LITERATUR: Die Jugend von heute Oder: der Moralist

Wir sagen zu der jungen Meute, die Arbeit muss sich lohnen

Bald macht ihr fette Beute, ihr dürft euch jetzt nicht schonen
Ihr sollt lernen zu lernen, und das bitte noch gerne
Das wollen wir mit aller Strenge für alle wiederholen

Wir sagen zu ihnen, findet ein Maß
Findet es gut, es macht schon bald Spaß
Wir sagen zu wissen ist heute die Pflicht
Denn was wir nicht wissen, das können wir nicht

Deshalb, sagen wir, ihr müsst alles mal tun
Alles können und wissen, ihr könnt später mal ruhen

Später  ist später, sagen sie aufgebracht
Das haben die Väter der Väter der Väter gesagt
Zu Ihren Vätern, die dann weitergaben
Im Leben zählt nur das, was wir später mal haben

Sie sagen zu uns, das wollen wir doch
Eins nach dem andern, was sollen wir noch
Das Zeiten sich ändern, ist jedem irgendwie klar
Nur scheint keiner zu wissen, was er früher mal war

Wir sagten zu den alten Leuten, so wollen wir nicht sein
Die Väter der Väter schmissen Scheiben noch ein
Und deren Väter in die andere Richtung
Später blieben nur Fotos und manch politische Dichtung

Nur ist das für heute nicht mehr so wichtig
Wir unterscheiden die Welt in falsch oder richtig
Dabei ist doch jedem die Fähigkeit mitgegeben
Nur für was, dass muss man schon selber erleben

Sie sagen zu uns, was sollen wir tun?
Falsche Frage, nochmal, was wollen wir tun
Natürlich wollen wir Welten erleben
Nur eben nicht eure, haben uns noch nicht ergeben

Wir finden andere Bücher und andere Lieder
Andere Träume, andere Liebe
Andere Formen, uns mitzuteilen
Schaut einfach zu, braucht euch nicht zu beeilen

Doch wir verstehen es nicht, weil Zeit nicht verbleibt
Und mit das Einzige ist, was wichtig bleibt

Wir fragen, was ist es denn, was für euch wichtig ist!
Lasst ab, wir wiederholen eure Geschichte nicht.

Wir haben genug von mäßigen Sachen
Kommt mit, haltet Schritt: einfach mal machen!

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