Leerer Lehrer

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Zeichnung: @Barfussprinzess

Würde ich meine momentane Verfassung in eine Motivationskurve packen, tangierte diese wohl die Nulllinie. Ich weiß nicht, ob mein Arbeitspensum an das von Herrn Mess reicht, der ja jüngst zeigte, wie man schnell mal auf eine 60-Stunden-Woche kommt, aber für mich reicht es auch so. Das merke ich sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schule.

Die letzten paar Wochen waren nämlich für mich sehr zufriedenstellend. Ich hatte das Gefühl, dass mein Unterricht sehr strukturiert und trotzdem „unterhaltsam“ und lehrreich war. Ich konnte zudem auf meine Planung bauen, die dafür sorgt, dass ich nach den Osterferien außer einem Brocken keine größeren Hürden mehr zu überspringen habe. Aber der Grund dafür ist auch derselbe, warum ich langsam an der Nulllinie kratze.

Die Faschingsferien habe ich durchkorrigiert, danach ging es direkt weiter mit der Vorbereitung für den Abschluss. Konzentration und Hochspannung – so langsam ist es eine ausgeleierte Gummipalme.

Ich merke dies immer schnell an zwei Indikatoren: erstens bin ich gereizter, was natürlich auch die Schüler spüren. Zweitens bin ich sowohl zuhause als auch in der Schule nicht so kreativ wie sonst. Und das wiederum nervt und macht mich gereizter. Woran sich das äußert?

Letzten Donnerstag war das erste Mal seit längerer Zeit, das mir einfach nichts eingefallen ist für eine schöne Stunde. Dieses Rumsitzen und Rumgrübeln nervt. Und dann noch der Blog, das Schreiben. In guter Zeit fließen die Ideen und ich bin zufrieden (egal, ob es gelesen wird oder nicht, denn meine Lieblinge, die literarischen Texte sind jetzt nicht so der Renner). Auch in schlechter Zeit fließen die Ideen, getragen von sublimer Melancholie zwar, aber immerhin.

In Zeiten wie diesen holpert es wie eine Kutsche über steinige Wege. Und ich stoße immerzu mit dem Kopf gegen die Decke. Verdammter Kutscher.

Ich freue mich auf die Ferien, um aufzutanken, wie man so schön sagt. Denn gerade bin ich einfach nur ein sehr leerer Lehrer.

P.S. Findet ihr Fehler? Wenn ja, wundert euch nicht. In letzter Zeit bin ich nämlich auch schludrig und fahrig.

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Ein Kommentar zu Leerer Lehrer

  1. retemirabile sagt:

    Solche Zeiten gibt es. Zwei Anmerkungen:

    Letzten Donnerstag war das erste Mal seit längerer Zeit, das mir einfach nichts eingefallen ist für eine schöne Stunde.

    Ich halte es für falsch zu erwarten, dass man auch in Zeiten mit hohem zusätzlichen Arbeitsaufkommen IMMER »schöne« Stunden planen und halten muss oder könnte. Ich habe irgendwann meinen Frieden damit gemacht, dass ich mich zwar immer bemühe, mir kreative und motivierende Stunden auszudenken, dass es aber immer auch die »fallback«-Lösung »normale Standardstunde« gibt, wenn mir nach vertretbarem zeitlichen Aufwand nichts Kreatives einfällt. Das können Schüler meines Erachtens gut ertragen, wenn sie merken, dass es nicht dauerhafte Faulheit ist.

    Und dann noch der Blog, das Schreiben. In guter Zeit fließen die Ideen und ich bin zufrieden […] In Zeiten wie diesen holpert es wie eine Kutsche über steinige Wege.

    Wenn ich Dich richtig verstehe, siehst Du Dein Blog als Entspannung/Ausgleich. Gleichzeitig hast Du eine gewisse Erwartung, dass hier regelmäßig Artikel erscheinen sollen/müssen. Auch das kannte ich – auch das habe ich abgelegt. Es hat mich früher frustriert, wenn ich nicht regelmäßig bloggen konnte oder wenn Ideen rumdümpelten ohne ausgeformt und veröffentlicht zu werden. No more. Ich sehe mein Blog ebenfalls als Ausgleich/Hobby/Entspannung – aber daneben gibt es inzwischen noch eine Menge anderer Dinge, die eine ähnliche Funktion haben. Und wenn ich merke, dass Schreiben gerade nicht gut von der Hand geht, dann lese ich eben (»noch etwas Energie übrig«) oder schaue sogar eine Doku (»kaum noch Energie übrig«) – und habe dabei inzwischen NICHT mehr das Gefühl, ich »müsste« eigentlich bloggen.

    So, mein Senf. Your mileage may vary, of course.

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