HUMOR: Unerträgliche Facebook-Nutzer

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Wer kennt sie nicht, die ewigen Frager, Liker, Poster und Kläger. Und das Schlimmste: Wie gehören alle auf die eine oder andere Weise dazu. Hier eine inoffizielle Liste der nervigsten, unerträglichsten Facebook-Nutzer (die man nicht loswird, weil man sie ja doch über irgendwelche Ecken kennt). Der Buchtipp am Ende ist völlig unnötig.

1. Die Heulsuse

Lass mich raten? Dir ist wieder ein Pickel am Hintern gewachsen und du musst es allen sagen? Am besten, du erklärst genau, wie groß er ist, welche Medizin du schon ausprobiert hast und was deine Eltern dazu sagen. Ab fünf Likes fühlst du dich so angestachelt, dass du weitere Gebrechen googelst und diese mitsamt der dazugehörigen Bilder postest. Hättest du wenigstens wirklich mal eine ernstzunehmende Krankheit. Aber das kommt wahrscheinlich doch nicht mehr vor. Muss an deiner Kindheit liegen…

Buchtipp: „Die Leiden des jungen Werther“

2. Das Emo-Kind

Es ist schon klar. Die Pubertät ist sowieso schon kein Zuckerschlecken und dann muss man das Ganze auch noch in der Öffentlichkeit breit treten. Alle können sehen, dass die Bilder der schwarzen Haare nur dann gut aussehen, wenn sie von oben links gemacht wurden und die anderen Kinder sind sowieso alle viel besser in allem. Deshalb postest du Sprüchlein, die andeuten, dass da was im Busch ist, so dass jeder fragen kann, was denn los ist. Hast du die Aufmerksamkeit, zögerst du die Antwort aber so lange heraus, bis es eigentlich keinen mehr interessiert außer vielleicht deinen kopflosen Teddybären.

Buchtipp: The Virgin-Suicides

3. Der Philosoph

Das Schöne an philosophischen Literaturfreaks auf Facebook ist, dass es sie eigentlich nicht interessiert, ob die anderen lesen, was sie schreiben. Du lächelst? Ja, das ist so. Deshalb schreibst du immer mal wieder ein (für dich) lustiges Zitat in deine Statuszeile und denkst, dass die Likes bedeuten, dass sie irgendeiner gelesen bzw. verstanden hat. Aber immerhin denkst du, und das ist ja das Wichtigste.

Buchtipp: Shades of Grey

4. Der politisch (Über-) Motivierte

Du möchtest gerne, dass alle teilhaben an dem Leid – nein, an deinem Leid – dass die Welt jeden Tag aufs Neue heimsucht und lässt deshalb nicht ab, alles, was die Menschen egal wo auf der Welt bedrückt, mit einem langen, moralisch einwandfreien Zitat zu kommentieren und aufzufordern, etwas dagegen zu unternehmen. Auf die Idee, mal deinen eigenen Hintern zu bewegen, kommst du nicht. Dazu kommst du aber wahrscheinlich auch nicht, weil du viel zu sehr damit beschäftigt bist, im Internet nach neuen skandalösen Ungereimtheiten der Menschheitsgeschichte zu suchen. Gäbe es einen „Ich-bemitleide-dich“-Button würde ich ihn pausenlos drücken. Das gilt übrigens auch für alle anderen.

Buchtipp: Wege aus der Krise

5. Die „Ich-bin-doch-gar-nicht“ Hübschen

Dir ist es egal, wie du aussiehst. Ganz, ganz, ganz egal. Und deshalb ist es dir auch völlig egal, wenn dein neues Bild, dass erst das dritte am heutigen Tag ist, erst 50 Likes hat und 100 Kommentare, die man mit dem Wort „Hübsche“ zusammenfassen kann. Eigentlich ist es dir sogar extrem unangenehm, dass so viele sehen, wie du im Bikini am See stehst, aber erstens wolltest du ja die Kamera ausprobieren und zweitens… Naja, ist halt so. Und so enden wie das Emo-Kind willst du ja schließlich auch nicht.

Buchtipp: Before I Fall

6. Die Neid-Wollenden

Ja, wir wissen, dass du es geschafft hast. Zwar bist du nicht im Rock-Konzert der Superreichen (noch nicht), aber du lässt ja keine Chance aus, zu schreiben, dass du mit irgendeiner Göre mit unaussprechlichem Namen in irgendeinem teuren Club bist (danke, dass du die Preisliste mit anhängst) und Kaviar in dich reinfrisst. Wahrscheinlich kannst du die Stör-Eier gar nicht leiden, aber die Likes sind es einfach wert.

Buchtipp: Die 120 Tage von Sodom

7. Die Immer-Gelangweilte

Du postest ununterbrochen Sätze wie „Like, und ich sage dir, wer und was du bist“. Man fragt sich ja schon, wie viele Freunde du hast, dass du so eine Ausdauer an den Tag legen kannst. Oder sind es immer dieselben? Gott sei Dank  gibt es so etwas wie AskFM, so dass dich wenigstens wildfremde Menschen nach den intimsten Details deines Tages ausfragen können. Du antwortest zwar nicht, aber dass die Leute fragen, ist ja immer schon etwas.

Buchtipp: Harry Potter und der Stein der Weisen

8. Die „Funktionalen“

Eigentlich kann man ja wirklich nicht böse auf dich sein, da du Facebook wirklich nur dann benutzt, wenn du eine Frage hast, die du sonst nicht wüsstest. Aber es generiert umso mehr Hass bei allen, die Facebook aus keinem besonderen Grund nutzen, denn sie wissen, dass sie nie so ungemein funktional sein können wie du. Leg dir ein gutes Telefon zu, dann müssen die anderen dein Gutmenschentum nicht ertragen, du dumme Sau.

Buchtipp: Alles mit „How to…“

9. Die Mütter

Ja, jeder hat eine Mutter. Ist schon klar. Aber wenn meine Mutter all die Bilder, die sie von mir gemacht hat (hat sie überhaupt…? Egal!) sofort gepostet hätte, wäre das für mich ein Grund mich selbst der Adoption zu übergeben. Nur so viel: Habt ihr eigentlich euer Kind schon einmal außerhalb eurer Linse gesehen? Und füttern nicht vergessen.

Buchtipp: Fotografie als Meditation: Eine Reise zur Quelle der Kreativität

10. Die Fresssäcke

Die drei S hintereinander habt ihr wahrlich verdient. Denn, wenn ihr schon keine Fotografen seid, dann unterlasst es doch, euer Essen dauernd zu fotografieren und darunter zu schreiben, dass es euch schmeckt. Denn erstens wissen wir, dass es euch schmeckt, da ihr ansonsten den verdammten Fraß ja nicht ständig posten würdet, und zweitens müssen andere Leute, vornehmlich die, die dieses Essen sehen ihren eigenen Mageninhalt pausenlos widerkäuen. Versucht es doch mal damit, dass zu tun, was viele Menschen auf der Welt nicht können: Essen.

Buchtipp: Das Ende des großen Fressens

11. Die Blogger

Was müssen Menschen durchlitten haben, dass sie ständig neue Blogeinträge schreiben? Ist es der Wunsch nach Anerkennung oder doch eine altes von der bösen Deutschlehrerin beigefügtes Trauma? Man weiß es nicht, und es ist auch egal. Aber bitte! Bitte! Bitte verschone uns mit einem neuen, innovativen Blog-Thema, in dem du deine witzige (nur für dich) innovative (vor zehn Jahren) und nachdenkliche (für minderbemittelte) Kacke von dir gibst. Es reicht. Und frag’ bitte auch nicht am Ende jedes Artikels, ob den Leuten noch was anderes einfällt. Denn selbst wenn dem so wäre, würden sie ihre wertvollen Gedanken nicht auf einem Blog wie deinem teilen.

Buchtipp: Der Schriftsteller

Fällt euch noch ein weiterer Facebook-Nutzer ein, der euch so richtig auf den Nerv geht? Ich freue mich über eure Kommentare.

 

 

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Ein Kommentar zu HUMOR: Unerträgliche Facebook-Nutzer

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