LITERATUR: Augenblicke

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Foto: Thomas Clemens
 

Während er am Fenster saß, um den schnell vorbei gehenden Menschen hinterher zu sehen und sich zu überlegen, was wohl ihre Geschichte, ihr Leben ist, überkam ihn ein ums andere Mal diese wohl bekannte Angst, die nur Menschen haben, die alle Ängste ausgeschaltet haben und denen nur diese Befürchtung bleibt, dass das alles viel weniger war, als sie sich vorgenommen hatten, als sie selbst heraus gingen in die Welt, die voller Abenteuer auf sie gewartet hatte und plötzlich kam er sich ganz und gar unglücklich vor in seinem abgetragenen Jogginganzug, seiner fettigen Frisur und seiner unreinen, von Pickeln zerfurchten Haut, die ihn als Abbild seines Lebens daran erinnerte, was alles an ihm vorbei gezogen und in ihn eingedrungen war, ohne dass er sich hätte wehren können und er erkannte, dass er alles hinter sich lassen müsste, um wieder ein glückliches Leben zu führen.

Dann schaute er wieder aus dem Fenster.

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