UNTERRICHT: Grammatik-Becher-Maschine

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Zugegeben: Als Lehrer kann und soll man das Rad nicht neu erfinden. Aber manchmal ist man dann doch glücklich, wenn man mal wieder einen Einfall hat. Hierbei handelt es sich um ein kleines Gimmick für den Grammatik-Unterricht in Fremdsprachen  (Unterstufe). Ich suchte nach einer Form, wie die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse mit ein wenig Spaß die für sie noch schwierigen Formen des Verbs „to be“ üben könnten.

(Ich gebe zu: Ich habe nicht im Internet danach gesucht; falls jemand vor mir auch schon diese Idee hatte, kann er sich gerne melden. Mir geht es nicht um „geistiges Eigentum“.)

Die verschiedenen Satzglieder (hier Personalpronomen als Objekte, Prädikate, Adverbien und Adjektive) können auf Becher geschrieben werden und können so immer an die richtige Stelle verschoben werden. Und wenn etwas falsch ist, kann man es schnell und einfach verbessern und beim nächsten Mal besser machen. Des Weiteren lässt sich das ganze noch ein wenig ausbauen, wie auf dem Bild zu sehen ist, bei dem Adverbien zugefügt wurden.

Vor allem für diejenigen, die schon voll mit digitalen Medien ausgestattet sind, ist dies vielleicht keine Alternative. Ansonsten bin ich gespannt, was die Schülerinnen und Schüler dazu sagen werden und wie es ankommen wird. Was meint ihr?

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UPDATE: Kleiner Erfahrungsbericht

Sehr gespannt kam ich in die 5. Klasse, vor allem, da ich momentan keine Unterstufe habe und gespannt war, wie die Klasse die Grammatik-Maschine aufnehmen würde. Da es für mich wichtig war, dass jeder noch so kleine Schritt nachvollziehbar bleibt, hatte ich den Unterrichtsverlauf in Evernote geschrieben, ein Vorgehen, dass ich sehr häufig durchführe. (Einiges gibt es auch in diesem Video).

Wie ich erhofft hatte, waren die Schüler sehr gespannt und erstaunt über die „Maschine“. Sie waren schneller fertig als erhofft, so dass ich schon schnell einen Schritt weiter gehen und sie selber Sätze „basteln“ lassen konnte. Dort, wo Fehler gemacht wurden („They is friendly), konnte man sehr schnell eingreifen und an die richtige Stelle drehen.

Da die Schüler sehr schnell „den Dreh raus“ hatten, erschwerte ich die Übung spontan um zwei weitere Herausforderungen. Zum einen durften die Schülerinnen schon zwei Adverbien auf einen neuen Becher schreiben und diesen anfügen, so dass relativ komplexe Sätze entstanden und zum anderen fügten die Schülerinnen Wochentage an den Beginn ein, sodass wir am Ende einen recht komplexen Satz wie

„On Sunday I am very sad.“

sagen konnten. Was besonders schön ist, war, dass den Schülern durch dieses Konzept immer klarer wurde, dass die Wortstellung im Englischen anders ist, da das Verb anders als in einem deutschen Satz, der mit einer adverbialen Bestimmung beginnt, auch weiterhin in V1-Stellung bleibt („Am Sonntag bin ich traurig vs On Sunday I am sad).

Insgesamt war dies – nach dieser ersten Erfahrung – eine gelungene Sache, die einen Mehrwert zu haben scheint, der über die Spielerei hinausgeht. Ich wäre sehr glücklich darüber, über weitere Erfahrungen mit der Methode zu hören, die sich auch für etwas ältere Klassen erweitern lässt.

UPDATE: Inspiriert von dieser Maschine bastelte @Baus_H eine Version, die sich für Terme im Mathematik-Unterricht eignet.

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13 Kommentare zu UNTERRICHT: Grammatik-Becher-Maschine

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  2. Sri Widayati sagt:

    Die Idee finde ich super.Ich bin überzeugt, dass meine Schüler Grammatik mit Spaβ lernen können. Vielen Dank.

  3. hedgehog sagt:

    Ich habe mal so was Ähnliches in Informatik gemacht: Dabei ging es um das ‚Durchsuchen einer Liste nach einem bestimmten Namen‘. Zur Einführung im Grundkurs Inf. 11 habe ich immer die Programmiersprache LOGO benutzt. Die kommt aus der Künstlichen-Intelligenz-Forschung und ist schon über 40 Jahre alt. Besonderheit: sie kann Listen und Wörter verarbeiten. Die Margarine-Becher, die ich für diesen Zweck benutzt habe, stehen noch hinter mir im Regal. Vielleicht haben Sie auch Verwendung für diese Programmiersprache. Sie lässt sich von meiner Web-Site, http://www.logo-spielplatz.de herunterladen.

  4. JuKl sagt:

    Ich finde die Idee auch super…

    Habt ihr zufällig eine Idee, ob man sowas auch irgendwie im Matheunterricht einsetzen könnte? Meine 5. Klasse ist so unmotiviert momentan, da wäre eine lustige Bastelaktion mit einem coolen Ergebnis ein Motivationsschub!
    🙂

    • Bob Blume sagt:

      In Mathematik bin ich (woher der Plural, bin nur eine Person 🙂 nicht so fit. Ich könnte mir aber denken, dass das geht. Vielleicht mit Einer-, Zehner-, und Hunderterstellen. Es folgt wohl aber noch ein Tipp, der sich damit befasst. Einfach nochmals vorbei schauen.

  5. Ellen sagt:

    Die Idee finde ich super, die kann ich auch für meine 7er noch locker nehmen. Um das Problem der vielen Hände zu lösen, könnte man (wenn man eh schon gerade bastelt) Schaschlik-Spieße durch die Böden tun und zur Verhinderung des Verrutschens Knet-Kügelchen nehmen. Oder?

  6. Ellen sagt:

    Die Idee finde ich super, die kann ich auch für meine 7er noch locker nehmen. Um das Problem der vielen Hände zu lösen, könnte man (wenn man eh schon gerade bastelt) Schaschlik-Spieße durch die Böden tun und zur Verhinderung des Verrutschens Knet-Kügelchen nehmen. Oder?

  7. FrAumüller sagt:

    Das klingt gut. Zur Wiederholung sicher super, werde ich mal ausprobieren. Und vielleicht auch für have got und has got…

    • Bob Blume sagt:

      Ja, ich denke, wenn das gut klappt (d.h. dass auch ordentlich gearbeitet wird), dann kann man sicherlich verschiedene Verben und Phrasen damit üben.

  8. Herr Rau sagt:

    Gefällt mir auch gut. Ich hatte schon mal Plastik-Hexagon-Stangen,die man rotieren und neben einander legen kann, aber die Becher sind lustiger. Man braucht vermutlich viele Hände, um so einen ganzen Satz zu jonglieren, aber ds wäre ja auch kein Nachteil. Und enaktive Erfahrung, mit so einem Dingens in der Hand, ist manchmal der digitalen überlegen.

  9. Wow, eine wirklich geniale Idee! Da kann man durchaus noch ein Becher-Set „Relativsätze“ einbauen …

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