Tim Reichel, Autor von Büchern mit Namen wie „Arschtritt-Buch“, „Die DOEDL-Methode“ oder „Bachelor of Time“, trifft mit seiner leicht verständlichen, leicht zu lesenden, aber dennoch hilfreichen Ratgeberliteratur einen Nerv: Es geht weniger um die Theorie und mehr um Praxis, oder wie er sagen würde: 

Um Selbstmotivation für die ohne „Arschtritt-Dauerabo“.

Tim Reichel kann man auf Twitter folgen. Von dort sieht man schnell die Seite Studienscheiss. Dort geht es, grob gesagt, um Organisationsstrategien für Studenten aller Fächer, Motivation und Zeitmanagement. In der Rezension der DOEDL-Methode wurde schon deutlich, dass gerade ersteres durch die Bücher erlernt werden kann.

Dem Autor Reichel, der seit einigen Jahren als Fachstudienberaeter und Koordinator eines Prüfungsausschusses arbeitet, geht es dabei darum, sinnvolle Tipps für die Selbstmotivation so aufzubereiten, dass sie einfach zu verstehen und umzusetzen sind.

Anders als in der DOEDL-Methode, bietet das Arschritt-Buch kein Gesamtkonzept, sondern ist eine eher lose aneinandergereihte Liste von 66 Tipps, mit denen sich der Leser oder die Leserin selbst motivieren kann, wenn Netflix an einen auf die Couch fesseln will.

Die herbe Sprache ist dabei Programm. Die Leser werden mit einem persönlichen Du angesprochen und so wirkt das Buch und dessen Inhalt wie die Tippsammlung eines Freundes. Dabei ist jedes Kapitel gleich aufgebaut: Zunächst gibt es eine lebendig geschriebene Geschichte oder eine Beschreibung des „Arschtritts“ und seine Wirkung. Dann kommt die Aufgabe, die man als erstes mit dieser Methode erledigen kann. Und schließlich folgen Beispiele und der „Arschtritt-Faktor“. Bei diesem handelt es sich, grob gesagt, um den Wirkungsgrad bzw. die Größe der zu überwindenden Hürde.

Wissenschaftlich ist das nicht, aber es macht Spaß.

Das Arschtritt-Buch hat dieselben Vorteile, die schon bei der DOEDL-Methode genannt wurden.

Beim Lesen hatte ich so immer das Gefühl, dass jemand mich bei der Hand nimmt. Dadurch, dass das Buch so geschrieben ist, dass „selbst der größte Dödel [die Strategie] verstehen kann“, hatte ich oft den Eindruck, das Buch eines Amerikaners zu lesen. Diese schaffen es seit je her besser, schwierige Theorien und Sachverhalte einfach auf den Punkt zu bringen.

Da das Buch eben kein Gesamtkonzept bietet, sondern eher eine Reihe von Tipps, ist es für Arschtritt-Einsteiger geeignet, die überhaupt einmal eine Idee davon bekommen wollen, wie man sich selbst motivieren kann.

Und sonst?

Das Buch beinhaltet einige Tipps, auf die man durchaus selbst kommen könnte. Dennoch gibt es einiges, bei dem dies nicht so ist: Im Gegenteil. Mit einem Schmunzeln stellt man fest, dass man die „Lösung“ eines Motivationsproblems doch immer vor Augen gehabt hat.

Insgesamt ist auch das Arschtritt-Buch ein Buch, dass ich nicht nur Erstsemestern empfehlen würde, sondern liebend gerne in die Schule holen würde, und zwar ab der 10. Klasse als Vorbereitung für die Oberstufe. Insgesamt gilt auch hier das Fazit, das schon bei der DOEDL-Methode galt:

Wenn man also jemanden kennt oder jemand ist, der gerne mal prokrastiniert, seine Aufgaben schleifen lässt oder einfach nicht weiß, wie und wo man anfangen soll, ist dieses Buch die Rettung.

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