DISKUSSION: Wider die Hetze #stattfakefakt

Foto: Thomas Clemens

Wenn es um den Umgang mit Rechtsgesinnten, Rechtsoffenen und Rechtsextremen geht, ist mittlerweile das Problem klar, aber nicht die Lösung – vor allem im Netz. Obwohl die meisten wissen, dass Parteien wie die AfD gerade durch den Aufschrei der Netzgemeinde funktionieren, ist das Vorgehen schwierig. Eine Idee. 

Die Zwickmühle, in der sich jeder, der online oder offline versucht, Haltung zu bewahren und vor der Radikalisierung des Diskurses zu warnen, ist mittlerweile offensichtlich. Obwohl mittlerweile klar ist, dass die Strategie der AfD immer wieder funktioniert, ist es eine doppelte Sackgasse, wie man reagiert.

Ignoriert man jeden noch so krassen Eklat, der Rassismus legitimiert, demokratische Zusammenarbeit untergräbt oder den Diskurs verschiebt, trägt man, ohne es zu wollen, zur Normalisierung bei. Nach dem Motto: „Wenn keiner was sagt, kann es so schlimm nicht sein.“

Reagiert man auf jeden Furz, den die Rechtsnationalen in den Äther blasen, mag man Haltung zeigen. Man hilft aber auch, rechtsnationale Themen auf die Agenda zu setzen. Und das immer wieder. Egal wie sehr man versucht, sich zu befassen, etwas lächerlich zu machen oder sich zu widersetzen – am Ende profitieren die, gegen die man sich auflehnt.

Sehr vereinfach könnte man sagen: Argumentiere nicht mit einem Idioten – er zieht sich auf sein Niveau runter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung.

Was also tun?

Die Idee hinter #stattfakefakt ist es, dass man zu jedem neuen Eklat, der absichtlich geschürt ist und von dem man weiß, dass es sich um eine „Falle“ handelt, versucht, den Fokus zu verschieben.

  • Im Plenarsaal wird etwas Radikales gesagt? Klar wird es das. Deshalb sind die da. Stattdessen schreibt man unter #stattfakefakt über eine Sitzung, die funktioniert hat.
  • Irgendein Rechter meint, die deutsche Geschichte umkehren zu müssen? Klar macht er das. Das ist die Strategie. Stattdessen schreibt man unter #stattfakefakt, etwas über die deutsche Geschichte, das ansonsten in Vergessenheit gerät.

Dies ist nur eine Idee und zumal eine, die irgendwo im Twitterstrom verborgen ein US-Amerikaner hatte, um gegen Trump vorzugehen (leider habe ich hierzu nicht die Quelle; falls ihr wisst, um wen es geht, bitte sagt Bescheid).

Sehr wahrscheinlich ist dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber ich habe die Hoffnung, dass das Mittel der Fokus- oder Diskursverschiebung, ob es nun mit diesem oder mit jenem Hashtag passiert, ein Hebel sein kann. Anstatt auf der Party zu randalieren, die überhaupt erst gestartet wurde, um die Randalierer zu entblößen, machen wir eine eigene Party. Oder besser ein Sit-In. Mit Sachlichkeit, Fakten und gegenseitigem Respekt.

Das wäre doch ein Anfang.

 

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