UNTERRICHT: TikTok-Algorithmus-Experiment

Bob Blume
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30. Juni 2025
22 Kommentare
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Wie lässt sich algorithmische Medienlogik im Unterricht erfahrbar machen? In einer 10. Klasse habe ich ein Experiment durchgeführt, das genau das ermöglicht hat – mit überraschenden, zum Teil erschreckenden Ergebnissen. Ziel war es, Plattformmechanismen nicht nur theoretisch zu besprechen, sondern sie selbst zu erleben, zu beobachten und zu reflektieren.

Die Diskussion

Momentan findet allerorten die Diskussion um Smartphone-Verbote und Social-Media ab 16 Jahren statt. Eine aus meiner Sicht wichtige Diskussion, die längst nicht zu Ende geführt worden ist. Die große Frage ist allerdings, was wir tun, bis es zu einem Verbot kommt. Eine Antwort ist in der Medienpädagogik zu finden. Allerdings gibt es hier auch die unterschiedlichsten Herangehensweisen: Während einige Klassen das Schreiben auf dem Keyboard lernen, weitere Excel und Mails bedienen sollen und wieder andere Filme erstellen, glaube ich, dass die Reflexion der momentanen sozialmedialen Welt besonderes Interesse verdient hat. Dies schließt explizit an das "Strategiepapier Bildung in der digitalen Welt" der KMK an, das seit 2016 besteht, in Teilen in die Bildungspläne geflossen, aber ansonsten breitflächig ignoriert worden ist. Der für diesen Beitrag relevante Themenbereich findet sich unter Abschnitt 6.2

Medien in der digitalen Welt verstehen und reflektieren

6.2.1.  Vielfalt der digitalen Medienlandschaft kennen

6.2.2.  Chancen und Risiken des Mediengebrauchs in unterschiedlichen Lebens- bereichen erkennen, eigenen Mediengebrauch reflektieren und ggf. modi- fizieren

6.2.3.  Vorteile und Risiken von Geschäftsaktivitäten und Services im Internet analysieren und beurteilen

6.2.4.  Wirtschaftliche Bedeutung der digitalen Medien und digitaler Technologien kennen und sie für eigene Geschäftsideen nutzen

6.2.5.  Die Bedeutung von digitalen Medien für die politische Meinungsbildung und Entscheidungsfindung kennen und nutzen

6.2.6.  Potenziale der Digitalisierung im Sinne sozialer Integration und sozialer Teilhabe erkennen, analysieren und reflektieren

Die Zielsetzung

Die algorithmische Steuerung digitaler Plattformen wie TikTok bleibt für viele Schülerinnen und Schüler abstrakt – selbst wenn sie täglich mit ihr konfrontiert sind. Das ist auch kein Wunder. Oliver Burkeman schreibt in seinem Buch "Four Thousand Weeks" bemerkenswerte Sätze zur Aufmerksamkeit (eigene Übersetzung): Dasjenige, dem du Aufmerksamkeit gibst, definiert für dich, was Realität ist. (...) Um die Dinge noch schwieriger zu gestalten: Es kann sehr schwierig sein, überhaupt zu bemerken, wenn deine Perspektive aufs Leben verändert worden ist, was an dem speziellen Problem der Aufmerksamkeit liegt: Es ist extrem schwierig, dass diese sich selbst überwacht. Das einzige Werkzeug, dass man hat, um herauszufinden, was mit der Aufmerksamkeit passiert, ist die Aufmerksamkeit."

Ziel des Unterrichtsvorhabens war es daher, die Wirkweise von Algorithmen am eigenen Beispiel zu erleben, kritisch zu hinterfragen und im Sinne einer reflektierten Mediennutzung einzuordnen. Die These war (und ist) dass die Aufmerksamkeit dann besser gesteuert werden kann, wenn es nicht schon die eigene Filterbubble ist, die man vor sich hat, da diese ja eine vorgegebene Realität zeigt, die man als normal annimmt. Die Methode eignet sich sowohl für Politik, Gemeinschaftskunde, Deutsch oder Ethik als auch für projektorientierte Medienbildungseinheiten.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Wenn man mit Schülerinnen und Schülern soziale Medien nutzen und reflektieren möchte, muss man die Richtlinien der Länder berücksichtigen. Diese unterscheiden sich zwischen den Ländern erheblich. In Baden-Württemberg gelten dafür bestimmte Maßgaben:

Schülerinnen und Schüler dürfen nicht verpflichtet werden, Accounts in sozialen Netzwerken (z. B. Facebook, Instagram) zu erstellen oder zu nutzen. Die Nutzung ist nur erlaubt, wenn sie frei und nicht verpflichtend erfolgt.

Die entsprechende Passage auf der Seite des Kultusministeriums:

„Zulässig ist jedoch die Behandlung von Sozialen Netzwerken im Unterricht, ohne personenbezogene Daten von Schülerinnen oder Schülern zu verwenden. Dort können beispielsweise Funktionalitäten von Sozialen Netzwerken beleuchtet werden, deren Möglichkeiten und Risiken vorgestellt und diskutiert werden. Dies könnte auch dadurch erfolgen, dass auf freiwilliger Basis bereits vorhandene Accounts von Schülern genutzt werden.“ 

Im Rahmen des Experiments nutzten ausschließlich Schülerinnen und Schüler Accounts, die sie bereits besaßen. Sie erstellten einen Fake-Account mit Wegwerf-Mailadressen. Die anderen Schüler arbeiteten in Teams zu jeweils drei Personen mit.

Die Idee

Zentrale Überlegung war: Wenn man als Nutzer in Rollen schlüpft und ein TikTok-Konto mit bestimmten Interessen füttert, dann kann man den Algorithmus beim Arbeiten zusehen. Genau das haben wir getan: 6 Gruppen, zehn Rollen, 6 TikTok-Accounts. Ziel: Die For-You-Pages beobachten, Veränderungen festhalten und die Plattformlogik erfahrbar machen.

Zur systematischen Dokumentation kam ein Etherpad zum Einsatz – ein webbasiertes kollaboratives Textdokument, das sich ideal für Unterricht eignet. Es erlaubt nicht nur zeitgleiches Arbeiten an einem Text, sondern fördert auch transparente Reflexion und Teamarbeit. Die Rollen wurden mit dem Wheel of Names ausgeteilt (eine kleine, spannungsbehaftete Einleitung).

Die Durchführung

Die Methode lässt sich in fünf Phasen strukturieren:

  1. Vorbereitung

    • Einführung in Plattformmechanismen: Was ist ein Algorithmus?
      → Ein Algorithmus ist ein Regelwerk, das auf Basis von Interaktionen (Likes, Shares, Kommentare, Verweildauer etc.) entscheidet, welche Inhalte einem Nutzer angezeigt werden.

    • Ziel des Experiments klären: Wir beobachten nicht Inhalte per se, sondern analysieren, wie sie entstehen.

  2. Rollenvergabe
    Über ein Namensrad (z. B. Wheel of Names) wurden folgende Rollen zufällig vergeben:

    • Heinz, 67 – Traktorliebe & rechte Meinungsmacher

    • Jamal, 17 – Deutschrap, Fitness, Straße

    • Elena, 22 – alternativ, antifaschistisch

    • Bernd, 74 – Rentner mit Heimwerkerleidenschaft

    • Sabine, 45 – spirituelle Heilpraktikerin

    • Rüdiger, 58 – konservativer Politik-Junkie

    • Elvira, 63 – Ostalgikerin

    • (weitere Rollen möglich – z. B. Gamer, Influencerin, Klimaaktivist)

    •  👉 Das Rollenkarten können hier heruntergeladen werden.

  3. Beobachtungsphase
    Die Gruppen arbeiteten über mehrere Tage hinweg an ihren Accounts. Protokolliert wurden folgende Punkte:

    • Welche Videos wurden zu Beginn gezeigt?

    • Welche Hashtags, Themen, politischen Inhalte traten auf?

    • Welche Auffälligkeiten ergaben sich (z. B. Hate Speech, Verschwörungen, Sexismus)?

    • Wie schnell veränderte sich der Feed?

    • Welche Weltsicht wurde transportiert?

    👉 Das Beobachtungsraster kann hier heruntergeladen werden.

  4. Gemeinsame Analyse im Etherpad
    Die Protokolle wurden synchronisiert und verglichen. Dadurch konnten die Schülerinnen und Schüler Unterschiede, aber auch algorithmische Gemeinsamkeiten herausarbeiten.

  5. Reflexionsphase
    Zur Vertiefung kamen folgende Fragen zum Einsatz – wahlweise als Gruppenarbeit oder individuelle Aufgabe:

✍️ Reflexionsfragen für die Abschlussphase

  • Wie unterscheidet sich der Feed von Person zu Person?

  • Welche Inhalte wurden besonders stark vorgeschlagen – und warum?

  • Welche „Gefahren“ birgt der TikTok-Algorithmus für junge Menschen?

  • Wie wirkt sich das Like-/Scroll-Verhalten auf den Feed aus?

  • Welche Rolle spielt der Algorithmus bei der Meinungsbildung?

  • Was bedeutet das für unsere Medienkompetenz?

  • Welche Verantwortung hat TikTok als Plattform?

  • Hättest du erwartet, dass der Algorithmus so stark personalisiert?

  • Welche Schlüsse ziehst du für deinen eigenen Umgang mit TikTok?

Ergebnisse und Beobachtungen

Die Ergebnisse zeigten eindrücklich:

  • Schon nach wenigen Interaktionen veränderte sich der Feed massiv.

  • Bestimmte Inhalte (z. B. sexistische Memes, rechtspopulistische Narrative) wurden durch gezielte Likes stark befördert.

  • Politische Polarisierung trat besonders schnell bei „rechten“ Rollen ein.

  • Bei „linken“ Rollen war es deutlich schwieriger, den Feed algorithmisch in eine rechte Richtung zu verschieben – selbst mit drastischen Kommentaren und Follows.

  • Selbst harmlos erscheinende Interessen wie „Fitness“ oder „Gartenarbeit“ führten mitunter zu problematischen Bubbles.

Warum das Medienpädagogik ist – und warum es mehr davon braucht

Was hier passiert ist, war eine Form der aktiven Medienpädagogik. Die Schüler:innen wurden nicht belehrt, sondern ermächtigt. Sie konnten erleben, wie subtil digitale Systeme wirken. Sie lernten, dass Meinungsbildung im Netz nicht neutral geschieht – und dass kritische Distanz keine Option, sondern Notwendigkeit ist.

Und genau deshalb gehört solche Medienbildung nicht an den Rand des Stundenplans, sondern ins Zentrum: Wenn wir nicht vermitteln, wie Medien funktionieren, überlassen wir Kinder und Jugendliche denen, die diese Medien für sichnutzen – ob ideologisch, wirtschaftlich oder destruktiv.

Fazit

Das TikTok-Algorithmus-Experiment war ein Beispiel dafür, wie Medienbildung praxisnah und erkenntnisreich sein kann – ohne Zusatzmaterialien, aber mit klarer Struktur und kritischer Haltung. Es zeigt: Wenn Schülerinnen und Schüler selbst erleben, wie soziale Plattformen funktionieren, entsteht nicht nur Verständnis, sondern oft auch eine neue Wachsamkeit.

Gerade angesichts der politischen Herausforderungen in digitalen Räumen ist das kein „nice to have“, sondern demokratische Notwendigkeit.

Wenn du die Methode selbst ausprobieren willst oder Fragen hast, melde dich gern oder kommentiere den Beitrag. 
👉 Wer das Ganze durchführen möchte, kann den Beitrag als Leitfaden nehmen und die Rollenkarten und die Reflexionskarten hier herunterladen.

22 comments on “UNTERRICHT: TikTok-Algorithmus-Experiment”

  1. Ich arbeite im Kindergarten und den Umgang mit Medien in vielen Familien erschreckend, einige Kinder werden von ihren Eltern vor dem Tablett geparkt oft auch ohne Begleitung.
    Außerdem wissen leider auch viel Erwachsene nicht , was Medien so alles machen und können bzw welche Auswirkungen es hat. Ich finde das Projekt echt super und würde mir mehr davon an Schulen wünschen. Vielleicht auch für Erwachsene die es wissen möchten oder weiter vermitteln.
    Begreifen durch erleben, reflektieren und das in einem sicheren Raum , gute Arbeit.

  2. Hallo Bob,

    das hört sich wirklich stark an. Gerne würde ich das auch im Unterricht ausprobieren. Meine bisherigen Unternehmungen waren m.E. zu abstrakt für die SuS. Deine UE klingt sehr lebensnah. Interessant fände ich auch die Reaktionen/ Erkenntnisse der SuS.

    VG aus einem Brandenburger OSZ

  3. Hallo! Eine tolle Idee! ich überlege, ob und wie man das schon mit 4.Klasskindern machen könnte - wobei natürlich TikTok und Co. absolut ungeeignet für dieses Alter ist.

    Ich habe eine Frage zum Ergebnis der "linken" Rolle - habe ich richtig verstanden, dass es richtig schwer wurde, aus der linken Rolle heraus rechte Inhalte zu bekommen?

    Liebe Grüße, Janine

    1. Nein, genau umgekehrt. Es war sehr schwer in der linken und sogar radikal-linken Rolle keine rechten Inhalte, bzw. mehr linke Inhalte zu bekommen. Nach den Beobachtungen scheint der Algorithmus rechte Positionen zu "bevorzugen". So sind lt. dem Text die Beobachtungen dokumentiert wurden.

  4. Eine sehr spannende Herangehensweise, die ich mir direkt mal abspeichern werde, um sie bei nächster Gelegenheit selbst auszuprobieren.

    Wie lang hat die Sequenz denn in etwa gedauert? Habt ihr die Unterrichtsstunden dazu genutzt, die Algorithmen zu füttern oder war die Unterrichtszeit rein zur Beobachtung und Reflexion da?

  5. Auch in der Berufsschule und der Erwachsenenbildung eine erhellende Erfahrung, da man sich politisch gefestigt und unangreifbar wähnt. Interessant wäre m.E. in dieser Hinsicht auch die selbstreflektierende Frage, ob die konsumierten Inhalte das eigene Denken bereits beeinflusst haben und wenn ja, inwiefern.

    Vielen Dank für deinen inspirierenden Input, deine Tatkraft, deinen Mut, dich kontroversen Themen und Diskussionen über alle Plattformen hinweg zu stellen, Neues auszuprobieren und deinen unermüdlichen Einsatz für Demokratie.

  6. Hallo Herr Blume,
    ich hätte eine Frage zur rein praktischen Seite. Wie können die Schüler*innen Accounts anlegen, die trotz der Deep Tracking Tools vieler Plattformen völlig getrennt sind von ihren privaten Accounts? Bzw. wie wurde das in Ihrem Experiment geöst?
    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen, herzliche Grüße 🙂

    1. Hallo Sina,
      ich hatte mich das auch schon gefragt und würde das jetzt über USB Sticks und einer portablen Version eines Web-Browsers (Firefox) machen. Die portable Version gibt es bei http://www.portableapps.com
      Weiterhin sollen die SuS dann bei einem FreeMailer (GMX.de, WEB.de, usw) eine neue E-Mail Adresse anlegen
      TikTok wird dann nur über den portablen Browser als Web-Oberfläche benutzt mit einer E-Mail, die keine persönlichen Daten der SuS enthält.
      Das sollte dann jeweils am Schul-PC benutzt werden, damit auch die privaten Endgeräte (Laptop/PC) nicht ausgelesen werden können.

      Habe den portablen Firefox und eine NoName E-Mail Adresse ausprobiert und beides hat super geklappt.

      1. Hallo, das lässt sich um prima über eine Android Virtualisierung an einem oder mehreren SchulPC realisieren.
        Man hat dann ein ‚frisches‘ Smartphone mit neuen Accounts und ohne Historie vor sich am Bildschirm.
        Entsprechende Tools gib es auch kostenlos zum Download.
        Alternativ haben sehr viele Menschen auch noch ältere ‚ausgemusterte‘ Smartphones in der Schublade liegen, die man komplett zurücksetzen kann um sie dafür zu nutzen.

  7. Hi
    ich werde mir deine Idee für meinen WPU Kurs im nächsten Jahr Mal vornehmen, vielen Dank, das war genau das, was ich gebraucht habe.
    Ich frage mich nur, wie du das organisatorisch geregelt hast. Sollten die SuS die App auf ihren privaten Geräten installieren? In wie weit müsste das vorher von der SL und den Eltern abgesegnet werden? Wie viel Zeit in der Woche habt ihr mit den Accounts verbracht? Haben die SuS diese auch in ihrer Freizeit genutzt? Wie seid ihr mit Inhalten umgegangen, die strafrechtlich relevant sind...?
    würde mir sehr weiter helfen 🙂‍↕️

  8. Ich arbeite mit Azubis als Ausbildungsbeauftragte ich finde es richtig spannend und werde es kommendes Schuljahr mit einbauen und die vielen hier schon aufgefallenen Tipps beachten. vielen lieben Dank für den Anstoß.

  9. Super Experiment! Eine Rolle eines 35-jährigen Crypto-Finanz-Zockers wäre noch gut. Da entsteht auch eine extreme Blase. Über die herausgearbeiteten Ergebnisse und die Wirkung bei den Jugendlichen hätte ich noch gerne was gelesen.

  10. Ich finde das Experiment und die methodische Herangehensweise sehr gelungen – vor allem, weil es Schüler:innen auf eindrucksvolle Weise die Wirkmechanismen von Algorithmen und digitalen Meinungsblasen näherbringt. Genau solche Projekte braucht es heute mehr denn je.

    Doch genauso wichtig wäre es, die politische Bildung deutlich stärker in den Fokus zu rücken. Denn der Kern des Problems liegt nicht nur im digitalen Raum, sondern darin, dass viele junge Menschen nicht wissen, welche politischen Spektren es gibt, was Begriffe wie konservativ, links, rechts, liberal, populistisch, extremistisch eigentlich bedeuten – und wo diese Positionen in unserer aktuellen Parteienlandschaft verortet sind.

    Wer gelernt hat, politisch zu differenzieren, wird auch in einer algorithmisch gefilterten Umgebung nicht so schnell Opfer von Einseitigkeit oder ideologischer Verzerrung. Selbst in einer Blase behält man dann den klaren Blick für den Unterschied zwischen Meinung und Extremismus – zwischen legitimer rechter oder linker Position und gefährlicher Radikalität.

    Genau diese politische Differenzierung fehlt aber in vielen Schulen, Medien und gesellschaftlichen Debatten. Stattdessen erleben wir oft eine pauschale Verurteilung – gerade gegenüber allem, was rechts der Mitte steht. Das führt zu Stigmatisierung und verstärkt am Ende genau die Spaltung, die wir eigentlich überwinden wollen.

    Daher: Medienkompetenz und Algorithmusverständnis sind wichtig – aber ohne tiefere politische Bildung bleiben sie einseitig.

  11. Ich finde dass das eine interessante Idee ist, jedoch fehlt m. E. bei der Personenerstellung ein richtiges Profil. Wenn man schon etwas in die Richtung macht, dann sollte zumindest ansatzweise ein Nutzerprofil erstellt werden, der über zwei Wörter geht und mehr relevante Merkmale aufgreift, als Alter, Geschlecht und 2 Worte/Floskel. Das reicht nicht. Und ist finde ich auch gefährlich, zu zeigen, dass ein Mensch/Profil auf so was reduziert werden kann.

    1. Hallo Veronika, die auf Eduki erhältlichen Rollenkarten enthalten viel mehr Informationen als hier im Text abgebildet sind. Sonst könnten ja auch die SuS nicht viel damit anfangen vermutlich.

  12. Mich würde interessieren, wie die Schüler auf die Entwicklung reagiert haben. Wie haben sie das aufgenommen, welches Fazit haben sie selbst für sich da rausgezogen? Welche Nachwirkungen hat das bei den Schülern?

  13. Dieses Experiment hat mich sofort begeistert und ich habe beschlossen, es in einem VU-Projekt im kommenden Schuljahr mit meiner 10. Klasse umzusetzen. Wir werden noch Deutsch und Informatik damit vernetzen und das ganze über einige Wochen laufen lassen und ich freue mich wirklich sehr darauf. Auf die Planung, die Umsetzung und vor allem auf den Erkenntnisgewinnung auf allen Seiten, denn ich bin mir sicher, dass hier nicht nur die SuS sondern auch wir selbst sehr viel mitnehmen werden.
    1000 Dank für die wirklich bereichernden Beiträge zu unserer Bildungslandschaft und dass Sie etwas bewegen, Herr Blume!

  14. Wow, sehr gute Idee! Ich werde das mit Throwaway-Accounts einmal im Voraus üben 🙂

    Eine Frage zu den Interessen der Rollen, damit ich richtig vorgehe. So hätte ich es verstanden:
    - Throwaway-Account anlegen mit passendem Geburtsdatum und Geschlecht
    - Dann in der Suche nach den Interessen suchen und ein paar Videos schauen (richtig so?)
    - Danach in den "For you" Feed einsteigen und beobachten.

    Danke für die Aufklärung und LG aus Österreich

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