HUMOR: Schüler – Betrachtungen einer Spezies

Was hunderten von Forschern nicht gelang, ist nun in einem gerade erschienen, völlig neuartigen Forschungsbericht öffentlich gemacht worden: Die Entdeckung einer neuen Spezies, die den Namen Schüler trägt, hält die Fachwelt in Atem. Obwohl viele Verhaltensweisen dieser putzigen kleinen Frischlingen noch nicht bekannt sind, wurde in einem Vorabdruck verlautet, dass es sich wohl um eine weit verbreitete Art der Wechselbälger hält. Diese zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sich das Verhalten sowohl morgens als auch abends sowie an Sonn- und Feiertagen stetig ändert. Zudem haben wir es mit männlichen und weiblichen Exemplaren zu tun, die absonderliche Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

Der männliche Schüler, auch Checker genannt, verbringt bis zum Zeitpunkt seiner Geschlechtsreife seine Zeit unter seinen Artgenossen. Zumeist starrt er dabei auf ein großes dunkles Gebilde und macht Fingerübungen auf einer Art Tastatur. Wozu dieses Verhalten dient, ist noch unklar. Der männliche Schüler versucht des Morgens durch Brunftschreie und hektisches Bewegen seiner Gliedmaßen die Weibchen anzulocken. Diese sind aber zumeist mit der Kommunikation untereinander beschäftigt.

Die weiblichen Schülerinnen fallen morgens vor allem durch ein stetiges Augenrollen auf. Ob dies ein Zeichen der Ab- oder der Zuneigung gegenüber den Checkern ist, war bis zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Die weiblichen Artgenossen sprechen und schreien in einer Tonhöhe, die für das menschliche Ohr kaum wahrnehmbar ist. Aber Achtung! Das macht sie auch gefährlicher als ihre männlichen Altersgenossen.

Vor allem morgens müssen die Männchen ihren nicht wahrgenommenen Schlaf auf reihenartigen Holzmöbeln nachholen. Sie sind dann zumeist träge und nicht in der Lage, sich zu wehren, so dass Forscherteams interessante Nahaufnahmen erstellen konnten. Es fiel auf, dass die Gesichter ab einem bestimmten Altern rot gepunktet sind, was darauf schließen lässt, dass sie durch eine Hautveränderung die Weibchen anlocken wollen. Dies ist aber zumeist nicht gelungen.

Die Weibchen weisen solche typischen Merkmale nicht auf. Generell erscheinen sie vom Gang und Verhalten weitaus besonnener. Sie schnattern und quaken ganz erquicklich, wenn sie ihresgleichen sehen. Nichts bringt sie aus der Ruhe, außer – und das ist bei den Männchen nicht anders – der natürliche Feind: Der Lehrer aus der Gattung der Schlaumeier.

Wie diese Spezies sich bei der Jagd verhält, wurde leider noch nicht öffentlich gemacht. Es wäre natürlich interessant zu erfahren, wie die Spezies Schüler ihren Lehrkörper (oder Leerkörper?) beurteilt. Aber dafür müssten sie ihre Trägheit überwinden und kommentieren, was bei dieser Spezies ein eigentlich unüberwindbares Hindernis darstellt… Oder nicht?

Dieser Beitrag wurde unter B-Logbuch, Bildung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu HUMOR: Schüler – Betrachtungen einer Spezies

  1. Pingback: Lehrerklischees, oder: „Ihr habt mich erwischt.“ | Bob Blume

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.