Die Einordnung einer Szene in den Kontext des Dramas bedeutet eine kurze Hinführung vor dem Hintergrund der bisherigen Handlung des Werkes. Diese Hinführung ist keine Inhaltsangabe. Sie soll stattdessen zielführend auf die wichtigsten Themen der Textstelle vorbereiten. Eine Hinführung kann daher erst dann erfolgen, wenn die TextsteIle genau gelesen und eine erste Analyse erfolgt ist. Sie steht als erster Teil zu Beginn des Hauptteils eines Interpretationsaufsatzes. An dieser Stelle finden sich einige Anmerkungen zu Fehlern und konkrete sprachliche Hinweise fürs Schreiben. 

Die Hinführung ist vorzustellen wie ein Fernrohr, das auf die TextsteIle hinzoomt: Alles Wichtige erscheint groß; alles Unwichtige ist entweder nicht zu sehen oder erscheint sehr klein.

Checkliste für die Einordnung:

  • Welche Basisinformationen werden zum Verständnis benötigt: Thema des Dramas, in der Szene wichtige Figuren, Grundkonflikt?
  • Welche Themen und Handlungsstränge werden in der Szene angesprochen?
  • Wo finden sich im Vorfeld der zu besprechenden Szene diese Handlungsstränge oder Themen?

Typische Fehler

  1. Aufsatz hat keine Struktur
    Überlegt euch ein Konzept, in welcher Reihenfolge ihr den Szenenauszug analysiert. Hilfsfragen:
    Wie ist die Szene aufgebaut? (zwei, drei oder vier Teile)
    Beschäftige ich mich zuerst mit der einen, dann mit der anderen Figur in dem Dialog oder folge ich dem Dialogverlauf?
    Wie baue ich die Sprachanalyse ein?
    Jedem Sinnabschnitt entspricht ein formaler Abschnitt (d.h. eine neue Zeile im Aufsatz)
  2. Zusammenhänge bleiben unklar
    Personen müssen bei der ersten Erwähnung kurz eingeführt werden (z.B. Robespierre, der Gegenspieler von Danton; die Hauptfigur Danton; Julie, die Ehefrau von Danton).
    Der inhaltliche Zusammenhang muss für den Leser des Aufsatzes hergestellt werden (z.B. Wer sagt das Zitat in welchem Zusammenhang und mit welcher Absicht?)
  3. Es wird paraphrasiert und nicht interpretiert.
    Ihr müsst über dem Text stehen und gewissermaßen auf hin herabschauen (urteilen, bewerten, sprachliches Mittel benennen, Absichten verdeutlichen …)
  4. Bei der Kontextuierung wird lange nacherzählt und es ist kein Fokus zu erkennen.

„Flaggensätze“ für die systematische Textanalyse

Blick über das Textganze

  • Dies ist etwas, das sich durch die gesamte Textstelle zieht.
  • Wichtig für den Verlauf des Gesprächs ist auf jeden Fall, dass…
  • XY dominiert das Gespräch.

Aspektorientierte Systematik

  • Exemplarisch kann man dies sehen, als…
  • Das gleiche Muster kann man später ein weiteres Mal erkennen, als…
  • Diese Eindruck wird dadurch unterstützt, dass…
  • Zunächst muss man erwähnen, dass
  • Als ein weiterer charakteristischer Zug im Gespräch mit… kann man…erkennen
  • Des Weiteren…
  • Hinsichtlich der Kommunikation zwischen den beiden kann man sagen…
  • Sein Überlegenheitsgefühl wird auch darin deutlich, dass
  • Ein weiteres Indiz für … kann …gewertet werden

Textstrukturierung

  • Im ersten Teil der Szene / des Gesprächs…
  • Bereits nach wenigen Worten zeigt sich…
  • Zuallererst fällt auf, dass…

An solchen Sätzen erkennt man, dass systematisch gearbeitet wurde. Sie ersetzen diese Arbeit aber natürlich nicht. Nur wer die Szene und den gesamten Zusammenhang verstanden hat und nachvollziehbar begründet, zeigt mit diesem Sätzen dieses Verständnis auf.

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