Es ist schon etwas länger her, dass ich einen kurzen Blogbeitrag über eine Podcast-Folge einer meiner Lieblingspodcasts schrieb. Auch beim letzten Mal war die Erkenntnis erstaunlich trivial. In der Folge #150 des Podcasts von Sam Harris, in der er mit dem Nobelpreisgewinner Daniel Kahneman spricht, gibt es auch eine solche Erkenntnis, die mich an den Umgang mit der Entwicklung auf die Kultur der Digitalität in Schulen denken lassen musste. 

Dadurch, dass Kahneman mit Harris viele Themen spricht, ist es tatsächlich nur ein sehr kleiner Happen, den ich herausgreifen möchte. Es sei aber darauf hingewiesen, dass sowohl das Buch von Kahmeman als auch die Podcast-Folge sehr erkenntnisreich sind.Bei der besagten Passage geht es um das Verhalten der Menschen. Angesprochen darauf, wie gutes Verhalten erzeugt werden kann, erklärt Kahneman, dass es nachgewiesen wurde, dass Druck weniger gut wirke wie Möglichkeiten. Wie gesagt, zunächst trivial.

Interessant daran erscheint mir, dass mit Druck nicht Zwang gemeint ist, sondern auch Überzeugungsarbeit, Argumente und Anreize. Jene Impulse (Incentives) seien weitaus weniger geeignet als die Vereinfachung der richtigen Handlung.

Die beiden besprechen als Beispiel die „Opt-In“- und „Opt-Out“-Option bei der Organspende. Wenn man sich aktiv einverstanden erklären muss, Organe zu spenden, tut man es weniger als wenn man sich aktiv dagegen entscheiden muss, dies zu tun.

Man mag diese Gedanken, wie gesagt, trivial finden. Was sich daraus ergibt ist aber nicht weniger als eine Perspektive auf Veränderungsprozesse, wie sie in der Kontextsteuerung eine Rolle spielen (danke an Lisa Rosa, die mich in dem bald erscheinenden Podcast auf diesen Aspekt hinwies). Vereinfacht gesagt: Wenn es für eine handelnde Person einfacher ist, so zu handeln, wie es gewünscht ist, dann wird sie es nicht nur eher, sondern auch lieber tun, als wenn sie dafür überzeugt oder extern angeregt werden muss.

Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis ist gleichsam problematisch und hoffnungsvoll. Denn auf der einen Seite bedeutet dies, dass die Überzeugungsarbeit, die viele in Bezug auf eine Veränderung des Unterrichts in der Kultur der Digitalität leisten, wenig Erfolg haben wird. Auf der anderen Seite zeigt sich jedoch auch, wo man ansetzen kann (auch wenn dies vielen klar ist). Die Stichworte sind: Zeit und Raum. Allerdings werden wir bei der Frage nach der Umsetzung wohl wieder so klug als wie zuvor sein.

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