UNTERRICHT: Grundlagen der Epik: Erzähler und Darstellungsformen

Diese von mir zusammengestellten Grundlagen der Epik dienen als Grundlage für jede Form epischen Erzählens. Die Angaben zum Lehrbuch beziehen sich auf das Buch „Texte, Themen und Strukturen.“

Darstellungsformen und Rede- und Gedankenwiedergabe

Der Erzähler verfügt über unterschiedliche Darstellungsformen, um dem Leser das Geschehen zu präsentieren. Er kann selbst erzählen oder aber er lässt seine Figuren sprechen, z. B. in direkter oder in­direkter Rede, in „erlebter Rede“ oder „innerem Monolog“.

Erzählperspektive

Die Erzählperspektive ist die Position des Erzählers (Blickwinkel) gegenüber den von ihm erzählten Geschehnissen (Nähe, Abstand/ Distanz). Diese können aus der Innen- oder Außenperspektive erzählt werden.

Darstellungsformen (Erzähler) Rede- und Gedanken­wiedergabe (Figuren)
Bericht

straffe, geraffte Darstellung der Handlung in zeitlicher Abfolge

direkte Rede

wörtliche Wiedergabe dessen, was eine Person spricht (Zeitdeckung; Redezeichen oft weggelassen)

Beschreibung

anschauliche Darstellung z.B. von Schauplätzen, Figuren, Gegenständen

indirekte Rede

verkürzte Wiedergabe dessen, was eine Person sagt oder denkt (Zeitraffung)

Der Erzähler wertet und setzt Schwerpunkte. Der Konjunktiv schafft Distanz.

szenische Darstellung

breite Erzählweise, meistens mit erzählter Figurenrede und Entfaltung der Situation (vgl. Szene im Drama)

Erlebte Rede

Wiedergabe von Gedanken und Gefühlen einer Figur in der 3. Person Indikativ Präteritum (ohne direkte oder indirekte Rede)

Die erlebte Rede steht zwischen direkter und indirekter Rede. Es heißt nicht: „Muss ich mit dem Zug fahren?“ oder: Sie fragte, ob sie mit dem Zug fahren müsse. Formal berichtet zwar der Erzähler (Erzählerbericht), aber die Perspektive verlagert sich zur Erzählfigur. Der Erzähler tritt ganz in den Hintergrund.

Kommentar

Eingreifen des Erzählers mit Bemerkungen, Urteilen oder Überlegungen

Innerer Monolog

Wiedergabe von Gedanken und Gefühlen einer Figur in der 1. Person Präsens

Muss ich mit dem Zug fahren? Gibt es keine andere Möglichkeit? Ich vertrage doch die vielen Menschen nicht.

Bewusstseinsstrom

Unmittelbare Wiedergabe von Gedanken, Gefühlen, Assoziationen, Erinnerungen einer Person. Der Erzähler tritt ganz zurück und gibt den Blick frei in das Innere der Person. Oft kommt es zur Zeitdehnung. Häufig verzichtet der Autor auf eine festgefügte, klare Syntax. Auch Halb- und Unterbewusstes kommt zur Darstellung. Nähe zum Film!

 

Erzähler: Vgl. Lehrbuch S. 110

Erzählform: Der Autor wählt mit dem Erzähler eine bestimmte Erzählform (Er-/Sie- bwz. Ich-Erzähler). Vgl. Interpretation von Kurzprosa

Erzählverhalten = Erzählstrategien (vgl. Lehrbuch S. 110 f.)

 

Erzählhaltung

 

Die Erzählhaltung ist die Einstellung, mit der der Erzähler dem Leser die fiktionale Welt vermittelt (sachlich, ironisch, humorvoll, kritisch, melancholisch. … ). Diese wirkt sich auf die Art der Darstellung und die Sprachverwendung aus.

 

 

Figurenkonstellation

Der Erzähler plant die Beziehungen zwischen den Figuren sorgfältig, sodass man diese in einem Figurenkonstellationsschema abbilden kann. Es gibt Haupt- und Nebenfiguren. Dabei kommen Grundkons­tellationen immer wieder vor: Protagonist vs. Antagonist (Spieler -Gegenspieler); „Held“ (Zentralfigur); Dreiecks­konstellation

Der Erzähler kann seine Figuren (Personen) auf vielfältige Weise gestalten, er kann sie z.B. direkt charakterisieren (beschreibend oder wertend) oder eine Figur eine andere (direkt) charakterisieren lassen; er kann sie auch indirekt charakterisieren, so dass sich der Leser aus dem Verhalten und den Äußerungen der Figur selbst ein Bild von dessen Charakter machen muss.

Der Gestaltung einer Figur liegt eine bestimmte Figurenkonzeption zugrunde: Figuren können gestaltet sein als Typen, individuelle Charaktere, statisch oder dynamisch (Entwicklung) etc.

 

 

Die Geschichte: vgl. Lehrbuch S. 112f.

Zeitgestaltung: vgl. Lehrbuch S. 113

Der Leser / Die Leserin: vgl. Lehrbuch S. 113

 

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3 Kommentare zu UNTERRICHT: Grundlagen der Epik: Erzähler und Darstellungsformen

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