Snapchat und Co. – Ein Interview

UnknownIn einer sich schnell wandelnden Welt wird es zunehmend schwerer, sich zurechtzufinden. Das gilt auch oder vielleicht gerade für Erwachsene und digitale Medien. Auch als jemand, der digitale Medien und Social Media täglich nutzt, verstehe ich nicht alles. Vor allem Snapchat ist mir ein großes Rätsel. In einem Interview, das ich über Twitter anfragte, verrieten mir Sophia und Zymer, was es mit diesem unter Jugendlichen beliebten Dienst auf sich hat, warum Medien in die Schule gehören und Eltern mehr kontrollieren sollten, was ihre Kinder machen. 

Vielen Dank, dass ihr euch Zeit nehmt. Sagt erst einmal, wie ihr heißt, wie alt ihr seid und was ihr macht.

ZoUosB6SSophia Mein Name ist Sophia, ich bin 16 Jahre alt und derzeitig in der 11. Klasse des Windeck-Gymnasiums in Bühl. In meiner Freizeit bin ich viel in sozialen Netzwerken unterwegs, mache viel mit Freunden und gehe ein paar Hobbys nach wie z.B. Klavier spielen oder zeichnen.

Zymer Ich heiße Zymer, bin 16 Jahre alt und habe viele verschiedene Interessen.

Welche sozialen Netzwerke nutzt ihr? Wofür nutzt ihr sie?

Sophia Die sozialen Netzwerke, die ich regelmäßig benutze, sind Instagram, Twitter und Snapchat. Auf Instagram poste ich nur wenige Bilder und wenn, dann welche mit Erinnerungswert. Ich schaue meistens die Timeline durch, schaue, was meine Freunde und Familie beschäftigt, hole mir Back- oder Kochideen oder stöbere nach schönen Natur-und Landschaftsbildern. Twitter ist für mich wie ein großer Korb mit den Gedanken von Leuten aus meinem Umfeld. Dort folge ich zum einen Menschen, die ich kenne, um an deren Gedanken, Neuigkeiten oder Geschehnissen teilzuhaben und zum anderen verschiedenen YouTubern, um sie durch ihre Tweets besser “kennenzulernen”, ein Schmunzeln auf die Lippen zu bekommen oder um Neuigkeiten zu neuen Videos zu bekommen. Snapchat benutze ich, um mit meinen engsten Freunden zu kommunizieren und Spaß zu haben oder einfach aus Langeweile, was allerdings auch für Instagram und Twitter gilt.

Zymer Ich persönlich nutze 3 soziale Netzwerke täglich:

XEz5ofSsWhatsApp: Ich schreibe so ziemlich 24/7 mit meinen Freunden und bin ständig erreichbar.

Instagram: Ich nutze Instagram, um Bilder zu teilen und von Leuten, denen ich folge, die Bilder anzuschauen

Snapchat: Ich nutze Snapchat um meine Freunde sozusagen eine Momentaufnahme zu schicken, z.B., wenn ich gerade esse oder einfach dumme Videos zu versenden.

Da auch einige Leser nicht ganz auf der Höhe der Zeit sind: Was ist Snapchat eigentlich und was macht man damit?

Sophia Snapchat ist ein sog. Instant-Messaging-Dienst, bei dem man Fotos oder 10-sekündige Videos an seine Freunde schicken kann. Man kann diese Fotos/Videos gestalten, in dem man einen kleinen Text (meist nur kurze Sätze oder Wörter), Smileys, einen Filter oder die derzeitige Uhrzeit hinzufügt. Man bestimmt, wie lange der Freund, der das Foto erhalten wird es sehen kann (zwischen 1 und 10 Sekunden). Man kann ein Foto/Video aber auch für alle Kontakte sichtbar machen, indem man dieses zu seiner “Geschichte” hinzufügt. Dann können alle Kontakte 24 Stunden lang dieses Foto/Video so oft anschauen, wie sie möchten.

Snapchat dient hier eher weniger dazu, um sich zu verabreden oder um ernste Gespräche zu führen, sondern um Spaß statt Langeweile zu haben und um mit seinen Freunden herumalbern zu können, wenn sie gerade nicht da sind.

imagesZymer Mit Snapchat kann man seinen Freunden Bilder oder Videos vom Moment schicken, mit Filtern bearbeiten oder lustige Effekte benutzen. Man kann auch Nachrichten verfassen, die aber danach gelöscht werden, außer man speichert sie.

Wie viele Snaps bekommt ihr am Tag? Wie viele verschickt ihr?

Sophia Das variiert bei mir sehr stark. An manchen Tagen bekomme ich nur wenige Snaps von meinen engsten Freunden (gleichzeitig snape ich dann auch nur wenig zurück) und an anderen Tagen können es bis zu 50 Snaps werden, die ich bekomme oder verschicke.

Zymer So ca. 100 bekomme und verschicke ich pro Tag, manchmal mehr, manchmal weniger.

Warum macht ihr das?

Sophia Wahrscheinlich um mit Freunden in Kontakt zu bleiben und sich gegenseitig sehen zu können (=Gesichtsausdruck), anstatt wie z.B. bei WhatsApp nur Nachrichten hin- und her zu schicken.

Zymer Ich finde, dass es Spaß macht, wenn man mal seine Freunde nicht im „Perfekt-Gutaussehendsten-Moment“ sieht.

Was macht den Reiz von Snapchat gegenüber anderen sozialen Netzwerken aus?

Bildschirmfoto 2015-11-23 um 16.24.37Sophia Ich denke für viele Jugendliche spielt bei sozialen Netzwerken wie Instagram oder Facebook die Anzahl der “Freunde” oder “Likes” eine große Rolle. Bei Snapchat kann man allerdings nicht sehen, wie viele Kontakte jemand anderes hat oder wie oft ein Snap in der Geschichte eines anderen schon angesehen wurde, was ich persönlich sehr gut finde. Snapchat ist nicht so öffentlich wie beispielsweise Twitter oder Facebook. Es ist eher wie WhatsApp oder andere Messenger, nur mit Fotos/Videos und dass man die Möglichkeit hat, diese auch öffentlich zu machen. Die “Geschichte” bei Snapchat könnte hierbei dem “Status” bei WhatsApp gleichen.

Zymer Ich finde Snapchat ist viel persönlicher als andere Soziale Netzwerke, man kann eigentlich nur Bilder von dem jetzigen Moment schicken und das macht es viel persönlicher, als wenn man bei WhatsApp oder Facebook Profilbilder von vor 3 Wochen sieht.

Viele Jugendliche sind von den sozialen Netzwerken auch unter Druck gesetzt, weil sie ständig antworten müssen. Kennt ihr das? Wenn ja, was macht ihr dagegen?

Sophia Ich kenne diesen Druck so gut wie gar nicht. Ich antworte, wenn ich Zeit habe und wenn ich beschäftigt bin, schaue ich eh nicht aufs Handy und sehe dann auch nicht, wenn ich eine Nachricht bekommen habe.

Zymer Klar, das kennt so ziemlich jeder. Ich antworte nur, wenn ich es für nötig halte, und finde, dass man nicht ständig antworten muss. Aber meinen besten Freunden antworte ich ziemlich schnell und freiwillig.

Kennt ihr Erwachsene, die soziale Netzwerke nutzen? Nutzen sie sie anders? Wenn ja, wie?

Bildschirmfoto 2015-11-23 um 16.24.43Sophia Natürlich kenne ich viele Erwachsene die Facebook haben, was sie allerdings kaum nutzen. Diese schauen dann einmal in der Woche die Timeline bei Facebook durch und das war’s. Ich kenne auch ein paar, die Snapchat oder Instagram benutzen, allerdings auch nur sehr wenig und hauptsächlich deswegen, weil es deren Kinder auch benutzen.

Zymer Ich kenne wenige Erwachsene, die soziale Netzwerke benutzen. Ich finde, wir jungen Leute kennen uns besser aus und deswegen nutzen wir die sozialen Netzwerke anders, aber auch viel länger, denn ich kenne keinen Erwachsenen, der dauer-online ist.

Sollten Erwachsene überhaupt alle Netzwerke nutzen?

Sophia Meiner Meinung nach ist es nicht auszuschließen, dass Erwachsene soziale Netzwerke benutzen. Leider gibt es viele Erwachsene, die keinen Nutzen aus sozialen Netzwerken ziehen und das ganze nur für “Teufelszeug” halten obwohl sie es selber gut gebrauchen könnten.

Zymer Ich finde, es ist jedem Seins. Mir macht das nichts aus.

Was sollte jemand wissen, der gerade erst mit Snapchat anfängt?

Sophia Man sollte nicht nach einem Sinn bei der ganzen Sache suchen und Snapchat nicht zu ernst nehmen. Wenn man Snapchat von Anfang an nicht mag, sollte man es nicht zwingend benutzen, nur weil man “hip” sein möchte.

Zymer Die Empfänger deiner Nachrichten kann man immer speichern oder man kann Bilder screenshoten oder von einem anderen Handy abfotografieren, ich würde aufpassen, was ich snappe und besonders wem ich was snappe. (Snappen: Leuten durch Snapchat ein Bild schicken).

Sollten soziale Netzwerke oder generell digitale Medien in der Schule eine Rolle spielen?

Sophia Würde es nach mir gehen, würden soziale Netzwerke und digitale Medien in der Schule schon längst eine größere Rolle spielen. Bei den sozialen Netzwerken muss man natürlich abwägen, welche sinnvoll in den Unterricht eingebaut werden können und welche nicht. Snapchat wäre hierbei eher unsinnig währenddessen Twitter einige Vorteile bieten würde. Beispielsweise eine einfache und schnelle Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern.

Zymer Ich fände es ziemlich cool, wenn man anstatt Bücher und Hefte, Tablets und Handys benutzen könnte, weil ich denke, dass mal die Zeit kommen wird, wo man keine Bücher und Hefte mehr hat und alles digitalisiert wird. Wäre mal eine coole Idee, das mal zu testen.

Gibt es noch etwas, was ihr loswerden wollt?
Sophia Eine kleine Sache gibt es da tatsächlich. Leider liegt es in der Entwicklung der Benutzung sozialer Netzwerke, dass der Altersdurchschnitt der Benutzer immer weiter sinkt. Ich weiß natürlich nicht, ob es wirklich so ist oder ob ich nur das Gefühl habe aber meiner Meinung nach sollten Eltern besser kontrollieren, was deren Kinder für soziale Netzwerke benutzen und vor allem wie sie diese nutzen und was sie im Netz öffentlich posten. Seien es Bilder auf Instagram oder Kommentare bei Facebook.

Zymer An alle die den Blog lesen: Herr Blume ist ein echt cooler Lehrer, zwar habe ich ihn nicht im Unterricht, aber in den Pausen kann man echt spaßige Unterhaltungen mit ihm führen:)

Anmerkung des Autors: Bei dem letzten Kommentar war keine Bestechung im Spiel!

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10 Kommentare zu Snapchat und Co. – Ein Interview

  1. Pingback: Stand der Medienkompetenz: Einige Beobachtungen | Bob Blume

  2. Debra Head sagt:

    Ich denke ein Paar Videos würden den Beitrag bunter machen.

  3. Pingback: Snapchat – Ein Selbstversuch. | Zeitzuteilen

  4. teacheridoo sagt:

    Äh, ich wurde von dem negativen Kommentar ganz oben gerade etwas aus dem Konzept gebracht.

    Wie auch immer, danke für diesen Einblick. Das habe ich als sehr aufschlussreich empfunden. 🙂

  5. andreas strahlendorf sagt:

    dieses interview ist ein beispiel fuer schlechten journalismus. alle anfaengerfehler, welche in einem interview gemacht werden koennen, sind hier versammelt.

    • Nö. Ich finde das Interview gelungen… Und im Gegensatz zu Ihnen hat der Autor auch die Großschreibtaste gefunden. Aber wenn Sie dieses Interview besser führen können, dann senden Sie uns doch einen Beweis. Aber stimmt, die Großschreibtaste ist auf Ihrer Tastatur immernoch nicht aufgetaucht – wie schade – also können Sie uns wahrscheinlich doch kein besseres Interview liefern.

    • Elke Lackner sagt:

      Das finde ich spannend. Können Sie vielleicht an genauen Beispielen erklären, was hier falsch gelaufen ist? Haben Sie Literatur zur Gattung „Interview“? Ich wäre wirklich interessiert, mehr darüber zu erfahren!

  6. Pingback: Snapchat und Co. – Ein Interview | Facebo...

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