Memes, also die Weiterverarbeitung von bestehenden Bildern in Bild-Text oder Video-Text-Kombinationen, ist eine in der Netzwelt weit verbreitete kulturelle Praxis, mit der Insiderwitze gemacht, kulturelle Entwicklungen kommentiert oder Zugehörigkeit markiert werden kann. Im Deutschunterricht können Memes sowohl sehr offen, als auch in Bezug auf Literatur eingesetzt werden.

Bevor die Schüler*innen Memes (deutsch: Mems) zu dem Roman „Corpus Delicti. Ein Prozess“ gestalteten, besprachen sie ihre Lieblingsmems und kamen darüber zu einer Definition. Mir war es wichtig, diese Definition nicht wissenschaftlich anzudocken, um die Definition direkt aus der Erfahrungswelt abzuleiten. Das Einzige, was ich dazu gab, war der Hinweis, dass Mems nicht als „unnötig“ zu betrachten sind (wie es manche Jugendliche meinen), sondern als relevante kulturelle Praxis und netzkulturelles Phänomen verstanden werden können (die auch in der „realen“ Welt Bedeutung erlangen können).

Die Jugendlichen definierten Memes als

  • globale Insiderwitze
  • „relatable“ Inhalte, also Inhalte, die man direkt auf sich selbst beziehen kann
  • nachvollziehbare Inhalte (für die In-Group)
  • Inhalte, die Vorwissen und Dekodierfähigkeit voraussetzen
  • gesellschaftliche Motive, die wiederkehrende Themen verarbeiten und kommentieren

Offen blieb die Frage, ob es 2-Klassen-Memes gibt (also solche, die eine höhere Dekodierfähigkeit voraussetzen, oder gar ein Unterschied gemacht werden müsse zwischen globalen, regionalen und lokalen Memes.

Dieser spannenden Diskussion folgten die Memes über „Corpus Delicti“, die im weiteren Verlauf besprochen wurden.

Das Fazit fiel insgesamt sehr positiv aus. Es wurde angemerkt, dass die Memes spezifische den Text betreffende Probleme auf eine anschauliche, humoristische Art und Weise darstellen und so die Perspektive erweitern. Die Besprechung der Ergebnisse konnte noch nicht vollständig abgeschlossen werden.

Zunächst einmal ein paar Beispiele:

 

1 KOMMENTAR

  1. Super schön! Die SuS konsumieren ja so viele Mems und dann sind alle erstaunt, dass sie Hirnschmalz mit ganz viel Spaß produzieren können, selbst mal so was zu entwickeln! Es ist eine richtig schöne Herausforderung!

    Ich glaube Memes in einer Definition zu fassen bleibt schwierig, aber es auf Bild-Text/Video-Text etc. zu beschränken, wird der Sache auch nicht ganz gerecht. https://de.wikipedia.org/wiki/Mem da die ersten Zeilen finde ich etwas passender. Es gibt ja auch einzelne Worte die Mems sind, die nichts mit Bild oder Video zu tun haben (z.B. the game https://knowyourmeme.com/memes/the-game ). Am Ende ist ja alles ein Mem :))
    Ich finde es aber ganz toll, explorativ an die Sache ranzugehen und die SuS da selbst mal forschen zu lassen. Irgendwie ist es für die SuS ja ein bisschen so wie „Jeder kennt’s aber keiner weiß genau Bescheid, was das eigentlich ist“.

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