LITERATUR: Die Hochzeit

 

Dies Gedicht erzählt von jemandem vorm Altar
(Man hört kurz alle Gewehre: ratatatata)
Vereinigt wird nun hier aus wirklich hohem Hause
(Dramatische Pause)
(Dann kurz noch eine kleine dramatischere Pause)

Ein Herr und Edelmann zu einem holden Weibe
(Trotz deren krummen Lächeln das Volk sich doch verneige)
Um zu vollziehn
Was kluger Mann
und stolze Frau
Am besten doch vermeide

Die Farben derer, die sie tragen
(Zur Hochzeit – Pause – tamtaramtamtam)
Wie Glut und Steine kann man sagen
Wenn man nichts andres sagen kann

Wenn beide denken, dass sich’s lohnt
(Was ich jetzt mal denke)
Vergessen ist, dass man uns schont
Verjährt sind die Geschenke

Der Blick wird höflich abgewandt
(Der Atem hat gerochen)
Nach mancher Hochzeit dieser Art
Hat mancher schon gebrochen

Doch dieses eine einzige Mal
Das sind sie wirklich zäh
(Trompetenklang umhüllt den Saal: täterätätä)
Und jeder jubelt ganz benebelt
Es tut auch nichts mehr weh

Und bald schon wieder gehen sie rum
(Dunkle Pause: dumdumdum)
Um uns zu überzeugen
Dass eine andre Hochzeit uns beseelt
Der müssen wir uns beugen

Am Ende ist’s ein hoher Ton
(der klingelingelingt)
Man nennt das dann Koalition
Und weiß nicht, was es bringt

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Ein Kommentar zu LITERATUR: Die Hochzeit

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