LITERATUR: Ein deutsches Lied

Der Flüchtling kam zurück nach Hause
Nachdem Justitia in zwang
Er brauchte dringend eine Pause
Machte eine große Sause
Und sagte dann: Es ist für’s Land

Der Flüchtling brauchte Kameraden
Nachdem er seine Gabe fand
Er konnte reden ohne Faden
Mit dem Gefühl von Macht im Magen
Und er schrieb auf: Es ist für’s Land

Gemeinsam gingen sie spazieren
Und jeder sagte, was er denkt
Was keiner kennt, kann keiner hier verlieren
Für’s Land geht man auf allen Vieren
Und was man hat, ist ein Geschenk

Gemeinsam schrien sie Parolen
(Das kann man doch noch sagen)
Was man nicht hört, das bleibe verholen
Sonst wird das Land gestohlen
Gerade in den schlechten Tagen

Der brave Mensch, der kritisiert
Der tut nur seine Pflicht
Ihm ist so vieles schon passiert
Damit die Heimat er nicht verliert
Sagt er’s jedem ins Gesicht

Wer brave Menschen kritisiert
Der muss der Teufel sein
Und wer brav Argumente führt
Der wird vom Wissen abgeschnürt
Und bricht den wohlgebauten Schein

Die Flüchtlinge kamen ins Lande
Nachdem die Diktatur sie zwang
Sie war’n gebrochen und am Rande
Ihrer Hoffnung und die Schande
Sprach aus eisigem Empfang

Und in der Mitte will man reden
Denn ignorieren will man nicht
Es soll doch jeder, der mag, leben
Und nicht alles auch noch geben
Die Ängste kommen nun ans Licht

Ihr singt die immer gleichen Noten
Erkennt nicht, was es ist.
Erzählt die immer gleichen Zoten
Ihn eurem Haufen von Idioten
Rassist bleibt halt Rassist

 

 

 

 

 

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