ESSAY: Mein CD Regal (Thomas Clemens)

Reaktion auf Marc Hofmanns „Hören Sie Charts? Dann wird’s nichts mit uns beiden“

Sehr interessant. Da wäre ich neugierig, wie ich nach dem Inhalt des CD-Regals beurteilt werde. Vor meinem geistigen Auge sehe ich da einige Synapsen rotieren.

Ja, auch die “Mensch” steht da, sowie fast alle anderen Grönemeyer CDs. Ich mag den Typ und seine Musik auch.
Genauso gern höre ich aber auch Subway To Sally, In Extremo, ASP oder Marilyn Manson.
Und wenn ich Lust darauf habe, kommt auch mal eine Andreas Vollenweider Scheibe oder das (auch irgendwie unvermeidliche) “Köln Concert” in den Player.
Nagut, mit Techno kann ich nicht dienen. Das eine Richtung, die mich nicht interessiert. Die Fahrgemeinschaft mit einem Schulkollegen zur Uni hat meinen Bedarf an “Uz-Uz-Uz” ein für alle mal gedeckt. Ich hatte immer das Gefühl, seine Mitschnitt-Kassetten aus dem Tarm Center enthielten pro Seite genau ein (gefühlt endloses) Musikstück, dabei hat er steif und fest behauptet, es seien mehrere unterschiedliche(!) Stücke gewesen.
Radiohead? Jo, ganz nett. Bringt mich aber nicht zur Extase oder in Versuchung eine CD von denen zu kaufen. Ehrlich gesagt musste ich gerade mal kurz auf Youtube spicken, weil mir so gar kein bekanntes Lied von denen in den Sinn kam. Ist wohl an mir vorbeigegangen oder treffender: zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus.

Ich kaufe tatsächlich noch CDs. Aus irgendeinem Grund habe ich gerne etwas in der Hand und blättere durch ein Booklet, wenn denn eins dabei ist. Das ist übrigens das einzige, was ich von den alten LPs vermisse. Schöne, kunstvoll gestaltete Booklets mit Texten, die man ohne Lupe lesen kann (die Augen werden ja schließlich im Alter selten besser). Auf den Rest, insbesondere das Wenden der Platte kann ich gut verzichten, auch wenn das dem wahren Puristen wahrscheinlich eine liebe Angewohnheit ist, mal abgesehen von den endlosen Grundsatz-Diskussionen ob es jetzt besser ist, die Platte nass oder trocken abzuspielen. Das war mir immer gleich. Die Plattenspieler, die ich in meinem Leben besessen habe (ich glaube es waren ganze zwei), hatten die Qualitäteinstufung “Rillenfräse”, weshalb ich auch nicht in Versuchung komme, meine alten LPs nochmal aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken. Ich habe sicher kein audiophiles Gehör, aber das Geknirsche und Geknackse erspare ich mir dann doch lieber.

Zurück zum CD-Regal. Interessant ist der Blick ins CD-Regal auf jeden Fall und bietet vielleicht auch den Einstieg für ein interessantes Gespräch oder wenigstens ein paar mehr Small-Talk-Floskeln.

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