Iva Procházkovás Jugendroman Die Nackten

Foto: Pauline Pfau

Während meines Referendariats im Jahre 2012 versuchte ich, so viel wie möglich auszuprobieren. Für die Lehrprobeneinheit im Fach Deutsch wählte ich die Herausforderung, ein ganzes Buch, zu dem es kein Begleitband gab, selbst aufzubereiten, zu didaktisieren und methodisch zu besprechen. Das von mir ausgewählte Buch von Iva Procházková faszinierte mich ob der psychologischen und sprachlichen Tiefe sehr. Die titelgebenden „Nackten“ sind nicht unbekleidet, sondern vielmehr seelisch nackt, eben in einer Zeit des Umbruchs und der (Des-)Orientierung, die die Pubertät mit sich bringt. Der Roman zeigt viele Dimensionen dieser Lebensphase auf und das, ohne dabei auch die Gefahren auszulassen.

Zwei Mal konnte ich mit dem Roman arbeiten. Neben dem kleinen Schock, den die Eltern ob des Titels erfuhren, war die Arbeit (sowohl im Gymnasium als auch in der Realschule) immer sehr ansprechend, da Schülerinnen und Schüler verschiedene Charaktere hatten, an denen sie sich spiegeln, reiben und abarbeiten konnten.

Die folgenden Zusammenfassungen und didaktischen Anregungen können einer weiteren, eigenen Bearbeitung eines Romans dienen, der für die 9. und 10. Klassenstufe geeignet ist. Neben der Übersicht und kompletten Zusammenfassungen samt methodischen Vorschlägen findet sich in diesem Artikel auch das zugehörige Lesejournal, den die Schülerinnen und Schüler (als produktorientierte Überprüfung) anfertigen sollten.

Am Ende findet sich ein großer Teil des Entwurfs zu der Prüfungslehrprobe, der ich in einer Doppelstunde zu eben jenem Buch unterzogen wurde. Personenbezogene Daten wurden entfernt. Die Prüfungsnote war in einem sehr guten Bereich (Die Anforderungen sind ob der föderalistischen Struktur der Bundesländer unterschiedlich. Diese Lehrprobe richtete sich an die Anforderungen an eine Lehrprobe in Baden-Württemberg im Jahre 2012. Die Angaben sind ohne Gewähr).

Anmerkungen: Die genauen Stunden mit Verlaufsplänen folgen noch, da an dieser Stelle noch einiges aufbereitet werden muss.

Ich freue mich sehr über Rückmeldungen.

Übersicht: Einheit

Iva Procházkovás Roman Die Nackten – Übersicht

Didaktisierung

Lesevereinbarungen

Lesejournal

Prüfungslehrprobe

Übersicht: Einheit

(Die Daten richten sich nach dem damaligen Lehrprobenzeitraum)

Datum Stunde(n) Thema
13.02.2012 1./2. Annäherung an die Postmoderne und erster Zugang zum Roman
15.02.2012 3./4. Identität und Alterität – schwierige Lebensphasen
20.02.2012 – 24.02.2012 Fastnachtsferien
27.02.2012 5./6. Sprache und Wahrnehmung – Unterschiedliche Ebenen des Erlebens
29.02.2012 7./8. Die Suche nach dem Sinn – verschiedene Wege, verschiedene Ziele
05.03.2012 9./10. Eltern und Kinder – zwischen Wunsch und Wirklichkeit
07.03.2012 11./12. Beziehungen – zwischen Nähe und Distanz
12.03.2012 13./14. Grenzgänger – Überwindung und Resignation
14.03.2012 15./16. Reflexion und Rezension: Die Nackten – ein postmoderner Roman

 

Iva Procházkovás Roman Die Nackten – Übersicht

Kapitel Seiten Protagonist Hauptthema Methodik
1 6-33 Sylva Isolation und Natur „Heißer Stuhl“

Interview

Identitäten

Tagebucheintrag

2 34-43 Niklas Drogensucht und Beziehung Produktiver Schreibauftrag zum Leuchtturm
3 44-50 Filip Beziehung zu Sylva Brief von Sylva an Filip

Brief von Werther (Bezug)

4 51-61 Sylva Stadt und Land
5 62-72 Robin Sexuelle Begegnung und Beziehung zum Vater Prolog: Dialoganalyse

Produktiver Schreibauftrag: die Beziehung zwischen Robin und Sylva

6 73-84 Evita Evitas Beziehungen und Drogenkonsum Erörterung zu Filips Zitat

Schaubild: Bewusstseinsebenen

Persönlicher Bezug: mein Turm

7 85-95 Sylva Beziehung zu Eltern und Gedanken über Robin Produktiver Schreibauftrag: Sylvas Gedanken nach Treffen mit Adam
8 96-106 Niklas Bruch mit Evita und Probleme mit Mutter und Vater Szenisches Lesen: Evita und Niklas

Symbolik der Gegenstände

9 107-118 Robin Druck des Vaters Krankheit der Mutter Analyse der Beziehung zwischen Vater und Robin

Wer trägt Verantwortung für das, was der Mutter passiert?

10 119-128 Sylva Beziehung zu Niklas und Fund des Hundes Gedicht: Vorfall beim Leuchtturm

Sylva und der Hund: Frage nach Grund

11 129-137 Evita Evitas Weg nach unten Erörterung: Bedeutungslosigkeit von Evitas Leben
12 138-146 Filip Ferienjob und Brief an Sylva Antwortbrief von Sylva

Gründe, zur Demo zu gehen.

13 147-158 Robin Beziehung zu Vater und Mutter und Treffen mit Sylva Perspektive des Vaters: Brief über die Söhne
14 159-166 Sylva Sylva beim Arzt und Beziehung zu Robin Verbindung von Sylva und dem Tier
15 167-174 Niklas Suche nach Evita/ Abhängigkeit zwischen Menschen Überwindung von Ängsten
16 175-181 Sylva Flucht aus Tierpraxis Literarische Erörterung: Kojote und Sylva
17 182-190 Robin Beziehung zwischen Robin und Sylva Prolog: Dialoganalyse
18 191-201 Filip Filip in Zelle und Gefühle für Berenika Gedichtanalyse: Blues

Gedicht für einen anderen Charakter

19 202-211 Evita Evitas Verlorenheit in der Stadt
20 212-220 Sylva Fahrt an die polnische Grenze Persönlicher Bezug: Bedeutung von Freiheit

Bedeutung des Regens

Musik für die Fahrt

21 221-228 Niklas Überwindung der Angst auf dem Kran Interpretation des kleinen Filmteils und Kontextualisierung
22 229-235 Filip Erinnerung an die Entlassung und Wandlung zu anderem Mensch Eigene Erfahrung mit beendeten Beziehungen

Weiterführung des Briefs

Schreiben des Sommerblues

23 236-243 Evita Erinnerung an Grenzen und Rückzug in den Keller Schreiben eines alternativen Endes

Brief Schwester Callistas

24 244-253 Robin Höhepunkt der Beziehung zu Sylva Bedeutung eines Erlebnisses für eine Beziehung
25 254-263 Niklas Überwindung der Angst und Heimat Prolog: Gesprächsanalyse

Verbindung von Symbol und Heimat

Grabrede

26 263 Kojote Wiedererlangung von einem Raum

 

Didaktisierung

Gesamteinheit:

Schüler/Innen sollen sich die am Anfang herausgesuchten Zitate aufbewahren und deren Zusammenhang ergründen.

Erzählsituationen

Einstiege (In medias res, in ultimas res, ab ovo)

Ender der Einheit: Wieso spielt die Geschichte im Sommer (möglicher Interpretationsansatz: Die Hitze, die von allen hervorgehoben wird, ist allgegenwärtig, man kann sich nicht vor ihr schützen. Sie verlangsamt das Denken etc. Alles das, was auch die Pubertät, das titelgebende Nacktsein, beschreibt.

Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart eines Menschen (Evita, Sylva, Niklas)

Erörterung einer Frage zum Leben zwischen den Figuren des Romans. Streitgespräch.

Essay?

Videoausschnitt. Schüler/Innen suchen eine passende Textstelle. Vortrag.

Motiv der Grenze: Sowohl räumlich als auch kognitiv.

Rezension auf Amazon

Seite/n:

6-33

Hauptprotagonist:

Sylva

Prolog: (Dialog), S.5-6.

Herr Profus (Rektor), Herr Rohan (Sylvas Vater)

Der Rektor und Sylvas Vater (ihr Name ist noch unbekannt) reden über das Verhalten der Tochter, die nackt in der Elbe badet und gesehen wurde. Der Rektor droht mit Konsequenzen. Hier ist schon eine Vorausdeutung dahin, was passieren wird.

Handlung: (Personale Erzählsituation, Präsens, changierend zwischen Jetztzeit und Erinnerung)

Es ist Sommer. Sylva (Rohanova) genießt es im Wasser zu schwimmen, genießt die Natur. Hier ist sie oft. Sie macht sich Gedanken über ihr Leben. Ihre Mutter (Helga, S.14) scheint wenig Zeit zu haben. Sie charakterisiert sie als eine Schnelligkeit liebende Frau, deren Beziehung zum Vater (Jakub, S.14, 56 Jahre, S.32) zu einer „Zeremonie“ verkommen ist. Im Unterricht ist sie isoliert. Sie wird aus dem Leitmeritzer Gymnasium (davor Aussig) geschmissen. Nur ein Lehrer ist dagegen (Tabery, S.9). Einführung von Filip (S.10). Nun geht sie nach Meißen (Sankt Afra, S.24) in die neue Schule. Schwimmt weiter zum Haus, das verfallen ist, aber der Familie gehörte. Sie beschreibt sich als Vermittlerin zwischen den Elternteilen. Gespräch mit Rektor bezog sich auf den Abend im Herbst (S.15). Beschreibung des Hauses. Gespräch mit Filip (S.17). Beziehung zum Vater (S.18). Einführung von Niklas (S.19). Entschluss, in die Natur zu gehen (S.20). Besprechung der Schule (S.21). Neue Schule in Meißen (S.24). Juninacht, Verschmelzung mit der Natur (S.28). Zurück in die Gegenwart, Gespräch mit Vater über die neue Schule und die neue Zeit (S.28).

Interpretation:

Sylva ist wegen ihrer Begabung und der Vorliebe für die Natur eine Außenseiterin. Sie macht sich viele Gedanken um das Leben, ihre Beziehungen zu Filip und Niklas und weiß keine Antwort auf die drängenden Fragen des Lebens. Nur, wenn sie allein ist, und mit der Natur verschmelzen kann, hat sie das Gefühl, dass das Leben einen Sinn ergibt. Ihr Vater unterstützt sie bei allem, was sie tut, es besteht eine Verbindung, die auch über die Entfernung besteht. Auch mit ihrer Mutter kann sie reden, jedoch nicht mit der gleichen Intensität, da ihre Mutter kraftvoller und dynamischer als sie ist und sich selbst verwirklichen Will.

Verwertbare Zitate:

„Unerbittlich saugt sie Energie ab, verdrängt das Leben in die Stand-by-Position.“ S.7.

„Sie hat schon begriffen, dass die Freiheit viele Formen hat.“ (S.8)

„Der Kern der meisten Probleme, die Menschen miteinander haben, ist die Unterschiedliche Vorstellung von Anstand.“ (S.15)

„Sie gibt Geschenke, wenn sie sonst nichts mehr zu geben hat.“ (S.18)

„Die üblichen Verhaltensweisen der Zivilisation engten sie ein.“ (S.19)

„Ich lerne, aber nicht so, wie die wollen.“ (S.21)

„Hunderte schmerzhafte Gedanken gehen ihr durch den Kopf.“ (S.31)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

„Heißer Stuhl“

Auktoriale Verbindung zwischen Prolog und Ich-Erzählung (S.6)

Interview mit Sylva, was ihr die Natur bedeutet.

Frage nach der symbolischen Bedeutung des Hauses für Sylva und ihre Familie.

Persönliche Frage nach drahtloser Beziehung zwischen Menschen. (S.18)

Frage nach dem Grund, warum Sylva nicht in die Schule geht.

Gespaltenheit: „Sie muss sich zusammenfügen“ (S.25) Frage nach verschiedenen Identitäten, die man besitzt.

Facebook-Seite von Sylva

Lesen des Gesprächs mit dem Vater (S.31-33). Schreiben eines Tagebucheintrags.

Seite/n:

34-43.

Hauptprotagonist:

Niklas, Evita (sekundär, aus Perspektive von Niklas)

Prolog: (Dialog zwischen Niklas und Sylva)

Es ist Weihnachten, Sylva und Niklas (17 Jahre, S.40) unterhalten sich. Es kommt heraus, dass Niklas sich nicht mehr so für Filme interessiert. Er hat seine Kamera verkauft und schaut sich die Filme nun einfach so an. Interpretation. Er ist dabei, von einem produktiven zu einem rezeptivem Menschen zu verkommen. Die Freundschaft geht daran zu Grunde.

Handlung: (Ich-Erzähler, Präsens, changierend zwischen Jetztzeit und Erinnerungen)

Niklas wünscht sich vor allem Drogen, scheint süchtig, seine Mutter weiß nichts davon (S.35). Einführung Evita (S.36). Begründung des Beendens von Filmen. Handy und Kamera an Dealer verkauft (S.37). Beschreibung des Lebens mit Evita im Keller, Tod des Vaters, abwesende Mutter (S.38f.). Kaputte Beziehung zu früherer Freundin Sylva (S.40). Drogennacht mit Evita (S.41). Keller: Entdeckung der Heroinwunden (S.43).

Interpretation:

Die Liebe zwischen Niklas und Evita geht über ein vernünftiges Maß hinaus. Für Niklas ist sie gleichzeitig Ersatz für Mutter und Vater. Mit Evita verknüpft sich sein Lebenswandel, der stark mit seiner Drogensucht zusammenhängt. Man könnte vielleicht sagen, dass Evita für Niklas eine Droge ist: sie hält ihn davon ab, klar zu denken und sich seiner/ ihrer Situation bewusst zu werden. So leben beide in einer Traumwelt, der kleinen Kammer im Keller und haben immer mehr Abstand zur Realität.

Verwertbare Zitate:

„Ich weiß nicht, was sie über mich denkt. Was sie wirklich über mich weiß.“ (S.39)

„Irgendwie schaffen wir es… zusammen.“ (S.43)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

„Heißer Stuhl“

Prolog: Produktiver Schreibauftrag, was Niklas mit dem Leuchtturm auf der Insel meint. (S.35)

Symbolik der „geheimen Märchenkammer“ (S.38).

Symbolik schmutziger Keller und frisch geputzte Wohnung.

Umschreiben einer Stelle von Präteritum in Präsens.

Seite/n:

44-50

Hauptprotagonist:

Filip

Prolog: (Brief von Filip an Sylva)

In dem Brief meldet sich Filip bei Sylva und gesteht ihr, dass ihn die verpasste Chance zwischen den beiden beschäftigt. (Der Brief geht noch weiter, allerdings nur in den Gedanken Filips)

Handlung: (Personaler Erzähler, Präsens)

Filip während seiner Arbeitszeit in einer Baustoffabteilung eines Einkaufszentrums (S.45). Während er arbeitet, denkt er an den Brief, den er Sylva schreiben möchte. Beschreibt sich selbst als Protagonist von Kerouacs „Unterwegs“, beschreibt die  Unmöglichkeit einer Beziehung zu Sylva.

Interpretation:

Die Situation im Einkaufszentrum verweist darauf, dass Filips Intellektualität im bei der Verrichtung praktischer Arbeiten im Weg steht. Aber nicht nur hier scheint er an seiner eigenen Kopflastigkeit zu scheitern. Die Gedanken kreisen um die verpasste Chance mit Sylva, ohne dass es danach aussieht, dass er sie auch in Taten umsetzen kann.

Verwertbare Zitate:

„Mein richtiger Augenblick ist vorbei. Ich habe ihn verpasst.“ (S.44)

„Es gibt nichts Unnötigeres als die Vergangenheit.“ (S.44)

„Ein Brief schon wegen seiner Langsamkeit.“ (S.46)

„Gerade die kürzesten Antworten benötigen die längsten Überlegungen, weil sie meistens eine Grundeinstellung ausdrücken.“ (S.50)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Kleinere Aufgabe: Wie würde Sylva auf den Brief von Filip reagieren? Wie würde sie ihm zurückschreiben?

Filip spricht vom „jungen Werther.“ Vielleicht die Möglichkeit, einen Brief von Werther zu lesen und ihn auf die Situation anzuwenden.

Filip beschreibt Sylvas Leben als eines der „ziellosen Bewegung“. Hat er recht?

Seite/n:

51-61

Hauptprotagonist:

Sylva

Prolog: (Dialog zwischen Sylva und Psychologin)

Gespickt mit impliziter Kritik erklärt die Psychologin, dass sie Sylvas Wandlungsfähigkeit und Mut für Veränderungen bewundert. Der Hinweis auf die Kindheit deutet an, dass sie schon als Kind schwierig war.

Handlung: (Präsens, personale Erzählsituation)

Zunächst Beschreibung der neuen Wohnung der Mutter in Berlin, Sylvas Abneigung gegenüber dem mit Menschen gefüllten Strand am Wannsee (S.53). Vor Niklas Haus. Beschreibung der Kindheitserinnerungen (S.54f.). Sylva geht weiter durch Berlin, um Niklas zu besuchen. Dort angekommen muss sie feststellen, dass er eine neue Freundin, Evita, hat. Die beiden waren dabei, ihren Drogenrausch auszuschlafen, Niklas wird nicht geweckt. Sylva ist traurig darüber.

Interpretation:

Obwohl Sylva die Stadt Berlin mit einer Landschaft vergleicht, ist es für die nicht dasselbe. Das merkt man daran, dass ihr die Menschen beim Wannsee zu viel sind. Außerdem erkennt sie in der Stadt viele Zeichen des Verfalls (Niklas Haus) und den Unterschied zwischen arm und reich.

Verwertbare Zitate:

„Je größer die Stadt, desto größer das Netz der Zeichen, desto vielfältiger die Empfindungen.“ (S.57)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Brief der Psychologin an Sylvas Mutter, „Heißer Stuhl“ der Psychologin.

Aus Sylvas Perspektive: Vergleich zwischen Stadt und Land.

Zeichensysteme und Individuen.

Seite/n:

62-72

Hauptprotagonist:

Robin

Prolog: (Dialog zwischen Robin und seinem Vater)

Auf einer Klassenfahrt kommt es zu Intimitäten zwischen Robin und Melinda, bei der Robin ab einem Augenblick „nicht aufhören“ konnte. Er will dies seinem Vater „beichten“, doch der macht ihm Vorwürfe, anstatt sich die Version des Sohnes anzuhören und ihn moralisch zu unterstützen. Ob es tatsächlich zu einer Vergewaltigung kam, ist nicht auszumachen.

Handlung: (Personaler Erzähler, Präsens)

Robin ist Zuhause, es ist heiß, er malt (seine Art, mit den Problemen umzugehen (S.64). Robin würde gerne mit seiner Mutter über den Vorfall reden, doch kann dies aufgrund einer Krankheit der Mutter, die Stress vermeiden soll, nicht (S.65). Empfindungen gegenüber Körpergeruch (Natürlichkeit = Verbindung zu Sylva). Beziehung zu Melinda (S.65-66 = Lesen im Klassenzimmer). Erste Erwähnung des kleinen Bruders auf der Terrasse, wo er die obenrum nackte Sylva entdeckt (S.67). Erinnerung an die Nacht mit Melinda (S.68). (Interpretation Nacht: Für beide ist es das erste Mal. Robin sehnt sich nach einer unausgesprochenen Übereinstimmung, die sich völlig auf die Intimität des Körpers beziehen kann. Für Melinda ist die von ihm abverlangte Liebeserklärung eine Versicherung, die für sie die Voraussetzung des Sexualaktes ist. Zwar ist es nicht sicher, ob sie es ernst meint, jedoch ist es klar, dass Robins krasse Entgegnung ihre Scheinwelt zusammenstürzen lässt. Die Nacht ist ein Missverständnis zwischen gewollter körperlicher und oberflächlicher geistiger Nähe. Gespräch mit Sylva über Bademöglichkeiten (S.70f.). Beziehung zum Vater, rational, nicht herzlich, aber hilfreich (zurückgezogene Klage) (S.71).

Interpretation:

Seit der Nacht mit Melinda ist Robin stark verunsichert. Zum einen darüber, was sein Trieb mit ihm machen kann, zum anderen über seine falsche Einschätzung von Nähe. Er will keine Menschen mehr an sicher heranlassen, da er das Vertrauen in sie verloren hat. Mit seinen Eltern kann er nicht sprechen, da sein Vater ihm nicht glaubt und ihm Vorwürfe macht und seine Mutter aus gesundheitlichen Gründen die Geschichte nicht verkraften könnte. Alles in allem ist Robin sehr isoliert und trifft in dieser Situation auf Sylva.

Verwertbare Zitate:

Was nachmittags noch feste Umrisse hatte, hat längst seine Form verloren.“ (S.64)

„Er hat noch nie durch Nachdenken eine flüchtende Idee zurückrufen können.“ (S.64)

„Der Körper ist doch nicht die Hauptsache. Das Wichtigste sind meine Gedanken und Emotionen.“ (S.66)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Prolog: Dialoganalyse (S.62/63)

Charakterisierung Robin/ Produktiver Schreibauftrag: wie geht es mit ihm und Sylva weiter?

Die Nacht der „Vergewaltigung“. Erörterung.

Seite/n:

73-84

Hauptprotagonist:

Evita

Prolog: (Dialog zwischen Evita und Till)

Evita ist bei Till, der ihr Drogendealer ist und sie schamlos ausnutzt. Sie lässt sich dies gefallen, da sie high sein will. Da das Kommende schwer zu verstehen ist, könnte man mit Cluesos Chicago einsteigen und über die Metaphorik (Welche andere Arten der Beschreibung könnte es geben.) auf das Kapitel hinleiten. Vielleicht auch als vorentlastende Hausaufgabe.

Handlung:

Evita versinkt in ihrem Rausch und erinnert sich an die Zeit in der Klosterschule (S.74f.) Auch Evita hat ein totes Elternteil. Ihre Mutter ist gestorben. Zuvor hat sie noch Unternehmungen mit ihrer Tochter vorgenommen. Der Vater hat sich aus dem Staub gemacht (S.77). Sie ist weiterhin in ihrem Trip gefangen, erinnert sich an ihre Flucht aus Lerchenfeld nach Berlin, das für sie nach dem Verschwinden ihres Vaters Freiheit bedeutete. Dann: Erinnerung an das reale Berlin, Schwierigkeiten alles zusammenzuführen, alles ist nur fragmentarisch. Dann Treffen mit Niklas (S.80). Erinnerung an das erste Treffen mit Till (Opiumkonsum). Erster heftiger Trip.

Interpretation:

Während sie bei Till, dem Dealer, der von ihr schon Sex als Gegenleistung angenommen hat, in einem Trip aufnimmt, wechseln sich ihre Bewusstseinsebenen ab, changiert sie zwischen ihrem eigenen „Chicago“ und ihren Erinnerungen, die geprägt sind von der Fluch aus einer Realität, in der sie von den Eltern im Stich gelassen wurde und immer auf der Suche nach dem Ort war, wo die Ferne beginnt.

Verwertbare Zitate:

„Sie existiert einfach nur still, befreit aus dem Netz der Zeit.“ (S.76)

„Sie ist hoffnungslos von all dem gezeichnet, was sie je berührt hat.“ (S.77)

„Die Dinge sehen von weitem anders aus als aus unmittelbarer Nähe.“ (S.79)

„Jede Schicht ist eine Welt für sich.“ (S.81)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Zitat Filip (S.25): „Verstehst du, subjektiv habe ich Lust, etwas zu tun, aber ich mache es nicht, weil ich fähig bin, die Auswirkung meines Handelns objektiv einzuschätzen, was mich rückwirkend als Subjekt traumatisiert.“

Anwenden auf Evitas Situation.

Schaubild: Bewusstseinsebenen Evita (Vorentlastung: Markierung der Stellen, an der eine andere Ebene eintritt.

Persönlicher Bezug: was ist dein persönlicher Turm?

Seite/n:

85-95

Hauptprotagonist:

Sylva

Prolog: (Dialog zwischen Sylva und Robin)

Gespräch über das Anderssein und die Erwartungen der Gesellschaft. Robin zitiert seinen Vater, woraufhin Sylva argwöhnisch wird. Robin sagt allerdings nichts über die Hilfe, die ihm sein Vater gegeben hat.

Handlung:

Sylva in einem Kaufhaus in Berlin (S.86). Erinnerung an Vater und Großvater. Erinnerung an den Ausflug zum See. Charakterisierung Robin (S.88). Gespräch mit der Mutter über die neue Wohnsituation, den Vater, der Ausreden findet, sie nicht zusammen zu sehen und das Treffen mit Evita (S.90). Mutter trifft alten Freund Adam, Sylva driftet ab, überlegt über die Prädestination vom Leben, erinnert sich wieder an Robin. (92).

Interpretation:

Bemerkung: Hier passiert eher weniger. Sylvas Beziehung zu Mutter und Vater wird vertieft, sie macht sich die ersten Gedanken über Robin, dessen Art sie zunächst merkwürdig findet, da er für die das Gegenteil des ewig sprechenden Filip ist, zurückgezogen und überlegt.

Verwertbare Zitate:

„Wir haben das Gefühl für Verhältnismäßigkeiten verloren.“ (S.86)

„Sind wir vor allem die Produkte unserer Umgebung, oder gibt es etwas Festes, Grundlegendes, das wir von Geburt an bis zum Tod in uns tragen?“ (S.92)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Produktiver Schreibauftrag: An was denkt Sylva in diesem Augenblick? Was hat dies mit dem kurzen Gespräch mit Adam zu tun?

Szenisches Interpretieren: kurze Szenenvorstellung mit Pantomime. Wichtigkeit nonverbaler Signale.

Seite/n:

96-106

Hauptprotagonist:

Niklas

Prolog: (Dialog zwischen Niklas und seinem Arbeitgeber)

Es wurden vierhundert Euro aus der Kasse genommen. Niklas wird von seinem Arbeitgeber beschuldigt, das Geld genommen zu haben. Der Arbeitgeber, Herr Butzke (S.97), bei dem Niklas nach seinen Informationen seit einem Jahr arbeitet, weißt ihn darauf hin, dass er seine Drogenprobleme kennt und ihn nun feuern wird, wenn er das Geld nicht zum nächsten Tag hin besorgt.

Handlung: (Ich-Perspektive, Präsens)

Niklas sucht in der Wohnung nach Dingen, die er beim Pfandleiher zu Geld machen kann (S.97f.). Charakterisierung der Vergangenheit der Mutter. Erinnerung an den Vater. Erinnerung an einen Streit mit Evita, der darauf fußte, dass Niklas „bestimmte Sachen“ ansprechen wollte (S.99). Dialog zwischen Niklas und Evita, der auf ihre vom Heroinkonsum wunden Arme an sich zieht (Schillingbrücke). Zurück in der Wohnung (S.102). Er überlegt, wo Evita hingegangen sein könnte, doch resigniert (S.104). Am Tag zuvor war sie noch in das Geschäft gekommen (S.105). er sieht Sylva kommen, aber versteckt sich vor ihr (S.106), vordergründig, weil er sich nicht für das Herumschleppen von zu verkaufenden Wertsachen rechtfertigen will.

Interpretation:

Obwohl Niklas nach eigenen Angaben seit zwei Tagen „clean“ ist, zeigt sein Verhalten, dass er den Sinn für alles, was nicht mit Drogen und Evita zu tun hat, verloren hat. Er ist bereit, für den Drogenkonsum seiner Freundin  den Trauring seines Vaters zu versetzen, obwohl er eigentlich reflektiert, dass die Beziehung eigentlich keine tief gehende ist, sondern eine, die sich auf gemeinsame Spinnereien und den Drogenkonsum beschränkt. Wenn Niklas in dem Roman einen Weg nach unten geht, dann ist er nah am Tiefpunkt.

Verwertbare Zitate:

„Die Grenzen zwischen dem, was tatsächlich passierte, und was nur in meinem Kopf existierte, verschwand mehr und mehr.“ (S.101)

„Auf der einen Seite kannten wir uns wie siamesische Zwillinge, und auf der anderen waren wir Fremde.“ (S.103)

es war so, als hätte sie aufgehört zu existieren.“ (S.103)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Frage: Was sagen die Gegenstände, die Niklas in der Wohnung findet, über den Lebensstil der Familie aus?

Frage: Warum will Niklas nicht mit Sylva reden, als er sie erkennt?

Szenisches Lesen des Dialogs zwischen Evita und Niklas (Vorbereitung: Betonung)

Seite/n:

107-118.

Hauptprotagonist:

Robin

Prolog: (Dialog zwischen Robin und seiner Mutter)

Robins Mutter redet zunächst über Sylva. Es wird klar, dass sie möchte, dass Robin und Sylva sich anfreunden, da sie, seit sie Robins Malerei entdeckt hat, besorgt ist und Robin auch nicht mehr mit ihr redet. Gespräch über die (angebliche) Vergewaltigung, Liebe und Sex.

Handlung: (Personaler Erzähler, Präsens)

Robin geht mit seinem Hund Muffin durch die Stadt und reflektiert die ewigen Anrufe seines Vaters, der Robin unter Druck setzt, da er sich um die kranke Mutter kümmern soll. Robin will im eigentlich widersprechen, traut sich aber nicht (S.109). Robin trifft auf Sylvas Mutter und spricht kurz mit ihr über das gemeinsame Schwimmen mit Sylva (S.110f.) Charakterisierung von Robins Bruder Emil (S.112). Es macht sich Gedanken darüber, dass sein Vater dadurch, dass er ihn nach dem „großen Knall“ gerechtfertigt hat, seine Würde verloren hat. (S.113) Oben in der Wohnung angekommen muss er feststellen, dass seine Mutter ohnmächtig geworden ist. Er kümmert sich zusammen mit Sylvas Mutter, die gerade den Flur hoch kommt, um seine Mutter, ruft den Arzt, packt ihre Sachen (S.114-118).

Interpretation:

Dieser Part über Robin zeichnet ein liebevolles Verhältnis zu seiner Mutter, der er gerne mehr über sich und seine Probleme erzählen würde, es aber nicht kann, da er sie aufregen will. Sein Verhalten nachdem seine Mutter ohnmächtig geworden ist, zeigt, dass er genauso verantwortlich ist, wie sein Vater es von ihm verlangt. Ob dies gewürdigt wird, ist eine andere Sache. Insgesamt geht es hier weniger um das Seelenleben als um die Situation zwischen Mutter und Sohn, obwohl es in einigen Gedanken auch um die Beziehung zwischen Vater und Sohn geht.

Verwertbare Zitate:

„Er müsste damit rechnen, dass jeder Druck gesetzmäßig einen Gegendruck auslöst.“ (S.110)

„Schmerz ist immer subjektiv.“ (S.113)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Fragen: Wer ist für das Unglück, das der Mutter passiert, verantwortlich? Der Vater oder Rob selbst? (literarische Erörterung)

Wie kann man das Verhältnis zwischen Robin und seinem Vater beschreiben?

Seite/n:

119-128.

Hauptprotagonist:

Sylva

Prolog: (Dialog zwischen Sylvas Lehrer und dem Rest der Klasse)

Vordergründig geht es um den schädlichen Einfluss, den der Mensch auf die Natur hat. Sylvas Lehrer (den sie nun nicht mehr hat) Herr Tabery, will, dass die Schüler begreifen, dass jeder die Verantwortung für die Natur und ihre Zerstörung hat. Frage nach der Verbindung zum nun Kommenden?

Handlung: (Personaler Erzähler, Präteritum vor Niklas Haus, dann Präsens)

Sylva geht (weiter) durch die Stadt. Sie kommt bei Niklas an (gleiche Situation aus seiner Perspektive, S.106). Sie erinnert sich an eine Situation, in der sie und Niklas auf einen Leuchtturm gehen wollten, bei dem Niklas jedoch von seiner Höhenangst beeinträchtigt wurde (S.122f.). Sylva geht Evita hinterher, weil sie hofft, dass sie sie zu Niklas führt (S.124). Sie trifft auf den Coyoten, von dem sie annimmt, dass es sich um einen Hund handelt (S.126). Sie gibt dem Hund zu fressen und nimmt sich seiner an.

Interpretation:

Die Tatsache, dass Sylva weiter nach Niklas sucht und sich in die „dunklen“ Ecken Berlins begibt zeigt, wie wichtig er ihr ist. Das vergangene Ereignis spielt eine besondere Rolle, da es symbolisch für eine „geteilte Schwäche“ steht, die sie mit ihm erlebt hat. Ihre Fürsorge zeigt sich zudem daran, dass sie sich um den verletzten „Hund“ kümmert.

Verwertbare Zitate:

„Sie vergaß das Gefühl der geteilten Schwäche und Stärke nicht.“ (S.123)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Frage: Warum nimmt Sylva den Hund mit, wenn sie doch darüber wütend ist, dass sie es tut?

Seite/n:

129-137

Hauptprotagonist:

Evita

Prolog: (Dialog zwischen Evita und einem Barmann)

Der kurze Dialog zeigt, wie Evita als Junkie behandelt wird, aber auch, mit welcher Skrupellosigkeit sie anderen Menschen begegnet.

Handlung:

Evita sucht weiterhin nach Drogen. Diesmal will sie richtigen Stoff haben, da es das letzte Mal nicht geklappt hatte, „hin“ zu gelangen (S.130). Sie trifft einen Mann („Herr der Ringe“), den sie bei ihrem Drogendealer Till als Klavierspieler kennen gelernt hat (S.131). Es wird klar, dass sie sich vor Niklas versteckt. Sie hat nicht gegessen und muss sich übergeben. Sie ist überfordert von den Fragen, die ihr der Herr der Ringe stellt (Wie es ihr geht. Wie sie hier her kommt?) Sie will Vertrauen gewinnen, hört vom Herrn, dass Till zusammengeschlagen worden ist.

Interpretation:

Evita ist in ihrer Drogensucht so weit, dass sie die Welt nicht mehr im Ganzen, sondern nur noch fragmentarisch wahrnehmen kann. Sie ist ihrem Konsum schutzlos ausgeliefert, passiv, so dass sie sich auch dem Herrn nicht erwehren kann als er sie ohne ihr Wollen berührt und ihr einen anzüglichen Namen nennt. Sie klammert sich an die Erinnerung an das Internat. Dies ist ihr einziger Fixpunkt in ihrer ausweglosen Situation.

Verwertbare Zitate:

„Menschen und Dinge zerfallen wie auf einem ausgedienten Fernsehbildschirm.“ (S.130)

„Seine Umarmung ist das absolute Asyl.“ (S.132)

„Schicksalhafte Begegnungen kann man nicht mit einem Kassenklingeln löschen.“ (S.133)

„Sie kommt sich außer Betrieb vor.“ (S.134)

„Ohne Deckung auf offenem Feld.“ (S.134)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Frage: Warum haben die Fragen des Herrn der Ringe keine Bedeutung für Evita.

Gedicht aus Evitas Perspektive

Seite/n:

138-146

Hauptprotagonist:

Filip (Berenika, Olin)

Prolog: (Weiterführung des Briefs an Sylva)

In diesem Brief stellt er sein Leben in Frage. Vor allem geht er auf seine Bildung ein, die seiner Meinung nach nichts einfacher macht, sondern alles relativiert. Er ist hin- und hergerissen zwischen der Anpassung an die Gesellschaft und deren Ablehnung.

Handlung:

Filip ist auf der Arbeit in der Abteilung „Balkon und Garten“ (S.138). Er beschreibt das Leben bei dem Ferienjob, der ihn abstumpft, da ein Tag wie der andere ist (S.139). Er schreibt den Brief an Sylva in Gedanken weiter (S.140). Sein Kollege Olin nimmt ihn mit dem Auto mit. Er wird Berenika (im roten Kleid) vorgestellt. Sie fahren zusammen auf eine Demonstration.

Interpretation:

Für Filip ist das Leben, das von seinem Ferienjob geprägt ist, langweilig wie die Werbeslogans, die er immerzu hört. Er tut die ganze Zeit dasselbe und fühlt sich dadurch leer. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass er das Angebot, mit auf die Demonstration mitzugehen, annimmt. Zudem lassen deutliche Textsignale darauf schließen, dass er dabei ist, sich in Olins Schwester Berenika zu verlieben.

Verwertbare Zitate:

„Die Signale des primitiven Menschen waren eindeutig, die des zivilisierten Menschen sind unverständlich.“ (S.138)

„Er fühlt keine Müdigkeit, sondern eher Abgestumpftheit.“ (S.139)

„Alles erscheint unklar, entfernt, wie aus dem Jenseits.“ (S.139)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Antwortbrief von Sylva.

Gründe, warum Filip mit auf die Demo geht.

Seite/n:

147-158

Hauptprotagonist:

Robin

Prolog: (Dialog zwischen Robin und dem behandelnden Arzt)

Robins Mutter hat zu wenig getrunken, was zu der Ohnmacht geführt hat. Dass sie sich um das Wasser für die Blumen, nicht jedoch um ihr eigenes Trinken gekümmert hat, kann auch symbolisch als Selbstlosigkeit verstanden werden. Eine Art der Selbstlosigkeit und Verantwortung, die Robin dem Arzt nach auch aufweist. Es zeigt sich jedoch, dass sein eigenes Selbstverständnis so sehr von der Unzufriedenheit seines Vaters geprägt ist, dass er dies selbst nicht erkennt.

Handlung:

Robin und sein Bruder Emil sind in der Wohnung der Eltern. Nachdem Emil Robin über die „Ferien“ mit dem Vater erzählt hat, erinnert sich Robin an das Treffen mit seinem Vater, bei dem ihm wie üblich Vorwürfe gemacht wurden. Er erinnert sich zurück an das Gespräch, das dialogisch wiedergegeben wird (151f.). Erinnerung an die Nacht zuvor. Robin geht in der Nacht auf die Terrasse und trifft auf Sylva (S.154). Sie versucht ihm sowohl körperlich als auch geistig näher zu kommen, aber er möchte seit dem Vorfall keinen mehr nah an sich heran lassen. Robin redet mit seinem Bruder über Mutter und Vater. Emil hat mitbekommen, dass sich ihre Mutter neu verliebt hat (S.157). Die Anweisungen des Vaters erscheinen auf einmal in einem anderen Licht. Es war, so denkt Robin, nicht vornehmlich die Sorge um die Krankheit der Mutter, die den Vater sagen ließ, er solle sie nicht aus dem Haus lassen, sondern die Angst, sie könne zu ihrem Liebhaber gehen (S.157).

Interpretation:

In diesem Abschnitt zeigt sich, wie fragil das Familienleben von Robin, seinem Bruder und seinen Eltern ist. Seine Mutter ist gesundheitlich Angeschlagen und in einen anderen Mann verliebt und sein Vater versucht, seine dadurch entstehende Unsicherheit durch Kontrolle auszugleichen. Außer seinem Bruder hat Robin niemanden, dem er sich anvertrauen kann, da er es auch nicht schafft, Sylva an ihn heranzulassen. Er ist isoliert in einer scheinbar ausweglosen Situation.

Verwertbare Zitate:

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Perspektive des Vaters: Brief über seine Söhne/ oder an seine Söhne

Brief von Robin an seinen Vater

Liebesgedicht (mit Kindern etc.)

Seite/n:

159-166

Hauptprotagonist:

Sylva

Prolog: (Dialog am Telefon zwischen Sylva und ihrem Vater)

Sylva versucht ihren Vater davon zu überzeugen, den Hund an sich zu nehmen, da er nackt sei wie in der Pubertät.

Handlung:

Sylva mit dem „Hund“ im Wartezimmer des Arztes (S.160). Erinnerung an das Gespräch mit der Mutter. Beschreibung des Tieres (S.161f.). Sylva spürt eine Verbindung zu dem Tier, die sie jedoch ihrer sachlichen Mutter vorenthält. Deshalb ist sie zu Robin auf die Terrasse gegangen. Sie ist an ihm interessiert (S.164). Sie belauscht das Gespräch des Arztes mit der Behörde und verschwindet aus der Praxis (S.165).

Interpretation:

Dass Sylva einen solchen Aufwand betreibt, um ein fremdes Tier zu retten, zeigt ihre Nähe zur Natur und ihre Fürsorglichkeit. Zudem zeigt sich schon, dass die Verbindung zwischen ihr und dem Tier etwas Besonderes ist.

Verwertbare Zitate:

„Ein Teil seines Wesens ging auf sie über, beherrschte sie unterschwellig und lenkte ihre Schritte.“ (S.164)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Verbindung zwischen Sylva und dem Tier. Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Vielleicht aus der Perspektive von Sylva.

Seite/n:

167-174

Hauptprotagonist:

Niklas

Prolog: (Dialog zwischen Niklas und Evita)

Evita erklärt Niklas, dass sie Geburtstag hat, oder haben könnte, da sie zwischen zwei Tagen zur Welt gekommen ist. Sie befinden sich am Bahnhof. Das Gespräch ist symbolisch, insofern Evita schon bei ihrer Geburt in einem Zustand zwischen zwei Welten war; vielleicht ließe sich dies als Hinweis darauf verstehen, dass ihre Gebrochenheit prädestiniert ist.

Handlung: (Personaler Erzähler, Präsens)

Niklas ist leer und schwach von seinem dreitägigen Entzug. Er versucht weiterhin, Evita zu finden (S.168). Während er am Kai sitz, erinnert sich Niklas an die nicht ganz so schicksalhafte Begegnung mit Evita (S.170). Er kommt zu einem großen, hohen Kran, auf dem er Evita vermutet (S.172).

Interpretation:

Obwohl es Niklas alles andere als gut geht, sucht er Evita überall. Man könnte es so deuten, dass er zwar auf Entzug zu seinen Drogen ist, dass aber Evita seine heftigste Droge ist, von der er nicht loskommt. Er steht vor der Entscheidung, seine Angst vor der Höhe aufzugeben oder zu überwinden, um wieder bei Evita sein zu können.

Verwertbare Zitate:

„Es ist wertlos, etwas alleine zu machen.“ (S.174)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Überwindung von Ängsten

Abhängigkeit zwischen Menschen

Seite/n:

175-181

Hauptprotagonist:

Evita

Prolog: Definition eines Kojoten

Viele der angeführten Merkmale lassen sich auch auf Sylva selbst beziehen.

Handlung:

Sylva reflektiert ihre Flucht aus der Tierpraxis und überlegt sich, was sie nun mit dem Kojoten tun kann.(176f.). In dieser Situation denkt sie an Filips „Lebensweisheiten“ (S.178). Mitten in ihren Überlegungen sieht sie Polizeibeamten aus dem Auto aussteigen und in Richtung ihrer Wohnung gehen. Sie hat einen Plan, den sie aber noch nicht artikuliert.

Interpretation:

Neben den Gedanken, die sich Sylva um den Kojoten macht, zeigt sich hier umso deutlicher die Verbindung zwischen ihrem eigenen Leben und dem des wilden Tieres, das sie bei sich aufgenommen hat.

Verwertbare Zitate: 

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Literarische Erörterung: Inwieweit ist der Kojote eine Metapher für Sylva oder die anderen Charaktere des Romans?

Schüler/Innen schreiben, welches Tier sie in ihrer jetzigen Lebenssituation wären.

 Seite/n:

182-190

Hauptprotagonist:

Robin

Prolog: (Dialog zwischen Robin und seiner Kunstlehrerin)

In dem kurzen Dialog zeigt sich Robins Lethargie. In interessiert (vordergründig) weder die Tatsache, dass er von seiner neuen Klasse aufgenommen wurde noch das positive Feedback seiner Kunstlehrerin, die seine Produkte und Beiträge sehr schätzt. Hier zeigt sich von neuem, wie verunsichert Robin in seinem innersten ist und wie wenig er weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll.

Handlung:

Robin ist weiterhin mit seinem Bruder zuhause, da sein Vater zusammen mit seiner Mutter im Krankenhaus versucht, ihr Leben zu regeln. Für ihn ist die Familie in dem Zustand, in dem sie sich befindet, wie die Bilder die er malt: vergänglich, fragmentarisch (S.183). Auch sein Bruder ist sehr mitgenommen von den Problemen seiner Eltern und versucht sich mit dem Fernsehen abzulenken. In diesem Augenblick klingelt die Polizei unten an der Tür (S.184). Gespräch mit dem Polizisten (S.186f.). Nachdem die Polizisten weg sind, geht Robin auf den Balkon und trifft auf Sylva, die sich versteckt hat und ihn auffordert, mit ihr zusammen das Tier wegzubringen.(189f.)

Interpretation:

Zwischen den Zeilen kann man erkennen, dass sie Beziehung zwischen Sylva und Robin eine intimere geworden ist. Er rechtfertigt sich für sie und es kommt ihm vor als lüge er, als er sagt, sie seien nur Nachbarn.

Verwertbare Zitate:

„Aus der Destruktion entsteht unwillkürlich etwas Neues.“ (S.184)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Schwierig. Man könnte zumindest mit dem Prolog arbeiten und herausarbeiten, was das Gespräch über Robins Selbstverständnis sagt und dies dann in den Kontext des bisherigen einarbeiten.

Seite/n:

191-201

Hauptprotagonist:

Filip

Prolog: Gedicht (Lied, Blues)

Möglichkeit der kurzen Gedichtanalyse und Kontextuierung

Handlung:

Nach der Demonstration mit Olin und Berenika sitzt Filip zusammen mit dem Verkaufsleiter des Supermarkts in Untersuchungshaft (S.191). Erinnerung an den Abend der Demo (S.193). Er erinnert sich an seine Gefühle für Berenika (S.194f.).

Interpretation:

Filip versucht sich in der Zelle über sich selbst klar zu werden. Anders als sonst hat er auf der Demonstration Taten sprechen lassen. Dies war deshalb der Fall, weil er sich durch Berenika, in die er sich verliebt hat, kraftvoll gefühlt hat. Der tätowierte Riese, der mit ihm in der Zelle ist, verdeutlicht, dass auch eine nach außen getragene Stärke vor dem Hintergrund von wichtigen Lebensentscheidungen vergehen kann. Er denkt an den Blues, der sowohl seine Einsamkeit als auch sein Verlangen nach Zweisamkeit widerspiegelt.

Verwertbare Zitate:

„Es gibt Dinge, die geschehen, egal wie die Reihenfolge des Geschehens ist.“ (S.193)

„Die Tat ist die klarste Antwort.“ (S.199)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Frage: Wofür würdet ihr es riskieren, in Untersuchungshaft zu müssen?

Rede Filips über das Missverhältnis zwischen Überproduktion und Wegwerfgesellschaft.

Seite/n:

202-211

Hauptprotagonist:

Evita

Prolog: (Dialog zwischen Evita als Kind und ihrer Mutter)

In dem kurzen Dialog zwischen der kleinen Evita und ihrer Mutter geht es um ihre Angst vor der Dunkelheit, eine Dunkelheit, vor der sie nicht fliehen kann, weil sie, wie sie sagt, in ihr selbst ist.

Handlung:

Evita befindet sich unter einem Balkon, irgendwo in der Stadt (S.202). Sie vermisst Niklas, ist einsam in der regnerischen Umgebung, in der sie keinen Schutz hat (S.204f.). Erinnerung an das Ereignis mit dem „Herrn der Ringe“ (S.204). Sie reflektiert ihren Einfluss auf Niklas (S.206). Ihre Gedanken changieren zwischen der Zeit bei dem Dealer und dem Hier und Jetzt, in dem sie eine Obhut sucht (S.207f.). Sie erinnert sich daran, auf den Kran gehen zu wollen, dort, wo alles so fern erscheint, doch als sie eine Figur dort heraufgehen sieht (Niklas), überlegt sie es sich anders.

Interpretation:

Evita ist besessen von dem Gedanken, an den Ort zu kommen, wo es ihr gut geht, an dem Turm, den sie aus ihrer Vergangenheit kennt. Deshalb lässt sie alles mit sich geschehen, auch, wenn sie es nicht will. Zwischen dem Verlangen nach Nähe (von Niklas) und der Suche nach einem Schlafplatz reflektiert sie ihre Lage und die Dunkelheit  in ihr, die sie wieder und wieder versucht loszuwerden. Es gelingt ihr nicht. Als sie sich auf den Weg zum Keller macht, ist sie körperlich kaum noch in der Lage, den einen Fuß auf den anderen zu setzen. Sie ist in jeder Hinsicht gescheitert.

Verwertbare Zitate:

„Kann die Sehnsucht nach Ferne eine konkrete Form und einen Namen haben?“ (S.203)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:  

Seite/n:

212-220

Hauptprotagonist:

Sylva, Robin

Prolog: (Dialog zwischen Sylva und Robin)

Sylva überzeugt Robin, den Kojoten irgendwo in Polen auszusetzen, damit er wieder in Freiheit leben kann. Kurz geht es um die Freiheit des Menschen (und Tieres).

Handlung:

Sylva und Robin fahren mit dem Auto an die polnische Grenze (S.213). Sylva (aus deren Perspektive dieser Abschnitt erzählt wird) erzählt von ihren Gedanken vor und während der Fahrt. Sie erinnert sich an das Gespräch über Freiheit zwischen Robin und ihr (S.217).

Interpretation:

Obwohl sich Sylva auch gegen Ende der Autofahrt nicht traut, Robin physisch zu berühren, gibt es zwischen den beiden eine Art unausgesprochenem Einverständnis. Robin zeigt seine Nähe auch dadurch, dass er sich über seinen strengen Vater hinweg setzt, indem er das Auto klaut und fährt, obwohl er noch keine 18 ist. Dass sie den Kojoten frei lassen, ist auch eine symbolische Handlung für die beiden, die darauf hinweist, dass man aus selbst gebauten Gefängnissen ausbrechen kann.

Verwertbare Zitate:

„Man kann das Maß der Freiheit nicht in Zahlen ausdrücken.“ (S.212)

„Ich glaube die Freiheit existiert nicht, und wenn doch, dann ist sie sehr subjektiv.“ (S.216)

„Worte sind nur Verbindungsglieder. Sie sagen nichts darüber aus, was sie verbinden, sie berühren nur die Oberfläche.“ (S.217)

„Jeder Mensch ist eine Summe aus Bruchzahlen, die sich nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen.“ (S.219)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Sylva spricht davon, dass Freiheit für jeden unterschiedlich ist. Verfasse einen Text, in dem du schreibst, was Freiheit für dich bedeutet.

Vielleicht auch Freiheit aus der Perspektive der Protagonisten.

Frage danach, warum der Autor sich entschieden hat, es regnen zu lassen.

Tagebucheintrag von Robin

Musik für die Fahrt.

Seite/n:

221-228

Hauptprotagonist:

Niklas

Prolog: (Dialog zwischen Niklas und seiner Mutter)

Der Dialog ist aus der Zeit, in der Niklas seinen Film gemacht hat, mit dem er sogar einen Prei gewonnen hat. Seine Mutter ist stolz auf ihn, obwohl sie bei dem Film weinen musste. Den letzten Satz, in dem Niklas seiner Mutter verspricht, sie noch öfters zum weinen zu bringen, kann man didaktisieren, indem man auf die Ambivalenz aufmerksam macht (Niklas sagt damit aus, dass er ihr weiterhin Freude schenken will, wie sein Vater es getan hat; gleichzeitig kann man es aber auch so verstehen, dass der Grund, aus dem seine Mutter weint, er selbst ist)

Handlung:

Niklas trifft in dem Hof vor seinem Haus auf Evita (S.222). Zumindest glaubt er das. Denn er bemerkt, dass es nur ein Traum war und er auf dem hohen Kran beim Hafen eingeschlafen ist. Durch seine extreme Höhenangst ist es ihm nicht möglich, herunterzuklettern, auch dann nicht, als ein Arbeiter droht, die Polizei zu holen (S.224). Der Arbeiter denkt, er sei selbstmordgefährdet. Während der Arbeiter ihn holen will, denkt er an seine Mutter und an das Chaos, das er hinterlassen hat (S.227).

Interpretation:

Nachdem Niklas erfüllt von dem Wunsch seine Geliebte Evita auf dem Kran vorzufinden, auf denselben geklettert ist, kommt er nicht mehr herunter. Er ist ganz alleine einer seiner größten Ängste ausgeliefert. Erst nachdem ihm Herbert, der Arbeiter, hilft, schafft er es gemeinsam mit ihm herunter. Das ganze kann insofern symbolisch verstanden werden, als Liebe auf der einen Seite Ängste überwinden lässt und Einsamkeit hemmt. Nur durch das gegenseitige Vertrauen, dass der Arbeiter ihm entgegen bringt, schafft es Niklas wieder nach unten.

Verwertbare Zitate:

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Text der den kleinen Teil des Films, den die Mutter im Prolog erzählt, interpretiert. Dann Anwendung auf die Situation der Protagnisten.

Niklas auf dem Dach als symbolische Situation.

Seite/n:

229-235

Hauptprotagonist:

Filip

Prolog: (Filips Brief an Sylva)

Filips Brief ist abschließend. Für ihn ist Sylvas Abwesenheit, wie er selber sagt, absolut. Die Verbindung, die die beiden hatten, wird durch das fortschreitende Leben gekappt. Er schreibt über Berenika, stoppt dann aber.

Handlung:

Filip sitzt im Bus und erinnert sich an seine Entlassung aus dem Gefängnis (S.229f.) Während des Geplänkels mit dem Kontrolleur erinnert er sich daran, wie er gefeiert wurde (S.230) und wie er Berenika geküsst hat. Nachdem er einschläft, geht er im Regen nach Hause. Er ist ein anderer Mensch. Er entscheidet sich dagegen, Sylva den Brief zu schreiben.

Interpretation:

Das Erlebnis der Demonstration, die physische Gewalt, die emotionale Verbindung mit Berenika, das Gefühl, für etwas einzustehen, die Liebe, haben aus Filip einen neuen Menschen gemacht, der sich endlich fühlen kann und sich nicht mehr hinter seiner Intellektualität versteckt. Deshalb wischt er den Vergleich mit der Katharsis auch weg. Zwar hat er recht, aber es trifft nicht mehr auf ihn zu, da er ein anderer ist, jemand der sich fühlt, der einen neuen Weg eingeschlagen hat. Und dieser neue Weg funktioniert nun ohne Sylva und ohne seine Theorien. Er hat sich befreit.

Verwertbare Zitate:

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Eigene Erfahrungen mit Verbindungen, die sehr fest waren und dann zu ende gegangen sind. Mögliche Gründe und Beurteilung.

Weiterführung von Filips Brief in Gedanken (S.233)

Schreiben des Sommerblues

Was ist mit Filip passiert? Warum entscheidet er sich gegen den Brief?

Seite/n:

236-243

Hauptprotagonist:

Evita

Prolog: (Gespräch zwischen Evita und Niklas)

In dem Dialog geht es um die ägyptische Königin Nofretete, mit der Niklas Evita immer wieder vergleicht. Evita äußert nach der Bewunderung um Niklas’ kreatives Herumspinnen die Angst, dass er herausfinden könnte, dass sie gar nicht so rätselhaft ist wie er immer denkt.

Handlung:

Evita erinnert sich an Situationen, in denen sie von anderen zurück gehalten wurde, als es sie in die Ferne trieb; sie denkt an Mutter und Vater und daran, dass ihr etwas Elementares abhanden gekommen ist (S.237). Sie erinnert sich an ihren ersten Joint, ihr erstes High-Sein, die Clique (S.238). Sie befindet sich in dem Keller, in dem sie immer zusammen mit Niklas war. Sie reflektiert, dass sie, nicht wie Niklas denkt, ihn hätte früher treffen sollen, bevor sie Till getroffen hat (S.239). Sie erinnert sich an die Zeit mit Niklas, als sie zusammen die Traubenkirschenblüte suchten, um sich vor negativen Energien zu schützen (S.240f.). Sie will aufhören, sich einen letzten Schuss setzen. Dieser ist jedoch der letzte. Sie kommt nicht mehr dort hin, wo sie hin möchte. Sie setzt sich ihren goldenen Schuss.

Interpretation:

In ihrer letzten Verzweiflung ist Evita in den Keller zurückgekehrt. Sie reflektiert all das, was sie zu dem gemacht hat, was sie ist. Die Erinnerungen an den Blütenstängel sind noch da. Der Stängel selbst ist vertrocknet wie die ihre Beziehung zu Niklas. Sie ist vollkommen allein und setzt sich den letzten Schuss, von dem sie stirbt.

Verwertbare Zitate:

„Wir tragen alle die Koordinaten der Hölle in uns.“ (S.239)

„Wenn sie zusammen waren, wollte sie von keinem anderen reden.“ (S.240)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Frage: Welche Dinge, die in Evitas Leben daneben gelaufen sind, reflektiert sie selbst. Was kann sie selbst nicht reflektieren.

Schreiben von Schwester Callista

Schreiben eines alternativen Endes

Seite/n:

244-253

Hauptprotagonist:

Robin

Prolog: (Telefonischer Dialog zwischen Robin und seinem Bruder Emil)

Robin spricht mit seinem Bruder über den freigelassenen Kojoten und den Vater, der sich von der Mutter scheiden lässt. Sein Bruder ist entschlossen, bei seinem Vater zu leben, obwohl er mehr zu seiner Mutter hingezogen ist.

Handlung: (Personaler Erzähler, zuerst Präteritum, dann Präsens, S.246).

Robin und Sylva schwimmen kurz nach der Freilassung des Kojoten zusammen in seinem See bei einem Steinbruch (S.245). Robin realisiert, dass die Beziehung zwischen ihm und Sylva seit der Freilassung des Kojoten eine neue Stufe erreicht hat (S.245). Sie schwimmen zusammen. Robin denkt darüber nach, wie er Sylva in seinen Schutzmantel hineinlassen kann, doch er traut sich weder sie einzuholen noch sie zu rufen (S.247f.). Er bekommt Panik als er sie nicht mehr sieht. Eine Angst, die seine Nähe zu ihr verdeutlicht. Endlich kann er über den Zwischenfall sprechen. Das bricht seine innere Barriere und sie kommen sich näher (S.252).

Interpretation:

Das Kapitel ist der Höhepunkt der Beziehung zwischen den beiden, da Robin endlich aus dem Schutzmantel der unausgesprochenen Wörter ausbrechen kann und ihr die Wahrheit erzählt. Dieses Erzählen lässt auch alle anderen Barrieren brechen, so dass er sich auch trauen kann, sie zu berühren.

Verwertbare Zitate:

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Bedeutung von gemeinsamen Erlebnissen für eine Beziehung

Weiterschreiben des Briefes an den Vater (S.247)

Gedicht über den Abend

Seite/n:

254-263

Hauptprotagonist:

Niklas

Prolog: (Niklas redet mit dem Arbeiter Herbert beim Frühstück, nachdem dieser ihn gerettet hat.)

Es geht in dem Gespräch über das Gefühl von Heimat und bestimmte Dinge, die man damit verbindet.

Handlung:

Niklas ist weiterhin auf der Suche nach Evita und beschreibt die Plätze, an der er überall nach ihr gesucht hat (S.255). Als Niklas eine Kamera sieht, nimmt er sich einen Abschnitt lang über diese wahr. Die Perspektive wechselt in der personale. Es ist der letzte Samstag des August (S.257). Er erinnert sich an gemeinsame Erlebnis. Er kommt, genau wie Evita, wieder an der Popcorntüte und an dem Jungen vorbei (S.260) und wünscht sich, dass der Traum, in dem er Evita traf, wahr wird.

Interpretation:

Auch wenn er noch an Evita hängt, sie sucht, hat das Überwinden seiner Angst auf dem Kran und das erfolgreiche Zurückkehren etwas Neues in ihm ausgelöst. Vielleicht kann man sagen, dass für ihn ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Verwertbare Zitate:

„Jeder Ort, an dem wir zusammen waren, ist inzwischen ihr Ort, und ich habe Angst, ihn ohne sie zu betreten.“ (S.258)

„Wenn dich jemand verlässt, stellst du dir automatisch die Frage, wer er eigentlich war. Und wer du ohne ihn bist.“ (S.259)

Möglichkeiten der methodischen Aufbereitung:

Prolog: Analyse des Gesprächs (Brot als Symbol für die Heimat).

Text über das, was die Schüler/Innen nach Jahren der Abwesenheit mit ihrer Heimat verbinden würden.

Erklärung, was mit ihm war und was er von nun an tun wird.

Grabrede am Grab von Evita 

Seite/n:

264

Hauptprotagonist:

Der Kojote

Prolog:

/

Handlung:

Der Kojote streift durch die Gegend und macht sich Gedanken über sein eigenes Leben.

Interpretation:

Es finden sich Anhaltspunkte, die den Kojoten mit den anderen Protagonisten in Beziehung setzen lassen. Vor allem ist er, trotz seiner Gefangenschaft, wieder in der Lage, sich seinen eigenen Lebensraum zu eigen zu machen.

 

 

Lesevereinbarungen

zu Iva Procházkovás Roman Die Nackten

Auch wenn jeder anders liest, ist es wichtig, dass wir uns zusammen auf eine gemeinsame Basis verlassen können. Aus diesem Grund ist es von entscheidender Bedeutung, dass ihr in dem vereinbarten Maße mit dem Buch arbeitet.

 

  • Regeln für das Unterstreichen

Informationen über die Charaktere = gelb

Informationen über die Familien der Charaktere = rot

Orts- und Zeitangaben = mit Bleistift

 

  • An den Rand

? = Ich habe eine Frage./ Das verstehe ich nicht.

! = Hier steht etwas Wichtiges!

+ = Das finde ich gut./Das gefällt mir.

– = Das gefällt mir nicht.

 

  • Zu „deiner“ Figur (siehe Lesejournal)

Lesejournal

In eurem persönlichen Lesejournal bearbeitet ihr begleitend zur Lektüre des Romans Die Nackten verschiedene Aufgaben, die ihr in ein geeignetes Heft oder einen Hefter übertragt. Neben den Aufgaben, die jeder zu erledigen hat, könnt ihr zwischen verschiedenen Aufgaben auswählen. Da das Lesejournal mit in die Abschlussnote eingeht, ist eine ansprechende Ausarbeitung wichtig. Bei der Benotung des Lesejournals werden neben dem Inhalt auch die äußere Form, die sprachliche Gestaltung und die Sprachrichtigkeit bewertet. Formaler Rahmen des Lesejournals: Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Seitenzahlen. 

Neben den verpflichtenden Aufgaben sind 4   Aufgaben aus dem Angebot auszuwählen:

Verpflichtende Aufgaben:

  • Gestalte für den Roman ein neues Cover, das du als Deckblatt für dein Lesejournal benutzt. Begründe deine Ausarbeitung.
  • Erstelle eine Tabelle, in die du für jedes Kapitel deiner Figur Erzählerperspektive, Haupthandlung und eine eigene Überschrift einfügst.
  • Erstelle einen „Steckbrief“ für eine der Figuren. In diesen trägst du Charaktereigenschaften, Besonderheiten und Fragen zur Figur ein.

(Was beschäftigt die Figur? Wie sieht sie das Leben? Was ist wichtig?)

Optionale Aufgaben:

  • Erstelle ein „Facebook-Profil“ für eine Romanfigur deiner Wahl. Begründe die aufgeführten Interessen, Bücher etc.
  • Führe für die Verfilmung des Romans ein „Casting“ durch, indem du für die Figuren Schauspieler auswählst. Begründe deine Auswahl.
  • Fülle „Leerstellen“ aus, indem du in einer dir geeignet erscheinenden Situation

…zu einer Romanfigur einen inneren Monolog verfasst

oder

…einen Dialog zwischen zwei Figuren entwickelst, der so nicht stattgefunden hat

oder

…mit einer Romanfigur deiner Wahl ein fiktives Interview führst

oder

…einen Tagebucheintrag einer Romanfigur deiner Wahl formulierst

  • Wähle einen Musiktitel aus (instrumental oder Gesang/ Rap), der deiner Meinung nach besonders gut zu einer Figur passt. Begründe deine Auswahl.
  • Stell dir vor, du könntest in das Geschehen/ die Handlung des Romans eingreifen und etwas verändern. An welcher Stelle würdest du das tun? Beschreibe die Situation und die vorgenommene Veränderung und begründe deine Wahl.
  • Für das Fach Deutsch gibt es im Bildungsplan ein Lektüreverzeichnis, in dem bestimmte Texte empfohlen werden und z.T. auch verpflichtend zu lesen sind. Du kannst mitentscheiden. Sollte der Roman Die Nackten in die Lektüreempfehlung für das 10. Schuljahr aufgenommen werden?
  • Notiere zu drei Kapiteln deiner Wahl deine ganz persönlichen Leseeindrücke. Begründe die Auswahl der Kapitel.
  • Stell dir vor, die Figuren treffen Jahre später wieder aufeinander. Beschreibe, über was sie reden könnten und was sich inzwischen verändert hat.
  • Schreibe einen Aufsatz, in dem du die Verbindung zwischen Sylva und dem Kojoten beschreibst.
  • „Abhängigkeit kann auch menschliche Beziehungen meinen.“ Erörtere die These mit Hinblick auf den Roman.

Prüfungslehrprobe

Landeslehrerprüfungsamt

Außenstelle beim Regierungspräsidium

Freiburg

Zweite Staatsprüfung für die Laufbahn des höheren Schuldienstes an

Gymnasien

U N T E R R I C H T S E N T W U R F

Z U R

P R Ü F U N G S L E H R P R O B E

Name:      Bob Blume

Schule:     ———-

Datum:     ———-

Zeit:            7:45-9:15

Klasse:       ———-

Raum:        ———-

Fach:         Deutsch

Thema:       Grenzgänger – Überwindung und Resignation

 

Ich versichere, dass ich den Lehrprobenentwurf selbstständig und nur mit den angegebenen Hilfsmitteln angefertigt habe. Zu den Stellen und Materialien, die dem Wortlaut oder dem Sinn nach anderen Werken, auch elektronischen Medien, entnommen wurden, habe ich die Quellen angegeben. Materialien aus dem Internet sind durch Ausdruck belegt.

Datum                                                                                   Unterschrift

 

Unterrichtsentwurf

 für die Prüfungslehrprobe im Fach Deutsch

am ———-,

7:45-9:15 (1./2. Schulstunde),

Raum ———-,

Klasse ———- (eigenständiger Lehrauftrag

seit Schuljahresbeginn)

Mentorin: ———-

Fachleiterin: ———-

Vorsitzende: ———-

Unterrichtseinheit: 

Iva Procházková: Die Nackten

Thema der Doppelstunde:

Grenzgänger – Überwindung und Resignation  

Anhang: Verlaufsskizze, OHP: Sportfreunde Stiller „Der Titel vom nächsten Kapitel“, Arbeitsblatt I: Emotionsdiagramm, Arbeitsblatt II: Grenzüberschreitungen, Lesejournal.

 

  1. Die Klasse 

Aus Gründen personenbezogener Datensicherheit ist dieser Teil ausgelassen.

 

  1. Der Unterrichtszusammenhang

Die vorliegende Doppelstunde ist die nunmehr dreizehnte und vierzehnte Stunde der Einheit zu dem postmodernen Adoleszenzroman Die Nackten der  tschechisch-deutschen Schriftstellerin Iva Procházková. Die nach Themen und Aspekten didaktisierte und konzipierte Unterrichtseinheit, in der die Schüler/Innen neben grundlegenden Strategien zur Charakterisierung der ob ihrer psychologischen Tiefe anspruchsvollen Figuren auch die Spezifika postmoderner Multiperspektivität[1] erarbeiteten, changiert zwischen analytischem und gestaltendem Interpretieren. Letzteres ist auch Grundlage des produktionsorientierten Lesejournals[2], das neben der aktiven Partizipation Grundlage der Gesamtbewertung ist. Inwieweit bisher analytische oder gestaltende Strategien zur Texterschließung und Reflexion genutzt wurden, orientierte sich hierbei an den jeweiligen Schwerpunkten der Doppelstunden. Wurden in den ersten Stunden der Annäherung eher gestaltende Interpretationsansätze gewählt, mit denen die Schüler/Innen Lesemotivation aufbauen und sich in die inhaltliche Problematik des Romans einfühlen konnten, fußte die Thematisierung sprachlicher Ebenen, die hinsichtlich der psychologischen Tiefe der Figuren eine besondere Herausforderung darstellt, auf einem analytischen Zugang, der Erzählperspektive, Erzählzeit und Darstellungsform hinsichtlich des Dargestellten problematisierte, visualisierte und erst in einem letzten Schritt bearbeitete. Auch die das Sprachbewusstsein fördernde[3] Auseinandersetzung mit symbolischen Elementen des Textes – z.B. dem Kojoten als Versinnbildlichung der Freiheitsträume einiger Figuren (Sylva, Robin) –  spielten innerhalb dieses Kontexts eine Rolle.

In den vorangegangenen zwei Doppelstunden beschäftigten sich die Schüler/Innen mit den Charakterkonstellationen sowie den Konflikten der Figuren und deren Eltern. Ein hierbei angewandtes Prinzip spielt auch in der zu haltenden Stunde eine Rolle: So lag der Fokus zunächst auf der Makroebene und daran anschließend auf der Mikroebene des Romans. Für die Charakterkonstellationen bedeutete dies konkret, dass mit Hilfe einer Figurenstatue zunächst eine globale Übersicht geschaffen wurde, die anhand einer exemplarisch gewählten Beziehung – der zwischen Sylva und Filip – tiefergehend betrachtet wurde. Zuletzt bedeutet diese Herangehensweise jedoch auch, dass die Entwicklung der Figuren innerhalb des Romans hintangestellt wurde und nun den ersten thematischen Schwerpunkt der vorliegenden Doppelstunde bildet.[4]   

  1. Der Unterrichtsgegenstand
  2. a) Sachanalyse

„Die Pubertät ist ein eigenartiger Zustand. Nicht wiederholbar. In der Pubertät ist der Mensch nackt, also berührt ihn alles direkt.“[5] Diese Antwort, die Sylvas Vater auf deren existentielle Frage nach dem Sinn gibt, ist gleichsam programmatisch für den gesamten Roman. In ihrer Suche nach Sinn, Freiheit, Gemeinschaft und Einsamkeit sind die Figuren direkt berührbar. Innerhalb von nur wenigen Sommerwochen, die der Roman beschreibt, reflektieren die Figuren ihre „Nacktheit“, versuchen sich in der Gesellschaft zu positionieren und ihr Selbst zu definieren. Diese Versuche, die von eskapistischer Isolation (Sylva) zu selbstdestruktivem Verhalten (Evita) reichen, machen die Figuren zu Grenzgängern. Sie stehen an den Grenzen von Kindheit, Jugend und Erwachsensein – einer triangulären Struktur, die in dem Roman durch die Fahrt Sylvas und ihres neuen Freundes Robin an das Dreiländereck symbolisch verdeutlicht wird. Vier der fünf Protagonisten nehmen innerhalb der kurzen Zeitspanne eine emotionale Entwicklung, an deren Ende eine Grenzüberschreitung steht. Sie überspringen eine Hürde, vor der sie zuvor kapituliert haben. Eine Figur jedoch scheitert an ihrer persönlichen Grenze. Wenn auch unausgesprochen, kann angenommen werden, dass sie an ihrer Drogensucht stirbt.

Schon zu Beginn wird Evitas Situation schonungslos dargestellt. Sie befriedigt ihre nun auf Heroin konzentrierte Drogensucht unter allen Umständen, auch wenn sie sich dafür ihrem Drogendealer Till prostituieren muss. Durch ihre vom Drogenkonsum verworrenen Gedanken, die zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft changieren, wird deutlich, dass der Abstieg, den sie innerhalb des Romans durchläuft, schon in der frühesten Kindheit begonnen hat. Ein abwesender Vater, eine tote Mutter und das Leben in einem katholischen Internat machen aus ihr eine verzweifelt Suchende, deren fataler Irrtum es ist, daran zu glauben, dass die Drogen sie von ihrem Leben entfernen können. Durch Niklas findet sie einen Halt, ohne dass dieser ihre selbstzerstörerische Reise aufhalten könnte. Sie verliert ihre Würde – sie wird schlecht behandelt, bestiehlt ihren einzigen Freund, ihre Wahrnehmung – sie nimmt alles nur noch fragmentarisch wahr und schließlich ihre einzige Hoffnung auf Besserung, indem sie sich Niklas entzieht. Obwohl sie sich vornimmt, alles zu ändern, scheitert sie daran, die selbst erbaute Hürde des eskapistischen Drogenkonsums zu überspringen.

Ihr bester und einziger Freund Niklas schafft diesen Absprung. Zunächst ist er einer doppelten Abhängigkeit verfallen, die sein Leben auf den Kopf stellt. An eine schicksalhafte Begegnung zu Evita glaubend, schottet er sich nicht nur von seiner Außenwelt und seiner Mutter ab – symbolisch dargestellt durch das Leben im Keller –, sondern wandelt sich von einem produktiven Jugendlichen in einen rezeptiven, passiven. Für ihn ist die Beziehung jedoch wichtiger als der Konsum. In „seinem“ zweiten Kapitel kommt es zunächst zum Tiefpunkt. Bald darauf verändert er sich zunächst physisch, indem er auf der Suche nach Evita die Drogen absetzt. Die verzweifelte Suche nach ihr verdeutlicht jedoch auch, dass er seiner schlimmsten Sucht noch nicht entfliehen kann. Erst nachdem er Evita auf einem hohen Kran vermutet, den er trotz seiner lange Zeit bestehenden Höhenangst emporsteigt, ändert sich seine Gefühls- und Gedankenwelt. Nachdem er mit der Hilfe eines Bauarbeiters den Kran heruntergestiegen ist, erlebt er das Gefühl, seine Angst besiegt zu haben, und macht sich auf, seit langer Zeit wieder mit seiner Mutter zu sprechen. Er überspringt seine Hürde im letzten Moment.

Auch das Leben Filips ist geprägt von einer Abhängigkeit, namentlich der zu Sylva. Während er im ersten Kapitel versucht, seiner Kopflastigkeit durch physische Arbeit Herr zu werden, schreibt er in Gedanken den Brief an Sylva, mit dem er versucht, das Geschehene – den missglückten Versuch der Annäherung – zu „reparieren“. Dabei stellt er sein eigenes Leben in Frage und reflektiert zunehmend seine Intellektualität als eigentliche Barriere seines Daseins. Erst nachdem ihn sein Arbeitskollege Olin mit auf eine Demonstration genommen hat, ändert sich sein Leben. Er erfährt nicht nur, dass seine Bildung ihn zu mitreißenden Reden befähigt, sondern lernt das Mädchen Berenika kennen, für die er sich opfert, indem er einen Polizisten verletzt. Nachdem er aus dem Gefängnis entlassen worden ist, erkennt er, dass er etwas wert ist und vor allem, dass die körperliche Betätigung, das Einsetzen für eine Sache, nicht das bloße Reden, etwas in ihm auslöst. Indem er Sylvas Körperlichkeit versteht, kann er sich von ihr lösen. Er passiert die Grenze seiner selbst gewählten, ihn aber aufhaltenden Intellektualität.

Obwohl auch Sylva besondere intellektuelle Fähigkeiten hat, die sie als Hochbegabte in einer für sie bedrückenden Art exponieren, hat sie schon früh eine Strategie entwickelt, sich den Herausforderungen, die an sie gestellt werden, zu entziehen. Beim Schwimmen in der Natur erlebt sie sich selbst intensiv und entgeht so gleichsam anstrengenden zwischenmenschlichen Konflikten. Sie erkennt jedoch, nachdem ihr Robin begegnet ist, dass sie nicht die einzige Person ist, die durch ihre Art eine Außenseiterin ist. Somit ist schon das Treffen mit Robin der Beginn eines Wandels, der mit dem gemeinsamen Aussetzen des gefundenen Kojoten endet. Sie spürt plötzlich eine Nähe, von der sie zuvor nur von ihrem Vater gehört hat. In diesem Sinne vollzieht sich so für sie der Schritt von der Einsamkeit zur Zweisamkeit.

Diesen Schritt geht auch der in sich gekehrte und von seinem Vater unter Druck gesetzte Filip, dessen Ausgangslage durch eine nicht aufgeklärte Vergewaltigung besonders misslich ist. Gespalten zwischen einem ständig mit ihm hadernden Vater und einer kranken Mutter ist seine einzige Strategie, sich durch die Malerei selbst zu erforschen und sich ansonsten der Außenwelt zu verschließen. Für ihn ist das Treffen mit Sylva und der Fund des Kojoten ein Glücksfall, da auch er früh merkt, dass zwischen Sylva und ihm eine emotionale Verbindung besteht, die auf der Liebe zur Natürlichkeit, einer von außen zugetragenen Andersartigkeit und Verschlossenheit beruht. Nur durch dieses gemeinsame Handeln schafft er es, sich seinem Vater in einem Brief zu widersetzen, das Auto zu „stehlen“ und schließlich Sylva sein ihn belastendes Geheimnis zu offenbaren. Er übertritt die Grenze von einem heteronomen zu einem autonomen Menschen.

  1. b) Didaktische Analyse

Die im Bildungsplan für das Fach Deutsch festgehaltenen Kompetenzen im Umgang mit Texten der Gegenwartsliteratur[6], die auch im Hinblick auf die neuen Rahmenthemen des Abiturs ab 2014 eine Rolle spielen, können durch Iva Procházkovás postmodernen Roman auf verschiedene Weise gefördert werden.

Er bietet für die Schüler/Innen die Möglichkeit, „die Bedingungen, Probleme und Aussichten jugendlicher Lebensentwürfe zu ergründen“[7]. In dem Roman finden sich diese unterschiedlichen Lebensentwürfe vor allem in einer psychologische Tiefendimension, in der weniger die äußere Handlung als die erlebten Gedanken und Gefühle der Figuren die Grundlage für eine Betrachtung bilden. Sie bieten Anknüpfungspunkte für „Identitätsentwicklung und Selbsterkundung“[8] . Sowohl der emotionale und psychische Reifungsprozess als auch die am Ende stehende Grenze, die die Figuren überschreiten, sind hierbei essentiell für den Verstehensprozess.

Insofern ist die Frage nach der Didaktisierung des psychologischen Prozesses auch gleichzeitig die Frage nach einer Gestaltung, die gleichsam die Polyvalenz der Lebensentwürfe als auch deren emotionale Konsequenz veranschaulicht. Fundament dieser Fragestellung ist die strukturelle Ausrichtung: Um erkennen zu können, inwieweit eine Figur am Ende des Romans eine für sie definierte oder zugetragene Grenze überschreitet, muss zunächst die Entwicklung hin zu dieser Grenze erkannt und die Einzigartigkeit der Veränderung exponiert werden. Das Hervorheben und Erkennen der unterschiedlichen Grenzen kann zur „Bewältigung altersspezifischer Entwicklungsaufgaben“[9] beitragen.

Insofern ist der Schwerpunkt der ersten Stunde auf der makrostrukturellen Ebene der globalen Entwicklung der Figuren, wie sie in der Sachanalyse angerissen wurde, während sich der zweite Teil der Doppelstunde auf der Grundlage einer fokussierten Textarbeit dem Thema der figurenspezifischen Grenze bzw. Hürde widmet. Beide Teilbereiche fördern „die aktive Rolle von Schülerinnen und Schülern beim Auf- und Ausbau ihrer eigenen mentalen Modelle“[10].

Während der erste Abschnitt der Stunde, in der die Schüler/Innen sich zunächst auf die in einer vorentlastenden Hausaufgabe erdachten Titel für die Kapitel „ihrer“ Figuren einigen, diese einem Emotionsdiagramm zuordnen und der Klasse vorstellen, die globale Textrezeption fördert und eine Übersicht schafft, ist in der zweiten Stunde die genaue Textarbeit im Fokus des Interesses. Die von mir zur Bearbeitung des zweiten Teils vorgegebenen Textpassagen sind solche, in denen die Figuren den Wandel oder Grenzübergang, den sie für sich erleben, reflektieren. Die Ergebnisse der Analyse der vorgegebenen Textpassagen münden in eine gestaltende Aufgabe, die im Austausch mit anderen Figuren-Experten reflektiert und schließlich objektiviert und gesichert wird.

In den verschiedenen Phasen der Doppelstunde werden bei den Schüler/Innen Kompetenzen im Bereich der Textrezeption und -produktion gefördert, indem sie strukturelle Linien des Romans visualisieren und durch genaue Textarbeit symbolische Dimensionen des Romans in den Fokus rücken. Am inhaltlichen Ende der Einheit steht so vor allem die Erkenntnis altersspezifischer Grenzen bzw. Hürden, die zu neuen Lebensphasen führen. Es ist anzumerken, dass die Arbeit eine hohe Abstraktionsfähigkeit voraussetzt und insofern oberstufengerecht didaktisiert ist.

  1. c) Methodisches Vorgehen

Die Stunde beginnt mit einem Lied der deutschen Musikgruppe Sportfreunde Stiller, das sich aus drei Gründen sinnvoll in die gesamte Einheit einfügt. Zunächst ist das Lied ein motivationaler Einstieg in die Stunde, der das Interesse der Schüler/Innen wecken soll. Des Weiteren knüpft er an die Arbeit mit Liedern an[11], da die Schüler/Innen schon zuvor Lieder auswählen sollten, die „ihre“ Figuren beschreiben.[12] Der wichtigste Grund dieses Einstieges ist jedoch funktionaler Art: In dem Lied, das passenderweise „Der Titel vom nächsten Kapitel“ heißt, geht es eben um jene Phasen des Erwachsenwerdens, die auch in der Doppelstunde besprochen werden. Vor allem der Refrain, in dem der angesprochene Titel besungen wird, als auch die Textzeile „Mit Übermut über die Hürde“ (Z.26) bieten Anknüpfungspunkte, mit denen die Schüler/Innen auf das Thema der Stunde vorbereitet werden. Die unterschiedlichen Entwicklungen der Figuren werden mittels einer anschließenden, in Gruppenarbeit herausgearbeiteten Visualisierung und Strukturierung[13] transparent gemacht. Dies geschieht in mehreren Schritten.

Die Gruppenarbeit ist funktional in das Unterrichtsgeschehen integriert, insofern die Gruppen aus Experten für die verschiedenen Figuren bestehen. Die Experten selbst wurden schon in der zweiten Doppelstunde ausgelost. Auf dieser Grundlage konnten und können die Schüler/Innen einen genaueren Fokus auf die schwierige Materie richten und gleichzeitig die in der Klasse wichtige Zusammenarbeit mit anderen Klassenmitgliedern schulen. Des Weiteren wird so eine Aktivierung aller ermöglicht. Es war Teil der für diese Stunde vorentlastenden Hausaufgabe, Titel für die Kapitel der Figuren zu finden. Die Entscheidung für einen Titel „zwingt“ die Schüler/Innen nochmals zu einer Auseinandersetzung mit dem globalen Geschehen der jeweiligen Kapitel. Indem die Titel nun in ein Emotionsdiagramm eingetragen werden, das aus Plus- und Minuspunkten besteht, visualisieren und erkennen die Schüler/Innen gleichsam die Entwicklung der Figur. Dadurch dass die Gruppen unterschiedliche Metaplankarten an die Tafel hängen, werden so nicht nur unterschiedliche, sondern auch parallel laufende Entwicklungen der Figuren visualisiert. An dieser Stelle einen genauen Erwartungshorizont zu geben, fällt ob den vielfältigen Gestaltungs- und Deutungsmöglichkeiten schwer.[14] Jedoch sollten sich die Ergebnisse an den Grundlinien orientieren, die in der Sachanalyse angerissen wurden. Vor allem die letzte Spalte des Diagramms ist hierbei wichtig, da die zweite Stundenhälfte hierauf aufbaut. Dass nur ein/e Schüler/in präsentiert, ist beabsichtigt, da nur Schüler/Innen, die sich dies auch zutrauen, präsentieren, wodurch eine durch die Schüler/Innen erfolgende Binnendifferenzierung gewährleistet wird. Da die Aufgaben auf dem ersten und zweiten Arbeitsblatt eine hohe Schwierigkeit haben, wird jedem/r Schüler/In ein Arbeitsblatt ausgeteilt. Beide Arbeitsblätter befinden sich auf einem Blatt, was nicht nur aus ökonomischen, sondern auch aus didaktischen Gründen geschieht. So müssen die Arbeitsblätter nur einmal ausgeteilt werden und der Fokus richtet sich nur auf die Seite, die auch tatsächlich bearbeitet werden soll.

In der anschließenden Phase bleiben die Schüler/Innen zunächst in den Gruppen sitzen und lesen und bearbeiten zunächst allein die vorgegebenen Textteile. Darauf folgend bearbeiten sie die Fragen zum Text und diskutieren die Antworten in der Gruppe, so dass gewährleistet ist, dass jeder die folgende Aufgabe bewältigen kann. Erst danach gehen die Schüler/Innen an ihren alten Platz zurück und bearbeiten die gestaltende Aufgabe. Die Zeit ist relativ kurz bemessen, was jedoch aufgrund der schon vorgearbeiteten Aspekte und in Anbetracht der Leistungsstärke der Klasse angemessen erscheint. Der gestaltende Arbeitsauftrag soll deshalb mit einem gedachten Abstand von zehn Jahren geschehen, da angenommen werden kann, dass die Figuren ihre Situation objektiver verstehen können und somit die analytische Vorentlastung, in der ja auch die symbolische Dimension eine Rolle spielt, mit in die gestaltende Aufgabe einbezogen werden kann.

Den Abschluss der Stunde bildet die Frage nach einer Benennung der „Figurenhürde“, also jener Grenze, die die Figur überspringt oder überschreitet und die durch den gestaltenden Auftrag und die gegenseitige Präsentation gedeutet und reflektiert wurde. Indem die Schüler/Innen selbst ein Fazit formulieren, das sich auf diese Hürde bezieht, fassen sie nochmals die wichtigsten Ergebnisse zusammen. Bei Zeitmangel kann diese Aufgabe als Hausaufgabe bearbeitet werden. Falls genug Zeit besteht, bezieht sich die letzte Frage auf die persönlichen Hürden, die die Schüler/Innen für sich selbst sehen. Der so hergestellte Bezug verknüpft nochmals den Roman mit der Lebenswirklichkeit der Schüler/Innen.

  1. d) Kompetenzen

Die Schüler/Innen…

…erarbeiten in gemeinsamer Arbeit eine am Text orientierte Visualisierung der psychologischen Entwicklung einer Romanfigur.

…arbeiten inhaltliche und symbolische Dimensionen von vorgegebenen Textstellen heraus und diskutieren diese hinsichtlich ihrer Relevanz für ihre Figur.

…schreiben einen gestaltenden Text zu einer Figur und reflektieren diesen vergleichend mit einer anderen Figur.

…erkennen die Wichtigkeit von Grenzen bzw. Hürden im Leben der Romanfiguren und wenden diese Erkenntnis auf ihr eigenes Leben an.

 

  1. Verwendete Literatur

Abraham, Ulf: „Vorstellungsbilder und Literaturunterricht“. In: Spinner, Kaspar H. (Hg.): Neue Wege im Literaturunterricht. Informationen, Hintergründe, Arbeitsanregungen. Hannover 1999. S.10-20.

Bildungsplan Gymnasium (2004): Leitgedanken zum Kompetenzerwerb für das Fach Deutsch am Gymnasium.

Daubert, Hannelore: „Jugendliteratur im Unterricht der Sekundarstufe“. In: In: Spinner, Kaspar H. (Hg.): Neue Wege im Literaturunterricht. Informationen, Hintergründe, Arbeitsanregungen. Hannover 1999. S.42-53.

Frickel, Daniela A./ Mayerhofer, Thomas: „Wo ist der Sinn? Postmodernes postmodern erzählt in Iva Procházkovás Die Nackten“. In: Praxis Deutsch 224: 2010. S.52-58.

Friedrich, Katrin: „Ein Buch zum Buch schreiben und beurteilen. Ein Lesejournal zu Bernhard Schlinks Der Vorleser“. In: Praxis Deutsch 184/2004, S.47.

Haas, Gerhard/ Metzel, Wolfgang/ Spinner, Kaspar H.: „Basisartikel. Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht“. In: Praxis Deutsch 123/1994. S.17-25.

Pfeiffer, Joachim: „Romane und Erzählungen“. In: Bogdal, Klaus-Michael/ Korte, Hermann (Hgg.).: Grundzüge der Literaturkritik. München 2002. S.190-202.

Procházková, Iva: Die Nackten. Frankfurt am Main 2010.

Wrobel, Dieter: „Basisartikel. Kinder und Jugendliteratur nach 2000“. In: Praxis Deutsch 224:2010, S.4-11.

 Sportfreunde Stiller: „Der Titel vom nächsten Kapitel“

Wenn ich mal groß bin werd’ ich Kapitän

Und schipper’ dann über den Atlantik

Mit Mama wollt ich mich vermählen

Ein erster Anflug von Romantik

Ich musste Hoffnungen begraben

Wollte dies und jenes haben

Und ich hatt’ so ’ne Idee

Von gut und nicht o.k.

Ich lernte Schwimmen, Glück und Enttäuschung

Und ich war für vieles viel zu jung

Ich wurde älter und nicht weiser

Ich schrie mir die Stimme heiser

Ich wusste nur, dass es sie gibt

Ich war unglücklich verliebt

Ich schaute mich immer wieder fragend an

Und was kommt dann? Was kommt dann?

Wie lautet der Titel vom nächsten Kapitel

Was kommt dann?

Moden, Drogen, Episoden,

Mit beiden Füßen überm Boden

Ein Seiltanz mit der Würde

Mit Übermut über die Hürde

Das schreibt das Leben

Es bietet an

Und ich bleib dran

Refrain

Abschied, Sehnsucht, Liebesschwur

Dem Geheimnis auf der Spur

 

Refrain

[1] Vgl.: Daubert, Hannelore: „Jugendliteratur im Unterricht der Sekundarstufe“. In: In: Spinner, Kaspar H. (Hg.): Neue Wege im Literaturunterricht. Informationen, Hintergründe, Arbeitsanregungen. Hannover 1999. S.45.

[2] Siehe Anhang.

[3] Bildungsplan Gymnasium (2004): Leitgedanken zum Kompetenzerwerb für das Fach Deutsch am Gymnasium. S.86

[4] Beides, Ablösung vom Elternhaus und Erlernen neuer Rollen, sieht Daubert als wichtige Gründe für die Besprechung postmoderner Jugendromane. Vgl.: Daubert, Hannelore: „Jugendliteratur im Unterricht der Sekundarstufe“. In: In: Spinner, Kaspar H. (Hg.): Neue Wege im Literaturunterricht. Informationen, Hintergründe, Arbeitsanregungen. Hannover 1999. S.42-53.

[5] Iva Procházková: Die Nackten, S.32.

[6] Bildungsplan Gymnasium (2004): Leitgedanken zum Kompetenzerwerb für das Fach Deutsch am Gymnasium. S.86

[7] Frickel, Daniela A./ Mayerhofer, Thomas: „Wo ist der Sinn? Postmodernes postmodern erzählt in Iva Procházkovás Die Nackten“. In: Praxis Deutsch 224: 2010.  S.53.

[8] Daubert, Hannelore: „Jugendliteratur im Unterricht der Sekundarstufe“. In: In: Spinner, Kaspar H. (Hg.): Neue Wege im Literaturunterricht. Informationen, Hintergründe, Arbeitsanregungen. Hannover 1999. S.44.

[9]  S. Wrobel, Dieter: „Basisartikel. Kinder und Jugendliteratur nach 2000“. In: Praxis Deutsch 224:2010, S.11.

[10] Abraham, Ulf: „Vorstellungsbilder und Literaturunterricht“. In: Kaspar H. Spinner (Hg.): Neue Wege im Literaturunterricht. Informationen, Hintergründe, Arbeitsanregungen. Hannover 1999. S.11.

[11] Vgl.: Haas, Gerhard/ Metzel, Wolfgang/ Spinner, Kaspar H.: „Basisartikel. Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht“. In: Praxis Deutsch 123/1994. S.21.

[12] Diese Aufgabe ist auch Teil des Lesejournals.

[13] Auch diese Kompetenzen sind spezifisch für die 10. Klasse an Gymnasien im Bildungsplan festgehalten. Vgl.: Bildungsplan Gymnasium (2004): Leitgedanken zum Kompetenzerwerb für das Fach Deutsch am Gymnasium. S.77.

[14] Für ein moderierendes Verhalten des Lehrers, der Gegensätzlichkeit zulässt, plädiert Abraham. Vgl.: Abraham, Ulf: „Vorstellungsbilder und Literaturunterricht“. S.24.

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Ein Kommentar zu Iva Procházkovás Jugendroman Die Nackten

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