Seitdem ich durch mein eigenes kleines Büchlein ein wenig mehr mit Lehramtsstudenten zu tun habe, erhalte ich wieder mehr Einblicke in das Lehramtstudium. Da ich auf Twitter Tim Reichel folge, der immer mal wieder lustige Tweets raushaut, bin ich zunächst auf die forsch klingende Seite Studienscheiss gestoßen. Dort geht es, grob gesagt, um Organisationsstrategien für Studenten aller Fächer. Genau damit beschäftigt sich auch das Buch „Die DOEDL-Methode“. Nach der Lektüre meine ich sagen zu können: Das Buch gehört nicht nur in die Tasche von Studenten, sondern auch in die Schule. 

Der Autor Reichel, der seit einigen Jahren als Fachstudienberaeter und Koordinator eines Prüfungsausschusses arbeitet, erklärt am Ende des Buches kurz und knapp, worum es geht:

Die DOEDL-Methode ist kein langweiliges Fachbuch, vollgestopft mit unverständlicher Theorie – sie ist eine praktische Anleitung, die dir Schritt für Schritt dabei helfen wird, selbstbestimmt und organisiert zu lernen.

DOEDL steht dabei für

Durchblicken

Organisieren

Einteilen

Durchführen

Loslassen

Ambitioniert. Und nach der Lektüre muss man sagen: Überzeugend. Schon in diesen Zeilen zeigst sich eine Charakteristik des Buches, die dafür sorgt, dass man gerne liest:

  • Persönlicher Bezug: Der Leser wird nie von oben herab betrachtet, sondern mit ins Boot genommen. Reichel ist so nah am Leser und spricht diesen entweder mit dem lockeren Du an oder wird sogar noch persönlicher: „Aber das ändern wir jetzt.“

Beim Lesen hatte ich so immer das Gefühl, dass jemand mich bei der Hand nimmt. Dadurch, dass das Buch so geschrieben ist, dass „selbst der größte Dödel [die Strategie] verstehen kann“, hatte ich oft den Eindruck, das Buch eines Amerikaners zu lesen. Diese schaffen es seit je her besser, schwierige Theorien und Sachverhalte einfach auf den Punkt zu bringen. Das sind aber nicht die einzigen Vorzüge dieses Buches:

  • Leichte Verständlichkeit: In der Tat ist die leichte Verständlichkeit ein Plus. Diese wäre aber nichts, ohne die
  • Orientierung an neuen Methoden: Reichel orientiert sich an neuen Produktivitätstechniken, die er nachvollziehbar erklärt; man hat nach jedem Kapitel das Gefühl, einen besseren Durchblick über die eigenen Organisation zu haben.
  • Auf die Praxis ausgerichtet: Dabei ist der strukturierte Aufbau so gestaltet, dass jeder Schritt der DOEDL-Methode darauf abzielt, für eine Verbesserung der Organisation, des Arbeitsverhaltens und der eigenen Zielgerichtetheit zu sorgen.
  • Nachvollziehbar: Am Ende jedes Kapitels werden alle Erkenntnisse gebündelt und als Liste dargeboten, so dass man nochmals rekapitulieren kann, was das Wichtigste war.

Und sonst?

Das Buch hat viele narrative (also erzählende) Passagen und ist so nicht nur up-to-date, sondern verdeutlicht so auch, dass es die Problematik von Studenten kennt, die zwischen all den To-Do-Listen nicht mehr wissen, wo ihnen die Kopf steht. Mit anderen Worten: Es macht auch Spaß zu lesen.

Insgesamt ist es ein Buch, dass ich nicht nur Erstsemestern empfehlen würde, sondern liebend gerne in die Schule holen würde, und zwar ab der 10. Klasse als Vorbereitung für die Oberstufe. Woran das Scheitern könnte, ist das Einzige, was man an dem Buch kritisieren könnte: Der mit 20 € relativ hoch angesetzte Preis. Da aber die Wertigkeit des Buches, das nach den Angaben des Autors „unter nachhaltigen Produktionsbedingungen“ produziert wird sehr hoch ist und ich in der Tat meine, dass die Ausführungen dabei helfen können, das Studenten (und Schüler) ihr Studium besser hinkriegen können, meine ich, dass man darüber hinwegsehen kann.

Wenn man also jemanden kennt oder jemand ist, der gerne mal prokrastiniert, seine Aufgaben schleifen lässt oder einfach nicht weiß, wie und wo man anfangen soll, ist dieses Buch die Rettung.

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