PERSÖNLICH: Zum neuen Newsletter auf Substack

Bob Blume
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19. August 2026
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Dieser Blog ist über die Jahre zu einer Art Werkzeugkasten geworden. Wer hierher findet, sucht meistens etwas Konkretes: Informationen zum neuen Schuljahr, Material für den Deutschunterricht, Hilfen für das Referendariat. Das ist gut so, und das soll so bleiben. Aber mir ist in den letzten Monaten etwas aufgefallen: Für die Texte, die mir am wichtigsten sind, ist ein Werkzeugkasten der falsche Ort.

Ich meine die Texte, in denen ich nicht erkläre, sondern denke. In denen ich mir selbst nicht sicher bin. In denen es um die Frage geht, was Schule in einer Gesellschaft bedeutet, die sich schneller verändert, als ihre Institutionen es können – um Künstliche Intelligenz, um Gerechtigkeit, um Lesen und Schreiben als Kulturtechniken unter Druck. Solche Texte gehen zwischen Unterrichtsmaterial und Schuljahresterminen unter. Auch, weil sie eine andere Art von Aufmerksamkeit brauchen.

Deshalb gibt es seit Kurzem einen zweiten Ort: meinen Newsletter auf Substack.

Die Arbeitsteilung ist einfach. Hier auf dem Blog findet ihr weiterhin das Nützliche – Material, Unterricht, Referendariat, alles frei zugänglich und durchsuchbar. Auf Substack findet ihr das Nachdenkliche: Essays, Einordnungen, gelegentlich auch das Persönliche. Der Blog beantwortet Fragen. Der Newsletter stellt sie.

Warum ausgerechnet Substack? Weil dort etwas möglich ist, das die Plattformen, auf denen ich sonst schreibe, systematisch verhindern: Ruhe. Kein Algorithmus, der Empörung belohnt. Keine Kacheln, die nach drei Sekunden über ihr Schicksal entschieden haben. Ein Text kommt per Mail, man liest ihn, wenn man Zeit hat, und darunter entsteht – das hat mich bei der ersten Ausgabe ehrlich überrascht – ein Gespräch, das diesen Namen verdient. Ich habe dazu einen längeren Text geschrieben, der zugleich die erste Ausgabe war: „Warum ich meine Hoffnungen in Substack setze“. Wer die ganze Argumentation lesen will, findet sie dort.

Und ja, mir ist die Ironie bewusst: Ausgerechnet der Netzlehrer, der seit Jahren auf den Plattformen unterwegs ist, sehnt sich nach dem ältesten Format des Internets – Text per E-Mail. Vielleicht ist es keine Ironie. Vielleicht ist es eine Konsequenz.

Der Newsletter ist kostenlos. Wer ihn abonniert, bekommt in unregelmäßigen, aber verlässlichen Abständen einen Text, der nicht zwischen Terminen und Material verschwindet, sondern direkt im Postfach liegt. Nicht mehr, nicht weniger.

Hier geht es zum Newsletter: netzlehrer.substack.com

Ich freue mich sehr, wenn ihr vorbeischaut, mitlest oder sogar abonniert.

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