Herbst

Es war schlicht kalt. Plötzlich hatte der Wind nicht mehr aufgehört. Er fühlte sich, wie am absoluten Ende seines Wesens. Die tiefen Furchen, die aus seiner Mitte nach außen stoben, hatten längst den Halt verloren. Er fühlte eine Zusammenhanglosigkeit bei den Dingen, an denen er gehangen hatte. Dunkle Schatten von oben und die verheißungsvolle Tiefe unten. Tiefgreifende Veränderungen hatten sich angedeutet.

Zuerst war es der natürlich Kreislauf gewesen. Das Strotzen vor Kraft, das Aussaugen der geworfenen Strahlen. Nichts als Schein und kein Schein mehr. Links und rechts keine helfenden Hände, keiner, der ihm sagte, er solle sich rein hängen. Die pure und endlose Verzweiflung der Jahreszeit.

Ein einziger Gedanke daran, dass es schon vorbei wäre. Nichts ist schwieriger als das abgeschlossene Ende. Das, bei dem es kein Zurück mehr gibt. Ein Blick nach unten und der ewige Mut der einstigen Kraft.

Der Zeitpunkt war gekommen. Keine Verabschiedung, kein Lebewohl, kein tröstender Blick. Nur ein ewiges

letztes

Fallen

zu all jenen, die es auch nicht geschafft haben.

Und dann das Wegkehren und der Wunsch, wieder zu kommen. Vielleicht wieder als kleines und unscheinbares, aber glückliches Blatt im Frühling.

 

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