ANALYSE: Das neue Abseits

Durch die neue Abseitsregel wird mal wieder alles besser. Zumindest, wenn man es versteht oder die Codes kennt, bei dem Stürmer und Linienrichter schwach werden.

Die neue Abseitsregelung liest sich wie die Instruktionen zum Rettungsschirm. Im Prinzip ist klar, was damit gemeint sein soll, aber die Umsetzung ist dann doch Sache der Auslegung.

Die meisten Menschen, für die Fußball nichts weiter ist als ein beklopptes Spiel, bei dem 22 Beine hinter einem Bein her jagen, können mit dem Begriff Abseits nichts anfangen. Auch gegen Erklärungen sind sie so resistent wie Macho-Männer gegen die Bitte, mal den Müll herauszutragen.

 

Dabei ist es eigentlich so einfach. Wenn der Stürmer einen Pass zugespielt bekommt und dabei näher am Tor steht, als der oder die Verteidiger, ist es Abseits. Diese schon im 19. Jahrhundert entstandene Regel, sollte dafür sorgen, dass die dicken Stürmer nicht einfach vor dem Tor warteten und den Ball einschieben, ohne ein Mindestmaß an Laufarbeit vollbracht zu haben.

Spitzfindige Vollblutstürmer wie der regelmäßig wund gelegene Gomez vom FC Bayern haben es trotzdem geschafft, sich nicht zu bewegen. Aber der ist ja auch nicht dick und hat die Haare schön. Aber wieder zum Thema.

Das Problem, dass sich aus der Regel ergibt, ist das sogenannten passive Abseits. Hier greift der Stürmer zunächst nicht in das Geschehen ein. Wenn dann eine neue Spielsituation entsteht, also zum Beispiel der Abwehrspieler zu doof ist, den Ball wegzuschlagen und ihm den Stürmer vor die Füße legt, darf der Stürmer sich wieder wund liegen und ein Tor schießen. Das ist natürlich blöd für die Abwehrspieler, und damit ist nicht nur Philipp Lahm gemeint, der regelmäßig an der Kante zum Abseits einen Heulkrampf bekommen hat, weil er hohe Bälle unfair findet.

Die neue Abseitsregel ist nun total einleuchtend. Sie besagt, dass passives Abseits nur dann entsteht, wenn der Abwehrspieler einen Fehler begeht, nachdem er das Spiel neu aufbaut. Wenn nun aber der Stürmer, der im Abseits steht, den Ball, den der Verteidiger nicht unter Kontrolle bringen kann, aufnimmt und ein Tor schießt, dann gilt das nicht, weil ja dann der Stürmer wieder aktiv ist. Klar soweit? Mit anderen Worten: der Stürmer muss darauf warten, ob der Verteidiger so bekloppt ist, dass er den Ball hergibt, nachdem er ihn sauber geklärt hat.

Ansonsten hat die Fifa die Stürmer angehalten durch bestimmte Codes dafür zu sorgen, dass der Linienrichter und der Stürmer Bescheid weiß.

 

Die noch inoffiziellen Codes lauten:

1. Den jetzt reinzumachen wäre voll unfair!

2. Gib mir den Ball oder ich schicke dich nach Frankreich vor’s Gericht.

3. Ich weiß, wem du E-Mails schreibst.

4. Spiel ab, oder du spielst nächste Saison bei Hoffenheim.

5. Ich bin dein Vater, Luke!

6. Das ist kein Flugzeug, das ist meine Drohne über dir!

 

Wer sich diese Codes nicht merken kann, muss darauf spekulieren, dass sie Abwehr es mit der Durchlässigkeit von Nachrichten so genau nimmt wie das amerikanische CIA. Obwohl, dann könnte man eigentlich auch ganz auf Regeln verzichten.

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