Eine 9.Klasse des Windeck-Gymnasiums hat sich im Rahmen der Erörterung mit den Argumenten der Facebook-Gruppe „Bühl“ befasst. Die Schüler*innen durften sich Argumente auswählen und nach eigenem Ermessen eine Erwiderung schreiben. Ziel des kleinen Experiments, das nun, da der Artikel mit den Erwiderungen zurück in die Gruppe geht, war es, in einen sachlichen und wertschätzenden Austausch zu kommen. Die Schüler*innen freuen sich sehr, wenn auf ihre Argumente (die, nebenbei weder vom Lehrer erstellt, beeinflusst oder verändert worden sind) geantwortet werden würde. Dazu laden wir alle Leser herzlich ein. 

Kommentar in der Facebook-Gruppe

Die Kinder sollten lieber in die Schule gehen!

Erwiderung

  •  Was bringt es uns Schülern, dass wir später das können, was uns in der Schule beigebracht wurde, wenn wir keine Zukunft mit einer zerstörten Welt haben?
  •  Außerdem muss der verpasste Schulstoff nachgeholt werden (was meist nur eine Doppelstunde betrifft), was das Gleiche ist, als wenn man mal krank sein sollte.
  •  In der Schule wird uns die Theorie vom Umweltschutz beigebracht. Wieso sollte uns es dann nicht erlaubt sein, es in die Praxis umzusetzen? 
  •  Wir demonstrieren auch nur während der Schulzeit, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Wussten Sie, dass auch an Wochenenden dafür demonstriert wird? Die meisten nicht, weil es normal ist, dass an Wochenenden demonstriert wird. Die Bedienstete der Bahn machen das zum Bsp. auch und müssen die sich dafür rechtfertigen?
  • Wir machen das, was Politiker und vor allem Kritiker NICHT geschafft haben: Wir fangen an, indem wir demonstrieren.
    Dadurch erkennen dann vielleicht auch die Politiker, dass es uns nicht darum geht den Unterricht zu schwänzen sondern, der Umwelt zu helfen.
    Es kann zwar sein, dass einige Fridays for Future als Ausrede sehen, um nicht in den Unterricht zu gehen, doch diese müssen den Stoff sowieso nachholen.
    Und außerdem bringt uns die Bildung auch nichts, wenn unser Planet zerstört wird.

Kommentar in der Facebook-Gruppe

(…) bei so einem Kommentar fragt man sich, wer hier dumm ist. Weiter unten ist ein Kommentar mit dem gleichen Gedanken. Am Samstag geht niemand zur Demo, aber freitags fällt ja dann die Schule aus. Und die 9 Gefällt-mir- Drücker meines Beitrages, sind die auch alle dumm? Und ich bin ein Mensch, und habe keine Fresse!!!!

Erwiderung

  • Die Demo am Freitag sorgt für Aufmerksamkeit. Hätte man von Anfang an am Samstag demonstriert, wäre die ganze Sache nicht so erfolgreich geworden. Das ist der Sinn hinter FRIDAYS for future. Außerdem gab es während der Ferien genau so Proteste.Und zu dem Thema mit ihren 9 Likes, haben sie schonmal dran gedacht, dass es keine Dislikes gibt? Denn auch wenn es 9 Leute gibt, die ihre Meinung teilen, könnte es viel mehr Leute geben, die dagegen sind.

Facebook-Kommentar 

Etwas weiter unten fragt [jemand], wer am World Cleanup Day mitmachen möchte. Wäre allerdings Sa., der 21.09.19. Die Resonanz ist recht übersichtlich. Eigentlich sollte man meinen, wenn man für die eigene Stadt etwas machen kann, sollten doch die FfF – Aktivisten sich in Scharen an so einer Aktion beteiligen. Aber ich vergaß… es ist ein Samstag!!!! Ach, da muss man ja auch noch arbeiten…nee, geht gar nicht. Übrigens könnten sich da auch die Schulen beteiligen. Aber ach, ich vergaß…es ist ein Samstag.
Erwiderung
Hallo, die eher fehlende Beteiligung am World Cleanup Day lässt sich nicht abstreiten, aber die Aussage Ihres Textes wird dadurch nicht bestätigt. Sie implizieren, dass Scharen von Menschen an dieser Aktion hätten teilnehmen sollen, aber stattdessen lieber faul daheim den Tag verbringen würden, ohne dabei auch nur den kleinen Finger für den Klimaschutz zu rühren. Nun, es lässt sich nicht über alle Teilnehmer an FfF das Gleiche sagen, dennoch wage ich zu behaupten, dass Ihre Aussage auf einen Großteil dieser FfF – Aktivisten nicht zutrifft. Ich denke, hätte man den WCD an einem Freitag veranstalten, wäre die Beteiligung nicht größer gewesen. Das läge aber nicht daran, dass es ein zu großer Aufwand sei, Müll aufzusammeln und zu entsorgen, sondern daran, dass ein Großteil derer, die gerne mithelfen würden, nichts davon mitbekommen hätten (wie es auch am Samstag der Fall war). Von Fridays For Future weiß vermutlich jeder in Deutschland Lebende etwas, der einen Fernseher, ein Handy oder ähnliches besitzt. Das ist offensichtlich nicht vergleichbar mit dem WCD. Er wurde diesen Samstag erst zum zweiten mal in Deutschland veranstaltet und ich so wie sämtliche meiner Mitschüler haben nichts davon mitbekommen.
Dank der Diskussion die gerade geführt wird aber, wird die Beteiligung im folgenden Jahr mit Sicherheit steigen. Vielen Dank
Erwiderung mit Kommentar 
Wir müssen Ihnen in dem Punkt, dass die Schüler nicht wissen, für was sie demonstrieren, widersprechen, da wir selbst Schüler sind und sehr wohl wissen, was wir tun. Wir protestieren für die (Um)Welt, ein besseres Klima und für unsere Zukunft. Wir sind für eine bessere Zukunft der Erde, was Sie ja auch betrifft ,da sie auch auf dieser Erde leben! Außerdem wissen wir, dass CO2 eine Abkürzung für Kohlenstoffdioxid ist. Falls sie mit ihrer Aussage darauf hinweisen wollen, dass Schüler durch das Protestieren den Unterrichtsstoff verpassen und somit auch nicht wissen können, was CO2 ist, dann können wir sie beruhigen, da der verpasste Unterrichtsstoff nachgeholt werden muss!.
Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Schüler*innen sich über faire, sachliche und unaufgeregte Antworten freuen. 

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