UNTERRICHT: Das perfekte Argument – Abschlussprüfung Realschule 2013

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Zugegeben: Die Überschrift ist eigentlich eine Irreführung. Denn ein perfektes Argument gibt es nicht. Es gibt nur Argumente, die zielführend, informativ und überzeugend sind. Das folgende Beispiel ist dies alles nicht (obwohl es alle drei Teile hat): 

Lehrer und Schüler sollten nicht auf Facebook befreundet sein. Dies ist deshalb so, weil man auf die Daten achten muss. Sagt ein Lehrer einem Schüler beispielsweise seine Note, sind die Daten nicht sicher.

Anders bei folgendem Beispiel.

Geht es um die Frage, ob Lehrer und Schüler bei Facebook befreundet sein können, muss vor allem das Thema Daten berücksichtigt werden. Die Sicherheit der Daten kann im Internet im Allgemeinen und bei Facebook im Speziellen nicht gewährleistet werden. So schaffte Facebook im Jahre 2012 die Mitbestimmung über die Daten ab, was bedeutet, dass die Nutzer keine Rechte mehr über Daten haben (1). Da auch Facebook Geld verdienen will, sind die Kundendaten die Werbung. 2012 verdoppelte Facebook seinen Gewinn mit der Werbung auf 1 Milliarde Dollar (2). Kann man als Schüler oder Lehrer wollen, dass Daten von einem Unternehmen abgegriffen werden? Sicherlich nicht. Aus diesem Grund sieht auch der Datenschutzbeauftragte des Kultusministeriums, Jörg Klingbeil, die Entscheidung des Verbots als ‚überfällig’ (3). „Personenbezogene Daten“ hätten auf Facebook nichts verloren (4). Dies bedeutet, dass eigentlich nichts, was mit der beruflichen Beziehung von Lehrern und Schülern zu tun hat, auf Facebook verloren hat. Obwohl dieses Argument schwer von der Hand zu weisen ist, gibt es natürlich auch Gegenstimmen, die den Sachverhalt nicht ganz so drastisch sehen.

(1) Haaf, Meredith: Jetzt alle raus aus Facebook. In: NEON – das junge Magazin vom Stern. Ausgabe 2/2013.

(2) Ebd.

(3) Unbekannter Autor: „Facebook-Verbot“ für Lehrer – „weltfremd“ oder „überfällig“?. Unbekannter Ort, unbekanntes Veröffentlichungsdatum.

(4) Ebd.

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