Mein Leben ohne Facebook, Tag 29

 

Nachdem ich schon nach dem ersten Facebook freien Tag einen kleinen Bericht geschrieben hatte, fürchteten wahrscheinlich viele, nun jeden Tag eine kleine Prise Mitleid zu lesen zu bekommen. Ich wahrscheinlich mehr als alle anderen. Nun kann ich sagen, dass es nicht so schlimm ist, wie ich zunächst dachte.

Ein kleiner Überblick:

 

Positive Effekte

  • Ich habe wirklich das Gefühl mehr Zeit zu haben, um zum Beispiel die Zeit zu lesen oder Texte zu schreiben, in denen ich dann darüber schreibe, dass ich mehr Zeit habe.
  • Ich bekomme keine Anfragen mehr zu spielen, was (auch ohne ärztliche Bescheinigung) meiner Gallenblase merklich gut tut.
  • Ich muss mich nicht mehr über rechtsradikale, anti-demokratische, pauschale, nervige oder schlicht blöde Kommentare ärgern. Wenn ich das will, gehe ich kurz auf Youtube.
  • Ich werde nicht mehr zu Festen eingeladen, bei denen ich denke, dass ich doch nur eingeladen werde, weil ich auf irgendeiner Liste einer Bekannten eines Freundes stehe.

Negative Effekte

  • Ich habe festgestellt, dass es tatsächlich Facebook-Freunde gibt. Sie müssen nicht beim Umzug helfen, ich melde mich nicht, wenn ich in der Menopause bin – aber ich fand es immer gut, mich mit ihnen auszutauschen.
  • Ich habe wirklich keine Ahnung über den neuesten Trend im Internet. Falls irgendwann also jemand mit einer Unterhose über dem Kopf durch die Stadt tanzt, werde ich ihn schlicht für verrückt halten.
  • Eigentlich werde ich überhaupt nirgends mehr eingeladen.
  • Manchmal vermisse ich doch dieses wohltuende Gefühl, dass als Glücksempfindung durch den Kopf schießt, wenn in der blauen Leiste eine kleine rote Markierung mit einer möglichst hohen Zahl anzeigt, dass ich mal wieder wichtig bin.

Weitere Auswirkungen

  • Ich hätte es nie gedacht, aber ich schaffe es tatsächlich Glück in meinem Leben zu empfinden, ohne dass ich sehe, wie ein sehr kleiner Hund mit großen, schwarzen, runden Augen zu einem Lied, das eine auf dem Kopf stehende, blinde Schildkröte auf dem Wasser gehend pfeift, mit dem Hinterteil wackelt.

 

P.S. All den Besserwissern, die meinen, dass ich ja eigentlich doch eine Seite habe, sei gesagt: naja, ok. Ne, eigentlich nicht. Noch Fragen?

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2 Kommentare zu Mein Leben ohne Facebook, Tag 29

  1. Simon sagt:

    Ich habe mich vor einiger Zeit auch bei Facebook abgemeldet und das tatsächlich positive, was ich festgestellt habe ist, dass ich wirklich mehr Zeit für andere Dinge habe, was mir vorher gar nicht in der Form aufgefallen ist. Allein dies war es schon wert, sich abzumelden.

  2. Frank Pauly sagt:

    Also, Bob, wir… also das virtuelle „Wir“ des Internets etc……
    also, Ich (das kleine auto-biographisch-limitierte Ich meiner spezifischen psycho-somatischen Biographie) vermissen Dich natürlich auch im unrealen Raum des über-realen Facebook-Kosmos… und bewundern… bewundert Dich, obgleich Ich grad dieser Tage merke, wie ungeheuer wohltuend diese pseudo-gemeinschaftliche Anteilnahme des Netzes sein kann 🙂 Jedenfalls, schreib und denke und dichte weiter in welcher Realität auch immer 🙂

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