Eigentlich ist der sogenannte Gedichtvergleich für Schülerinnen und Schüler, die sich sehr gut vorbereiten eine sichere Bank: Hat man einmal verstanden, wie man Form und Inhalt miteinander verknüpft und eine Ahnung von den Epochen und dem Zusammenhang mit den Gedichten, hat man eine sehr gute Grundlage. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man die maximale Punkteausbeute holt. Dafür muss mehr verglichen werden als formale Besonderheiten.

Das „Problem“ an Gedichtvergleichen ist oftmals, dass diese an der Oberfläche bleiben (eine von Deutschlehrern oft genutzte Phrase). Aber was bedeutet das? Das bedeutet, dass zum Beispiel Metrum und Reim verglichen wird, aber keine Schlüsse für das Gesamtverständnis gezogen werden. Im Prinzip läuft ein Gedichtvergleich auf ein Vergleich der Deutungshypothesen hinaus.

Zwischen den kleinen formalen Strukturen und den großen inhaltlichen Strukturen gibt es aber einen weiteren Schritt, der sich anzuschauen lohnt. Es geht um sogenannte Motive, mit denen der Interpret vor allem beim Vergleich wunderbar arbeiten kann – solange er oder sie weiß, worum es dabei geht.

Die Brockhaus-Definition ist nicht einfach zu verstehen, ist hier aber wichtig, um die Relevanz zu verstehen:

Motiv [mittellateinisch, zu lateinisch movere, motum »bewegen«] das, -s/-e, Literatur: stofflich-thematisches Element eines Werks (Hervorhebung des Autors), häufig auch strukturbildend und die sinntragende Grundkonstellation bestimmend (Stoff). Die inhaltliche Grundform solcher (äußerst variantenreichen) Elemente kann als schematisiert beschrieben werden; den Wandel, dem Motive trotz allem unterliegen, beschreibt die Stoff- und Motivgeschichte. Wiederholt sich ein Motiv innerhalb eines Werkes und hat sowohl deutende als auch gliedernde, vor- und rückwärts verweisende Funktionen, spricht man von einem Leitmotiv.
Inhaltlich unterscheidet man Situationsmotive (Dreiecksverhältnis, der unerkannte Heimkehrer, Doppelgänger, Liebe der Kinder verfeindeter Familien), Typenmotive (Einzelgänger, Bohemien, Intrigant), die auf der Annahme von menschlichen Verhaltenskonstanten beruhen, sowie Raum- und Zeitmotive (Schloss, Ruine, Dämmerung, Nebel, Wettlauf mit der Zeit), die in stärkerem Maße vom geschichtlichen Standort abhängig sind. Nach der formalen Funktion unterscheidet man primäre oder Kernmotive, sekundäre oder Rahmenmotive sowie detailbildende oder Füllmotive (zu Letzteren gehören auch die – v. a. stilbildenden – blinden oder ornamentalen Motive).
Je nach Gattung treten bestimmte Motive gehäuft auf, sodass Dramenmotive (Bruderzwist), lyrische Motive (Liebesleid, Waldeinsamkeit) und v. a. Volkslied- und Märchenmotive gesondert untersucht wurden. Auch wechselt das Interesse bzw. die Beliebtheit der Motive, abhängig von den historischen und gesellschaftlichen Umständen.

Brockhaus, Motiv (Literatur). http://www.brockhaus.de/ecs/enzy/article/motiv-literatur

Was bedeutet dies ganz konkret für die Reiselyrik?

Es bedeutet, dass man stoffliche Einheiten, wie sie zum Beispiel oben angegeben werden, miteinander vergleichen kann. Die Motive sollten dabei aber nicht zu groß sein (Im Sinne von: In beiden Gedichten spielt das Motiv „Abschied“ eine Rolle), sondern so groß, dass man die Unterschiede zwischen den Gedichten erkennen kann.

Beispiel:

Während in dem einen Gedicht die unterschiedliche Wahrnehmung der Reise eine Rolle spielt, wird im anderen die Reise von außen betrachtet. Beim einen kann also das Motiv des Sehens (oder anderer Sinneseindrücke) festgestellt werden, beim anderen das Motiv der äußeren Veränderung.

Die Motivgeschichte, wie sie in der Lyrik eine Rolle spielt, kann auch im Abitur nicht erwartet werden, weil dies bedeuten würde, dass Schüler einen Autoren und seinen besonderen Stil über die Jahre kennen würden.

Wenn die speziellen Motive der Reiselyrik noch weiter interessieren, der kann sich im Reader für Schülerinnen und Schüler informieren.

 

15 KOMMENTARE

  1. Danke für die Kritik!

    Namentlich wird bei horrordroschken.com prinzipiell niemand genannt. Die Daten erlauben der Taxizentrale bzw. dem Taxiunternehmer – und sonst niemandem – Rückschlüsse auf den konkreten Fahrer. Dessen Version der Geschichte ich natürlich auch gerne veröffentliche.

    Danke für diese Anmerkung: „Ich bin in Freiburg auch schon mit dem Taxi gefahren, so in etwa 20 Mal. Davon waren 3 Mal wirklich nicht so toll.“ Ich unterstelle mal, dass „nicht so toll“ schon ärgerlicher ist, als „ungleichförmige“ Brötchen. Der einzige Grund für das Blog ist: Wenn Deine Brötchen in mehr als 10% der Fälle ungenießbar sind, dann gehst Du einfach zu einer anderen Bäckerei. Diese Möglichkeit gibt es bei Taxen in Freiburg nicht – wegen des Oligopols und dem Mangel an Lizenzen. Das Diskotaxi ist leider die einzige Konkurrenz auf weiter Flur.

    Lustig die Idee, Freiburger Taxifahrer könnten „sich nicht wehren“. Sie wehren sich täglich. Gegen Fahrgäste mit Hund (nur bei kurzen Strecken), gegen (behinderte?) Fahrgäste mit kurzen Strecken, gegen MyTaxi, das ihre Leistung transparent machen würde. Sie haben auch einen Blog: http://taxi-freiburg.blogspot.de/
    Und: Würde mein Blog gegen geltendes Recht verstoßen – so wie es Freiburger Taxifahrer täglich tun, Stichwort Beförderungspflicht – dann könnten sie mir selbstverständlich die Scheiße aus dem Leib klagen.

  2. Dass dein Blog gegen geltendes Recht verstößt, habe ich nicht gesagt. Alleine schon die Tatsache, dass du die Taxifahrer allesamt über einen Kamm scherst, indem du erstens die armen Socken, die diesen Job machen und das Monopol derer, die dafür kassieren und zweitens dann auch noch alle Taxifahrer über einen Kamm scherst, ist für mich schlichtweg zu einseitig. Und wenn meine Brötchen so ungenießbar wären, dann würde ich mit dem Bäcker sprechen. Kommunikation untereinander und nicht gegeneinander wirkt manchmal Wunder.

    Schön, dass du die Kritik annimmst, aber ich glaube, dass die beiden Interessen hier schwer zu versöhnen sind. Freundliche Grüße.

    • Da kann ich dir nur zustimmen, obwohl es so etwas in der Art ja schon gibt/gab mit den Bewertungsportalen. Nur, dass man dort nichts kommentieren kann. Sehr schöner Blog übrigens, ich werde beizeiten weiter dort stöbern…

  3. Sehr geehrter Bob Blume,

    ein Taxifahrer der unfreundliche oder besoffene Fahrgäste nicht aushält ist im falschen Beruf.
    Und wenn er anhält muß er den Fahrgast fahren. Ob es ihm passt oder nicht. Thats the law.
    Basta!

    • Mit Basta-Politik erreichst du leider kein Kommentar nach dem Motto: “Oh, ich habe mich geirrt, verzeihung.” Aber ich verstehe, ich verstehe. Und ein Lehrer muss Schüler mit Messern aushalten – ist sein Beruf. Eindimensionale aber plausible Argumentation…

      • Was Lehrer aushalten müssen oder nicht ist ein anderes Thema. Hier gehts ums Taxi.
        Unfreundliche Fahrgäste gehören zum Job, kannst nix machen, zu jeder Zeit. Manch einer hat halt schlecht geschlafen oder sonstwas. Muß man aushalten.
        Besoffen sind nachts so gut wie alle Fahrgäste. Wer nichts trinken will fährt mit dem Auto. Und wenn ich keine Besoffenen will oder die mir zu anstrengend sind darf ich nachts nicht fahren. Von den Leuten lebt der Fahrer.

        Und das Basta war einfach darauf gemünzt, daß es an der gesetzlich vorgeschriebenen Beförderungspflicht nichts zu deuten gibt. Auch wenn die Kollegen gern mit irgendwelchen Spitzfindigkeiten kommen: Es gibt genau 2 Ausnahmen: Ekelerregende oder ansteckende Krankheiten oder wenn eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht. Das wird von den Gerichten aber auch sehr eng gefasst.
        Sonst muß der Fahrer fahren. Und wenn es nur 10 Meter sind. Dafür gibts die Grundgebühr. Abgesehen davon war der gute Mann in Freiburg einfach strunzdumm. So kurze Fahrten durch nen Einsteiger sind die lukrativsten( siehe oben, Grundgebühr). In ner Silvesternacht machst du allein an Grundgebühr deutlich über 100 Euro.

        Und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

  4. Hab 2 Begegnungen gehabt, wo einmal eine Fahrradfahrerin 3! mal bei Rot über die Ampel ist, und mir einmal ein Pizzabote quer mit dem Moffa kam. Das ganze auch aufgenommen per 4s!
    Wo und wie soll ich das posten?

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