Villa Spammersbusch

Ich schrieb  einen Artikel und alles, was übrig gelblieben ist, ist dieses eingebettete Musikvideo. Das verstehe wer will.

Dieser Beitrag wurde unter B-Logbuch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

14 Kommentare zu Villa Spammersbusch

  1. Sebastian Funk sagt:

    Lieber Herr Blume,

    ich habe ihren Blogeintrag hier gestern gelesen und ich habe lange überlegt, ob ich eine Antwort schreiben sollte. Ich habe versucht abzuwägen, ob ich diesem Text so viel Zeit widmen möchte, denn, obwohl Sie als Deutschlehrer mehr Ahnung von Journalismus und der Quellenarbeit haben sollten, habe ich da so meine Bedenken, ob nicht etwa ein ganz anderer Grund Kern Ihrer Intention zur Verfassung des Textes ist.

    Ich möchte diesen Verdacht in den folgenden Zeilen erörtern. Sie beginnen damit, dass sie sich von Posts auf Facebook und tweets auf Twitter von dieser privaten Ganztagsschule gestört fühlen. Nun, im Allgemeinen würde man wohl vermuten, dass man dann einfach dem Kanal entfolgt oder den Kanal blockiert. Sie hingegen geben an, dass Sie selbst vom Twitter-Kanal der Schule blockiert wurden. Ich frage hier, wie kam es dazu? Nun, zu einer Blockierung gehören immer zwei. Sie sind also nicht so unschuldig an der Sache, wie Sie uns Lesern glauben machen. Weiterhin geben sie an, dass Sie sich von Fotos und Posts, die einen guten Start oder einen Guten Tag wünschen, gestört fühlen. Auch hier könnten Sie die Schule einfach blockieren. Aber auch das machen Sie anscheinend nicht, sie gegen auf einen Kontra-Kurs. Über die Personalfotos der Schule will ich hier gar nicht reden. Vergleichbares gibt es von anderen Firmen, Schulen und Privatmenschen schließlich auch.

    Leider kommt es nun zu wirklichen Problemen in Ihrer Argumentationsstruktur. Sie stellen zwei Tweets von zwei Twitterkanälen vor. Der erste Tweet könnte von den Schülern der Schule sein. Er spricht von Fragen zu einem Physiktest. Der zweite Tweet ist jedoch von einer anderen Schule und diese schule verwendet tatsächlich Bücher, weshalb die Angabe von Seiten verständlich ist. Allerdings sind diese Accounts privat. Ich versuche Ihnen das Problem an einem einfachen Beispiel klar zu machen: Nur weil jemand seinen Kanal „Bob Blume“ nennt, muss er ja nicht in einem Verhältnis zu Ihnen stehen. Im folgenden Text verknüpfen Sie nun diese beiden Schulen zu einer Schule. Das ist jedoch nicht zulässig. Wieder ein einfaches Beispiel: Das Rathaus der Stadt Köln gibt einen Einbürgerungsbogen heraus, ebenso die Stadt Hamburg. Dennoch können Sie sich nicht mit dem Einbürgerungsbogen der Stadt Köln in Hamburg einbürgern, ob die beiden Bögen den gleichen Titel tragen und beide Städte ein Einwohnermeldeamt haben.

    Nun stellen Sie und zwei Videos über die Schule Villa Wewersbusch vor. Nun auch hier stimmt etwas nicht, denn sie stellen Videos aus den Anfangszeiten der Schule vor, also von 2013. Diese Videos zeigen alte Schulklassen, die noch auf die ehemalige Nutzung des Gebäudes durch die Deutsche Post zurück gehen. Heute, 2017, sehen diese Klassen komplett anders aus. Sie können sich davon auf den verschiedenen Webseiten, den aktuellen Videos bei Youtube und auch bei anderen Kanälen, überzeugen. Ja, 2013 wurde anscheinend so unterrichtet, aber schnell wurden die Räume neu gestaltet, so dass ein neues didaktisches Konzept funktionieren kann. Ich möchte Ihnen wieder ein Beispiel geben. Schauen wir uns mal Ihre Videos von 2013 auf Youtube an und vergleichen diese mit 2017er Videos. Sie werden schnell bemerken, dass Sie sich in Sachen Ton, Schnitt und Handlung verbessert haben. Sollte man Sie, lieber Herr Blume, also an Ihren Videos von 2013 messen, oder an Ihren heutigen Leistungen? Sie werden mir sicher zustimmen, dass Sie gerne nach Ihren Leistungen von 2017 bemessen werden möchten.

    Ihr letzter Abschnitt jedoch zeigt klar, dass Sie nicht objektiv an diese Schule heran gegangen sind, denn warum sollte man mit einer solchen Suggestivfrage sonst enden? Na, merken Sie es? Wieder eine Suggestivfrage, mit der ich klar auf Ihre Ziele hindeuten kann.

    Nun, lieber Herr Blume, ich wünsche mir sehr, dass dieser Text, veröffentlicht am 01.04., nur ein Aprilscherz ist. Sie sind schließlich Deutschlehrer und müssen daher Schülerinnen und Schülern den korrekten Umgang mit Fakten und Wahrheit lehren. Gerade heute, in Zeiten von Fake-News ist diese Kernkompetenz des Deutschunterrichts wichtiger denn je. Dazu gehört auch, dass das Alter einer Quelle, sprich eine Datumsangabe, klar zur Quellenangabe gehört. Hätten Sie angeben, wie alt Ihre Quellen sind, auf denen Sie Ihre Thesen aufbauen, dann könnte der Leser und die Leserin Ihren Text besser einordnen.

    Herr Blume, ich war anfangs auch skeptisch im Bezug auf die Villa Wewersbusch und Ihr digitales Erscheinungsbild. Aus diesem Grund habe ich mich wissenschaftlich verhalten und die Schule besucht. Ich war vor Ort, habe mir Unterrichtsstunden angeschaut. Ich habe mit Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrerinnen und Lehrern gesprochen. Ich habe mit dem Schulleiter und sogar dem Koch gesprochen um mir eine Meinung von dieser privaten Ganztagsschule zu machen. All dies haben Sie noch nicht getan und haben daher eine sehr eingeschränkte Blickweise, aufbauend auf alten Tweets, falschen Quellen und veralteten Webseiten. Wieder ein Beispiel, Sie zeigen uns Lesern am Anfang ihres Textes ein Bildschirmfoto einer Webseite. Der Leser könnte vermuten, dass es sich um die Schulhomepage handelt. Aber das ist nicht die Webseite der Schule! Ich musste etwas suchen um diese Seite zu finden, es ist die Adresse http://www.internat.de, dort werden zwei Internate vorgestellt. Die Villa Wewersbusch und das Gut Falkenberg. Die Webseite der Schule lautet http://www.villawewersbusch.de .

    Nach diesem längeren Exkurs kann ich für Sie nur hoffen, dass Sie keine Anzeige wegen Verleumdung (§187, StGB) erhalten. Dort heißt es: Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    Ich hoffe also, dass Sie Ihren Fehler eingestehen und eine Gegendarstellung verfassen.

    Noch ein letzter Gedanke. Könnte es sein, dass Sie eigentlich nur neidisch auf grüne Wiesen und iPads im Unterricht sind? Sie werden dies sicherlich verneinen. Aber was ist der Grund dafür, dass Sie so gegen diese Schule hetzen?

    Die Antwort kennen Sie. Ich freue mich, wenn Sie uns Lesern daran teil haben lassen.

    • Bob Blume sagt:

      Lieber Herr Funk,
      da ich mit dem Thema grundlegend abgeschlossen habe, werde ich nur kurz auf die wichtigsten Dinge antworten:
      1) Ja, ich hätte auch gerne ein paar iPads.
      2) Ja, ich habe versucht, zu kommunizieren, genauso wie die Administratorin. Hat nicht geklappt.
      3) Ja, der Artikel ist weder sauber recherchiert, noch geht er super mit Quellen um. Es ist ein Rant.
      4) Ja, der Artikel ist ein Aprilscherz.

      Ich wurde nun aber von der Schule erhört, der Spam hat aufgehört und ich freue mich. Ansonsten finde ich es interessant, dass Sie indirekt mit rechtlichen Schritten kommen. Das gibt mir schon zu denken.

      Ich gestehe meinen Fehler ein und verfasse eine Gegendarstellung.

      Liebe Grüße,
      Bob Blume

      P.S. Ich mag rhetorische Fragen nicht besonders.

      • Sebastian Funk sagt:

        Lieber Herr Blume,

        ich habe nicht indirekt oder direkt mit rechtlichen Schritten gedroht. Ich habe nur als Leser Ihres Blogs versucht zu helfen. Es war lediglich ein Kommentar.

        Ich freue mich, wenn wir irgendwann freundschaftlich aufeinander treffen. Man liest sich bis dahin sicherlich auf Twitter.

  2. Dirk sagt:

    Was ihr hier seht hat wenig mit Technikbegeisterung zu tun. Vielmehr handelt es sich um den Versuch von Apple, in den Bildungssektor vorzudringen. Ich denke da steckt eine Marketingkampagne von Apple dahinter. Das „IPad“ wird sehr oft erwähnt. Man hätte auch „Tablet“ schreiben können. Ich denke da wird in diese Richtung finanziert. Dazu gehört auch, die Schule und Menschen passend zur Marke „Apple“ als stylisch, nerdig und trendig aussehen zu lassen. Auch Google versucht in letzter Zeit intensiv in den Bildungsbereich vorzudringen. Dies geschieht oftmals unter dem Deckmantel der „Kultur“ (siehe Google Arts and Culture). Wo früher IBM und Microsoft im Klassenraum stand, sollen in Zukunft IPads und Macs stehen. Oder Google Chrome als Suchmaschine verwendet werden. Die Villa Spammersbusch ist dahingehend nur ein Instrument.

    • Bob Blume sagt:

      Das mag stimmen. Ich selbst nutze ja diese Technik. Wenn sie jemand ohne Reflexion nutzt, finde ich das nicht gut, aber selbst das ist in Ordnung. Was mich nervt ist Gutgläubigkeit gepart mit permanenter Bewerbung. Da muss man auch als „Instrument“ die Kritik einstecken.

  3. Birgit Lachner sagt:

    Die Kinder-Szenen scheinen gestellt zu sein. In „Motivation mit dem iPad“ bei 0:50 min muss die hinter Schüler lachen, als sie sich halbherzig meldet 😉

  4. Philip Stade sagt:

    Danke für die lobenden Worte! Ich hatte tatsächlich auch kurz darüber nachgedacht, in meinem Artikel das Video des Villa zum Kollaborativen Lernen einzubauen. Es zeigt nämlich echt ganz anschaulich, wie hier zwar vorgegeben wird, 4K-Unterricht zu machen. Was dann aber zu sehen ist, ist ein Tagesschau-Input, ein lehrergeleitetes Klassengespräch, Brainstorming mit einer App und die Durchführung eines vom Lehrer vorbereiteten Quiz. Von diesen 4 Elementen hat vielleicht noch am ehesten das Brainstorming etwas mit Kollaboration zu tun, auch wenn die Begriffe scheinbar kaum gemeinsam strukturiert werden und die Arbeit im Plenum auf eine geringe Aktivität der einzelnen Lernenden im Kollaborationsprozess schließen lässt. Die anderen Elemente haben hingegen gar nichts mit Kollaboration oder Kooperation zu tun, wenn man sich mal vor Augen führt, was in der wissenschaftlichen Literatur darunter verstanden wird.
    Man fragt sich echt, was sich die Villa dabei denkt, dass gerade hier kollaborativer iPad-Unterricht zu sehen sein soll. Kollaboration muss jedenfalls, wenn sie nur einen Hauch von 4K versprühen möchte, viel grundsätzlicher in den Unterricht integriert werden. Warum sieht man keine Kleingruppen, keine Diskussionen, keine Eigenverantwortung? Ach ja, die iPads machen das schon ganz automatisch mit den 4Ks…

    Nun könnte man sagen: Ist doch nur eine Schule von vielen. Was mich aber dann doch sehr irritiert ist, wie viele externe Lehrerinnen und Lehrer so begeistert von der Villa waren bei dieser Tagung letztens. Ist – zumindest von der Tendenz her – die relativ oberflächliche Technikbegeisterung mit wenig Ambitionen, Lernen und Unterricht grundsätzlicher zu ändern, auch außerhalb des Internats so unkritisch verbreitet?

    • Bob Blume sagt:

      Zu deiner Frage: Ja, das ist sie. Es ist bei vielen eine fast schon kleinkindliche Begeisterung vorhanden, die jedwede Form von Kritik oder kritischem Diskurs ablehnt. Und das sage ich als jemand, der a) auch Apple-Produkte besitzt und schätzt und b) diese Art von uneingeschränktem Enthusiasmus auch an den Tag gelegt hat. Das hat sich an dem Punkt gewandelt, an dem das Wie das Warum überschattet hat. Ich habe viele Texte geschrieben, wie sich von mir so gebrandmarkte „digitale Dogmatismus“ selbst die Tür verschließt. Die VW ist eine der Schulen, an der man sehen kann, wie das schnell passiert. Aber eine Relativierung von mir: All das, was du oben kritisierst, kritisiere ich auch. Allerdings richtet sich mein Hauptaugenmerk auf die Diskrepanz zwischen Angegebenem und Durchgeführtem. Wenn man das eine versucht zu repräsentieren und das andere, entgegengesetzte kommt dabei raus, entblößt sich die Repräsentation frei nach Harry Frankfurt als das, was sie eigentlich ist: Bullshit. Und ich mag keinen Bullshit. Deshalb dieser Artikel.

      • Ihr habt ja recht mit der kleinkindlichen Begeisterung, der unterliege ich heut manchmal immer noch, wenn ich etwas sehe, dass mir Spaß macht und in den Unterricht passen könnte.
        Aber warum diese gleich so kritisieren? Das fühlt sich für mich so wie im Referendariat an. Endlich hatte ich meine erste Gruppenarbeit durchgeführt. Sie hat funktioniert, die Kinder hatten einen offensichtlichen Zugewinn und auch die Kommunikation in den Gruppen war erstaunlich gut. Stolz ging ich in die Besprechung. Da hat mir der Seminarlehrer aber nur gesagt, was alles schief läuft und was man eigentlich sonst noch so alles berücksichtigen müsste. Da hat er grundsätzlich recht, nur war ab dem Zeitpunkt unterbewusst die Angst vor Gruppenarbeiten gewachsen (anscheinend kann ich sie nicht, obwohl ich das Gefühl dazu hatte). So kommen sich wohl auch viele Schüler vor, die zum ersten Mal etwas richtig gemacht haben, der Lehrer aber beim großen Ganzen erhebliche Lücken sieht und genau das las Feedback aus gibt.
        Ein bisschen Begeisterung muss sein und ich glaube die allermeisten Lehrer können reflektiert nachdenken, ob eine Unterrichtsform kollaborativ oder nur ein verkapptes Lehrer-Schüler-Gespräch via App darstellt.
        Daher, lasst die Euphorie doch ein bisschen mit dabei. Egal was man von der Frequenz der Villa Wewersbusch hält, ich glaube schon, dass sie Kollegen dazu motivieren können, Ihren Unterricht neu zu denken und dann auch in die Richtung 4K zu gehen.

        • Bob Blume sagt:

          Diese – selbstverständlich willkommene – Kritik an meiner Kritik trifft den Kern der Sache nicht so, wie ich ihn meinte. Mir geht es nicht um die Begeisterung, die ich auch habe. Mir geht es um eine penetrante Verkaufsstrategie, die es mir (und anderen) unmöglich machte, etwas anderes als Beiträge der Schule zu sehen. Das nervt. Wenn man dann aber noch „in Richtung 4k“ gehen will und so gar nicht das macht, was man angibt zu machen, dann muss man mit der Kritik umgehen, sich ihr stellen und disktutieren. Von Seiten der Schule passiert das noch nicht. Immerhin wurde ich schon einmal entblockt und die Frequenz der Redundanz hat nachgelassen. Das lässt mich hoffen. Nur: Mir ist es eben nicht egal, mit welcher Frequenz das passiert. Das bringe ich mit diesem Artikel zu Ausdruck. Er ist scharf, ja. Aber sonst werden Beiträge eben auch nicht beachtet.

  5. Herr Rau sagt:

    Vielleicht solltest du ergänzen, um welche Art Facebook-Gruppe es geht, die da womöglich gespammt wird; nur dann kann man nachvollziehen, ob die Beiträge dorthin gehören oder nicht. (Vielleicht habe ich es auch nur überlesen.)

    Ansonsten weiß ich Digitalmuffel so gut wie nichts über diese Schule, nicht mal dass es um iPads und grüne Lage geht. Aber ja, auf Twitter werde ich auch regelmäßig von denen gefolgt, und schließe daraus, dass ich zwischendurch ebenso regelmäßig entfolgt werde. Ich habe mir das immer mit Unorganisiertheit erklärt, aber Aufmerksamkeitsheischerei ist vielleicht tatsächlich wahrscheinlicher.

    • Birgit Lachner sagt:

      Mich haben vor allem die andauernden Direktnachrichten genervt, mit denen Werbung für die Veranstaltungen gemacht wird.

    • Bob Blume sagt:

      Danke, habe den Link gesetzt. Aufmerksamkeitsheischerei finde ich nicht verwerflich, wie hoffentlich aus dem Artikel ersichtlich wird. Nur wenn ich Aufmerksamkeit will und sie kriege, dann muss mehr dahinter sein. Und wie immer gilt auch hier: Die Menge macht das Gift. Und die ist schier unerträglich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.