In meinen letzten Vorträgen und Webinaren habe ich jeweils ein paar sehr einfache Sätze zur digitalen Didaktik vorgeschoben, die deutlich machen sollen, worum es bei der Unterrichtsplanung mit einer digitalen Erweiterung geht – und worum nicht. 

Zugegeben, diese Notiz ist kurz und auch ein wenig unterkomplex. Sie hilft mir aber sowohl dabei, Teilnehmer*innen zu erläutern, wie sie das Digitale in ihren Unterricht einplanen können als auch zu erklären, warum manche Vorträge vielleicht nicht sofort anschlussfähig sind. Vielleicht nützt sie dem einen oder anderen. Sie kann gerne verwendet werden.

Digitale Didaktik, CC BY-SA 4.0 Bob Blume

Worum es nicht geht

Die ersten beiden Punkte zeigen, warum diejenigen, die bisher wenig Erfahrung beim digitalen Unterrichten haben, zwar motiviert sind, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Viele digitale “Werkzeugkästen” beantworten nämlich Fragen, die die Teilnehmer*innen gar nicht hatten.

Aus dieser Perspektive ist es dann zwar “nett” zu wissen, welche Aufgabe eine App durchführt und was sie kann, aber das Ganze hat mit dem eigentlichen Unterricht wenig zu tun.

Worum es geht

Dass es um das Verständnis der Anwendung geht, mag trivial erscheinen, ist es aber nicht zwangsläufig.

Denn in einem ersten Schritt mag das Digitale – gleichsam als Bestandteil des schon bestehenden Unterrichts – als Komponente wahrgenommen werden, deren weitere Möglichkeiten verschlossen bleiben. Das ist beispielsweise bei einem Einstieg über Mentimeter oder Answergarden der Fall. Die digitale Partizipation bewirkt hier zwar eine anonyme Teilnahme, die den Vorteil hat, dass sich auch jene äußern können, die sich vielleicht nicht trauen würden, etwas zu sagen. Aber der die Funktion des Einstiegs als motivierende Hinleitung zu einer Erarbeitungsphase bleibt bestehen.

Das Verständnis der Anwendung von Mentimeter basiert hier also auf dem Verständnis der Struktur des Unterrichts und der funktionalen Einbindung.

Auf dieser Grundlage kann dann aber ein weiterer Schritt geschehen. Denn anders als andere Einstiege, die beispielsweise über die Tafel oder den Overheadprojektor vorgenommen werden, kann der Einstieg nun auch gleichsam als Folie für die spätere Beurteilung dienen. Oder anders formuliert: Aus dem Einstieg wird direkt eine Sicherung.

Im Artikel zur Sicherungsphase im Unterricht habe ich schon einmal darauf verwiesen, dass zeitgemäßere Formen der Sicherung gar nicht mehr als die altbekannten Sicherungen erkannt werden.

Fazit

Das digitale dient, auf unterschiedliche Weise, als eine Erweiterung – der Gegenstände, der Struktur oder der didaktischen Möglichkeiten. Und von allem zusammen. Digitale Didaktik bedeutet, die Struktur und Funktion (des Unterrichts und der medialen Formen) zu verstehen. Dies geschieht selbstverständlich am besten, indem viel ausprobiert wird, so dass man ein “Gefühl entwickeln” kann.

P.S. Mir ist bewusst, dass in diesem Zusammenhang weder Schulentwicklung noch die oft zitierte “Kultur der Digitalität” einbezogen werden und Unterricht gleichsam isoliert erscheint. Das ist durchaus gewollt, da aus meiner Sicht Anschlussfähigkeit wichtig ist, um für das Verständnis zu sorgen, dass dann als Grundlage für die Weiterentwicklung dienen kann.

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