BERICHT: Ein weiter Blick zu sich selbst: Ein Auslandsjahr in den USA

Ein Auslandsjahr weitet den Blick auf andere Kulturen – und auf sich selbst

 

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Keine Kultur?

„I want to get to know the American culture.“ Der Mann, der im Flugzeug neben mir sitzt, schaut mich zunächst mitleidig, dann belustigt an, dann antwortet er in amerikanischem Singsang „Americans don’t have any culture“ und dreht sich wieder Richtung Fenster. So zurückgelassen fühle ich mich enttäuscht. Gerade erst war ich voller ungestümer Vorfreude, voller Ängste und Ambitionen in das Flugzeug eingestiegen, das unterwegs ist in ein für mich völlig neues Land, auf einen anderen Kontinent, und dann sagt mir der erste Mensch, mit dem ich Englisch sprechen muss, Amerikaner hätten keine Kultur. Wenn man Träume zerplatzen hören könnte… Ich fliege natürlich trotzdem auf eine Reise, die mein Leben verändern wird. Sowohl mittelbar als auch unmittelbar. Denn wenn man ins Ausland geht, kann man gar nicht anders, als den gewohnten Blick auf die Dinge zu verschieben. Und auch wenn es oftmals einiges an Geld kostet, sich aufzumachen. Man kommt immer reicher zurück. Und vielleicht muss man das mit der Kultur auch noch einmal überdenken.

Es könnte klappen

Ein paar Monate vorher. Ich bin aufgeregt. Meine Mutter ist aufgeregt. Ich muss mit jemandem sprechen, der dann der Organisation, mit der ich nach Amerika fliegen will und die für mich die Gasteltern und alles Nötige organisiert, mitteilt, dass man mich alleine auf die Amerikaner loslassen kann. Mein Englisch ist so zwischen okay und geht so. Für jemanden, der nicht so oft Vokabeln gelernt hat, wie er eigentlich gemusst hätte, geht es schon. Aber jetzt, da ich wie ein Panther im Zimmer hin und her schlurfe und durch das Fenster auf die Autos schaue, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich hätte mehr machen können. Oder müssen. Denn bei einem solchen Gespräch kann ich ja leider keinen drüber schauen lassen wie bei meiner Bewerbung. Der Mann ist freundlich und fragt mich als erstes, warum ich denn nach Amerika will. „I want to get to know the American culture“ sage ich, weil ich es geübt habe. Hätte ich damals besser Englisch sprechen können, hätte ich wahrscheinlich gesagt, „Haben Sie keine bessere Frage an einen 15-jährigen Abenteurer, der die Welt kennen lernen will?“ Der Mann ist aber mit meiner Antwort zufrieden, zumindest lächelt er wohlwollend und stellt ein paar weitere Fragen, die ich so gut es geht beantworte. Am Ende teilt er mit und meiner Mutter mit, dass mein Wortschatz wohl nicht so der größte ist, denn er je gehört hat. Aber es könnte klappen. Da bin ich aber froh.

Gelbe Linien

So ein Flug ins Ungewissen könnte sehr ungewiss sein, wenn nicht alles so dermaßen aufregend wäre, dass man eigentlich gar keine Zeit zum Nachdenken hat. Und da man ja auch nicht reden kann, da neben einem der wohl unhöflichste und uninteressanteste und kulturlosestes Deutschamerikaner sitzt (er fragte mich, nachdem ich ihn nochmals als Versuchskaninchen meines mittelmäßigen Englisch missbrauchen wollte, ob es nicht besser sei, wenn wir Deutsch sprächen, was mich einmal mehr aufregte), schaut man sich lieber amerikanische Filme im Originalton an, die man zwar nicht versteht, aber von denen man später mit Sicherheit allen Freunden sagen werden kann, dass man sie vor ihnen geschaut hat – was dann natürlich nicht passiert, weil man als man zurückkommt, über alles Mögliche redet, außer über blöde Filmflops in engen Flugzeugen. Wenn man dann nach Amerika kommt, muss man erst in die „Ausländerlinie“ – da stehen alle Nicht-Amerikaner und flehen, dass sie doch bitte Einlass in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten bekommen könnten. Nebenbei bemerkt: Flehen ist der richtige Ausdruck. Denn schon hier wird klar, dass amerikanische Polizisten oder Grenzbeamte nicht umsonst „Cops“ heißen. Nur verstehen tue ich den gefühlt zwei Meter großen Typen nicht. Er wiederholt sich und schaut schon genervt. Ich leiere meinen Satz runter: „I want to get to know the American culture.“ Der Typ schüttelt mit dem Kopf und sagt im typischen Südstaaten-Akzent: „If you want to do that, boy, you’ve got to improve your English.“ Deshalb bin ich ja hier, denke ich und darf passieren. Jetzt bin ich in Kentucky.

Verstehen wir uns?

Während ich von meinen Gasteltern in ein Fast Food Imbiss geschleift werde (ich werde im Laufe meines Aufenthaltes in mehr als zehn verschiedenen essen), in dem man seinen bis zu einem Kilogramm schweren Burger selber belegen kann, fallen mir die Augen zu. Umso schwerer ist es, den komischen Lauten zuzuhören, die da aus meiner umfangreichen Gastmutter und unter dem Lippenbart meines Gastvaters hervorkommen. Dass meine 12-jährige Gastschwester so schnell redet, als müsse sie einen Rekord brechen und dass mein kleiner Gastbruder, der mit seinen vier Jahren nur unwesentlich weniger wiegt als ich, eine Sprachstörung hat, macht es nicht besser. Grob gesagt: Ich verstehe nichts (was ich schon befürchtete, als ich mit meiner Mutter nach dem 12ten Durchlauf des Anrufbeantworters zu entziffern versuchte, was meine Gastmutter eigentlich von mir will). Ich bin abgekämpft, müde und verstehe nicht, was so toll daran sein soll, in ein anderes Land zu gehen. Als ich in mein Bett steige, dass eine vollautomatische Heizdecke beinhaltet, die einem den Hintern versenkt, wenn man sie falsch stellt, denke ich noch: „I want to get…“ Den Rest kennt man. Und so schlafe ich ein.

Größer oder öfters?

Wenn man mich nach den ersten Wochen gefragt hätte, was den nun amerikanisch sei, hätte ich einfach nur beschrieben, wie meine Gastmutter in einem McDonalds bestellt. Nämlich so: Einen großen Burger (der so groß ist, dass große deutsche Burger in seiner Umlaufbahn umherschwirren könnten), eine große Schachtel Fritten, einen schönen, klebrigen Nachtisch und eine Ein-Liter-Cola – die aber natürlich in der Variante „Light“, damit man auch ja nicht dick wird. Nachdem man mir das „Refill“-System erklärt hatte, was mich doch sehr überraschte, da es beinhaltete, dass man nach dem Kauf eines Menüs seine Cola so oft nachfüllen konnte, wie man wollte, verstand ich dann allerdings noch weniger, wie man eine Light-Cola einer normalen Cola vorziehen konnte. Eigentlich verstand ich noch nicht einmal, warum es verschiedene Größen gab, die dann auch noch unterschiedlich viel kosteten, da man sowieso so oft gehen konnte, wie man wollte. Die Größe und Breite der Umstehenden zeigt einem dann jedoch schnell, dass es gar nicht darum geht, dass man oft gehen könnte. Es geht darum, es nicht zu müssen. Und wenn man einen Liter hat, muss man weniger häufig gehen, um sich seine Light-Cola nachzufüllen. Nachdem ich in den ersten Wochen, in denen die Schule noch nicht begann, alle möglichen Fast Food Ketten heimgesucht hatte (es schien, als sehe meine Gastmutter es als ihren persönlichen Auftrag, mir alle „Restaurants“ zu zeigen, die es so gibt – von dem, wo man 20 kleine Burger kaufte und aß und danach immer noch Hunger hatte bis zu dem, wo besagter Burger einen Kilo wog) – nachdem ich sie also heimgesucht hatte, vermisste ich neben Eltern und Freunden, die man wohl immer erst einmal vermisst, etwas, von dem ich zuvor gar nicht gewusst hatte, dass man es vermissen konnte: Gutes, deutsches Brot. Selbst im „German Town“ von Cincinatti, in dem um die Mitte des 19. Jahrhunderts die deutschen Siedler ihr Glück versuchten, gab es zwar Sauerkraut und Wurst (die auch Wurst genannt wurde, was ich sehr lustig fand), aber weit und breit kein Brot. Selbst das, was in Amerika Vollkornbrot genannt wurde, würde jeder deutschen, biologisch-bewussten Esserin die Tränen in die Augen und den Darm treiben. Irgendwie kann man also sagen, dass ich in den ersten Wochen in Amerika das deutsche Brot kennenlernte – und das in seiner Abwesenheit.

Die Kreise der Coolness

Als ich dann in die Schule gehen durfte bzw. musste, lernte ich schnell die Unterschiede zwischen einer amerikanischen Kleinstadtschule und dem, was ich aus Deutschland gewohnt war, kennen. Morgens im Unterricht standen wir jeden Tag auf und schworen den Eid auf die Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika. Wenn wir amerikanische Geschichte hatten, mussten wir meist warten, bis der Lehrer, der in meinen Ohren Mr. Onion hieß (ich weiß bis heute nicht, was sein eigentlicher Name war) seinen Burger aufgegessen hatte. Die positive Nachricht war, dass er in den ersten Monaten der einzige Lehrer war, der mich überhaupt bemerkte. Die schlechte war, dass er, nachdem er dies tat, keine Chance ausließ, mich darauf hinzuweisen, dass die Amerikaner den Deutschen so „richtig in den Arsch getreten“ haben. Ich wusste damals nicht so recht, was ich darauf sagen sollte – Wortschatz und so.

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Auch wusste ich nicht, dass eine einzige Entscheidung die gesamte Highschool- Karriere beeinflussen kann. Aber dazu später mehr. Wenn man in einer (oder sagen wir: in der, in der ich war) Schule wissen will, wo sein Platz in der Nahrungskette ist, dann muss man nur bei den „Lunch Tables“ schauen. In der Bellevue-Highschool waren die Tische in der Mensa nicht in Reihen, sondern in Kreisen angeordnet. Das Prinzip war einfach. Je angesagter du warst desto weiter in der Mitte am Tisch saßt du. Oder eben anders herum. Ich saß am Rand. Dort saßen die, die irgendwie einen Sprung in der Schüssel hatten oder sonst wie verrückt waren – oder eben aus Deutschland kamen. Wenn man bei den „Weirdos“ saß – dann wurden Witze über einen gemacht (was in Ordnung war, da ich die meisten eh nicht verstand). Irgendwann kamen zwei Typen zu mir, die ich bis dahin noch nie gesehen hatte, meinten, ich solle mich nicht zu den „Weirdos“ setzen, sondern zu ihnen und schon saß ich eine Reihe weiter innen. Das waren die Halb-Coolen. Die waren zwar nicht angesagt, aber immerhin so cool, dass ihnen keiner was konnte. Aber auch da sollte der Weg noch nicht zu ende sein. Irgendwie hatte ich mir das mit der „American Culture“ anders vorgestellt, aber wie sagt man so schön: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Und drittens: Wo ist ein knuspriges Vollkornbrot, wenn man es braucht.

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Plötzlich Prinz

Meine Gastmutter hat viele Lebensweisheiten für mich. Eine ist: Wenn es morgens keinen Kaffee gibt, dann kann man auch süße Limonade trinken, weil die so viel Zucker hat, dass man davon auch wach wird. Außerdem haben wir Limonade immer im Haus. Alles, was man irgendwie flüssig zu sich nehmen kann, haben wir in solchen Mengen, dass man einen Kühlschrank dafür braucht, der so groß ist, dass sich zwei ausgewachsene Menschen darin verstecken könnten. Der Saft kommt in der Vier-Liter-Packung und ergießt sich über das Shirt, wenn man ungeübt versucht, ihn zu trinken.

Eigentlich haben wir auch sonst alles im Haus, was wir wollen, weil meine Gastmutter eine einfache Regel hat: Erst einmal wird es gekauft und dann wird überlegt, ob wir es brauchen. Das führt zwar nach einer Zeit dazu, dass der ganze Keller voller Spielsachen für den kleinen Jungen ist, der eigentlich einen Logopäden bräuchte, und der immer nur zwei Minuten glücklich mit dem Neuen ist, aber das fällt irgendwie keinem auf. Manchmal sagt sie mir auch, dass sie ein Kleidungsstück erst einmal zu Hause anprobieren will, was sie dann nicht macht. Denn wenn wir aus dem Riesensupermarkt wieder da sind, sagt sie, dass es ihr nicht mehr gefällt und dass sie es in den Keller bringt und dann irgendwann zurück.Später. Ich sollte mal anrufen, wann dieses Irgendwann ist. Mein Gastvater muss so alle möglichen Nebentätigkeiten machen und mit den Augen rollen. Ich rolle auch die Augen, aber aus anderen Gründen.

Ich komme in der Schule sehr gut mit (eigentlich bin ich das, was man einen Streber nennt, ohne wirklich viel zu tun. Aber irgendwie habe ich bei den meistens Tests 103-106% – ich bin kein Mathelehrer, aber das überrascht mich dann doch irgendwie). Andere, die es nicht so gut schaffen, bleiben nach der Schule, das Labor zu putzen und bekommen dafür Punkte auf ihrem „Progress Report“. Das ist so was wie ein Live-Stream des Zeugnisses, auf dem man zu jeder Zeit sehen kann, wo man gerade steht. Wenn man gerade auf einer B+ steht (also einer 2+) und zwei Mal die Hausaufgaben nicht macht, heißt das ganz schnell, Extraschichten im Labor schieben. Ich weiß nicht, ob sich schon mal jemand bis zur Eins geputzt hat, aber wundern würde es mich nicht.

 

 

IMG_0658Irgendwann fängt die Baseball-Saison an und alles ändert sich. Erst einmal werden alle aussortiert, die den Ball nicht mit einem Handschuh fangen können. Natürlich bin ich auch dabei, aber plötzlich hat einer der Coolen die Idee dem „German Guy“ zu zeigen, wie man Baseball spielt. Und als auch der Trainer alias Burger-frühstückender-Mobbing-Lehrer nichts dagegen hat, wache ich am nächsten Tag auf und bin plötzlich Prinz.

Die böse Seite der Macht

Konkret bedeutet das: An der Schule, an der mich bis zuletzt eigentlich keiner kannte, an der die Menschen noch nicht einmal fragten, wie es so geht (was schon nichts Besonderes ist, weil sie dann nicht wissen wollen, wie es einem geht) und die Lehrer den einen oder anderen Witz auf die Kosten des „German Guys“ gerissen hatten (außer unser Geschichtslehrer, der irgendwann merken musste, dass ich mit ein paar mehr Vokabeln Entgegnungen auf ihn niederprasseln ließ, die ihn in keinem guten Licht stehen ließen), also eben an der Schule, an der ich ein Niemand war, kehrte sich mit Eintritt in das Baseball-Team alles um. Früh am Morgen kamen Mädchen aus unteren Klassen zu mir und fragten mich, wo genau ich eigentlich her bin (Ist das in der Nähe von Australien?), die Coolen grüßten mich und die anderen zogen ehrfürchtig an mir vorbei. Und ich dachte, das sei nur in amerikanischen Filmen der Fall. Nein, wenn man im Baseball-Team ist, gehört einem die Welt. Die ist zwar sehr klein (unsere Schule hatte nur etwa 300 Schüler), aber immerhin. Man war wer. Und wenn Spiele unseres Teams stattfanden – der Bellevue-Tigers – war die ganze Schule geschmückt mit rieseigen Tigern und die Cheerleader bereiteten sich auf ihren großen Auftritt zwischen den Spielen vor – und zwar meist direkt neben dem Trainingsfeld, was den einen oder anderen Spieler zuweilen etwas unkonzentriert werden ließ.

Ich schreibe natürlich „unser“ Team, wobei mein Beitrag nicht besonders groß war. Es gibt im Baseball eine Position, auf die man eigentlich auch einen blinden Opa stellen könnte, weil der Ball sowieso nie dorthin kommt. Der „Right-Outfielder“. Allein die Physik des Schlages macht es so gut wie unmöglich, dass der Ball sich einmal dorthin verirrt. Das war meine Position. Aber immerhin: Bei unseren Siegen stand ich auf dem Feld. Also, wenn wir gewonnen hätten, was meistens nicht so der Fall war, weil die anderen Schulen, die über 1500 Schüler hatten einfach die bessere Auswahl hatten – und nebenbei wahrscheinlich keine deutschen Austauschschüler mit in ihr Team lassen mussten.

Das alles machte aber nichts, da ich ja nun cool war. Das heißt: Als ich mich eines morgens auf den Lunchtable der Halb-Coolen setzen wollte, wurde ich von einem Teammitglied in die Mitte gezogen und ab da saß ich dann da bei den wirklich, richtig Coolen. Ich konnte mir sogar erlauben, den einen oder anderen Spruch anzubringen. Da hatte sich das „Right-Outfield“ wirklich gelohnt. Was ich dann allerdings gesagt bekam, freute mich weniger: Nun, da ich im Team sei, sollte ich nicht mehr mit den Weirdos rumhängen, also denen, die sich mit mir eingelassen hatten, als ich keinen kannte. Das würde man nicht so gerne sehen. Und so ließ ich sie, meine Moral und mein Gewissen links liegen – immer noch einer der beschämendsten Momente meiner Jugend.

Nur nicht nach oben

Ansonsten waren die Jugendlichen in Amerika natürlich vor allem eins: Jugendlich. Sie trafen sich, rauften sich, fluchten (wobei: Amerikanische Jugendliche haben es echt drauf, erst nach der Schule zu fluchen; wenn man es nämlich in der Schule macht, wird man schnell mal suspendiert, was, positiv formuliert, bedeutet, dass man frei hat. Negativ formuliert heißt es, dass man so viele Punkte verliert, dass man einige Wochen dableiben muss, um das Labor zu reinigen) und hatten Freund und Freundinnen. Also zumindest theoretisch. Denn während man hier mit 16 schon Auto fahren durfte (was meine Nachbarin auch tat und mich, nachdem sie ihren zwei Jahre alten Sohn in den Kindergarten gebracht hatte, mit in die Schule brachte), war das mit der Freundin oder dem Freund eher unpraktisch. Das erfuhr ich, als ich mit meiner damaligen Freundin nach Hause kam und meiner Gastmutter sagte, dass ich ihr gerne, zusammen mit ihrem Bruder mein Zimmer zeigen wollte. Keine Chance. Beim Zeigen des Zimmers, so die Theorie, könnten ja Kinder gezeugt werden. Da konnte man nichts machen. Und während ich mich noch fragte, wie man es schaffen sollte, diesen Akt auf einer 12 stufigen Treppe in Anwesenheit des Bruders zu bewerkstelligen, wurde meine Freundin auch schon wieder rauskomplimentiert. Das war insofern erstaunlich, als dass meine Gastmutter mich ihrerseits mit den intimsten Geständnissen aus ihrer Jugend malträtierte. Aber daran starb ich nicht. Mehr als das Brot und die Freiheit, anderen Menschen meine Behausung zu zeigen, vermisste ich allerdings etwas anderes…

Das Recht auf freie Unmutsäußerung

Meine Gastmutter konnte am Telefon ein Engel sein. Sie surrte die freundlichsten Komplimente in engelsgleicher Höhenlage durch den Äther und hüpfte in freudigem Ton von einer Nettigkeit zur anderen. Dann legte sie voller Grazie und Sympathie auf und brüllte: „Bitch!“ Wie es ihr möglich war, innerhalb einer so kurzen Zeitspanne so schnell von Dr. Jakyl zu Mr. Hyde zu wechseln, ist mir immer noch nicht ganz klar. Aber sie schaffte es. Früher oder später kommt man gerade als Deutscher dann auch an einen Punkt, an dem man die Amerikaner (vorschnell) oberflächlicher Nettigkeit bezichtigt und die Amerikaner einen (auch vorschnell) der typischen deutschen Strenge, ja Grobheit bezichtigen. Beides ist im Grunde genommen falsch. Das erkennt man aber erst dann, wenn man als Deutscher weiß, dass nicht jeder Amerikaner, der einen fragt, wie es einem geht („How are you?“), wissen will, wie der Tag so war. Nach einer typischen deutschen Antwort ist der Amerikaner schon weitergezogen und grüßt den nächsten, den er trifft, mit derselben (Schein-)Frage. Auf der anderen Seite denken sich viele Deutsche, wenn sie in Amerika (oder in England sind), nicht viel dabei, wenn sie bei einer Meinungsverschiedenheit ein einfaches „Nein!“ einwerfen und dann ihre Meinung begründen. Je nachdem, mit wem man es zu tun hat, ist das eine Todsünde. Aber das weiß ich natürlich nicht. Ich schlurfe die Treppe herunter, habe gerade geschlafen, bin schlecht drauf und zeige das auch und werde prompt von meiner Gastmutter gefragt, was denn sei. Ich bin eben schlecht drauf, sage ich und bekomme die einfache Antwort, dass ich doch bitte wieder hoch gehen soll und erst wieder runterzukommen habe, wenn ich wieder fröhlich bin. So einfach kann es sein. Und so schwer.

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Mittlerweile war ich zumindest an einem wichtigen Punkte: Ich dachte, träumte und redete nur noch in Englisch – und machte damit alle Menschen, die ich in Deutschland anrief wahnsinnig.

Das habe ich nicht gemeint

Andrerseits machten mich meine Mitmenschen auch wahnsinnig. Und das vor allem, wenn es um zwei Dinge ging: Deutschland und Ironie (denn damals wusste ich noch nicht, dass beides irgendwie zusammen hängen könnte). Der erste Teil, also Deutschland, fing an eine Rolle zu spielen, nachdem ich offiziell gesellschaftlich akzeptiert worden war – also im Baseball-Team eine untergeordnete Rolle spielte. Es gab einfach genug Zeit, den „German Guy“ auszuquetschen, da jeden Tag nach der Schule erst Training und danach Kraftraum anstand (Das machte insgesamt jeden Tag etwa drei Stunden Training, was mir damals nicht komisch vorkam).

Also fragte man mich die Dinge, die man unbedingt wissen muss: Ob Hitler noch lebt (Bitte was?), wie ich Hitler so generell finde (welche Antwort wird denn da erwartet?), ob wir Kühlschränke hätten und Autos und vor allem, welche Sprache wir sprechen würden.

Am Anfang dachte ich ja noch, das ist ein Scherz, aber als ich mir bei den Fragen die offenen und interessierten Gesichter anschaute, die vor Spannung zu platzen schienen, war mir klar, dass dem nicht so war. Nun bin ich einfach nicht die Person, die da den Elfmeter nicht annehmen kann und dachte, ich mache den einen oder anderen Scherz: Autos? Nein, wir reiten noch auf Pferden. Sprache? Russisch natürlich. Und so weiter. Das Problem, das mir erst später aufgefallen ist, war, dass keine so recht die Ironie verstand, die dahinter war.

Wirklich klar wurde mir dies überhaupt erst in einer Situation in der Englisch-Literatur-Klasse.

Unsere in die Jahre gekommene Englischlehrerin, die nette, aber auch chronisch verzweifelte Frau mit dem unglücklichen Namen Mrs. Gay (Also in etwa Frau Schwul) kam mal wieder in einem ihrer Zweiteiler in die Klasse, pink, mit dicken Ohrringen, einer Prinz-Eisenherz-Pottschnitt-Frisur und zu viel Make-Up auf dem Gesicht. Daraufhin dachte ich, die ironische Anmerkung machen zu können, die dann folgte. Ich beugte mich herüber und flüsterte: „Hey, Mrs. Gay looks hot today, doesn’t she?“ (Also in etwa: Sie sieht heute aber scharf aus). Und die Hölle brach los. In voller Lautstärke meinte mein Nachbar in der Klasse herumschreien zu müssen, was ich ihm gerade „anvertraut“ hatte, so dass ich den Rest der Stunde damit zu tun hatte, die anderen zu beruhigen und ihnen mein Konzept von Ironie zu erklären.

Ich sage bewusst „mein Konzept“, da ich erst später wusste, dass sich das auch unterscheiden kann. Denn wie sich später herausstellte, war für meine Klassenkameraden Ironie, wenn man erst lachte, dann mit den Augen rollte, dann etwas Unpassendes sagte und dann wieder lachte und mit den Augen rollte. Mein Konzept von Ironie dagegen schloss nichts davon ein. Die Folge war, dass wir einen Schritt aufeinander zugingen: Die anderen Schüler passten genau darauf auf, wann ich Ironie benutzte und ich passte darauf auf, zu erklären, wann was Ironisches kommen würde. Ich hatte das, als ich verplant im Flugzeug zwar nicht gedacht, aber schon damals wurde mir immer mehr klar, was ich eigentlich meinte, als ich dem unfreundlichen Typen gesagt hatte:

„I want to get to know the American culture.“

F-Worte und Terroristen

Während ich also englischer Literatur damit beschäftigt war, die deutsche Ironie zu erklären, war ich in den anderen Fächern zunächst auf verlorenem Posten. Klar, wenn man in Biologie über das „endoplasmatic riticulum“ reden und schreiben muss, dann ist das so eine Sache (noch schlimmer waren am Anfang Referate. Ich erinnere mich, dass ich ein Wort falsch aussprach. Als die Lehrerin verstand, dass ich aus Deutschland war, sollte ich dann das, was die anderen sagten, auf Deutsch übersetzen. Weil ich das aber a) nicht konnte und b) mich sowieso keiner verstand, machte ich aus dem Biologie-Vortrag eine Geschichte über den Wunsch nach Hause in die Badewanne zu gehen – und wurde bewundernd angeschaut. Danach offenbarten mir einige, dass sich Deutsch so anhörte, wie ein missglückter Versuch während jeden Wortes zu spucken. So hatte ich das noch nicht gesehen.).

Aber auch Biologie und Chemie kriegt man nach einer Weile hin.

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Schwieriger war es, in den Kopf zu bekommen, wann und wie man fluchen konnte und durfte. Jedes amerikanische Kind schien eine Schranke im Kopf zu haben, die ihm sagte, wann man nun das F-Wort benutzen konnte (also zum Beispiel keinesfalls in der Schule, denn dann würde man vom Unterricht suspendiert) und wann nicht. Meine amerikanischen Klassenkameraden konnten schneller wechseln als Lucky Luke schießen kann. Erst hörten sie sich charmanter an, als Prinz Charles, dann klingelte es und man musste den Sinn der Wörter herausfiltern, die nichts mit dem F-Wort zu tun hatten.

Als ich einmal ein „Shit happens“ von mir gab, rannte die Lehrerin auf mich zu und drohte, mich zu suspendieren. Das bedeutet eigentlich nur, dass man nicht mehr in die Schule darf. Klar, eigentlich eine gute Sache in dem Alter, nur wenn jedes Fitzelchen, das man tut, in einem Report steht, hat man unter Umständen schon nach einer Woche ein Problem. Es geht aber auch noch schlimmer.

Nachdem in der Biologie-Klasse von der angsteinflößenden Lehrerin eine Aufgabe verteilt worden war, die meine Gruppenmitglieder statt in einer Woche (wie ich kleiner Streber) am Anfang der Stunde machen wollten – was mich damals mehr als aufregte, bekamen wir unsere Ausarbeitungen wieder. Als ein Mitglied aus dem Orchester sein Blatt wieder bekam, sagte er: „O my God. I’m gonna kill you all.“

Natürlich war das nichts, was man am besten in einer solchen Situation sagen sollte, aber die Reaktion war trotzdem schauderhaft. Es waren gerade erst ein paar Monate nach dem Massaker von Columbine vergangen und alles, was mit schießen und Schule zu tun hatte, erregte die Gemüter. Die Lehrerin sorgte dafür, dass alle unterschrieben, was sie gerade gehört hatten. Ich tat damals so, als habe ich es nicht mitbekommen. Das konnte man mir abnehmen.

Kurz danach wurde der Junge von der Schule geschmissen. Shit happens.

Gute Arbeit 

Deutsche tendieren ja dazu zu nörgeln. Wenn mal jemand im Arbeitsumfeld mit strahlendem Gesicht auf dich zukommt, dann deshalb, weil jemand – ausnahmsweise – ein Lob übrig hatte (und hier in Deutschland muss man meist damit haushalten, als habe man nur 100 im ganzen Leben zur Verfügung).

Nicht aber in Amerika. Im Sport, im Unterricht, egal, wo man war. Das Lob, was man am meisten hörte, war ein lautes, langgezogenes: „Good job!“ (also so etwas wie: Gut gemacht, gute Arbeit, super.) Wenn es eine Sache gab, die ich besonders vermissen würde, als ich zurück in „Good Old Germany“ war (neben der guten Laune der amerikanischen Bedienungen, die Lächeln als Aufgabe des Jobs sahen – was es verdammt nochmal auch ist), war es die Bedeutung des Lobes. In Deutschland würde man dazu wahrscheinlich Rückmeldekultur sagen, ein Wort, das den ganzen Schrecken ausdrückt, den es auf manche Deutsche ausübt.

Vorurteile – Nachurteile

Auch in der weiteren Zeit, die ich zum Großteil mit einer weiteren Austauschschülerin, dieses Mal aus Ecuador, verbrachte (was zu einigen hitzigen Gesprächen rund um den Stierkampf führte), erlebte ich immer wieder Dinge, die ich erst später genau einordnen konnte. Ich sah Nachrichtensendungen, in denen Generäle erklärten, welches Ziel als nächstes angegriffen werden sollte (Kosovo-Krieg) und von den Opfern sah ich nichts. Ich sprühte meine Mikrowellen-Kartoffel mit Butter-Spray ein, ging zu einer Party, die mir zu zeigen schien, wie viel besser und entspannter ist es ist, mit 16 ein Bier trinken zu können (ohne es aus Angst und um der Anerkennung willen herunterschütten zu müssen), erkannte zudem, warum es heißt, amerikanisches Bier sei der erfolgreiche Versuch, Wasser zu verdünnen, verstand plötzlich die Musik, die im Radio kam und verstand umso weniger, wie man diese dann immer noch hören und ernst nehmen konnte und versuchte die Schule zu meistern, ohne im Labor Chemiegläser zu putzen. Oder die Monitore des Computerraums (das Konzept eines Raums, in dem „Neue Medien“ standen, war damals an meiner deutschen Schule sehr fremd). Irgendwie war nach einer Zeit alles irgendwie normal. Nur dass man nach einer bestimmten Zeit weiß, wie unterschiedlich dieses „Normal“ sein kann.

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Am besten lässt sich dies dadurch erklären, was passierte, als mein Vater kam, um mit mir noch nach Florida zu fahren und New York anzuschauen. Er sprach mich direkt (welch deutsche Zumutung) darauf an, wie dick mein Gastbruder sei – er war doch gerade erst hier. Ich war offiziell sauer. Klar, man konnte weniger essen, aber dick? Dick war das noch lange nicht. Erst nachdem ich nach Deutschland zurückgekehrt war und mir nach einigen Jahren die Bilder anschaute, musste ich zugeben, dass es in der Tat noch eine nette Umschreibung war, den kleinen Jungen dick zu nennen. Aber warum war das so? Hatte ich nicht dieselben Augen, die ich hatte, bevor ich nach Amerika gegangen war?

Spulen wir dafür ein wenig zurück. Meine Gastmutter war damals das, was man bei uns als wohlgenährt bezeichnen würde, wenn man nett ist (kein Wunder, man erinnere sich an die Light-Cola und das King-Size-Menü). Auf der anderen Seite hatte sie eine Freundin, die so dick war, dass eines ihrer Beine (auf denen verschiedenfarbige Stellen waren, die sich entzündet hatten) einen größeren Umfang als meinen Bauch hatte (zumindest am Anfang, denn nach einem halben Jahr hatte auch ich zehn Kilogramm zugenommen). Am schlimmsten jedoch war (und ich wünschte, ich könnte dieses Detail auslassen): Wenn sie da war, dann roch das Sofa komisch. Kein Wunder: Sie konnte sich nicht mehr richtig waschen, da sie einfach nicht mehr überall hin kam. Damals wie heute würde ich nicht sagen, dass dies „normal“ war – oder um es besser zu formulieren: gesund. Was ich aber eigentlich sagen will, ist: „Normal“ gibt es nicht. „Normal“ ist gemacht. „Normal“ ist das, was wir denken, das normal sein muss, weil wir täglich davon umgeben sind. Diese Erkenntnis kann man nur im Ausland machen.

Dies betrifft auch die Nutzung des Autos. Eine Slapstickeinlage wer war die Ankündigung meiner Gastmutter, dass wir nun zusammen ihre Freundin besuchen würden, die in der Nachbarschaft wohne. Ich wunderte mich zwar leicht, wie groß die Nachbarschaft den sei, stieg aber ein. Das Auto wurde angelassen, wir fuhren, standen und waren da. Denn wir es sich herausstellte, wohnte ihre Freundin drei Häuser weiter. Damals war ich zu perplex, etwas zu sagen.

Das tat ich dann allerdings, als ich meiner Gastmutter mitteilte, dass mein Vater und ich uns nun gehend das Städtchen anschauen würden. An ihrem Gesicht konnte ich erkennen, dass sie verwirrt war. Aber mit einem kleinen kulturellen Verweis ging es dann wieder: „We are Germans, we walk.“

„Jaja – die Amerikaner!“ 

Vieles von dem, das ich hier in einer kurzen, Jahre zurück liegenden Retrospektive schreibe, scheinen die Vorurteile zu bestätigen, die man von „den Amerikanern“ hat. Sie sind dick oder treiben exzessiv Sport. Sie sind oberflächlich und akzeptieren nicht, wenn man schlechte Laune hat. Sie sind einseitig, wenn es um Krieg geht. Sie unterteilen schon in der Schule in gut und schlecht. Und so weiter und so fort.

Uns so konnte ich, als ich aus den Staaten wiederkam, mir auch von jedem, dem ich ein wenig erzählte hören: „Jaja, die Amerikaner!“ Und das in einem Ton, der klar machte: „Ich habe es doch schon immer gewusst.“

Und dann kamen die genüsslichen Nachfragen und die konsternierten Urteile: „Was? Die Amerikaner wussten nicht, wo Deutschland liegt? Sind die doof?“ Und so weiter. Am Anfang dachte ich noch, dass ich vielleicht miteinsteigen würde, aber schnell ging es in eine andere Richtung. Ich fragte zurück, wo in Amerika der betreffende denn war, dass er sich dieses Urteil über 315 Millionen Menschen, die auf fast 10 Millionen Quadratkilometern verteilt leben, erlauben konnte? Wo denn Michigan liegt? Wo North Carolina? Was denn der Unterschied sei, zwischen Stadt- und Landbevölkerung? Und vielleicht dem Westen und dem Osten? Oder dem Süden und dem Norden?

Und während ich dabei war, mich zu rechtfertigen und mich gegen die Vorurteile zu wehren, die man hierzulande so gegen „die Amerikaner“ zu haben pflegt (und bei denen selten klar wird, welche Amerikaner eigentlich gemeint sind), wurde auch mir klarer, dass all die Erfahrungen, die ich gemacht hatte, sich auf ein ganz bestimmtes Amerika bezogen.

Eine ländlich geprägte, dörfliche Region des Südens mit einer der kleinsten Schulen des Bezirks. Das ist nicht schlimm. Ganz im Gegenteil. Es heißt aber auch nicht, dass ich nun die „amerikanische Seele“ oder die „amerikanische Kultur“ kennen würde. Einen Teil, ja, aber eben auch nur einen Teil.

Ich, beide und sie

Was ich kennenlernen konnte, war mich selbst. Auch nur einen Teil, aber einen Teil, von dem ich gar nicht wusste, dass es ihn gibt. Vielleicht gibt es Menschen, die ins Ausland gehen, die schnell wissen, was es ihnen „gebracht“ hat (und zwar fernab davon, in seinem Portfolio einen weiteren Punkt im Lebenslauf zu haben, mit dem man sich bewerben kann). Vielleicht gibt es diejenigen, die lange brauchen. Aber eins ist sicher: Ein halbes Jahr oder ein Jahr in einer fremden Kultur weitet den Blick – und zwar auf sich selbst und auf die eigene Heimat.

Mittlerweile benutze ich kein Butterspray mehr. Ich spiele auch kein Baseball. Und wenn ich Nachrichten schaue und lese, versuche ich meist, das ganze Bild zu verstehen. Aber eine Sache ist geblieben. Wenn jemand meint, erklären zu müssen, was normal ist, dann denke ich an den unfreundlichen Typen im Flugzeug und wie er mir sagte, dass Amerikaner keine Kultur haben.

Es gibt nur diejenigen, die meinen, dass ihre Sichtweise die richtige, die normale ist. Und diejenigen, die in alle Richtungen schauen und wissen:

Normal gibt es nicht.

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Habt ihr selbst Interesse, ins Ausland zu gehen? Hier könnt ihr euch informieren.

 

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4 Kommentare zu BERICHT: Ein weiter Blick zu sich selbst: Ein Auslandsjahr in den USA

  1. Pingback: Curriculum Vitae | Bob Blume

  2. Pompeji sagt:

    War spannend deinen Bericht zu lesen! Vor allem, weil ich so Vieles wiedererkannt habe. Wenn ich das richtig sehe, waren wir im selben Jahr in den USA – wenn auch in verschiedenen Staaten.
    Labor putzen für gute Noten, konnte man bei uns nicht. Allerdings hab ich das auch erlebt, dass man innerhalb einer Woche von A auf ein C purzeln kann. Hausaufgaben zählen so verdammt viel dort. Und ich saß jeden Tag bis zu 3 Stunden dran.
    Anders war es auch, jeden Tag den gleichen Stundenplan zu haben und die Trimester bzw. viel häufigeres Feedback zum aktuellen Stand. Mir hat es z.B. geholfen unglaublich große Lücken in Französisch aufzuholen, sodass ich nach meiner Rückkehr plötzlich zwei Noten besser war.
    Also insgesamt empfinde ich es als unglaubliche Bereicherung einmal über einen längeren Zeitraum ein komplett anderes Schulsystem/eine andere Kultur/anderes Selbstverständnis kennen gelernt zu haben.
    Wie schön, dass mir dein Bericht das noch einmal so verdeutlicht hat.

  3. Herr Rau sagt:

    Wow, danke für den spannenden Einblick. Ich kenne amerikanische Schulen (ganz generisch) ja nur aus Film und Literatur. Aber das man hinterfragt, was normal ist, wenn man mal länger weg war, das kenne ich aus England auch.

    • Bob Blume sagt:

      In England war ich zum Studieren. Allerdings war ich da schon eignes älter. Die Eindrücke aus Amerika waren damals sehr wirkungsvoll, weil ich ohne jegliche Vorstellung war. Könnte mir vorstellen, dass das in England bei dir auch so war.

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