Wie wohltuend ist es doch, ein gutes Buch in die Hand zu nehmen und fern von Algorithmen und der rasanten Welt innezuhalten, sich einfühlen und träumen zu dürfen. Ich wuchs in einer von Dir erwähnten „Buchkultur“ auf. Die Zeitung, Romane, Sachbücher und der wöchentliche Gang in eine Bibliothek waren Normalität. Jahre später habe ich dies für meine eigenen vier Kinder übernommen. Lesen braucht Raum und in gewisser Weise auch ein Vorleben.
Trotz meiner tiefsten Überzeugung der Wichtigkeit von Lesen und Schreiben stoße ich bisweilen als Lehrerin an meine Grenzen. Natürlich kann ich einige Kinder und Jugendliche dafür begeistern oder auch behutsam heranführen. So richtig zufrieden bin ich damit jedoch noch nicht. Dein Plädoyer bringt die Tiefen der Liebe zum Lesen und Schreiben in brillanter und überzeugender Weise auf den Punkt. Somit ergeben sich für mich neue Ansatzpunkte in meinem täglichen (schulischen) Wirken. Die Jugendlichen meiner Schule werden Dein Buch zu Beginn der 11.Klasse lesen. Wir sind überzeugt, dass ein Blick in Deine Gedanken auch bei jungen Menschen einen tiefgreifenden Reflexionsprozess in Gang setzen kann.
Wäre es nicht eine logische Konsequenz, dass Du uns Leser nach diesem Plädoyer und Deinen gelungenen Kurzgeschichten mit auf eine längere Reise nimmst? Ein Roman wäre ein phantastisches Vorhaben...



