Echte digitale Bildung

Wenn man meine Begeisterung gegenüber dem digitalen Diskurs und der digitalen Bildung mit einem Pendel darstellen würde, sähe man es zunächst bis zum Anschlag in den positiven Bereich und dann genauso stark in die andere Richtung ausschlagen. Mittlerweile ist es eingependelt. Ich habe den Ratschlag des Freiburger Lehrers und Medienpädagogen Dejan Mihajlović ernst genommen und versuche mich nun mehr an dem, was machbar ist als an all jenen Debatten teilzunehmen, in denen über digitale Luftschlösser philosophiert wird. Mit der Medien-AG sehe ich immer wieder, was Schule alles sein kann und vor allem, was sie sein könnte.

Nachdem ich die AG von einem Kollegen übernommen habe, der sich um sie sehr verdient gemacht hat, haben wir in gemeinsamer Arbeit schon einige Neuerungen auf den Weg gebracht. Neben den Social-Media-Accounts der Schule wie dem schuleigenen Twitter-Account und dem Instagram-Account

@mrwissen2go_ startet seinen Vortrag.

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war die wohl größte Neuerung neben einer Aktualisierung der Homepage, die immer noch nicht abgeschlossen ist, der eigene Youtube-Account, den wir versuchen durch neue inhaltliche und mediale Ideen weiterzubringen.

Es wir zusammen geplant, überlegt, diskutiert. Mit anderen Worten, es werden eben jene 4K genutzt, die im Sinne eine „neuen Schule“ ein um das andere Mal erwähnt werden: Kommunikation, Kollaboration, kritisches Denken und Kreativität. Und zwar über Klassengrenzen hinaus (Schüler der 6. bis zur 12. Klasse sind in der AG). Wir planen Vorträge, Aktionen und begleiten jene Aktionen, die andere Lehrer und Schüler unserer Schule durchführen.

Dabei ist eben nicht „nur“ das Ergebnis in Form des hier zu sehenden Videos das, worauf es ankommt, sondern ein Arbeitsprozess, bei dem jeder und jede ihre eigenen Präferenzen, ihre eigenen Fähigkeiten und Interessen einbringen kann oder von den anderen beigebracht bekommt. Nicht zuletzt der Lehrer kann dabei enorm viel lernen.

Am heutigen Tage zeigte sich dieses beispielweise in der Vielfältigkeit dessen, was die immer größer werdende Gruppe anging. Während einige die neuen Windeck-News aufnahmen (deren Inhalt innerhalb der letzten Wochen schon nach und nach geplant wurde), machten sich einige Schüler mithilfe eines 3-D-Modells Gedanken darüber, welche Kameraperspektiven für die nächste Woche geplanten Aufnahmen gebraucht werden.

Eine weitere Gruppe plante an einem Film, den wir zum Schuljubiläum erstellen worden. Per Wattpad, einem kollaborativem Tool, von dem ich gar nicht wusste, dass es den Schülern bekannt ist.

Arbeit mit Wattpad

Während eine Schülerin, die sich sehr gut aufs Schreiben versteht, ganz analog Notizen zu unserem geplanten Blog über das Schulleben machte, in dem sie aus der Perspektive einer Stempelkarte den Tag der offenen Tür beschreiben will, machte ich zusammen mit einem anderen Schüler Bilder für die Links zu den Fachseiten der Homepage.

Notizen für den Blog

Ich bin mir nicht sicher, welche andere Doppelstunde so schnell vergeht, was wohl auch einer der Gründe ist, warum wir meistens länger arbeiten. Vielleicht sind es kleine Schritte, aber sie fühlen sich nach etwas an. Wir lernen zusammen auf einer Ebene, unterstützen uns und erzielen, quasi nebenbei, auch noch, wie ich finde, ziemlich gute Ergebnisse. Das ist doch mal ein Anfang.

Wenn nun auch noch die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten besser werden, dann können wir zunehmens professioneller werden und daran arbeiten, die Schule in die Gegenwart zu führen, von der noch zu viele Leute denken, dass sie Zukunft ist. Schritt für Schritt. Ein bisschen.

 

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Ein Kommentar zu Echte digitale Bildung

  1. Alfred Lumpe sagt:

    Lieber Kollege,
    aus meiner Sicht sind das die großartigen Schritte in die richtige Richtung, die wir heute gehen können. Glückwünsche Dir und Deinem Team!
    Alfred Lumpe

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