„Lehrerbashing“ ist ein Trend – gerade in Zeiten der Krise. Denn bei Lehrer*innen ist es wie bei dem reichen Onkel: Irgendeinen kennt jeder. Oder zumindest hat man schonmal davon gehört, wie faul die gesamte Profession ist. Urlaub ohne Ende und keine Lust zu arbeiten. Da jeder diese Geschichten kennt, kommen sie immer gut an. Um nicht in die Verlegenheit zu kommen, differenzierte Artikel zu schreiben, gibt es hier einen kleinen Leitfaden, wie man garantiert gute Klickzahlen mit Artikeln über Lehrer*innen bekommt. 

  1. Beginne mit einer tendenziösen Überschrift. Da 60% der Menschen sowieso nur die Überschriften lesen, ist dieser Teil so wichtig um direkt mal ordentlich Stimmung zu machen.
  2. Das gilt selbst dann, wenn im selben Artikel eigentlich die Last der Verantwortung verteilt wird.
  3. Nutze das richtige Framing (das gilt natürlich auch für die Überschrift): Suggeriere, dass Lehrer*innen prinzipiell nicht arbeiten wollen.
  4. Aus diesem Grund sind Pauschalurteile extrem wichtig.
  5. Sorge dafür, dass Lehrer*innen, die sich engagieren als Einzelfälle oder Elite dargestellt werden, damit man sie als Ausnahme von der Regel darstellen kann.
  6. Füge an, dass dies nun alle anderen zusätzlich unter Druck setzen soll.
  7. Stelle die Arbeit als Komplettversagen dar. Es darf kein Raum für Differenzierung bleiben!
  8. Kritisiere Grundsätzlich nie die Rahmenbedingungen, sondern immer jene, die den Fehler gemacht haben, sich in ihnen zu arrangieren.
  9. Hör auf dein Bauchgefühl: Jeder, der einmal Schüler war, weiß, was Lehrer*innen tun. Also jeder.
  10. Wenn du all diese Punkte beherzigst, dann hast du deinen Beitrag geleistet: Die Artikel werden geklickt, die Zeitung verdient Geld und die Gesellschaft fragt nicht unangenehme Fragen danach, warum es  über Jahrzehnte weder Ausstattung, Fortbildungen, Support, Administration, Dienstgeräte oder datenschutzkonforme Plattformen gab. Lieber einen schnellen Schuldigen als eine langsame Klärung.

Herzlichen Glückwunsch! Jetzt kann es losgehen!

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