassen, die sich gegenseitig respektieren).

Schülerinnen und Schüler würden also nach vorne kommen und „Uga Uga“ schreien und sich lustig benehmen (Motivation). Als Lehrer könnte man die Frage stellen: Welche Frage könnte sich der Historiker stellen, wenn er mehr über diese Neandertaler erfahren möchte?

Eine mögliche Schülerantwort wäre: Haben die Neandertaler sich wirklich so unterhalten? Das kann, muss man aber nicht glatt feilen.

Nun haben wir also einen Einstieg, der zu einer Frage führt, eine Methode, wie man Material so beantwortet, dass die Frage beantwortet wird und die genaue Kompetenz, die damit geschult wird.

Das Einzige, was fehlt, ist der Transfer.

Schritt 5: Den Transfer/ die Sicherung planen

Der Transfer wäre also, dass nun erreichte Wissen oder die Fähigkeit (in unserem Fall die Erkenntnis) anzuwenden. Man könnte zum Beispiel ein Bild einer Grabstätte anschauen und überlegen, welche weiteren Erkenntnisse es zur Kommunikation oder zum Leben der Neandertaler geben könnte.

Oder aber man würde die Erkenntnisse sichern (lassen). Auch da gibt es verschiedene Ansätze.

Schritt 6: Gelenkstellen planen

Kai Wörner geht auf zwei weitere wichtige Punkte ein, die man in der Tat relativ am Ende planen kann, die aber für das Gelingen einer „runden“ Stunde wichtig sind: Die Gelenkstellen.

Die narrative Gestaltung durch den Lehrer ist enorm wichtig.

Was ist damit gemeint? Nun, es ist schon ein Unterschied, ob nur ich weiß, was wann kommt oder ob ich die Klasse teilhaben lasse. Ob ich nun einfach das Arbeitsblatt hinwerfe oder anmoderiere usw.

Der rote Faden einer Stunde bindet ihre einzelnen Teile aneinander. Dies kann natürlich nur dann gelingen, wenn diese aufeinander aufbauen.

Schlussbetrachtung

Kommen wir zurück auf die Zielsetzung dieses Artikels: Ein Modell und dazu passende Ausführungen, die Referendaren und jungen Lehrern ermöglicht, Unterricht besser planen zu können.

Zum Beginn wurde folgende Problematik thematisiert: Zwei Elemente von Unterricht werden oftmals falsch angegangen. Zum einen die Reihenfolge der Planung und zum anderen die funktionale Einbettung der verschiedenen Teile.

Das Problem der Reihenfolge der Planung wird nun deutlich. Die funktionale Einbettung – und das kann man nun verstehen – bedeutet: Mein Einstieg bezieht sich auf den Kern der Stunde, weil ich ihn darauf bezogen habe. Meine Methode bezieht sich auf das Material, weil ich es zuerst hatte. Und so weiter. Diese Erkenntnis ist unglaublich wichtig.

Der gesamte Artikel ist als eine Hilfestellung gedacht. Wenn man zunehmend professioneller handelt und die einzelnen Teile von Unterricht beherrscht, kann man sicherlich auch von einer anderen Richtung her planen und trotzdem eine gute Stunde erstellen. Dazu Philippe Wampfler:

Mittlerweile würde ich Referendarinnen und Referendaren sagen: Denkt an alles und macht keine falschen Kompromisse. Ich würde sagen: Besser eine gute Idee als eine schematische Lektion.

In der Tat: Eine gute Idee ist immer von Vorteil. Die beste Idee nützt aber nichts, wenn sie nicht eingebunden wird. Wie das gehen kann, hat dieser Artikel gezeigt.

Falsche Fragen

Wenn wir nun einmal davon ausgehen, dass man nach dem System, das hier vorgestellt wurde, den Unterricht plant und es Referendare gibt, die eben das nicht tun – wie würden sich die Fragen unterscheiden?

Stellen wir uns, einfach um die Nachvollziehbarkeit zu erhöhen, mal vor, ein Referendar würde das Thema „Kommunikation der Neandertaler“ bekommen. Er kriegt also die Krise. Welche falschen Fragen könnte er oder sie stellen, die zeigen, dass er oder sie nicht richtig geplant hat?

Zu allgemeine Frage:

Wie soll ich das Thema Kommunikation der Neandertaler angehen?“

Falsche Reihenfolge:

Ich habe einen super Einstieg zur Kommunikation der Neandertaler. Könnt ihr mir sagen, was ich in der Stunde machen soll?

Falscher Fokus:

Ich will unbedingt ein Gruppenpuzzle/ diesen Text/ diesen Transfer machen. Wer kann mir helfen, dass ich ihn in die Stunde kriege?

Ich hoffe sehr, dass ich einigen helfen konnte, das Konzept der Unterrichtserstellung besser zu verstehen. Ich freue mich, wie immer, über Kritik, Anmerkungen und Anregungen.

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