REFERENDARIAT: Referendare: Wir brauchen euch! #digital #bildung #EDchatDE

Bildung und Schule sind in einem enormen Umbruch. Überall auf der Welt halten digitale Arbeitsweisen Einzug. Nur Deutschland tut sich sehr schwer. Es wird Zeit, dass sich etwas ändert. Vor allem durch Referendare und junge Lehrer.

(Bild: Teilnehmer_Innen des #EDchatDE)

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Auch wenn es eine überspitzte Zahl ist, die da auf Stage 13 der diesjährigen Re:publica präsentiert wurde, so erklärt sie doch sehr schön den Entwicklungsstand Deutschlands bei der digitalen Entwicklung:

Auf Twitter, Google und Facebook streiten sich Lehrerinnen und Lehrer konstruktiv über neue Konzepte, die Smartphones und Tablets in den Unterricht zu integrieren, damit Schule auf die Gegenwart der Jugendlichen eingeht. Mittlerweile tummeln sich auf Twitter zahlreiche Fachleiter, Referendare und Lehrer, die von ihrer gegenseitigen Expertise profitieren (Eine Liste in diesem Artikel).

Aus alt mach neu

Schaut man jedoch auf die Referendars-Seiten, so ergibt sich ein anderes Bild. So sind es vor allem die kleinen Tipps, nach denen gefragt wird (auch wenn es manchmal auch ein wenig mehr ist), was völlig nachvollziehbar ist, da man im Referendariat sowieso schon sehr vieles hat, auf das man achten muss. Viele scheinen dabei aber gar nicht zu wissen, wie viel Hilfe der gemeinsame Austausch bringen kann. Vor allem sogenannte Lehrerblogs (dieser wird häufig auch so genannt) sind von Praktikern für Praktiker (viele finden sich hier).

Persönliche Chancen

Diese Blogs und auch die professionellen Twitter- oder Google-Accounts sind ein Beispiel dafür, was heutzutage möglich ist und auch für Schülerinnen und Schüler eine immer größere Rolle spielt: Die digitale Vernetzung mit Experten (die bekanntesten Twitter-Lehrer sind Tastenspieler, Herr Rau und Herr Larbig), das Aufbauen eines eigenen Lernnetzwerkes, wie es für amerikanische Lehrpersonen schon seit Jahren bekannt ist und die Ausnutzung der Möglichkeit eigener Teilhabe. Endlich gibt es die Möglichkeit, die Schulen zu öffnen, an der Gesellschaft teilzuhaben.

Ein falscher Fokus

Leider sieht es in der Praxis oft anders aus. Als Reaktion auf die Gefahren, die das Internet zweifelsohne bietet, werden Verbote ausgesprochen, wird versucht, das Digitale aus den Schulen zu verbannen, haben die angehenden Lehrerinnen und Lehrer meist weniger mit digitalen Geräten zu tun als ihre Schüler.

Während sich aber viele Eltern schon lange abgehängt fühlen und Lehrer zurückschrecken, fragt man sich: Wer soll die Kinder und Jugendliche mit der Welt vertraut machen, die sie tagtäglich umgibt?

Wir brauchen euch!

Viele Blogs, die sich schon länger als dieser hier mit dem digitalen Wandel beschäftigen, haben mittlerweile aufgehört, sich mit den allgemeinen Neuerungen zu befassen, die das Digitale bietet. Und das hat einen Grund: Seit die damalige Regierung 1998 einen allgemeinen politischen Wandel bei digitalen Medien proklamierte, ist wenig passiert. Viele haben keine Lust mehr, das ewige Mantra zu wiederholen. Auch wenn einige wenige Politikerinnen sich mit der digitalen Bildung befassen: Es ist noch viel zu tun. Und es liegt an euch!

Wenn ihr der Meinung seid, dass Bildung immer mit der Umwelt zu tun haben sollte, die uns umgibt, nehmt an der digitalen Gesellschaft teil!

Schaut euch an, was die vielen jetzt schon produktiven Lehrerinnen und Lehrer auf Twitter tun, was sie posten, mit was sie sich befassen. Fragt eure Fachleiter nach digitalen Umsetzungsmöglichkeiten. Wenn sie keine Ahnung haben, recherchiert und schaut euch an, was es an Möglichkeiten gibt. Sagt es den anderen! Und fragt eure Fachleiter nochmal!

Legt euch einen Twitteraccount an!

Bloggt über eure Erfahrungen (egal ob ihr es mit Realnamen oder anonym tut): Eure Mitstreiter_Innen werden es euch danken. Verkauft nicht eure Materialien, sondern stellt sie zur Verfügung. Die Erfahrungen, die ihr durch die Kommentare macht, sind in den paar Euro nicht aufzuwiegen.

Und schließlich: Fragt eure Schülerinnen und Schüler, was sie machen. Sie werden staunen, dass ihr all die hippen (und hinterhältig Geld machenden) Youtube-Stars kennt. Dass ihr einen Instagram-Account habt, mit dem man plötzlich den Unterricht beleben kann. Und Google. Und Google-Earth. Oder dass man über Daten sprechen und argumentieren kann.

Und wenn ihr etwas nicht wisst, was die Schüler_Innen wissen, dann freut euch darüber und lernt. Es wird Zeit, dass Deutschland aufschließt. Und das geht nur, indem diejenigen, die etwas direkt ändern können, anfangen, sich an der neuen Welt zu beteiligen. Wir haben keine Zeit zu verlieren.

Wir brauchen euch!

 

 

 

Weiterführende Links:

Facebook-Seite des Autors

Weitere Referendariatsthemen im Blog: Schizophrenie als Lebensgefühl,Eine sehr lebendige KlasseLehrerklischeesUnterricht: Dichtung und WahrheitTest: welcher Lehrertyp sind Sie?Rede zum Abschluss des Referendariats

Aktuell:

Referendars-Gedanken, Folge I: Tage des Zorns 

Referendars-Gedanken, Folge II: Tage der Demut

Referendars-Gedanken, Folge III: Tage der Erschöpfung

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6 Kommentare zu REFERENDARIAT: Referendare: Wir brauchen euch! #digital #bildung #EDchatDE

  1. Pingback: Alle Lehrer auf Social-Media? | Bob Blume

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  3. banjo sagt:

    Thema war ein Portfolio mit dem Pflichtbereich der Lesekompetenz und dem Wahlbereich mit Schwerpunkt Medienkompetenz. Die Begründung steht noch aus. Aber bei der Vorbesprechung meinte der Fachleiter, dass es, da Portfolio nicht innovativ sei, thematisch nicht über eine 3-4 hinauskommen würde.

    • Bob Blume sagt:

      Ich war selbst im APR (Ausbildungspersonalrat) und habe mich mit solchen Dingen befasst. Eine solche Aussage ist sehr schwierig, da Innovation als solches eigentlich kein Bewertungsmaßstab sein kann und wenn, dann nur unter transparenten Bedingungen. Sprich doch bitte mit deinem APR-Sprecher. Vielleicht kann der sich darum kümmern…

  4. banjo sagt:

    Ja witzig, ich habe meine zweite Examensarbeit auf den Bereich Medienkompetenz ausgelegt und die Schüler brav Features und Fotostorys anfertigen,Filmchen und Szenen drehen lassen. Die Arbeit wurde mit einer 5 benotet, da die altbackenen Prüfer, beide über 50, lieber eine Fokussierung im Bereich Lesekompetenz gehabt hätten. Irre Welt.

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