ANALYSE: Dagi Bee oder: Alt werden

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Falls Sie noch nicht wussten, ob Sie alt sind, beantworten Sie doch diese Frage: Wer ist Dagi Bee? Sie wissen es nicht? Dann wird es Zeit für eine Verjüngungskur. Auch für mich. Denn es bleiben Fragen.

Anmerkung des Autors: Da ich diesen Artikel nun zum dritten Mal schreibe, da bei jedem Versuch der Veröffentlichung alles wieder weg ist, kann man mir zumindest den guten Willen nicht absprechen, mit diesem Thema zu befassen.

Auf dem einen Bild ist eine Legende. Eine Person, bei der jungen und Mädchen schreien, wenn sie sie sehen. Jemand, der allen schon einmal ganz nah war. Der tausende, ja Millionen von Fans hat. Sie wissen, von wem ich rede: Von Sir Paul McCartney, dem ehemaligen Beatle, einer Band, die eine Ära geprägt und die Boyband erst erfunden hat, rede ich

nicht.

Ich rede von einem Mädchen, deren einfachste Tweet so häufig weitergegeben (also geretweetet) werden, dass jeder normale Twitterer sich für ein paar Minuten ganz groß fühlen könnte. Beispiel gefällig?

Da wollen wohl einige unbedingt ein neues Video sehen. Der Tweet ist so häufig favorisiert (was in etwa dasselbe sein kann, wie das Liken auf Facebook) wie all meine Tweets von jetzt bis ich das Zeitliche segne.
enhanced-buzz-11846-1329112476-23Warum ich diese beiden ungleichen Menschen vergleiche? Wie so oft gab es, nachdem der amerikanische Superstar Kayne West bekannt gegeben hatte, mit Paul McCartney ein Lied zu veröffentlichen, nach den vermeintlich naiven Reaktionen von unwissenden Jugendlichen einen großen Aufschrei, der zum Trend bei Twitter wurde. Wie kann, so die geäußerte Kritik, jemand nicht wissen, wer SIR PAUL ist. Sie Kritiker bezogen sich auf die Äußerungen vieler Jugendlicher auf Twitter.

Ich stellte mir die Frage, die ich schnell selbst beantworten musste: Ist es nicht immer so, dass Unverständnis zwischen den Generationen herrscht, was ihre Helden angeht. Und ist es nicht immer so, dass der eine nicht wirklich versteht, was der andere an seinem Star so besonders gut findet?
Früher war es die Musik, die die Eltern als „Krach“ empfanden oder das Unverständnis darüber, dass die Hosen so getragen wurden, dass man durchaus ein großes Geschäft im Gehen verrichten hätte können.

Da es mein großer Wunsch ist, mein Klientel (Schüler) zu verstehen, fragte ich nach und muss feststellen. Es bleiben Fragen. Ich verstehe es immer noch nicht. Deshalb ist meine Frage: Warum?
Warum schauen sich nach 24 Stunden über eine Millionen Menschen an, wie ein Mädchen sich die Haare lila färbt.

 

Dies ist nicht ironisch, zynisch oder abwertend gemeint. Vielleicht kann mir jemand helfen. Oder ich muss eingestehen, dass ich wirklich alt geworden bin. Und mich hinsetzen und die Beatles hören.

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5 Kommentare zu ANALYSE: Dagi Bee oder: Alt werden

  1. Pingback: ANALYSE: Böhmermann, Youtube und die Realness | Bob Blume

  2. CordeiC sagt:

    Warum schauen sich nach 24 Stunden über eine Millionen Menschen an, wie ein Mädchen sich die Haare lila färbt? Meine Tipps: Das Mädel spricht allgemein über Themen, die für ihre jugendliche Zielgruppe von großer Interesse und universell relevant sind. Sie ist nicht nur hübsch, sondern unterhaltsam und strahlt eine gewisse Glaubwürdigkeit aus. Besonders wichtig: ihre Gefolgschaft ist jung, im Netz aktiv und hat keine Probleme damit Videos / Tweets über alle möglichen Kanäle zu teilen. Hat der Beitrag eine gewisse „Schallgrenze“ überschritten, so sorgen die Trending Charts für weiteres.

    Seriöse, „erwachsene“ Themen sind meistens sehr spezifisch und werden nur in bestimmten Kreisen geteilt. Da kann mehr oder weniger bei herum kommen. Die einzige Ausnahme scheint der „Shitstorm“ zu sein.

    Zu Sir Paul – da verstehe ich die Aufregung nicht. Warum sollte er unter Jugendlichen bekannt sein? Die Beatles waren bahnbrechend, ja, aber zu einer anderen Zeit. Möchte ich (als „Oldie“) ihn hören, so krame ich eine alte Schallplatte heraus, finde ich etwas auf YouTube, so teile ich es vielleicht mit ein paar Personen über FB oder gar per E-Mail. „Viral“ ist das nicht 🙂

    Manches muss man vielleicht auch nicht verstehen, sondern einfach nur akzeptieren – mein Sohn hat sich ewig mit einer singenden Orange auf YT beschäftigt. Verstehe ich bis heute nicht ganz. Sehr beliebt war diese Orange und wohl der Hit schlechthin. Nach längerer Überlegung fand ich eine Parallele aus meiner Schulzeit dazu. Wir erfanden oft unsinnige Lieder, die wir mit Hingabe auf Klassenfahrten usw. gesungen haben und fanden das ganz toll. Heute würde ich das als Unsinn bezeichnen. Damals machte es Spaß.

  3. m.g. sagt:

    Versuch es doch erstmal mit Metallica oder Judas Priest.

    • Bob Blume sagt:

      „Erstmal“ ist lustig. Ich hörte schon Metallica, da warst du noch nicht geboren. Versuch du es doch mal mit Klarnamen, dann reden wir.

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