HUMOR: „Haben Sie die Klassenarbeiten dabei?“

(Ich wollte es, ja, wollte sie alle mitnehmen, euch geben, schon nach einer Woche, als ich sie alle durch hatte, aber es ging nicht, da ich aufgerüttelt war von den in variabler Prosa verdichteten Gedanken, der Zielstrebigkeit, mit der die Thesen in durchdachten Satzstrukturen vorgetragen und durch subversive Morphemgerüste vorgetragen mein Innerstes berührten, sodass ich, gerade noch für einen weiteren Kaffee aufschauend, des eigenmächtigen Lesens unklar, noch darüber sinnierend, welchen Verlag ich als nächstes anrufen könnte, um diese Wohltat für mein – ach – zu müdes Stammhirn auch für die breite Bevölkerung zugänglich zu machen, mich ein um das andere Mal hinsetzen und die köstlichsten Sätze nochmals lesen, sie aufnehmen und von der einen in die andere Hirnhälfte wiegend begreifen musste, um sicherzugehen, dass ich nichts verliere von der in Worte gezimmerten antik anmutenden Kunst des Wortes, das den wahren Kern der über mir schwebenden Muse in leisen Tönen der Menschlichkeit zum Erwachen brachte und um mir selbst darüber klar zu werden, wie ich euch diese Erkenntnis über eure wahre Identität und die tiefe Berührung, die mir widerfuhr, artikulieren kann.)

 

 

 

„Nein.“

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