Es ist ja nicht so, dass Referendar*innen bzw. Lehramtsanwärter*innen zu normalen Zeiten ein einfaches Leben haben. Zwischen gleichzeitigem Unterrichten, dem Erlernen von Theorie und Praxis, Besuchen und Prüfungssituationen wird wird das Referendariat als besondere Drucksituation wahrgenommen. Momentan ist die Situation besonders verfahren, da die Länder auf ganz unterschiedliche Weise mit der Krise umgehen. Der Versuch einer Bestandsaufnahme. 

Anmerkung

Leider ist die Liste bisher noch nicht vollständig. Die Angaben entstammen aus Stimmen aus dem Bildungsnetzwerk. Wenn weitere Informationen dazukommen oder jemand, der diesen Artikel liest, weitere Informationen zu einem Bundesland hat, bitte ich darum, diese in dem Kommentarbereich weiterzugeben, so dass die Liste nach und nach vervollständigt werden kann.

Baden-Württemberg

Für den Jahrgang 2019: Die Lehrproben werden durch mündliche Präsentationen der Stunde mit anschließendem Reflexionsgespräch ersetzt. (Was bei diesen relevant sein kann, kann man hier nachlesen). Beim Jahrgang 2020 besteht noch Unklarheit.

Die Kolloquien sollen wie geplant stattfinden. Insgesamt soll es „keine Nachteile“ geben. Mehr dazu gibt es hier. 

Bayern

Zum jetzigen Stand (Samstag, 4.4., 13 Uhr) gibt es für Bayern noch keine Informationen. Einiges findet sich hier.

Zusatzinformation @Orgelelch:

In Bayern werden nach der Wiederöffnung der Schulen neue Lehrprobentermine festgelegt. Außerdem gibt es in einigen großen Städten derzeit Referendare, die zur Unterstützung der Gesundheitsämter abgestellt sind.

Berlin

In Berlin wurde ein Schreiben veröffentlicht, in dem die Regelungen aufgeführt werden. Dabei werden verschiedene Szenerien besprochen, die an dieser Stelle den Rahmen sprengen würden.

Eine Kurzfassung von @Trebond09 auf Twitter:

Zwei Fahrpläne, je nachdem, ob es nach den Ferien weitergeht oder nicht. Falls ja: Angepasster Zeitplan. Falls nein: Not-Prüfungen ohne SuS. Gespräch auf Grundlage eines Unterrichtsentwurfes. Plus: Veränderte Fristen für den Beginn.

Anzusehen ist die Berliner Regelung über den hier verlinkten Twitter-Account von Konstanze.

Brandenburg

Seminare finden über Zoom statt oder anfallen ganz (an dieser Stelle gibt es kein einheitliches Vorgehen). Unterrichtsentwürfe „zählen“ teilweise als Hospitation, ohne reale Durchführung. Insgesamt wenig weitere Informationen.

Bremen

Für Bremen kann man hier anschauen, wie es weitergeht. Explizit heißt es hier:

 

Hamburg

Hamburg soll kurz davor sein, eine Regelung zu erlassen. Bisher ist diese jedoch noch nicht bekannt.

Hessen

In Hessen gibt’s noch keine abschließende Regelungen. Die Lehrkräfteakademie will die Lage weiter sondieren und entscheiden, sobald klar ist, wie es nach den Ferien weitergeht. Sollte ein UB zu realisieren sein, wird die Bewertung fürs Semester erfolgen. Alles andere ist unklar. (Klassenkultur auf Twitter).

Hier gibt es einige Informationen.

Mecklenburg-Vorpommern

Bisher hat der Autor keine Informationen. Das bedeutet nicht, dass es diese nicht gibt.

Niedersachsen

Das Land Niedersachsen hat die Prüfungen am 20.04. abgesagt. Gegenwärtig gelten noch alle Prüfungstermine ab dem 22.04. (Quelle, Twitter: @tinovechta)

Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen (Bezirksregierung Düsseldorf) hat ein Dezernat folgende Möglichkeit bereitgestellt.

Was das Thema Unterrichtsbesuche betrifft, ist das ganze noch ein „Work in Progress“ (Nina Bücker auf Twitter).

Die ursprünglich für den 2. April 2020 geplanten Auswahlgespräche sind aufgrund der aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus auf den 7. Mai 2020 verschoben.

Weitere Informationen für NRW gibt es hier.

Rheinland-Pfalz

Herr Oelsen: Mündliche Prüfungen haben hier am Seminar (BBS) stattgefunden wie ich hörte, Lehrproben dann nach der Schulschließung. (Bisher ohne Quelle).

Hier gibt es mehr Informationen.

Saarland

Bisher hat der Autor keine Informationen. Das bedeutet nicht, dass es diese nicht gibt.

Sachsen

In Sachsen gibt es ein Schreiben, das über die „Modifizierung der Zweiten Staatsprüfung […]“ hinweist. Lehrproben werden hier auf ein schriftliches Format reduziert und es werden ausführliche Unterrichtsvorbereitungen erarbeitet. Die mündlichen Prüfungen finden statt.

Sachsen-Anhalt

Für Sachsen-Anhalt gibt es offizielle Informationen, die hier abgerufen werden können. Personale Entscheidungen werden von den Schulen getroffen (was den Einsatz betrifft).

Und weiter:

„Die Ausbildung in den Seminaren erfolgt ab sofort durch eine online-basierte Bearbeitung von Ausbildungsinhalten.

Die Seminare stehen diesbezüglich im Kontakt mit den Auszubildenden.

Die im Zeitraum der Schulschließungen bis zu den Osterferien anstehenden Laufbahnprüfungen werden zunächst ausgesetzt und in den Juni 2020 verschoben.“

Für die neuen Einstellungen: „Die nächsten Einstellungen in den Vorbereitungsdienst erfolgen zum 1. April 2020.“

Schleswig-Holstein

Bisher hat der Autor keine Informationen. Das bedeutet nicht, dass es diese nicht gibt.

Thüringen

Für Thüringen gibt es Informationen von der GEW. Dort heißt es: „Die Prüfungen im Rahmen des II. Staatsexamens können stattfinden.“ Und weiter: „So verfolgt das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) das Ziel, dass alle im Juli endenden Ausbildungsjahrgänge fertig werden.“

Weitergehend werden auch hier drei denkbare Szenarien skizziert, die direkt über die verlinkte Seite nachgelesen werden können.

Fazit

Wenn am Ende ein kleiner Kommentar erlaubt ist, zeigt sich hier die Problematik der Uneinheitlichkeit zwischen den Ländern. Denn inwiefern Wechsel unter diesen Bedingungen möglich sind, wie die Notengebung möglicherweise abweicht und inwiefern eine transparente Regelung der Notengebung getroffen werden kann, ist natürlich noch nicht abzusehen.

Man kann nur hoffen, dass alle Länder dem Credo von Baden-Württemberg folgen, indem sie alles in ihrer Macht stehende tun, damit, wie es dort heißt „keine Nachteile“ für die Lehramtsanwärter*innen entstehen.

1 KOMMENTAR

  1. Hallo!
    Zum Saarland Folgendes:
    https://corona.saarland.de/DE/service/medieninfos/_documents/pm_2020-04-21-staatsprüfung-lehrämter.html
    Ich habe am 01. Februar mit dem Vorbereitungsdienst für die Grundschule begonnen und war dementsprechend kurz in der Schule. Da ich kleine Kinder habe, bin ich auch nicht in der Notbetreuung eingesetzt. Seit vorgestern weiß ich, dass ich ab 04. Mai wieder arbeiten muss. Außer den Infos aus dem „Musterhygieneplan“ und dass ich voraussichtlich dann in der Notbetreuung eingesetzt werde, weiß ich nichts. Die Vorgabe ist wohl für Erst-/ Zweitsemester bis zu 10 Lehrerwochenstunden, die Drittsemester werden nicht eingesetzt.
    Diese Informationen erhielten wir allerdings (bis dato) nicht vom zuständigen Studienseminar. Hospitation und eigenes Unterrichten fällt dann ja eher aus. Sämtliche Seminare des Studienseminars wurden abgesagt, wie und wann diese nachgeholt werden (sollen), entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis. Auch soll es wohl alternative Prüfungsformate für Erst- und Zweitsemester geben.
    Danke für die informativen und hilfreichen Artikel!

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