Es gibt sie tatsächlich: Die App, die 90% aller Lehrerinnen und Lehrer die Freudentränen ins Gesicht treibt. Beim Barcamp, das beim Deutschen Lehrerforum gehalten wurde, gab es einen Workshop zu ZipGrade. Mit einer Kombination aus Blatt und App können Multiple-Choice-Tests so in sekundenschnelle überprüft werden.

Update

Diese Version beinhaltet ein Update dieses Textes, der zunächst Ende 2018 verfasst wurde. Dieses Update ist vom 27. Mai 2023.

Kleine Vorrede

Es hat seine Gründe, dass in der digitalen Community darauf beharrt wird, dass es in der Schule mehr um Kompetenzen als um abprüfbares Wissen gehen sollte. Eine Seite bzw. App, die es erleichtert, Multiple-Choice-Tests zu korrigieren, ist da natürlich kontraproduktiv. Aus diesem Grund der Hinweis: Die App ist für all jene geeignet, die in ihrem Unterricht dennoch bestimmte Grundlagen testen wollen – man denke an Vokabeltests in den Sprachen oder ähnliches. Wenn jemand diese Grundlage völlig ohne Tests erarbeiten lassen kann, umso besser.

Das Prinzip

ZipGrade funktioniert, wie angedeutet, aus einer Kombination aus Blättern und Plattform. Das Prinzip ist einfach: Die Lehrperson (oder ein Schüler, der checken möchte, ob die Zuhörer seinem Referat gefolgt sind) legt eine Klasse an (das geht auch anonym mit Kürzeln).

Dann erstellt er einen Test mit Multiple-Choice Antworten – unabhängig von der App.

Vorbereitung eines Inhaltstests in Englisch, 2023

In der App wird dann eine Vorlage geöffnet, in die die richtigen Antworten eingetragen werden. Mit anderen Worten: Wenn vier Antworten bereitstellt und die zweite davon die richtige ist, dann gibt man dies in die App ein. Das war es. Die App synchronisiert mit der Plattform und es ist alles für die Korrektur bereit.

Anstelle des Tests bekommen die Schüler die frei herunterladbaren Fragebögen. Der Test selbst ist an die Wand projiziert. Die Schüler tragen also nur die richtigen Antworten ein.

Wenn sie fertig sind, scannt der Lehrer den Test, indem er das Handy mit der geöffneten App an den Seiten des Blattes orientiert. Fertig. Die Punktezahl wird angezeigt.

Wie gesagt: Die Vorlage für die Zettel, auf denen die Tests von den Schülern gekreuzt werden, ist kostenlos herunterzuladen. Für mehr als 100 (!) Tests pro Monat muss man indes zahlen. Das ist, für das, was diese App leistet, ein durchaus preiswerter Preis.

Konkrete Umsetzung

Momentan nutze ich die kleinen Tests in Absprache mit den Schülerinnen und Schülern als gemeinsame Maßnahme, ein wenig “Lesedruck” aufzubauen. Das heißt: Wer weiterliest, sollte keine Probleme mit den Tests haben, wer nicht liest, schon. Das Ganze ist deshalb in Absprache entstanden, weil meine Idee war, dass die Tests auf der einen und eine kreative Aufgabe auf der anderen Seite eine typische Klassenarbeit ersetzen.

Wie der zweite Teile der Aufgabe aussieht, kann man hier nachlesen. Aus dem Text ein Ausschnitt:

Sie wählen die Art und Weise des Zugangs zu dem Buch selbst, wählen die Mittel und die Art und Weise der Aufgabe. Teil dieser Aufgabe ist es zu reflektieren, wie sie auf die Aufgabe gekommen sind und wie sie sie durchgeführt haben. Außerdem sollen sie angeben, welche Note sie mit der Aufgabe erreichen wollen. Zuletzt geben sie die Quellen und eine Erklärung zur Selbstständigkeit an.

Mit anderen Worten: Anstelle einer Klassenarbeit, bei der alle dasselbe machen, wählen die Schülerinnen und Schüler auf der einen Seite einen sehr individuellen Zugang. Auf der anderen Seite führen sie aber auch viele kleine Tests durch, der dazu führt, dass es sich “lohnt” dranzubleiben.

Fazit

Eines ist klar: Wenn der eigene Unterricht so läuft, dass er nur noch über Multiple-Choice-Abfragen funktioniert, dann hat man etwas falsch gemacht. Wenn man aber viele Stunden unterrichtet und ab und zu sicherstellen will, das Grundlagen geübt wurden, dann ist diese App Gold wert, weil sie Zeit schenkt, einfach zu bedienen ist und sogar die Schüler motiviert. Für einige Lehrer wird dies ein echter Zugewinn sein.

3 Kommentare

  1. Interessante App. Leider für die “großen” Arbeiten nicht anwendbar. Was da hilft: Korrekturreduzierende Aufgaben stellen, schnelle Entscheidungen fällen, Perfektionismus und Gerechtigkeitsglaubenssätze beiseite stellen, Randbemerkungsnotizen reduzieren. Kann man lernen und trainieren – 100 Prozent gerecht korrigieren wir NIE! Und der Chefarzt schneidet auch nicht dreimal die Brust auf, um nochmal zu gucken, ob das alles rechtens ist. Und: Ziet ist…..Lebensqualität in unserem Beruf. #https://www.cognoscis.de/lehrercoaching

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