Bob Blume
"(…) eine Axt für das gefrorene Meer in uns."

Rezension: Digitaler Deutschunterricht

 

Medienexperte, Dozent und Lehrer Philippe Wampfler

Zunächst das Wichtigste: Philippe Wampflers „Digitaler Deutschunterricht. Neue Medien produktiv einsetzen“ ist vor allem eines: Erkenntnisreich, durchdacht und gewinnbringend zu lesen. Für diejenigen, für die Begriffe PLN, Filterblasen oder die 4K Fremdwörter sind, ist es zunächst auch eine Herausforderung. Und überhaupt: Die Herausforderung, die sich nach der genauen Lektüre ergibt, ergibt sich vor allem darin, seinen eigenen Unterricht nicht auch nur ein wenig zu verändern. 

Eine Vorbemerkung

Schon als bekannt wurde, dass der Medienexperte Philippe Wampfler ein neues Buch veröffentlichen wurde, war ich interessiert. Dies liegt nicht nur daran, dass schon Bücher wie „Generation Social Media“ einen unverkrampften, sachlichen und vor allem lustvollen Zugang zu den digitalen Medien und den in ihnen zu findenden Sphären gewährten, sondern vor allem deswegen, weil man Wampfler bei seinem Tun über die Schulter schauen kann – man kann also das tun, zu dem Wampfler selbst  alle Deutschlehrer auffordert: Lurken, also jenen, die sich in den Medien bewegen wie Fische im Wasser, über die Schulter schauen.

„Effekte nicht addieren, sondern in der Verschmelzung einen Zusatznutzen finden.“

Insofern las ich das Buch zunächst zweidimensional: Während eine Perspektive aus der Erinnerung an zahlreiche Diskussionen entsprang, die auf Twitter und Facebook zu den verschiedenen Themen geführt wurden, versuchte ich die andere aus der Warte eines der digitalen Kultur gänzlich fremden Deutschlehrers zu imaginieren (was zugegebener Weise aufgrund der eigenen Social-Media-Nutzung nicht besonders leicht ist).

Lange ging dies nicht gut. Denn neben der theoretischen und der imaginierten Perspektive, kam schnell der Praktiker hinzu, der sich von dem Buch inspirieren ließ. Und das nicht nur vor dem Hintergrund der zahlreichen Vorschläge, wie man die digitalen (Jugend-)Welten gewinnbringend in den Deutschunterricht integrieren, ja, einen gänzlich anderen Deutschunterricht kreieren kann. Sondern auch, was die Herangehensweise und die theoretischen Grundlagen des Buches betrifft.

Digitale Medien stehen im Zentrum des Deutschunterrichts, sie sind es, worum es geht.

Struktur des Buches

Das Buch, welches mit etwa 150 (allerdings prall gefüllten) Seiten innerhalb weniger Stunden zu lesen ist, ist in drei Kapitel aufgebaut. Während in den einleitenden Bemerkungen vor allem Bezug auf die zahlreichen Kritiker und den, wie es dort heißt, noch vorherrschenden „Verhinderungsdiskurs“ Bezug genommen und die wichtigsten (und vor allem lähmenden) Argumente entkräftet werden, werden im zweiten Artikel die „Grundlagen digitaler Arbeit im Deutschunterricht“ besprochen und dienen als Rahmen, um die folgenden „Projekte und Unterrichtsideen“ in eine Konzeption zu betten, bei der die Arbeit mit, über und durch digitale Medien mehr ist als eine Erweiterung.

Eckpunkte

Wampflers Buch bildet das ab, was es vom Deutschunterricht fördert: Indem  seine Beschreibungen des Status Quo und der neuen Zielrichtung, auf die sich ein der Gegenwart entsprechender Deutschunterricht orientieren sollte, auch Dimensionen und Zugänge von Kulturtheorie und Gesellschaftstheorie einbinden, ist das Buch selbst eine Art best practice Beispiel. Deutschunterricht und dessen Gegenstände sind und sollen mehr sein als die Abarbeitung an einem tradierten Normenkanon.

Kurzfristig müssen Lernumgebungen demokratischer und unter Einbezug der Lernenden gestaltet werden.

Dabei ist Wampfler kein Dogmatiker. Es geht ihm nicht darum zu zeigen, dass alles Digitale besser ist. Es geht aber eben auch um mehr als um den Nutzwert von Tools. Indem er die Nutzung digitaler Plattformen, Werkzeuge und Methoden normalisiert, die Kritik relativiert, bestehende Axiome dekonstruiert und in klarer, sachlicher und auf neuesten empirischen Grundlagen beruhender Argumentation systematisiert kann man zu jeder Zeit die Gedankengänge nachvollziehen, die weniger auf den Wunsch nach Tabletklassen hinauslaufen, sondern auf einen gänzlich neuen Zugang, eine zeitgemäße Bildung, die digitale Möglichkeiten insofern ernst nimmt, als dass sie nicht eine Erweiterung eines starren Unterrichtskonzepts folgen, sondern den Unterricht selbst nach außen und innen öffnen und in ein individuelles Lernnetzwerk überführen.

Warum kein Spiel als Erweiterung von Literatur?

 

Kritik

Durch die schon angesprochene sehr saubere Argumentation gelingt es Wampfler, Kritik an seinem Ansatz zu erschweren. Das ist durchaus positiv gemeint. Gerade wenn man Wampflers Ansatz einer offenen, auf Eigenverantwortung, Kollaboration und Kreativität beruhenden Bildungsbegriff ein wenig kennt, weiß man, dass es hier um mehr geht als um Computer im Deutschunterricht. Das bedeutet aber gleichsam, dass sich Wampfler eben nicht bei der Endlosdiskussion darüber aufhält, ob nun die Nutzung von WhatsApp problematisch sein könnte (eine Diskussion, bei der er klar auf der Anwenderseite argumentiert).

Lernende dürfen zur Toilette, wann sie wollen, sie dürfen tragen, was sie wollen – und sie dürfen sich Notizen machen und recherchieren, wie sie wollen.

Wenn man kritische Aspekte herauspicken sollte, würde man wohl dort ansetzen müssen, wo es darum geht, was eine durch seine Anforderungen modellierte Lehrperson zu leisten hat. Sind alle im Stande, sich den digitalen Gegebenheiten anzupassen? Muss sich jeder online exponieren? Ist eine Unterrichtsführung auf Augenhöhe, wie Wampfler sie fordert, für jeden leistbar oder überhaupt erstrebenswert?

Aus zumindest einem persönlichen Gespräch weiß ich, dass Wampfler es leid ist, sich den ewigen „Nörglern“, die es zwangsläufig gibt, zu ergeben. Hier argumentiert jemand, der weiß, dass das digitale Zeitalter begonnen hat und dass es nicht darum ankommt, ob das durch einige immer noch ignoriert wird. Sondern darum, Schülerinnen und Schülern mit einem alle Bereiche des Lernens umfassenden Konzepts auf ein Leben vorzubereiten, bei dem die Unterscheidung zwischen on- und offline zunehmend redundant wird.

Und sonst?

Das Buch ist utopisch und revolutionär. Beides im positiven Sinne der Begriffe. Es werden sich viele Abers finden, doch es wird darum gehen, die Trotzdems zu finden.

Die verschiedenen Themen, die Wampfler in diesem eigentlich dünnen Büchlein streift, würden es allesamt verdienen, sich noch eingehender mit ihnen zu befassen. Ob es nun die Kritik an den Verhinderungsdiskursen geht (denen alle digital affinen Lehrer ausgesetzt sind), das Erlernen von Kulturtechniken (im Gegensatz zu einer Verengung auf Schullektüren)

„Dieses Buch geht davon aus, dass die Digitalisierung den Kern sprachlichen Lernens betrifft und verändert.“

oder eben zahlreiche praktische Ansätze, die das Buch liefert – vom Twittern aus der Perspektive einer Literaturfigur oder der Analyse von YouTube-Videos: Das Buch ist eine -durchaus streitbare – Fundgrube.

Nach nunmehr der Lektüre von einigen (Standard-)Werken der Digitalisierung, meine ich sagen zu können: Dieses Buch sollte nicht nur in jeder Lehrerbibliothek stehen, sondern Bestandteil der Lehrerausbildung sein, da es einen grundlegenden neuen Ansatz erprobt und sich nicht davor fürchtet, Altbewährtes zu hinterfragen oder sogar komplett abzulehnen.

Und falls man tatsächlich nicht von den Thesen, den Ansätzen und den praktischen Beispielen überzeugt ist, die sich hier finden, kann man den Autor immer noch persönlich kritisieren oder nachfragen. Das ist nicht nur möglich, sondern auch immer wieder gewünscht in dieser „post-digitalen“ (Vgl.S.24) Gesellschaft, in der wir leben.

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Abenteuerland

Die Drohung bahnte sich an, bevor sie mich in einem verschlang. Es hatte lange gedauert. Zwischen den Ritzen des Dickichts hatte das Monstrum gewartet und dann, in einem Moment des Innehaltens, zugeschlagen.

Es begann als Reise aus Neugierde. Die Wellenlinien versprachen ein Meer. Die Gedanken vor mir auf dem Tisch – ein Traum in Schichten von Blau. Ab und zu ein Schwarz, das dahin über den Tisch huschte. Ab und zu ein Ton, dann ein Gefühl von Leichtigkeit – huschend über die Stirn. Eine federleichte Odyssee durch die Gehirne einer Generation.

Lesend, in eine freudige Besorgtheit verflechtet, aber mit offenem Gemüt und Gewehr bei Fuß, rammte ich mein Wissen in die unheilvollen Worte, die als Spiegelbild meines geschundenen Selbst die Nicht-Erfahrung als Wert propagierten.

Aber auch Lichtschweife.

Ich drohte innerlich an, mahnte, stellte mich auf den Podest der abgetragenen Ruine und rief die schreibende Revolution aus. Sodann ein Gedanke, den festzuhalten ich für immer ich schwor, bevor die sanfte, in die Tiefe gehende Struktur vom Holpern des Satzbaus in eine Rinne von Tränen mündete.

Entschlossen, aber trostlos, müde und larmoyant.

Inzwischen der Herbst des Schreibens als Abgesang auf die Jahreszeiten der Wortkultur. Ich, schlendernd. Blätter aufhebend und meine mahnenden Worte in ihnen erkennend, aber als Ganzes nur noch im braunen Abglanz des abschätzigen Kopfnickens. Schon die Winterstimmung zwischen fehlenden Kommata erschauend. Suchend nach einem Partizip als Anker für die Tonlage der ins Nichts schwindenden Gedanken. Ein weiterer Stapel fällt zu Boden und reißt mehr Luft mit als Atem ausgeatmet wird durch das Dickicht des sich wiederholenden Schreis nach dem Ende des Sitzens.

Die Drohung hatte sich angebahnt. Es hatte nicht so lange gedauert, das weiß ich nun, da ich hier sitze und schreibe. Das Monstrum ist tot. Ich habe es getötet. Mit einem roten Stift. Ich stehe zwischen Ruinen und rufe in die Leere. Keiner steht hier. Keiner hört mich, weil jeder weiß, dass das nächste Monstrum nur auf einen wartet: auf mich. Und auf einen Moment des Innehaltens.

Es muss Neugierde gesammelt werden. Neugierde auf das dichte Netz der schauervollen Ahnungslosigkeit und der lichten Augenblicke honiglicher Begierde. Zwischen den Zeilen lese ich weiß. Welch ein Abenteuerland!

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Herr K. geht in die Stadt  

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Stellen wir uns einen Ort vor, an dem viele Menschen vorbeigehen. Vielleicht den Anfang einer Einkaufsstraße. Wenn man den ersten Schritt über die roten Pflastersteine macht, sieht man auf der rechten Seite einen Bäcker. Daneben einen Tchibo-Kaffeeladen und vielleicht ein Geschäft für Frauenmode. Auf der rechten Seite ist ein Laden für den modischen Jugendlichen. Daneben ein Friseur.

Nehmen wir weiter an, dass ein Herr K., der ungerne Brecht liest und nicht weiß, dass er als Weiterführung einer literarischen Figur missbraucht wird, diese Läden zwangsläufig passieren muss, weil er als Fotograf in einem Laden etwas weiter wohnt. Er hat also ein örtliches Abonnement. Er könnte auch von der anderen Seite kommen, aber das will Herr K. nicht. Herr K. ist über 50, männlich, weiß, hat Bluthochdruck, Glutenintoleranz und eine Weizenallergie. Und eine Glatze.

Herr K. ist außerdem stadtbekannt. Manche sagen, er terrorisiere die Menschen hier. Dabei will er nur seine Meinung sagen.

Er geht also jeden Morgen eine halbe Stunde früher los.

Er geht in die Bäckerei. Noch ist sein Gesicht nicht rot.

Er wartet, bis er drankommt. Dann ruft er: „Ich habe Allergie! Und Sie verkaufen hier Brot, nichts als Brot. Wissen Sie, was mit mir passiert, wenn ich das esse? Schämen sollten Sie sich.“

Er geht weiter und in den Tchibo-Laden. Wartet. Erhebt seine Stimme: „Ich habe Bluthochdruck! Und Sie verkaufen hier Kaffee, nichts als Kaffee. Wissen Sie, was mit mir passieren würde, wenn ich das trinke? Wollen Sie meinen Tod? Sie sind mitschuldig!“

Wenn er herauskommt, atmet er schon stärker.

Er geht in den Laden für Frauenmode.

Er wartet.

Er schreit: „Glauben Sie, dass ich das nicht merke. Früher mag hier ein Männerladen gewesen sein. Heute nur noch der Tand für das schwache Geschlecht. Unsereiner will auch leben! Sie werden es schon noch merken, was passieren kann.“

Er schäumt vor Wut, geht in den Laden für Jugendliche.

Wartet nicht.

Schubst eine Kundin um.

„Damals hatten wir das nicht! Nichts! Und nun, da ich alt genug bin, da ich so alt bin, gibt es die Sachen, die nur für Junge sind. Wir töteten und wurden getötet und Sie verkaufen hier diese Dinge?“

Er hat einen roten Kopf, er schnaubt, die Spucke läuft an den Rändern seines feuchten Mundes entlang.

Als letztes geht er in den Friseurladen. Er schnaubt, heult, schlägt seine Faust in die Hand. Er brüllt: „Was glauben Sie, wer Sie sind? Schauen Sie an, was dort oben bei mir ist? Keine Haare! Glauben Sie, deshalb bin ich ein Mensch zweiter Klasse?“

Der Friseur kann nicht mehr antworten. Herr K. ist hinausgestürmt.

Er geht langsam zu seinem Laden. Er hat einen wichtigen Gedanken. Es kann ja nicht nur ihm so gehen. Er bräuchte mehr Leute, über 50, männlich, weiß, mit Bluthochdruck, Glutenintoleranz und Weizenallergie. Und mit Glatze. Er würde sie mitnehmen und irgendwann gäbe es hier keine Ladengeschäfte mehr, die ihn gezielt abhielten ein Mensch zu sein.

Dann geht er in seinen Laden. Ein kleines Kind kommt herein. Er macht Passbilder. Lächelt.

Herr K. gibt es natürlich nicht in Wirklichkeit.

Sondern nur in Kommentarspalten.

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Eine Nacht

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„Werden wir diesen Abend jemals vergessen?“, fragte sie wie in die Nacht hinein, deren tiefes Schwarz nur vom dunklen Grün des über ihnen thronenden Baumes unterbrochen wurde. Er wartete eine Weile zu lange, bevor er die Antwort gab, die nicht nötig gewesen wäre. „Jemals“, dozierte er, „ist ein großes Wort. Keiner kann…“ Er sprach nicht mehr weiter; er wollte die Stimmung nicht zerstören, nicht jetzt.

„Weißt du“, sagte sie nun in seine Richtung, „manchmal ist es besser, wenn man nicht so viel zu wissen glaubt. Erfahrungen behindern die Hoffnung auf Überraschungen.“ Er nickte unmerklich und strich mit seinen Händen über das dicke Gras. Nach diesem Tag voller unverständlichen Wisperns über das, was der eine und die andere über Liebe dachte, dicken Schweißtropfen auf dem Weg zur Lichtung, einem ausgedehnten Picknick mit Früchten und geschmierten Broten auf einer zu kleinen Decke – nach diesem Tag war der Abend nicht als Ende geplant worden. „Jemals“ wiederholte sie, dieses Mal weder in die Nacht noch zu ihm. Er versuchte, seine Hand über ihre zu streichen, zog aber im letzten Moment zurück. Eine Unsicherheit hatte Besitz von ihm ergriffen, obwohl er selbst wusste, dass es nur die Kälte war, die langsam unter ihre Kleidung kroch.

„Wir können nochmal hier her kommen“, sagte er, als wolle er sich selbst beschwichtigen.

„Nein“, sagte sie und lächelte.

Viele Jahre später ging er den Weg zur Lichtung; nichts kam ihm bekannt vor und er fühlte sich unsicher. Kam zum Baum. Setzte sich. Versuchte irgendein Gefühl heraufzubeschwören. Es war weg. Nur eine Traurigkeit blieb wie an einen verstorbenen Bekannten. „Jemals“, hauchte er in die Luft und kam sich lächerlich vor.

Irgendwo anders lachte eine Frau ein lautes, unbeschwertes Lachen. Sie dachte nie wieder an diese eine Nacht unter dem Baum. Sie hatte ihn vergessen.

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Letter to J.K. Rowling

Dear J.K. Rowling,
I´m Agata, a 14-years-old girl from Germany who read the last words of the last Harry Potter book a minute ago. I´m writing this letter to you because of only one reason: to say THANK YOU.
I don´t know how to start. I would only like to tell you something that is very important for me and I hope so, so much you have the time and mind to read it.
Well, I think I start with the beginning, the beginning of an amazing time I found my most favourite activity.
I know, there are so many people who have written to you earlier and whose letters are more interesting and more creative… And I, I´m a normal girl from a little city who doesn´t know so much about Harry Potter. I´ve only read the books and watched the films… Anyway, I´m so impressed. Oh, I thank you so much.
It´s quite funny that your books hadn´t been so successful before I started to read the first one. Honestly: my first Harry Potter book had had a really sad life in my shelf. My mum bought me one and wanted me to read it because many friends had said it would be pretty good, but no, it didn´t interest me at all. I can´t believe it. I can´t believe I really said that and I really didn´t want to read this incredible book. I must have been an alien back then. Okay, sure, I didn’t know that´s so cool, but I can remember that I read the first page when I got it, and I wasn´t interested anyway. Now, when I look at the first page, I could read the whole book again and again. Every single one! And I cried after the last one because there aren´t any left. It´s amazing.
I´d never read such books like you have written. These whole stories which are so primed and thought-out can lead to such an amazing feeling, and during the read I was thinking every second about how extensive every single book is. It´s unbelievably.
I was eating your books like cake and I´m so thankful for that. Therefore, I´m so thankful because I finally found something different as cake, I´m eating it too much. What a joke. I think you know what I mean, don´t you?
Do you know how much your hand can affect other people? I was dreaming, laughing, crying and thinking only about Harry Potter and I´ve never experienced anything like that before. And I LOVE reading. I get goose bumps when I only hear the words ´Harry Potter´. Sometimes it feels like it is everywhere in my body.
I simply love everything you put wrote the page. Every book, every chapter, every scene and every word. And of course every character.
I say thank you to all the people who worked for the developing company from HP and his films because without that they would aggrieve a fantastic author.
In general, everyone who is able to show his creativeness and fantasy in any ways and makes it visual for other hearths should be respected. I don´t know if ´respected´ is the right word, but I want to come to this question: who knows how many other books are waiting for other (and more) readers? I´ve got a lot of experience with these books. It´s too bad. I´m really glad that your book(s) found the way to me. ☺
I ´d really like the people who think Harry Potter only deals with war and danger to learn that this is only a little part of it and that it deals also with friendship, love, courage and so much more. All of it makes me love your books so much!
I´m shaking my head and still can´t believe there really exists something amazing like the story of Harry Potter. Even only on paper. I will never stop I don’t want to ever stop thanking you.
I hope you and your family are fine.
Yours,
Agata

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Dichtung und Wahrheit: Lesung mit Per Leo

DSC_0012Am Donnerstag, den 28. Januar, besuchte der Berliner Schriftsteller und Historiker Per Leo das Windeck-Gymnasium Bühl, um aus seinem nunmehr in der 5. Auflage erschienenem Buch „Flut und Boden“ zu lesen und sich den Fragen des Publikums zu stellen. Zuvor hatt der von Herrn Dr. Lembke und Herrn Dr. Seiler im Rahmen von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ eingeladene Leo dem Seminarkurs die Kunst historischen Schreibens erläutert.

Die Zuschauer hatten einiges zu erwarten, als der klein gewachsene, freundlich drein schauende Mann mit schütterem Haar die Bühne betrat, ging es doch um nicht weniger als ein Buch, dass trotz des schon vielfach besprochenen Themas deutscher Schuldiger in der Zeit des Nationalsozialismus in den Feuilletons als „erkenntnisstiftend“ gelobt worden war.

Herr Dr. Sven Lembke, der Leo noch als Studenten in Freiburg betreute und ihm seither wie Dr. Mario Seiler auch freundschaftlich verbunden ist, stellte Leo als jemanden vor, der die Dimensionen der Geschichte behandele, die in der Schule oftmals fehlten. Schule vermittele die Welt „an sich“. Das sei hier nicht der Fall.

Nach einigen Worten über den 1972 in Erlangen geborenen Leo, der Philosophie, Neuere und Neueste Geschichte und Slawistik in Freiburg und Berlin studierte und 2009 den Caroline-von-Humboldt-Preis für seine Dissertation erhielt, begann der Schriftsteller und Schatullenproduzent mit der Lesung von vier ausgewählten Stellen aus seinem Buch.

Dabei ist der ungewöhnliche zweite Beruf geradezu programmatisch für das, was Leo in seinem Buch vollbringt. Er erzählt, berichtet und reflektiert hier über seine Familie, ein Bremer Bildungsbürgergeschlecht, und vor allem über den Werdegang seines Großvaters und dessen Bruder. Während der letztgenannte, Martin, seinem bildungsbürgerlichen Ideal treu bleibt und sich in das Goethestudium vertieft, erzählt der Ich-Erzähler, Leo selbst, wie Friedrich nach gescheiterten Versuchen, sein Leben in die gewünschte Bahnen zu lenken, ein Berufsoffizier der SS im Rasse- und Siedlungshauptamt wird. Obwohl die beiden Brüder sich in ihrem Leben eher aus dem Weg gehen und Berührungspunkte vermeiden, laufen die Lebenslinien im Buch nah aneinander. Man könnte sagen: Die Schatulle zweier unterschiedlicher Lebensentwürfe wird geöffnet.

Die professionell, in sprachlich dynamischen Sentenzen vorgetragenen Buchstellen, verdeutlichten die Mehrstimmigkeit in Leos Buch, die einer der Gründe ist, warum es von der Kritik so wohlwollend behandelt wird. Auf der einen Seite die sachlich-objektiven Perspektiven des studierten Historikers, der durch Ironie und Distanz die mythische Überhöhung von Rasse und Volk aus dem Nationalsozialismus unterwandert und erklärt. Auf der anderen Seite der Ich-Erzähler, der einsehen muss, dass der Großvater Teil seiner Familie ist. Hier wird nicht verteufelt, sondern beschrieben. Letztlich ist es das, was eine Erkenntnis des Buches ausmacht. Die Wandlung vom Nazi wird zur Möglichkeitsform unter anderen. Während der eine Bruder aufgrund der nationalsozialistischen Rasseideologie sterilisiert wird, ist der andere dafür verantwortlich, deutsches und undeutsches Menschenmaterial auseinander zu dividieren.

Das Buch des Historikers, der aufgrund eines „produktiven Scheiterns“, wie er das Buch nennt, zum Schriftsteller wurde, läuft entlang dieses Spannungsverhältnisses. Dabei betonte der Autor selbst, die Möglichkeiten, die die Literatur im Gegensatz zur Geschichtsschreibung biete. Er sprach von der „Literatur als letzte Möglichkeit der Aneignung“ eines Stoffes, mit dem die deutschen durch die Medien jedes Jahr überladen werden. Das Neue ist, dass der Leser, anders als bei „Nazifilmen“, die einen schon bekannten Weg einschlagen, sich nie sicher sein kann, auf der sicheren Seite zu sein. Das erfordert Aufmerksamkeit beim Lesen.

Am Ende der Lesung nahm sich Leo Zeit, Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Neben jenen Gedanken, die er zum Verhältnis von Literatur und Geschichtsschreibung äußerte, spannte er den Bogen bis hinein in die schwierigen Fragen unserer Zeit. Zwar lasse sich die momentane Debatte nicht mit Weimarer Verhältnisses vergleichen, aber die „totalisierenden Spachweisen“, die man zur Zeit auf der Straße und in den Medien höre, seien für ihn „zutiefst besorgniserregend“.

Er habe es nicht für möglich gehalten, dass „die Sicherheit der Debatte“ schwinden würde.

Vielleicht sind diese Worte das, was es so gewinnbringend macht, das Buch von Per Leo zu lesen. Denn neben historischen Neuheiten und einer frischen Sprache liest der Leser sich mitunter gefährlich nah an das Denken eines überzeugten Rassisten, freilich, um die Fährte dann wieder zu verlassen. Was hängen bleibt, ist die Erkenntnis, dass Geschichte nie nur in der Vergangenheit liegt. Das ist beunruhigend, aber lässt einen aufmerksam für die Gegenwart bleiben.

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Der Baum

IMG_0117Der Weg auf den abgelegenen Hügel sah zu jeder Zeit anders aus. Während im Frühling die Pflanzen wucherten und die Luft von Insekten brummte, war es im Winter karg und dunkel. Aber dafür konnte man schon kurz vor der Kuppe, an der nur noch eine letzte Anhöhe folgte, in die Weite der Täler blicken. Eben an jenem Punkt, der ein ganzes Panorama nach allen Seiten bot, wuchs ein Baum.

Der ältere Mann, dessen Silhouette nun in unsere Sicht wandert, hatte diesen Baum schon gekannt, als dieser mehr als Wildwuchs schon im leichten Windzug gebogen wurde. Der damals junge Mann hatte sich, einen warmen Schluck Tee in der mitgebrachten Thermoskanne und ein Käsebrot in einem kleinen braunen Lederrucksack, neben den Baum gesetzt und nachgedacht.

Weiter hatte er nichts mitgebracht, da die Umgebung samt feinem Bäumchen anbot, sowohl weit in die Gegend zu schauen, als auch die einfachen Dinge der Welt wahrzunehmen. Das Nachdenken erfolgte quasi als Nebenprodukt, als Arbeitsfeld, das in Zeiten des vorbeieilenden Lebens oftmals unter den großen Ästen der mittelbaren Gedanken versteckt.

Schon damals glaubte der nun hier sitzende alte Mann, dass der Baum das schwerere Los gezogen hätte. Er konnte nur das tun, was in seiner begrenzten Macht lag und musste Veränderungen in aller Langsamkeit reagieren, die es sein Stamm und seine Zweige, seine Blätter und einige wenige Knospen zuließen. Er konnte nicht einfach weg, die Wurzeln zusammenpacken und sich aufmachen, um neben einem Menschen diese Wurzeln wieder zu schlagen. Er konnte nur in großen Dimensionen denken, die Blätter sprießen, arbeiten oder zuletzt abfallen lassen.

Der Mann hingegen sah seine Freiheit als Mensch, als er neben dem Baume sitzend über die nächsten Minuten nachdachte. Gedanken, die der Baum sich nie machen könnte.

Und wenn Jahre vergangen waren und der Mann sah, wie der Baum zwar schon kräftiger geworden, aber eben immer noch Baum an der gleichen Stelle wogte, oder in der ihn umzingelnden Sonne brannte, dann fühlte er ein unbeschreibliches Glück, Mensch zu sein.

Was würde der Baum denken?

Eine verwegene Frage, die sich der Mann in dem Augenblick stellt, da er eines morgens wieder einmal den Weg in den Wald gemacht hatte, den er aufgrund der angenommenen Verbindung mit dem Baum nun seinen eigenen nannte.

Würde der Baum seine Beschränkung wahrnehmen und dafür danken, dass die Wahrnehmung eines Menschen überhaupt erst Relevanz in sein ewig dastehendes Leben brachte.

Oder würde der Baum alles aussitzen. So lange Schweigen, bis der Mensch selbst darauf käme, dass nicht die Gedanken über das Leben des Baumes die Fehleinschätzung darstellte. Dass es nicht der Baum war, der nicht vom Platz kam, da dem Baum der Platz ganz egal ist. Da er hier doch Sonne, Wind und Wetter hat; Dass auch die Menschen um ihn herum, oder einer, der Mensch, ganz egal sind.

Aber dass der Mensch in seinem egozentrischen Gedanken der einzige ist, der das Leben des Baumes so nachhaltig verändern kann, dass nichts mehr von ihm übrig bleibt, nicht einmal Nachkommen.

Und vielleicht dächte dann der Mensch daran, warum er immer wieder hierhin kam, nur um darüber nachzudenken, dass er ganz anders sein wollte und woanders.

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Schuld und Sühne: Rezension zu Sascha Bisleys „Zurück aus der Hölle“

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„Es lebt sich einfacher, wenn man mit dem Finger auf jemanden zeigen kann und weiß, dass man ihn bloß hassen muss, um selbst richtigzuliegen. Es ist einfacher, wenn man die Schule am eigenen Versagen und der falschen Art zu leben auf die Fehler anderer abwälzen kann.“

Ein wichtiger Satz. Ein Satz, der leider in unsere Zeit passt wie die Faust aufs Auge. Ein Satz, geschrieben von einem – wie es heißt – „gefeierten Lesebühnenautor“. Ein Satz von jemandem, der es wissen muss, wie schmerzlich es ist, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für das Leiden anderer.

Als ich Sascha Bisley das erste Mal las, war ich bewegt von der schieren Gewalt seiner Worte, die er in seinem mittlerweile überregional bekannten Blog www.dortmund-diary.de zum Besten gab. Ich bezeichnete ihn einst als meinen persönlichen Schweinehund, der dort den Finger hereinsteckte, wo es dreckig war und eklig roch. Und solcherlei Orte gibt es viele im Ruhrgebiet. Als ich auf den ersten Seiten über die Stadt Hagen, in der ich groß geworden bin, lesen musste, sie sei scheiße, brachte das das Lebensgefühl, das man zumeist erst in der Retrospektive hat, ziemlich genau auf den Punkt.

Aber Sascha Bisleys Buch ist keine Abhandlung über die hässlichsten Orte Deutschlands, sondern das Bekenntnis eines Menschen, dessen Geschichte auch anders hätte verlaufen können. Einem Menschen, der trank, kokste – und am liebsten anderen auf die Fresse schlug. Einem Menschen, der die Kontrolle verlor bis zu dem Punkt, an dem er zusammen mit einem Freund einen anderen Menschen so sehr schlug und trat, dass dieser später an seinen Verletzungen starb. Einem Menschen, der erst spät – gerade noch nicht zu spät – bemerkte, wie sehr er sein eigenes Leben verschissen hatte. Und der nochmals neu anfangen wollte. Anfangen, nicht enden, wie in den detailliert beschriebenen Selbstmordversuchen.

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Sascha Bisley redet mit dem Leser von seinen Gewaltexzessen, von seinem Leben am Rande der Gesellschaft und von seinen Sauftouren wie mit einem Freund. Er versucht nichts zu beschönigen. Er ist nicht verliebt in seine Vergangenheit. Er sagt, wie er es spürte und spürt nach, was ihn antrieb bis zu dem Punkt als er einen Menschen so schwer misshandelte, das er später an den Folgen starb. Aber er schreibt auch über seine Dämonen, darüber, wie es sich anfühlt vor der totalen Resignation zu sein und über die Hoffnung, die ihm selbst nach einem unglaublichen Ereignis im Gerichtssaal das eigene Leben rettete.

Ich kann nicht objektiv über dieses Buch schreiben und weiß nicht, ob es jemand kann. Die Seiten saugen sich in den Kopf und man hat das Gefühl, mit einem alten Bekannten, ja, einem Freund auf der Couch gesessen zu haben, der einem die Geschichte seines Lebens erzählt – eine Geschichte, die sich im letzten Augenblick zum Guten wendet.

Man kann Sascha Bisley vorwerfen, überhaupt erst dieser Mensch gewesen zu sein, dem andere egal waren, der sich an der Macht ergötzte, über anderen zu stehen, sie zu verletzen und Straftaten aus Freude zu begehen. Aber man kommt nicht umhin, sein Umdenken zu bestaunen. Sascha Bisleys Buch ist kein Höllenritt, weil es wahr ist. Es ist nicht gut, weil es überlegt ist, sondern weil es an eine Wahrheit kommt, die nur derjenige haben kann, der sich und sein gesamtes Leben in Frage gestellt hat. Ein Buch wie geschaffen für eine Zeit, in der es wieder Mode ist, anderen die Schuld zu geben.

Vielleicht kann es dem einen oder anderen Hoffnung geben. Ich glaube, es kann.

 

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Mit Geschichten allein sein

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Mit Geschichten allein sein, als wenn es nichts anderes geben würde. Als würde nichts neben und über und unter und zwischen einem surren und klingen und fordern und führen.

Mit Geschichten allein sein in einem Zimmer, in dem sich die Haare am Arm nach oben stellen, als wäre es eine Vorahnung auf eine längst erlebte Zeit. Und dann wäre man mir Geschichten allein.

Man fühlte das Papier und sähe, bevor man behutsam, als handele es sich um ein lebendiges Wesen, die Blätter demütig umschlüge, die einzelnen Buchstaben, die Worte jeden einzelnen an. Als hätte man Zeit; als könne man mit Geschichten allein sein.

Man säße wie auf Watte gebettet und atmete tief ein, als würde man sich vorbereiten auf eine lange und tiefe Reise in fremde Gefilde in sich. Als würde man es dadurch schaffen, in die Geschichte und in sich zu gehen. Zu anderen, die man noch nicht kennt.

Man lauschte intensiv nach innen, denn draußen wäre kein Ton. Nicht, das einen abhalten könnte davon, mit den Geschichten alleine zu sein. Als würde sich nichts wiederholen und neben und unter und über und zwischen einem surren und klingen und fordern und führen.

Man besähe das Erlebte in Form von schwarzen Buchstaben, die sich – soeben noch – in der intensiven Welt der Beschaulichkeit dem eigenen Blick preisgäben und schrien und tobten und tosten und wogten wie in einem Rausch aus Farben und Klängen und Gefühlen.

Man wäre ganz weit weg und da zur gleichen Zeit.

Mit Geschichten allein sein, als wenn es nichts anderes geben würde. Als hätte man die Zeit, die es braucht, um diejenigen, die in den Geschichten tobten und tosten und wogten und um ihr Leben kämpften kennenzulernen. Als könnte man mit ihnen reden und sie fragen, was sie hier machten in diesen Geschichten. Und wo sie herkämen.

Und man könnte die Antwort aushalten.

Man könnte sie überdenken.

Man könnte in Stille verharren und die Buchstaben nochmals besehen. Befühlen. Und es genießen, der einzige zu sein, der alles sähe. Und einer von vielen. Zur gleichen Zeit.

Aber da wir das nicht mehr können, da wir die Zeit nicht haben, da wir dort und da und neben und über und unter und zwischen uns dieses Surren und Klingen und Fordern und Führen haben.

Da wir nicht mit Geschichten allein sind in einem Zimmer. Und da es warm ist und gemütlich und die Vorahnungen verfliegen in dem satten Gefühl unantastbarer Zufriedenheit. Da dem so ist, sind es nicht die Geschichten.

Und dann ist man mit der Geschichte allein.

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Präsentieren in der Schule: Tipps und Tricks

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Wie man es als Schüler schafft, gute Referate, GFS und FÜK zu schreiben und diese zu präsentieren.

Kleines Vorwort

Oftmals sind Referate in der Schule ein Ärgernis. Auf Schülerseite, weil man sich nicht vorbereitet fühlt und einfach darauf los arbeitet und auf Lehrerseite, weil man denkt, man habe entweder alles gesagt oder das Vorgehen sollte selbstverständlich sein. Oftmals ist es das aber nicht, was daran liegen kann, dass entweder nicht genau beschrieben wird, was eigentlich gefordert wird, oder die Schüler die Erklärungen ignorieren.

In diesem kleinen Artikel werden einige Tipps und Tricks vorgestellt, wie man gute (bzw. sehr gute) Präsentationen und Ausarbeitungen anfertigen kann.[1] Zunächst geht es um allgemeine Punkte, die alle Formen der Präsentation betreffen, dann werden die verschiedenen Formen gesondert betrachtet.

Allgemeine Informationen

Was ein Referat eigentlich soll

Ein Referat oder eine GFS (Gleichwertige Feststellung von Schülerleistung) soll (auf unterschiedlichem Niveau) zeigen, dass ein Schüler sich verantwortungsbewusst und eigenständig mit einem für ihn oder sie interessanten Thema auseinandergesetzt hat und dieses überzeugend und nachvollziehbar darstellen kann.

Was ein Referat oftmals ist

Referate sind oft bloße Darstellungen von bereits existierenden Internetseiten, also eine Art Copy-Paste-Karaoke, das oftmals vom Lehrer entzaubert wird, indem er oder sie nach den besprochenen Begriffen fragt. Wer die Begriffe, die er in einer Präsentation verwendet, nicht versteht, für den kommt dementsprechend auch keine gute Note in Frage.

Wie man es besser machen könnte

Neben den Dingen, die auch die meisten Tipps im Internet zeigen, sind drei Dinge besonders wichtig, um ein Referat, eine GFS oder eine FÜK gut zu machen:

  1. Die Fragestellung
  2. Die Struktur
  3. Die Präsentationstechnik
  1. Die Fragestellung

Man könnte auch sagen: Bei der Fragestellung wird schon entschieden, um welche Note es gehen wird. Denn wer das Thema zu umfangreich wählt, der kann unter keinen Umständen alles abdecken, was dazu führt, dass immer etwas nicht besprochen wurde. Am schlimmsten ist es dann noch, wenn dieses eine Thema auch nur mit einer einzigen Webseite „belegt“ wird, denn dann ist das ganze wirklich nicht mehr als Wiedergekäutes. Schlimmer noch: Wenn man nur von einer Quelle belegt, dann geht man das Risiko ein, die Informationen an der falschen Stelle zu reduzieren. Besser ist es andersherum.

Zunächst man braucht man eine ehrliche, durchdachte und nachvollziehbare Fragestellung an das Thema. Das kann eine sein, die man nicht googlen kann. Das hört sich schlimmer an, als es ist. Denn je nachdem, wie man seinen Schwerpunkt legt, gibt es einfach noch keine Informationen. Oder sie liegen eben verstreut herum. Das führt auch zum zweiten Punkt. Man braucht mindestens 5-10 gute Quellen. Dort schaut man den nach den Informationen, die man zur Beantwortung der Frage braucht. Manchmal kann es sein, dass man einiges umsonst liest, aber das macht nichts, da man es so schafft, in dem Thema breiter aufgestellt zu sein. Mit anderen Worten: Man investiert Arbeit.

  1. Die Struktur

Neben der Fragestellung, die schon einige Zeit in Anspruch nehmen kann (es kann natürlich sein, dass man sich schon vor der Fragestellung ein wenig einlesen muss), ist die Struktur, die hinterher in der Ausarbeitung als auch bei der Präsentation gezeigt wird, wichtiger als man annehmen könnte. Denn hier zeigt sich nicht nur, dass es verschiedene Themen gibt, sondern auch, ob der Vortragende verstanden hat, wobei es bei dem Thema gibt.

Wer dies nicht direkt nachvollziehen kann, sollte sich eine beliebige Wikipedia-Seite anschauen und überlegen, welche Entscheidungen gefallen sein müssen, bevor sie aussah, wie sie heute aussieht. Die Struktur eines Themas ist nichts vorgegebenes, sondern sollte wichtiger Teil der Ausarbeitung sein. Hier zeigt der Vortragende ein weiteres Mal, ob er oder sie verstanden hat, worum es eigentlich geht.

  1. Die Präsentationstechnik

Die meisten Schüler_Innen und auch Lehrende wissen, wie anstrengend es ist, einem schlechten Vortrag zuzuhören. Aber gute Vorträge sind schwieriger, als man denken könnte. Zunächst einmal kommt es zur Überlegung, ob Power Point oder ein ähnliches Programm angewendet werden sollte. Ich wiederhole: Man muss darüber nachdenken. Denn es gibt auch Themen, bei denen es sich anbietet, dass man gar nichts anderes macht als sprechen (es sei denn natürlich, es ist gefordert). Nun folgen oftmals die schlimmsten Fehler, die man machen kann:

  • Die Vorlage ist zu voll
  • Die Vorlage ist voll und wird abgelesen
  • Es sind Graphiken vorhanden, die zu kompliziert sind
  • Es sind Darstellungen etc. vorhanden, die keine Rolle spielen

Wie macht man es besser: Zunächst gilt der Grundsatz, dass man nur in die Präsentation aufnehmen sollte, was auch wirklich wichtig ist und gebraucht wird. Denn ich will mir nichts durchlesen, was dann eigentlich keine Rolle spielt. Mittlerweile gibt es vor allem im amerikanischem Raum sehr viele gute Beispiele, wie man gute Präsentationen macht. Dabei wird vor allem darauf hingewiesen, schwarze Folien zu nutzen und zwar dann, wenn sich die Leute eben nur auf den Vortragenden konzentrieren sollen. Es kann natürlich sein, dass das noch nicht bei den Lehrern angekommen ist, deshalb lieber vorher nachfragen.

Es bietet sich auch immer an, dass man überlegt, was man als kleinen „Effekt“ zu Beginn und am Ende tun kann. Das sollte etwas sein, dass im Gedächtnis bleibt und so zeigt, dass das Thema eines ist, mit dem es sich lohnt zu beschäftigen.

Wenn man sich nicht scheut, bei dem besten zu kopieren, dann kann man sich die alten Präsentationen von Steve Jobs anschauen. Der achtete immer darauf, dass die besprochenen Dinge perfekt umgesetzt wurden.

Wer lieber ein Video schaut, kann dies hier tun.

Informationen zur FÜK

Die fächerübergreifende Kompetenzprüfung wird in den Realschulen am Ende der 10. Klasse abgehalten. Sie ist eine Art erweiterte GFS, bei der auch ein Projekt angeschlossen ist (oder angeschlossen sein soll) und die vom Umfang der Präsentation und der Präsentationstechniken die GFS übersteigt. Das hat auch einen Grund, denn die FÜK-Note steht ganz oben auf dem Zeugnis, was sie natürlich wichtig macht. Auch für diese spezielle Art der Präsentation sind die schon besprochenen Dinge wichtig, aber es kommen noch weitere Punkte dazu, die ich hier kurz erläutern möchte.

 

Präsentation

Das wichtigste bei der Präsentationsprüfung ist: Jeder weiß alles. Das ist deshalb unheimlich wichtig, weil die FÜK von zwei Prüfern abgenommen wird. Einem pro Fach. Das bedeutet auch, dass die Lehrer die Dinge fragen, die für das jeweilige Fach notwendig sind. Wenn nun, was schon häufig passiert ist, jeder sein eigenes Süppchen kocht, kann es sein, dass einer der Prüflinge eben ein Fach auslässt. Das bedeutet im schlimmsten Fall, dass der jeweilige Fachlehrer Unterrichtsinhalte abfragen kann, um eben überhaupt abprüfbare Antworten zu bekommen. Deshalb ist es bei egal welchem Thema von größter Wichtigkeit, dass alle alles kennen und können.

Heutzutage ist es nicht mehr schwierig, so zusammenzuarbeiten, dass alle auf dem gleichen Stand ist. Mit sogenannten Etherpads kann jeder von überall zugreifen und so gewährleisten, dass alle wissen, was die anderen machen.
Ein anderer wichtiger Punkt kommt hinzu. Wenn jeder alles wissen soll, dann bleibt der Umfang im Rahmen. Denn – um auf den Beginn zurückzukommen – alles, was besprochen wird, kann auch erfragt werden.

Arbeitsprotokolle

Oftmals werden Arbeitsprotokolle gefordert. Hier soll (meist in Präsens) beschrieben werden, was an welchem Tag gemacht wurde (bzw. wird). Dies ist eine große Chance, weil so eigenes Material in den Ordner kommt, mit dem man als Schüler_In zeigt, dass man eigenverantwortlich arbeiten kann. Man sollte sich aber davor hüten, Phrasen zu dreschen, sondern zeigen, dass man die verschiedenen Arbeitstechniken, die man in der Schule erlernt hat, auch anzuwenden weiß (Brainstorming, Recherche, Mind-Map, etc.).

Projekt

Die meisten Schulen fordern bei der FÜK ein Projekt, das während der Wochen der Vorbereitung erarbeitet wird. Welcher Art dieses Projekt ist, ist dabei der Kreativität der Schüler_Innen überlassen. Man kann einen Blog gestalten, einen Film drehen, etwas bauen und vieles mehr. Oftmals sieht man in den letzten Tage vor der FÜK Schüler_Innen durchs Schulhaus laufen, die noch „mal eben“ eine Umfrage starten wollen, damit sie irgendeine Art von Projekt haben. So ist das nicht gedacht. Vor allem, weil Umfragen, die völlig willkürlich aufgebaut sind, sehr wenig bringen. Ganz im Gegenteil: Eine auf die Schnelle durchgeführte Umfrage zeigt eher, dass einem nichts eingefallen ist.

Will man es gut machen, dann sollte das Projekt – man ahnt es – sogar etwas mit der Fragestellung zu tun haben, die man am Anfang gestellt hat. Außerdem ist es – genau wie bei der Präsentation – wichtig, dass man das Projekt, wenn man eines erstellt hat, auch bei der Prüfung erwähnt, es erklärt und darauf Bezug nimmt. Denn das schönste Projekt bringt nichts, wenn es irgendwo in der Ecke steht und keiner weiß, warum.

Und jetzt?
Das sind ziemlich viele Informationen auf einmal, deshalb bietet es sich an, ganz am Anfang eine Checkliste zu machen, auf der steht, was man alles in Angriff nehmen muss. Wenn man sehr gut ist, dann notiert man hier sogar die Zeiten, in denen die verschiedenen Schritte fertig sein müssen. Auf diese Art hat man zwar am Anfang ein wenig mehr Arbeit, aber man kommt nie in die Situation, dass man sich verspätet und Panik bekommt, weil irgendetwas nicht gemacht ist.

Ich hoffe, ich konnte einige wertvolle Tipps geben. Wenn es konstruktive Kritik gibt oder irgendetwas unklar geblieben ist, fühlt euch eingeladen, dies unter den Kommentaren loszuwerden. Bis dahin gute Präsentieren.

[1] Wie immer gilt: Diese Ausführungen sind geprägt von der Sichtweise des Autors und gelten nicht automatisch für alle Lehrer und Schulformen. Man sollte deshalb immer den Lehrer kontaktieren, ob diese Ausführungen auch gelten.

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