Sketchnote für Anfänger: Einhorn und Batman

In einem dialogischen Votrag zu Sketchnote können die Teilnehmer das tun, was sie schon immer tun wollten: Grundzüge von Sketchnote kennenlernen. Und ein Einhorn zeichnen.

Der alte Hase Ralf Appelt (wissenschaftlicher Mitarbeiter im Medienzentrum der Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg), Britta Ulrich (Visual Trainer and Senior User Experience Manager) und Anna Lena Schiller (Graphic Recording / Workshops / Infografiken / Video) halten eine Keynote, die den Erwartungen des überfüllten Saals entspricht und ein weiteres Mal zeigt, warum Sketchnotes zum obligatorischen Inventar der Re:publica gehören.

Schweigen, Stühle werden herumgerückt, immer mehr Menschen in den Steinmauern. Gleich wird gezeichnet. Nur gezeichnet? Nicht ganz.   

Die Präsentation beginnt mit einer humorigen Aufgabe: Gegenseitiges abzeichnen, ohne dabei aufs Blatt zu schauen. Neben dem Effekt der allgemeinen (und lauten) Belustigung auch als Zeichen dafür, dass Sketchnotes eben „keine Kunst“ sein sollen, sondern die Visualisierung von Themen.

 

Das Prinzip erläutert Appelt in einem Gespräch danach: Dann, wenn man die Thematik verstanden hat, kann man sie so visualisieren, dass ihr Kern herauskommt. Die Transferleistung zur Zeichnung ist nichts anderes als Lernen im Prozess des Zuhörens.

Dass dies nicht ganz einfach ist, wird schnell klar: Natürlich sind die ersten Kästchen und Dreiecke auch für den Laien zu meistern, aber da, wo man beginne soll, die hervorhebenden Kästchen so zu zeichnen, dass sie Text, dessen unterschiedliche Arten dargestellt werden, direkt einschließen (z.B. um ein Thema hervorzuheben) wird es schnell schwierig. Noch schwieriger: Die Aufgabe, die den Präsentatoren gestellt wird. Wer öfter mal auf Twitter vorbei schaut, weiß, was kommen musste: Batman und das Einhorn.

Dass es einige Teilehmer_Innen trotzdem sehr gut schafften (wenn wohl auch mit Vorkenntnissen) kann man hier sehen.

Nach perspektivischen Zeichnen,folgt ein ehrlich gemeintes Stöhnen der Bewunderung. Dann eine weitere Erhöhung des Schwierigkeitsgrads: Perspektivisches Zeichnen, Figuren („Entdecken, was der Kopf und Körper noch so kann“) und dynamische Entwicklungsprozesse durch Pfeile.

Langsam wird der Umfang von Sketchnotes deutlich. Letztlich wird klar, dass es immer um Techniken geht, die den Prozess des visuellen Protokolls verfeinern sollen.

Ein dreiminütiges Video soll es den Teilnehmern ermöglichen, das gerade Erfahrene nochmals anzuwenden. Gar nicht so einfach, denn der Redefluss bringt immer neue Informationen.

Nach über einer Stunde, die sich mehr nach 10 Minuten anfühlen, können die Teilnhemer die erste Sketchnote der Republica 2015 in den Händen halten. Man darf gespannt sein, was noch folgt. Der prall gefüllte Vortrag ist ein bewusst gewählter Einstieg in drei volle Tage digitaler Vorträge, Diskussionen und Überlegungen, die man nun nicht nur mit Sprache, sondern eben auch mit Zeichnungen für sich festhalten und mit nach Hause nehmen kann.

Das, und vielleicht ein selbst gezeichnetes Einhorn.

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2 Kommentare zu Sketchnote für Anfänger: Einhorn und Batman

  1. Pingback: #rp15 Session – Sketchnotes für Einsteiger | vizthink.de

  2. Pingback: Mein Twitter | Bob Blume

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